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	<title>mymagictypewriter. &#187; Ein schönes Bad in Selbstmitleid.</title>
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	<description>ich.bin.deine.mutter.</description>
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		<title>Juist &#8211; eine Hochzeit und ein Todesfall.</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Aug 2013 20:04:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jule Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf Reisen.]]></category>
		<category><![CDATA[Ein schönes Bad in Selbstmitleid.]]></category>
		<category><![CDATA[fliegen]]></category>
		<category><![CDATA[flugzeug]]></category>
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		<category><![CDATA[mord und todschlag]]></category>
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		<category><![CDATA[urlaub]]></category>

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		<description><![CDATA[Noch ziemlich verschlafen stehe ich in  Braunschweig am Bahnhof. Es ist kurz vor neun an einem Donnerstag. Die Sonne scheint. Braunschweig &#8230; Braunschweig &#8230; Shit! Hätte ich nicht in Hannover aussteigen sollen? Innerhalb von Minuten zerbröselt mein ausgeklügelter Reiseplan, der mich auf die Nordseeinsel Juist zu einer Hochzeit von Freunden bringen sollte. Eigentlich hätte ich [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Noch ziemlich verschlafen stehe ich in  Braunschweig am Bahnhof. Es ist kurz vor neun an einem Donnerstag. Die Sonne scheint.<br />
Braunschweig &#8230; Braunschweig &#8230; Shit! Hätte ich nicht in Hannover aussteigen sollen?<br />
Innerhalb von Minuten zerbröselt mein ausgeklügelter Reiseplan, der mich auf die <strong><span style="color: #3366ff;"><a title="Gedankenomelette aus dem Urlaub" href="http://mymagictypewriter.com/gedankenomelette-aus-dem-urlaub/" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">Nordseeinsel Juist</span></a></span></strong> zu einer Hochzeit von Freunden bringen sollte. Eigentlich hätte ich es wissen müssen &#8211; alleine darf ich einfach nicht reisen!</p>
<div id="attachment_4180" class="wp-caption alignleft" style="width: 650px"><img class="size-full wp-image-4180" alt="" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Juist_JuleMueller001.jpg" width="640" height="317" /><p class="wp-caption-text">So schön ist Braunschweig. Noch schöner wäre es, wenn ich hier auch hingewollt hätte.</p></div>
<p>Dreißig Minuten nach dem Ablegen der einzigen Fähre des Tages komme ich in einem beschaulichen Küstenort an. Ein Taxi, von einer schwerhörigen, aber starken Rentnerin gesteuert, bringt mich zum <strong><span style="color: #3366ff;"><a title="Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Flugplatz_Norden-Norddeich" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">Flugfeld Norden-Norddeich</span></a></span></strong>. Der einzige Weg rechtzeitig zur Trauung morgen früh zu kommen, führt wohl durch die Luft.</p>
<p>Wie das Wort &#8220;Flugfeld&#8221; schon ganz richtig impliziert, ist es hier recht überschaubar. Als ich die Propellermaschine vor dem Check-In-Schuppen rumrosten sehe, bin ich empört. Dieses Blechteil kann doch nicht ernsthaft übers weite Meer fliegen? Meine Theorie: Je kleiner die Maschine, desto sicherer der Tod. (Wie ihr vielleicht schon wisst: <strong><span style="color: #3366ff;"><a title="Nord-Norwegen – die Wanderung zum Todesgipfel" href="http://mymagictypewriter.com/nord-norwegen-die-wanderung-zum-todesgipfel/" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">Ich habe Höhenangst.</span></a></span></strong>)</p>
<div id="attachment_4181" class="wp-caption alignleft" style="width: 650px"><img class="size-full wp-image-4181" alt="" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Juist_JuleMueller002.jpg" width="640" height="317" /><p class="wp-caption-text">Okay, mal Spaß beiseite &#8211; wo ist jetzt das richtige Flugzeug?</p></div>
<p>Ich rolle meinen Koffer in das Gebäude und gehe zum Schalter. Der Mann dort sieht aus wie ein alter Seebär. Er hat die Ruhe weg und sein grauer Schnäuzer wippt auf und ab beim Sprechen.</p>
<p>Der einfache Flug soll 42 Euro kosten. Immerhin schon mal weniger als ich erwartet habe.<br />
Die Flugzeit beträgt fünf Minuten. Bitte was? FÜNF Minuten? In fünf Minuten kann ich mir nicht mal die Schnürsenkel binden! Wie soll der Pilot denn in fünf Minuten alle Sicherheitsmaßnahmen erklären, starten, auf 10.000 Fuß Flughöhe steigen, Drinks servieren, heimlich auf dem Klo eine rauchen und wieder landen? Ein Co-Pilot passt schon mal nicht in den Flieger. Eigentlich ist er sogar so klein, dass ich nicht mal weiß, ob der Pilot selbst passt.</p>
<div id="attachment_4182" class="wp-caption alignleft" style="width: 650px"><img class="size-full wp-image-4182" alt="" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Juist_JuleMueller003.jpg" width="640" height="317" /><p class="wp-caption-text">Ich hab die Hosen* businessmäßig gestrichen voll.<br />*H&amp;M Trend, Frühjahr/Sommer 2011</p></div>
<p>Ausweis- oder Sicherheitskontrollen gibt es nicht. Klar! Verrückte, Drogenkuriere und Attentäter, bitte machen Sie es sich bequem. Hier haben Sie noch die aktuelle Ausgabe der Business Air News. Gute Reise.</p>
<p>Passenderweise werden die Insassen der gerade von der Insel gelandeten Maschine von der Kriminalpolizei Norden abgeführt und im Nebenraum verhört. Wieso wohl?</p>
<p>Es ist soweit. Wir besteigen dieses Auto mit Flügeln. In der letzen Reihe finde ich Platz, mein Kopf streift die Decke, die Knie habe ich vor lauter Enge Richtung Kinn gezogen. Vor mir sitzt eine Mutter mit aufgeregtem Kind, davor ein Pärchen, davor eine junge Frau, davor der Pilot. Die Propeller der Maschine setzen sich ratternd in Bewegung, wir holpern über die Startbahn und heben kurz danach steil ab.</p>
<div id="attachment_4193" class="wp-caption alignleft" style="width: 650px"><img class="size-full wp-image-4193" alt="" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Juist_JuleMueller008.jpg" width="640" height="317" /><p class="wp-caption-text">Ach, Sie sind auch Terroristin? Dann helfe ich Ihnen gerne, Ihren dicken Hintern nach drinnen zu schieben.</p></div>
<p>Ob ich vielleicht doch wieder aussteigen und die Hochzeit verpassen dürfte? Der Wind hat aber schon mal etwas anderes mit uns geplant. Wie einen kleinen Papierflieger zwingt er uns von links nach rechts und wieder zurück. Draußen strahlen Wolken und Ozean um die Wette. Ich schließe die Augen und spreche das Vaterunser.<br />
Bei &#8220;der du bist im Himmel&#8221; setzen wir wieder auf.</p>
<div id="attachment_4185" class="wp-caption alignleft" style="width: 650px"><img class="size-full wp-image-4185" alt="" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Juist_JuleMueller006.jpg" width="640" height="317" /><p class="wp-caption-text">Herzlich Willkommen auf Juist. Ihr Gepäck haben Sie ja eh schon auf dem Schoß transportiert. Bitte zeigen Sie nicht Ihren Ausweis vor. Zum Taxi folgen Sie einfach dem Wiehern.</p></div>
<p>Vom Flieger falle ich mit meinem Koffer in das dort so übliche Pferdekutschentaxi. Am Hotel treffe ich dann meine Freunde. &#8220;Hast du schon gehört, dass hier gestern ein junges Mädchen vergewaltigt, ermordet und am Strand verbuddelt wurde? Wir haben den Arm aus dem Sand gucken sehen. Der Mörder ist noch nicht gefasst.&#8221;</p>
<p>Super. Gerade erst den Kampf mit den Elementen Luft, Wasser, Blech und Pferd überstanden und jetzt schon gefangen auf einer kleinen Insel mit einer Leiche und einem Mörder. Der Stoff, aus dem die Träume sind. Immerhin wird es eine Hochzeit geben.</p>
<p>Wenn wir vorher nicht alle sterben.</p>
<div id="attachment_4186" class="wp-caption alignleft" style="width: 650px"><img class="size-full wp-image-4186" alt="" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Juist_JuleMueller007.jpg" width="640" height="317" /><p class="wp-caption-text">Endlich am friedlichen Strand von Juist angekommen. Falls ich in einer Woche nicht wieder zu Hause bin: Ruft die Kriminalpolizei Norden!</p></div>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;">Das hier gefällt dir übrigens auch ziemlich gut:</p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #3366ff;"><strong><a title="Gedankenomelette aus dem Urlaub" href="http://mymagictypewriter.com/gedankenomelette-aus-dem-urlaub/" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">Gedankenomlette aus dem Urlaub.</span></a></strong></span><br />
<span style="color: #3366ff;"><strong><a title="Ein erholsames Wochenende in den Bergen" href="http://mymagictypewriter.com/ein-erholsames-wochenende-in-den-bergen/" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">Ein erholsames Wochenende in den Bergen.</span></a></strong></span><br />
<span style="color: #3366ff;"><strong><a title="Nord-Norwegen – Chronologie einer Reise" href="http://mymagictypewriter.com/nord-norwegen-chronologie-einer-reise/" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">Nord-Norwegen &#8211; Chronologie einer Reise.</span></a> </strong></span></p>
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		<title>Overboard. Meine Nacht mit Oskar.</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Apr 2013 15:54:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jule Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Brauner Salon und Umgebung.]]></category>
		<category><![CDATA[Ein schönes Bad in Selbstmitleid.]]></category>
		<category><![CDATA[Intro-Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[x]]></category>
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		<description><![CDATA[Es ist fünf Uhr morgens. Ich sitze volltrunken im Taxi nach Hause. Mit Oskar. Aus einer 10-Liter-Bong hatte ich Wodka Energy trinken und dabei Karaoke singen müssen. Ich bin eine gebrochene Frau. Immerhin habe ich noch nicht gebrochen. Mit zwanzig km/h schleichen wir durch die Straßen Neuköllns. »Bitte fahren Sie doch nicht so schnell!!« An [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist fünf Uhr morgens. Ich sitze volltrunken im Taxi nach Hause. Mit Oskar. Aus einer 10-Liter-Bong hatte ich Wodka Energy trinken und dabei Karaoke singen müssen. Ich bin eine gebrochene Frau. Immerhin habe ich noch nicht gebrochen.<br />
Mit zwanzig km/h schleichen wir durch die Straßen Neuköllns. »Bitte fahren Sie doch nicht so schnell!!«</p>
<p>An meinen Füßen ist alles nass. Zwischen meinen Beinen steht eine gläserne Kugel, zur Hälfte mit Wasser gefüllt. Oskar guckt mich traurig an. Wie eine Möwe im Orkan schwappt er durch die Fluten in seinem Glas. Hin und her.</p>
<p>Oskar ist ein Goldfisch. Ich habe ihn samt Behausung aus dieser rauchigen Bar gerettet.</p>
<p>»Stellen Sie ihn bitte hier auf den Schreibtisch.« Ich gebe dem Fahrer einen Zwanni, dann sind Oskar und ich alleine. Er schwimmt panisch immer im Kreis. Ich spreche beruhigende Worte. Währenddessen informiere ich mich im Internet: Oskar wird zwanzig Zentimenter lang und vierzig Jahre alt werden, in diesem Glas voraussichtlich aber keine Woche überleben. Kacke!</p>
<div id="attachment_3953" class="wp-caption aligncenter" style="width: 502px"><img class="size-full wp-image-3953 " alt="Ein tolles Accessoire für die Biedermeier Kommode im Wohnzimmer. Nur leider eine Qual für das Tier." src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Oskar_11.jpg" width="492" height="492" /><p class="wp-caption-text">Ein tolles Accessoire für die Biedermeier Kommode im Wohnzimmer. Nur leider eine Qual für das Tier.</p></div>
<p>Als ich nach gesunden vier Stunden Schlaf aufstehe ist Oskar bereits wach. Mein Kopf schmerzt. Ich nehme ihn mit in die Küche und stelle ihn auf den Frühstückstisch. Meine Mitbewohnerin kommt rein, ihre Augen beginnen sofort zu leuchten. »Ist der … ist der etwa … für … MICH?«</p>
<p style="text-align: left;">»Wir können ihn nicht behalten«, erkläre ich ihr. Wütend stampft sie mit dem Fuß auf den Boden.</p>
<p>»Sieh mal, der Oskar kann in diesem Glas nicht lange überleben, weil es viel zu klein ist und es nicht genug Sauerstoff gibt. Außerdem ist er sehr einsam. Und wir wollen doch, dass es dem Oskar gut geht, oder?« Ja, das wollen wir. Oskar legt zustimmend ein Häufchen.</p>
<div id="attachment_3956" class="wp-caption aligncenter" style="width: 502px"><img class="size-full wp-image-3956 " alt="&quot;Möchten Sie vielleicht ein wenig Gurke zu Ihrem Fisch?“ Frühstück mit Oskar." src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Oskar_21.jpg" width="492" height="492" /><p class="wp-caption-text">&#8220;Möchten Sie vielleicht ein wenig Gurke zu Ihrem Fisch?“ Frühstück mit Oskar.</p></div>
<p style="text-align: left;">Die Suche nach einem neuen Zuhause läuft schleppend an. Keiner hat ein Kaltwasser-Aquarium im Wohnzimmer zu stehen. Es sind halt auch nicht mehr die goldenen Neunziger.</p>
<p>Ich schreibe gerade eine Kleinanzeige, als ich bemerke, dass Oskar apathisch am Grund des Glases vor sich hindümpelt. Binnen eines halben Tages hat sich das klare Wasser in eine trübe, flockige Brühe verwandelt.</p>
<p>»Puste doch mal Frischluft mit nem Strohhalm rein«, wird mir geraten. Ich finde das gar nicht witzig. Wenn Oskar jetzt stirbt, werde ich das nie verkraften. Nie! Wütend schöpfe ich den komatösen Fisch mit einer Alexander Klaws Fantasse aus seinem Becken, bevor ich ihm langsam Frischwasser zuführe. Es geht um Leben und Tod.</p>
<div id="attachment_3958" class="wp-caption aligncenter" style="width: 502px"><img class="size-full wp-image-3958 " alt="Ich habe nicht 15 Jahre auf Fleisch verzichtet, dass mir nun dieser putzige Fisch hier stirbt." src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Oskar_31.jpg" width="492" height="492" /><p class="wp-caption-text">Ich habe nicht 15 Jahre auf Fleisch verzichtet, dass mir nun dieser putzige Fisch hier stirbt.</p></div>
<p style="text-align: left;">Eine Stunde später trage ich Oskar in einer Plastiktüte durch die Stadt. Wir haben doch noch ein wohltemperiertes Becken gefunden, das groß genug für ihn ist. Eines mit Artgenossen und Sauerstoffpumpe. Als der neue Besitzer die Tüte wegträgt, dreht Oskar sich noch mal um und winkt mir mit seiner goldenen Flosse zu. Ich habe Tränen in den Augen.</p>
<div id="attachment_3960" class="wp-caption aligncenter" style="width: 502px"><img class="size-full wp-image-3960 " alt="Oskar, der gutgelaunte Schleierschwanz, den selbst mein Karaoke nicht umbringt, geht auf Reisen." src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Oskar_41.jpg" width="492" height="492" /><p class="wp-caption-text">Oskar, der gutgelaunte Schleierschwanz, den selbst mein Karaoke nicht umbringt, geht auf Reisen.</p></div>
<p style="text-align: left;">Vor dem Einschlafen gucke ich auf Oskars leeres Glas und bin wütend auf die Welt. Eine Welt, in der Goldfische in Gläsern schwimmen, Kaninchen in Käfigen mümmeln und Hunde in Einzimmerwohnungen hocken. Denn da gehören die kleinen Stinker nicht hin. Punkt.</p>
<div id="attachment_3961" class="wp-caption aligncenter" style="width: 502px"><img class="size-full wp-image-3961 " alt="Oskar ist nun weg. Wenigstens bleibt mir ein schicker neuer Astronautenhelm." src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Oskar_51.jpg" width="492" height="492" /><p class="wp-caption-text">Oskar ist nun weg. Wenigstens bleibt mir ein schicker neuer Astronautenhelm.</p></div>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Dieser Text ist auch auf <strong><span style="color: #3366ff;"><a title="Meine Nacht mit Oskar auf intro.de" href="http://www.intro.de/news/newsfeatures/23071559/vom-winde-verwoehnt-kolumne-neues-aus-jules-welt" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">intro.de</span></a></span></strong> in der Reihe &#8220;Vom Winde verwöhnt&#8221; erschienen. </em><em>Außerdem geil: meine <strong><span style="color: #3366ff;"><a title="My Magic Typewriter auf Facebook" href="https://www.facebook.com/MyMagicTypewriter"><span style="color: #3366ff;">Facebook-Seite</span></a></span></strong>.</em></p>
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		<title>Bin ich eigentlich wahnsinnig? Ein Coming Out.</title>
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		<pubDate>Fri, 08 Mar 2013 16:19:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jule Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ein schönes Bad in Selbstmitleid.]]></category>
		<category><![CDATA[Passt in keine Schublade.]]></category>
		<category><![CDATA[Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr.]]></category>
		<category><![CDATA[x]]></category>
		<category><![CDATA[bekloppt]]></category>
		<category><![CDATA[praxis]]></category>
		<category><![CDATA[probleme]]></category>
		<category><![CDATA[therapeut]]></category>
		<category><![CDATA[therapie]]></category>
		<category><![CDATA[wahnsinn]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist Januar 2012. Ich stehe vor der Haustür. Ich bin zwei Minuten zu spät. Ob das schon von meiner Zeit abgeht? Wäre mir auch recht. Erinnert sich hier jemand an den Zahnarztbesuch oder das Intimwaxing? Ähnliche Gemütslage. Wieder diese Stressflecken im Ausschnitt. Ich muss pinkeln, schwitzen, kotzen und flüchten. Gleichzeitig. Das Bungee-Syndrom macht sich [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist Januar 2012. Ich stehe vor der Haustür. Ich bin zwei Minuten zu spät. Ob das schon von meiner Zeit abgeht? Wäre mir auch recht. Erinnert sich hier jemand an den <span style="color: #3366ff;"><a title="Zahnärzte: ein Traum(a) in Weiß" href="http://mymagictypewriter.com/zahnarzte-ein-trauma-in-weis/"><span style="color: #3366ff;">Zahnarztbesuch</span></a></span> oder das <span style="color: #3366ff;"><a title="Wax and the City – die Pobacken-Konspiration." href="http://mymagictypewriter.com/wax-and-the-city-%e2%80%93-die-pobacken-konspiration/"><span style="color: #3366ff;">Intimwaxing</span></a></span>? Ähnliche Gemütslage. Wieder diese Stressflecken im Ausschnitt. Ich muss pinkeln, schwitzen, kotzen und flüchten. Gleichzeitig.<br />
Das Bungee-Syndrom macht sich in mir breit. Immer wieder frage ich mich: Was zur Hölle mache ich hier? Bin ich eigentlich wahnsinnig?<br />
Muss ja, schließlich klingle ich gerade zum ersten Mal bei meiner neuen Therapeutin…</p>
<p>Gibt es dort ein Wartezimmer? Muss ich dann mit Rain Man und Gilbert Grape in einem Raum sitzen und die Brigitte lesen? (Antworten: Nein, nein und nein.)</p>
<p>Eine Frau, die ich schon von ihrer Webseite kenne, öffnet mir die Tür und führt mich in ein Zimmer, in dem so gut wie nichts steht. Ein kleiner Tisch aus Glas, drei Stühle, das wars. Wo ist die Couch? Jedes Kind weiß, dass es beim Therapeuten eine Couch gibt. Für den Preis kann man ja auch wohl etwas Komfort erwarten! Sie zeigt auf einen Stuhl. Ich setze mich. Na, das kann ja was werden.</p>
<p><img class="alignleft  wp-image-2930" alt="" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/1.jpg" width="275" height="411" />Auf dem Tisch sehe ich eine Flasche Wasser, einen Wecker, eine Packung Taschentücher und ein Klemmbrett mit Stift. Wenigstens ein paar Klischees werden mir noch erfüllt.</p>
<p>Die Therapeutin ist vielleicht 40 und eine Mischung aus Lehrerin und Milf. Ihre vereinzelten grauen Haare in der dichten Frisur lassen sie überdurchschnittlich weise aussehen. Vielleicht ist sie keine klassische Schönheit, ich finde sie aber toll. Sie redet wie jemand, der sich tatsächlich für meine Probleme interessiert. Wahnsinn.</p>
<p>Sie schenkt mir Wasser ein, dann fasst sie noch mal die Fakten zusammen, die sie sich in Telefonaten mit mir gesammelt hat. Ich habe Schüttelfrost. Ich möchte auf keinen Fall etwas sagen müssen. Dann stellt sie mir eine Frage. Jetzt erwartet sie bestimmt, dass ich irgendwas antworte.</p>
<p>Nicht, dass sie denkt, ich hätte einen Dachschaden? Der erste Satz <em>muss</em> sitzen. Ich muss sie sofort davon überzeugen, dass ich total sane bin. Das ist momentan tatsächlich meine größte Sorge. Sollte ich es mir ihr besprechen oder ist das wie wenn man &#8220;Google&#8221; googlet?</p>
<p>So richtig bekloppt bin ja auch gar nicht.<br />
Okay, ich sortiere Dinge vielleicht zwanghaft nach Farben und muss das Licht immer dreimal an- und ausschalten, wenn ich das Haus verlasse.<br />
Und ich habe da dieses Problem.<br />
Oh Gott, ich wusste es! Ich hab nicht mehr alle Murmeln in der Hütte!! Schon bald werde ich die Upper und Downer wie Smarties fressen!</p>
<p>Ich breche, auch für mich eher unerwartet, in Tränen aus.<br />
Die Therapeutin reicht mir eines der Taschentücher. Ich putze mir beschämt die Nase. Ich möchte mich verstecken. Es gibt hier aber nichts. Vielleicht hat das minimalistische Mobiliar sogar einen Zweck?</p>
<p>Wir sagen eine Weile nichts. Die Therapeutin nickt langsam und abwesend mit dem Kopf. So als würde sie nachdenken. Ich gucke auf die Uhr. 60 Sekunden vergehen. Das ist 1,60€! Bestimmt sucht sie nicht nach einer Lösung für mein Problem, sondern geht im Geiste die neue Pelz-Lösche-Kollektion nach geeigneten Nerzen durch. Ich räuspere mich. Sie guckt mich an. Dann sagt sie: Erzählen sie doch mal, Frau Müller.</p>
<p>Ich trinke einen extra großen Schluck Wasser, obwohl ich schon jetzt tierisch aufs Klo muss. Hauptsache Zeit schinden. Dann erzähle ich. Sie schreibt auf ihrem Klemmbrett alles wacker mit. Aus Kostengründen spreche ich sehr schnell. Währenddessen frage ich mich, was sie so notiert. In der Schule habe ich auch lieber Sonnen und Vierecke gemalt, als mitzuschreiben. Oder steht da vielleicht sogar schon die Diagnose?</p>
<p>Sie fragt mich nach Männern, Beziehungen. Völlig off-topic. Ich sei zwar momentan allein, es sei aber gar kein Problem, lüge ich. Bloß nicht noch mehr potentielle Gesprächsthemen schaffen. Das kostet ja nur wieder unnötig. Sie erzählt mir außerdem von einer lösungsorientierten Therapieform, die sie gerne anwenden würde. Klingt wie eine Mischung aus Scharade, Geisterbeschwörung und über glühende Kohlen laufen.</p>
<p>Gar. Keinen. Bock.</p>
<p>Nach 60 Minuten darf ich gehen. Ich übergebe ihr das Geld in bar. Wie einem Callgirl. Nächstes Mal überweise ich, vielleicht tut das weniger weh.</p>
<p>Als ich aus der Tür rausgehe, fühle ich mich ausgelaugt, verwirrt, erwachsen, arm, aber auch irgendwie stolz.<br />
Alles wird gut.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>PS:</p>
<p>Wer auch mal rausfinden möchte, ob er noch alle Tassen im Schrank hat, geht am besten wie folgt vor: Besucht euren Hausarzt und erzählt von eurem Problem. Ihn wird das nicht weiter jucken, er wird nicht komisch gucken, der hört das täglich. Der ist froh, dass ihr keinen eitrigen Abszess am Arsch habt. Streut am besten die Buzzwörter „Tabletten“, „arbeitsunfähig“ und „Pulsadern“ ein. Das sollte reichen, um 20 Stunden verschrieben zu bekommen. Passt aber auf, dass ihr nicht sofort zwangseingewiesen werdet.</p>
<p>Therapie ist Wellness fürs Gehirn. Ihr werdet es nicht bereuen. Es war zumindest die beste Entscheidung, die ich jemals getroffen habe. Und was hat man schon groß zu verlieren, außer seiner Würde, eventuell Geld und dem Ansehen in der Gesellschaft? Eure Freunde werden euch deswegen nicht weniger lieben. Im Gegenteil. Ihr werdet euren Bekloppten-Bonus lange ausspielen können.<br />
Mal keinen Bock auf Socializen? Jeder wird’s verstehen.<br />
Lust, sich in der Öffentlichkeit akribisch einzelne Haare auszureißen? Jeder wird’s ignorieren.<br />
Sich umherfahren, bekochen und in den Arm nehmen lassen? Jeder wird’s machen.</p>
<p>Und es sind auch die Freunde, die einem die sinnvollsten Dinge mit auf den Weg geben: <em id="__mceDel">„Freue mich schon, wenn du geheilt bist. Sag deiner Therapeutin aber, du brauchst noch einen Rest-Wahnsinn für deine Kunst.“</em></p>
<p>Danke dafür. Ihr wisst, wer ihr seid.</p>
<div id="attachment_3672" class="wp-caption alignleft" style="width: 650px"><img class="size-full wp-image-3672 " alt="Heute bin ich eine geheilte Frau." src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Foto-am-22-05-2012-um-17.37.jpg" width="640" height="480" /><p class="wp-caption-text">Heute bin ich eine geheilte, glückliche Frau. Und lebe in Paris.</p></div>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;">Das hier gefällt dir übrigens auch:</p>
<p style="text-align: center;"><strong><span style="color: #b608d8;"><a title="Auf Drogensuche mit dem dicken Rolf* (*Name und Statur geändert)" href="http://mymagictypewriter.com/auf-drogensuche-mit-dem-dicken-rolf-name-und-statur-geandert/"><span style="color: #b608d8;"><span style="color: #b616de;">Auf Drogensuche mit dem dicken Rolf.</span></span></a></span></strong><br />
<strong><span style="color: #b608d8;"> <a title="mein (alter) ego dreht durch." href="http://mymagictypewriter.com/mein-alter-ego-dreht-durch/"><span style="color: #b608d8;">Mein Alter Ego dreht durch.</span></a></span></strong><br />
<strong><span style="color: #b608d8;"> <a title="Der ganz normale Fieber-Wahnsinn." href="http://mymagictypewriter.com/der-ganz-normale-fieber-wahnsinn/"><span style="color: #b608d8;"><span style="color: #b616de;">Der ganz normale Fieberwahnsinn.</span> </span></a></span></strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://mymagictypewriter.com/bin-ich-eigentlich-wahnsinnig/feed/</wfw:commentRss>
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		</item>
		<item>
		<title>Gefangen im Bauch des fiesen Kater Holzigs.</title>
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		<pubDate>Fri, 04 Jan 2013 15:13:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jule Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ein schönes Bad in Selbstmitleid.]]></category>
		<category><![CDATA[Saufen für Fortgeschrittene.]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstversuch of Death.]]></category>
		<category><![CDATA[Treffen sich 2, sind es 4.]]></category>
		<category><![CDATA[x]]></category>
		<category><![CDATA[kater]]></category>
		<category><![CDATA[kater holzig]]></category>
		<category><![CDATA[party]]></category>
		<category><![CDATA[silvester]]></category>
		<category><![CDATA[trauma]]></category>

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		<description><![CDATA[23:17h &#8211; Bei dem neuen Trendspiel &#8220;Killer and Spy&#8221; (Mord im Dunkeln ohne Licht aus) muss man logisch kombinieren und lügen. In fünf Runden werde ich vier Mal kaltblütig ermordet &#8211; am Ende sogar von meiner besten Freundin. Ich hätte meinen Instinkten folgen und sofort von der Party flüchten müssen. Ich blieb. 0:00h &#8211; Wir stehen [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>23:17h</strong> &#8211; Bei dem neuen Trendspiel &#8220;Killer and Spy&#8221; (Mord im Dunkeln ohne Licht aus) muss man logisch kombinieren und lügen. In fünf Runden werde ich vier Mal kaltblütig ermordet &#8211; am Ende sogar von meiner besten Freundin. Ich hätte meinen Instinkten folgen und sofort von der Party flüchten müssen. Ich blieb.</p>
<p><strong>0:00h</strong> &#8211; Wir stehen auf einer Dachterrasse. Ists schon zwölf? Dürfen wir uns schon umarmen? Keiner weiß es so richtig. Wir zählen mehrfach den Countdown runter. So lange, bis sich die Anzahl der Raketen im Himmel exponentiell nach oben geschraubt hat. Happy New Year!</p>
<p><img class="alignleft  wp-image-3477" title="Prosit Neujahr" alt="" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/DSC_9537.jpg" width="660" height="437" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>0:07h</strong> &#8211; Alle telefonieren mit irgendwem. Ich zücke mein Handy. Ich habe eine Whatsapp-Nachricht bekommen! Geil!<br />
&#8220;New version of WhatsApp Messenger is now available. Please visit the Android Market or the WhatsApp Website to upgrade to the latest version.&#8221;</p>
<p><strong>0:08h</strong> &#8211; Ich werfe mein Handy gegen die Wand und exe etwas, das im Abgang angeblich nach Bratwurst schmeckt.</p>
<p><strong>0:27h</strong> &#8211; Die Bratwurst hat gewirkt. Ich habe ein Mikro um den Hals baumeln, zwei Zigaretten im Mund und singe Bonnie Tyler. Überall glitzert es. Ist das noch Make-Up oder sind das schon Sterne?</p>
<p><strong>1:12h</strong> &#8211; Beim Versuch die Hebefigur aus Dirty Dancing in einem bodenlangen Kleid nachzustellen und mich dabei selbst zu fotografieren, falle ich erstmalig hin. Lande aber weich in einem Meer aus Luftschlangen. Dort bin ich glücklich.</p>
<p><strong>2:45h</strong> &#8211; Entweder aufs Sofa zum Ehepaar oder auf eine Party mit dem Rest? Eine entscheidende Weiche des Abends nimmt den falschen Lauf.</p>
<p><strong>3:08h</strong> &#8211; Nach einer unendlich langen Tramfahrt kommen wir bei einer Privatparty am Oranienburger Tor an. Vor der Tür schleudert mir ein Mädchen einen gelben Ofenanzünder ins Gesicht. Es tut trotz Trunkenheit unheimlich weh. Meine Wange schwillt auf das doppelte an.</p>
<p><strong>3:15h</strong> &#8211; Ich betrachte mich in einem Spiegel in dieser Wohnung. Von der Fleischwunde in meinem Gesicht keine Spur. Jemand bringt mir eine Tasse Waldfruchtlikör mit Redbull. Gegen die Schmerzen. Das Gemisch entpuppt sich sofort als mein neuer Lieblingsdrink.</p>
<p><strong>4:07h</strong> &#8211; Mir wurden sehr viele Menschen vorgestellt. Alle Sportler. Ich habe mir keinen einzigen gemerkt. Ich freunde mich mit etwas Lametta an und fotografiere eine Flasche Schweppes auf Klo.</p>
<p><img class="alignleft  wp-image-3475" title="Schweppes" alt="" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/DSC_9702.jpg" width="660" height="437" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>4:41h</strong> &#8211; Jemand tippt mir auf die Schulter: &#8220;Komm, wir fahren ins Picknick.&#8221; &#8211; &#8220;No way. Dafür ist es viel zu spät.&#8221;</p>
<p><strong>6:06h</strong> &#8211; Irgendwas hat mich schon mehrfach von der Bank gehauen, auf der ich mit den anderen im Picknick tanze. Wahrscheinlich war es der Schnaps. Ich sollte nach Hause fahren, möchte aber lieber noch ein bisschen glücklich sein.</p>
<p><strong>8:50h</strong> &#8211; Ich werde von meiner schönen Bank gezerrt: &#8220;Wir fahren jetzt ins Kater.&#8221; &#8211; &#8220;Seid ihr irre? Ich komme auf gar keinen Fall mit!&#8221;</p>
<p><strong>9:12h</strong> &#8211; Wir stehen am Eingang. Ich habe keinen Pfennig Geld mehr. Es ist unfassbar hell. An der Tür treffe ich einen Bekannten mit einer Banane im Gesicht. Das ist also das Kater Holzig. Ich war noch nie hier, möchte aber auch wirklich nicht rein.</p>
<p><strong>9:17h</strong> &#8211; Jemand hat mich am Arm nach drinnen gezogen. Ich stehe und starre und staune. Dieser Club hasst mich! Alles ist wie in einem Horrorfilm. Wenn ich jetzt nicht aufpasse, fressen mich die Zombies bestimmt auf. Und wenn ich jetzt nicht sofort was trinke, werde ich wieder nüchtern. Bloß nicht!</p>
<p><strong>9:21h</strong> &#8211; Ich mache ein Foto von der Bar. Um meinen Arm hängt eine teure Kamera mit lichtstarkem Objektiv und externem Blitz. &#8220;Wenn die Security dich erwischt, fliegst du sofort raus.&#8221; Ich kippe meinen Jägermeister runter. War das jetzt eine Drohung oder ein Versprechen? Ich zumindest fordere mein Glück heraus.</p>
<p><img title="Im Bauch des Katers" alt="" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/DSC_9777.jpg" width="660" height="437" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>9:29h</strong> &#8211; Das ist es also, das Kater. Post-apokalyptische, kranke Vision von Hippies, die auf Chemie stehen. Abrisshaus aus Disneyland mit Marktplatz, Infrastruktur und Würstchenbude. Ein alles verschlingendes Loch, das sich einfach nicht schert um das sonst so gängige Raum-Zeit-Kontinuum. Eine Parallelwelt der Verrückten. Womöglich werden die mich nie wieder gehen lassen.</p>
<p><strong>9:45h</strong> &#8211; Ich bin die einzige im Club, die keine Drogen genommen hat, und doch komme ich von allen am wenigsten klar. Außer dem Mädchen da hinten, das Schaum vorm Maul hat und grunzt. Ist es eigentlich schon zu spät jetzt noch mit Ketamin anzufangen?</p>
<p><strong>10:07h</strong> &#8211; Ich lehne an einer Häuserwand, als mich jemand von der Seite anspricht. Er sieht ganz nett aus. Ich verstehe nicht viel, meine aber, das Wort GHB zu hören. Ich halte mir schnell den Drink zu und rutsche unauffällig von ihm weg. Als er kurz nicht guckt, renne ich so lange bis ich im rettenden Bauch einer riesigen Katze Unterschlupf finde. WTF?</p>
<p><strong>10:18h</strong> &#8211; Ich verirre mich immer weiter in dieser Katze und bleibe irgendwo zwischen Bumsecke und Bar stehen. Von der Decke hängt ein armdickes Tau. Ich greife danach und lasse es die nächste halbe Stunde nicht mehr los. Etwas Halt in Druffie-Land: unbezahlbar.</p>
<p><strong>10:52h</strong>  - Was ist eigentlich, wenn mich hier jemand sieht? Zwischen den ganzen Opfern? Wie ich das Tau umarme? Das macht mir echt Sorgen. Ich mache es mir zur Aufgabe, jedem der etwa 2000 Anwesenden zu erklären, dass ich auch wirklich nichts genommen habe. Mir glaubt niemand. Ich sehe aber auch echt scheiße aus.</p>
<p><strong>11:02h</strong> - Sonnenbrille! Ich brauche eine verdammte Sonnenbrille!</p>
<p><img title="Kater Holzig" alt="" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/DSC_9795.jpg" width="660" height="437" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>11:33h</strong> &#8211; Ich bin durch Gänge geirrt, Treppen hoch und runter gehechtet, über Dancefloors gejagt und stehe nun in der Kloschlange. Es stinkt, gibt keinen Spiegel, ich habe freie Sicht aufs Pissoirs, die Leute gehen zu acht aufs Klo. Ich gucke mir die Anstehenden genauer an &#8211; die zucken mit den Mündern, haben riesige Schweißflecken und müssen nie blinzeln.</p>
<p><strong>11:48h</strong> &#8211; Ich sitze in der Sonne und versuche normal auszusehen. Die Zombies krauchen um mich rum. Überall Dreck und Fratzen. Neben mir isst jemand einen Rollmops und ne Wiener. Gleichzeitig! Ich gucke ihn an &#8211; ihm fehlt das Weiße in den Augen. Wie soll ich nur jemals nach Hause kommen?</p>
<p><img title="Kater Holzig" alt="" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/DSC_9815.jpg" width="660" height="437" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>12:07h</strong> &#8211; Ich habe endlich den scheiß Ausgang gefunden. Die Kamera hängt noch um meinen Arm. An der Tür werde ich verwarnt. Taaaaaxi!</p>
<p><strong>12:20h</strong> &#8211; Ich stehe in der Sparkasse. Wahrscheinlich in Berlin. In der Scheibe spiegelt sich etwas, das mal eine Frisur war. Ich gebe meinen Pin ein. Falsch. Ich gebe ihn erneut ein. Wieder falsch. Die Tasten müssen heute irgendwie anders als sonst angeordnet sein. In der Ecke sitzt ein Penner. Vielleicht sollte ich mich einfach zu ihm legen?</p>
<p><strong>12:35h</strong> &#8211; Ich schaffe es zwar nicht, selbständig die Taxitür zu öffnen, verlange aber noch nach einer Quittung. Auch kurz vorm Koma darf man den Blick fürs Wesentliche nicht verlieren. Wenn diese Fahrt bei der Steuer durchgeht, hab ich das System vollends überlistet.</p>
<p><strong>12:39h</strong> &#8211; Ich bin zu Hause. Mein Handy ist schon längst aus. Muss es wieder anstellen, brauche ja nen Wecker. Ich gebe den Pin ein. Falsch. Ich gebe den Pin erneut ein. Wieder falsch. Beim dritten Mal werde ich aufgefordert, meinen achtstelligen Puk einzugeben. Scheiße.</p>
<p><strong>12:43h</strong> &#8211; Ich sitze auf dem Fußboden meines Zimmers. Um mich herum liegen drei Aktenordner und ne Menge Papierkram. Was mache ich noch mal? Ach richtig, Puk suchen. Pukpukpuk. Ich halte mir ein Auge zu, um besser sehen zu können.</p>
<p><strong>12:48h</strong> &#8211; Mein Handy ist endlich von den Zahlenfesseln befreit. Ich darf mir einen neuen Code aussuchen und tippe irgendwelche Tasten. (Shit! Welche eigentlich?) Ich stelle meinen Wecker erst auf Mitternacht, dann auf 20h.</p>
<p><strong>20:00h</strong> &#8211; Wer bin ich? Warum lebe ich? Welches Jahrhundert haben wir?</p>
<p><strong>20:02h</strong> &#8211; Geil. Ich habe den Kater komplett übersprungen. Oder&#8230; Oder bin ich etwa immer noch betrunken? Auf meinem Handgelenk prangt hartnäckig eine tollwütige Katze. Ich sollte aufstehen.</p>
<p><img title="Kater Holzig" alt="" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/DSC_9821.jpg" width="660" height="437" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>21:01h</strong> &#8211; Gleich stehe ich auf.</p>
<p><strong>22:03h</strong> &#8211; Nee, echt jetzt. Gleich stehe ich auf.</p>
<p><strong>23:02h</strong> &#8211; Ich stehe auf. Hui, mir ist noch schwindelig.</p>
<p><strong>23:03h</strong> &#8211; Ich bin bis zum Klo gekommen. Mein Magen bringt vielleicht nichts mehr hervor, ich würge mich trotzdem durch die nächsten Minuten.</p>
<p><strong>23:13h</strong> &#8211; Als ich endlich wieder im Bett liege, beschließe ich, nie mehr zu trinken. Dann stelle ich meinen Wecker auf 12 Uhr am nächsten Mittag. Ich hasse Kater. Ich hasse Kater Holzig.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>PS: Ich habe aufgehört zu kotzen und hier geht es zu<strong><span style="color: #3366ff;"> <a title="https://www.facebook.com/MyMagicTypewriter" href="https://www.facebook.com/MyMagicTypewriter" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">Facebook</span></a></span></strong>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;">Das hier gefällt dir übrigens auch:</p>
<p style="text-align: center;"><a title="Gay Night Out. All in." href="http://mymagictypewriter.com/gay-night-out-all-in/"><span style="color: #cc37d2;"><span style="color: #cc37d2;"><strong>Gay Night Out. All in. - GFM im Weekend.</strong></span></span></a><br />
<a title="Bock auf Disco Krebs." href="http://mymagictypewriter.com/bock-auf-disco-krebs/"><span style="color: #cc37d2;"><span style="color: #cc37d2;"><strong>Bock auf Disco Krebs. - Deutschlands älteste Disco.</strong></span></span></a><br />
<a title="Ein erholsames Wochenende in den Bergen" href="http://mymagictypewriter.com/ein-erholsames-wochenende-in-den-bergen/"><span style="color: #cc37d2;"><span style="color: #cc37d2;"><strong>Ein erholsames Wochenende in den Bergen. - Verkatert auf die Zugspitze.</strong></span></span></a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Du bist eine Lügnerin und ein Troll. Fick dich weg!&#8221; Jetzt.de</title>
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		<pubDate>Mon, 22 Oct 2012 21:35:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jule Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ein schönes Bad in Selbstmitleid.]]></category>
		<category><![CDATA[Teh Interwebs.]]></category>
		<category><![CDATA[community]]></category>
		<category><![CDATA[emopunk]]></category>
		<category><![CDATA[jetzt.de]]></category>
		<category><![CDATA[mobbing]]></category>
		<category><![CDATA[süddeutsche]]></category>
		<category><![CDATA[trolls]]></category>

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		<description><![CDATA[24 Stunden bei jetzt.de und ich bin befreundet mit einem Pimmel, einem Shakespeare, der mich beleidigt, und einem rosanen Ei. Ob das die Zielgruppe ist, die ich mit meinen Texten erreichen möchte, ist fragwürdig… Immerhin haben andere meinen Elitepartnertext mit Kommentaren und Herzen (das Like der Süddeutschen) bedacht. Da ist es ja zum ersten Verlagsdeal nicht [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>24 Stunden bei <span style="color: #3366ff;"><strong><a title="jetzt.de" href="http://jetzt.sueddeutsche.de/" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">jetzt.de</span></a></strong></span> und ich bin befreundet mit einem Pimmel, einem Shakespeare, der mich beleidigt, und einem rosanen Ei. Ob das die Zielgruppe ist, die ich mit meinen Texten erreichen möchte, ist fragwürdig…</p>
<p>Immerhin haben andere meinen <strong><span style="color: #3366ff;"><a title="Elitepartner – der trockene Akademiker mit Niveau" href="http://mymagictypewriter.com/elitepartner-akademiker-und-singles-mit-niveau/"><span style="color: #3366ff;">Elitepartnertext</span></a></span></strong> mit Kommentaren und Herzen (das Like der Süddeutschen) bedacht. Da ist es ja zum ersten Verlagsdeal nicht mehr weit.</p>
<p>Diese Community erinnert mich dezent an <span style="color: #3366ff;"><strong><a title="Threads im Forum sind wichtig!" href="http://www.emopunk.net/forum/topic.php?td=37856" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">emopunk.net</span></a></strong></span> damals. Hyperlinks und Mädchen. Da schrieb ich mir mit jemandem, der nie etwas anderes sagte, als “Ich hab ne große Gurke.“ und “Hat der braune Salon heute geöffnet?“. Die meisten User hatten ihn geblockt, ich konnte stundenlang mit ihm diskutieren. Er war so ein guter Zuhörer und mein bester Freund. Er inspirierte uns noch Jahre später zum Namen des neuköllner Trend-Wohnzimmers &#8220;Brauner Salon&#8221;. (Danke, almighty Gurke).</p>
<p>Auch Pimmel ist mir jetzt(.de) schon ans Herz gewachsen. Meine Eintrittskarte in die Tiefenpsychologie der Community. So viele Fragen&#8230;</p>
<p>Ich halte mich durchaus für web-affin, aber der Einzug war wirklich nicht leicht. Aus reiner Neugier klickte ich bei jemandem auf den “Komm küssen“-Button. Das löste irgendwas aus. Ich habe noch nicht rausgefunden was, hoffe aber, dass es sich lediglich um ein aufreizendes Poke handelt (was schon schlimm genug wäre). Auf jeden Fall soll ich mich laut Webseite nun bezüglich dieser Anfrage gedulden.</p>
<p>Ein unfassbares Gefühl von Anonymität vermittelt dieser Ort. Keine Vernetzung mit Facebook, keine realen Freunde, keine 4000 Fotos. Nicht mal Beruf. Oder Alter. Oder Stadt. Ich kann sein, wer ich will. Mutig entschließe ich mich für&#8230; Jule Müller. Leider kann auch jeder andere sein, wer er will. Profilfotos sind in der Regel Blumen, Comicfiguren oder grafische Muster. Aus dem Schreibstil muss man sich mühsam sein eigenes, verschobenes Bild des Gegenübers machen.</p>
<p>Ich schreibe mir ja gerne mit Menschen und muss auch nicht lange warten, da stehe ich in Kontakt zu vier Typen und einem Mädchen. Das Mädchen, falls sie denn wirklich eins ist, hat viele Gedichte veröffentlicht, die ich in etwa so gut verstehe wie die Weltwirtschaftsnews. Außerdem scheint Flirten ein ganz großes Thema zu sein. Vielleicht hätte ich kein reales Bild als Avatar wählen sollen&#8230; Übertriebene Schönheit führt halt zu hocherotischen Messages. Duh! Und vielleicht hätte meine erste Veröffentlichung nicht das Flirten im Netz thematisieren sollen. Hinterher ist man immer schlauer.</p>
<p><a href="http://mymagictypewriter.com/du-bist-eine-lugnerin-und-ein-troll-fick-dich-weg/jetzt-de/" rel="attachment wp-att-2169"><img class="alignleft size-full wp-image-2169" title="jetzt.de" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/jetzt.de_.jpg" alt="" width="619" height="430" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wie freundet man sich nun mit anderen an? Man muss ihre Texte lesen. Da ich so ungerne lese, adde ich einfach alles, das irgendwie mit mir in Kontakt tritt. Egal ob Eier, Shakespeare oder Pimmel.</p>
<p>Der Pimmel ist wirklich freundlich. Er macht mir Komplimente und erklärt mir die Gepflogenheiten der Seite. Außerdem solle ich mich von dem Shakespeare fernhalten.<br />
Shakespeare spamt derweil schon meine Seite mit Kommentaren zu. Dann schreibt er mir, um mich persönlich zu beleidigen. Ich bin erstaunt. Pimmel hatte Recht. Aber nicht nur Shakespeare ist abgrundtief böse. Auch das Ei wird ausfallend. Ich sei ein Troll und es wäre anmaßend zu behaupten, ich sei seine Mutter. Ich solle mich &#8220;wegficken&#8221;. Bitte was? Ich vergesse mich und pöble zurück. Es dauert kurz, bis ich realisiere, dass das Ei einfach ein unerfülltes Leben führt und deswegen andere im Netz nerven möchte. Ohmmmmm &#8211; Ruhe bewahren.</p>
<p>Immerhin kann man Leute blocken. In Kürze habe ich auf meiner Blockier-Liste mehr Menschen, als bei meinen Freunden. Bei Facebook habe ich nicht eine einzige Seele blockiert. Ich bin ja auch voll freundlich. Warum wollen die alle mit mir streiten? Warum sind die alle so krass am haten?</p>
<p>Nach zwei Tagen beschließe ich, dass diese Seite kein schöner Ort ist, und logge mich für immer aus. Nur den Pimmel nehme ich mit rüber zu Facebook. Mehr hatte jetzt.de nämlich leider nicht zu bieten.</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Das Für und Wider von Krücken im Alltag.</title>
		<link>http://mymagictypewriter.com/das-fur-und-wider-von-krucken-im-alltag/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=das-fur-und-wider-von-krucken-im-alltag</link>
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		<pubDate>Tue, 24 Apr 2012 12:29:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jule Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Achtung! Mädchenkrams.]]></category>
		<category><![CDATA[Ein schönes Bad in Selbstmitleid.]]></category>
		<category><![CDATA[bein]]></category>
		<category><![CDATA[contra]]></category>
		<category><![CDATA[knie]]></category>
		<category><![CDATA[krücken]]></category>
		<category><![CDATA[pro]]></category>
		<category><![CDATA[verletzung]]></category>

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		<description><![CDATA[Pro: 1. Der Sitzplatz in der vollen U-Bahn ist einem quasi garantiert. 2. Man trainiert Brustmuskeln, die sonst eher nicht bewegt werden. Das so wichtige Gewebe wird auf lange Sicht gestrafft. 3. Ohne Murren wird man durch die Gegend gefahren. Mit Autos. 4. Wenn man einen Tee an den Schreibtisch geliefert kriegen möchte, ruft man [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Pro:</strong></p>
<p>1. Der Sitzplatz in der vollen U-Bahn ist einem quasi garantiert.</p>
<p>2. Man trainiert Brustmuskeln, die sonst eher nicht bewegt werden. Das so wichtige Gewebe wird auf lange Sicht gestrafft.</p>
<p>3. Ohne Murren wird man durch die Gegend gefahren. Mit Autos.</p>
<p>4. Wenn man einen Tee an den Schreibtisch geliefert kriegen möchte, ruft man den Chef im Nebenzimmer an.</p>
<p>5. In Downtown Neukölln fällt man mit der Gehbehinderung plötzlich nicht mehr so doll auf.</p>
<p>6. So lange man von der Hüfte aufwärts einigermaßen gepflegt aussieht, kommt man in Meetings gut mit Jogginghose und Turnschuhen durch.</p>
<p>7. Man wird mehr umarmt, an der Wange gestreichelt und es wird öfter nach dem Befinden gefragt. Auch das Telefon klingelt häufiger. So erfolgreich war ich mit Migräne nie.</p>
<p>8. Wenn man im Club jemanden für einen Drink zur Bar schickt, muss man meistens nichts bezahlen.</p>
<p>9. Der Muskelkater vom Rumkrücken lässt einen die Schmerzen im Bein sofort vergessen.</p>
<p>10. Neben einem Hund sind Krücken <em>der</em> Eisbrecher schlechthin. Egal ob beim Bäcker, in der Bahn oder beim Spinning im Fitnessstudio.</p>
<p>11. Wenn man bei Facebook ein Bild von sich selbst aus dem Krankenhaus postet, kriegt man voll viele Kommentare.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Contra:</strong></p>
<p>1. Es gibt verdammt noch mal nicht genügend Fahrstühle auf dieser Welt, um den Gebrauch von Krücken zwischen zwei Beinverletzungen zu rechtfertigen.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Gefangen im Schoße des Lotus. Thaimassage des Grauens.</title>
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		<comments>http://mymagictypewriter.com/lotus/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 27 Feb 2012 21:29:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jule Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Achtung! Mädchenkrams.]]></category>
		<category><![CDATA[Ein schönes Bad in Selbstmitleid.]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstversuch of Death.]]></category>
		<category><![CDATA[massage]]></category>
		<category><![CDATA[schmerzen]]></category>
		<category><![CDATA[thai]]></category>
		<category><![CDATA[thai massage]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich sitze in einem Ledersessel. Im Empfangsbereich der Thai-Massage. Es dudelt pentatonische Instrumentalmusik aus Miniboxen. Neben mir schwimmen rote Fische mit Glubschaugen in einem zu wenig gefüllten Aquarium. An der Wand hängen Zertifikate der Angestellten. Die könnte ich sogar mit Paint besser fälschen. Ich vermute eh, hier arbeiten nur minderjährige, illegal eingeschleuste Zwangsprostituierte. Dass ein [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;">Ich sitze in einem Ledersessel. Im Empfangsbereich der Thai-Massage. Es dudelt pentatonische Instrumentalmusik aus Miniboxen. Neben mir schwimmen rote Fische mit Glubschaugen in einem zu wenig gefüllten Aquarium. An der Wand hängen Zertifikate der Angestellten. Die könnte ich sogar mit Paint besser fälschen. Ich vermute eh, hier arbeiten nur minderjährige, illegal eingeschleuste Zwangsprostituierte. Dass ein Typ total relaxt aus dem Behandlungsraum kommt, bestärkt meinen Verdacht. Auf einem Tisch brennt ein Räucherstäbchen, daneben liegen Bananen und eine Ananas. Im Schaufenster steht eine goldene Winkekatze aus Plastik. Sie winkt. Ich trinke meinen Tee, es fehlt Zucker. Den Ingwerbonbon lasse ich liegen. Wäre ja noch schöner…</p>
<p><a href="http://mymagictypewriter.com/lotus/fxcam_1283085260287/" rel="attachment wp-att-1991"><img title="FxCam_1283085260287" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/FxCam_1283085260287.jpg" alt="" width="406" height="406" /></a>Ich werde von einer jungen Thaifrau aufgerufen. Frau Tuk heiß sie. Sie trägt wie alle Angestellten ein rotes T-Shirt und hat ihr Haar lose mit einer Klammerspange zusammengebunden. Sie lächelt freundlich. Bestimmt wird sie geschlagen, wenn sie es nicht tut. Ich werde in einen Raum geführt, in dem zwei Futonbetten stehen. Sie sind durch einen Vorhang voneinander getrennt. Ich solle mich ausziehen, Unterhose aber anbehalten. Uhr und Mutterkette müssen auch weg. Dann lege ich mich auf den Bauch und befürchte das Schlimmste. Mit Berührungen von Fremden habe ich es eh nicht so. Außerdem habe ich das Gefühl, dass Frau Tuk mich vielleicht zum krönenden Abschluss untenrum massieren und dann mehr Geld verlangen möchte. Im Bett nebenan stöhnt jemand. Oh oh&#8230;</p>
<p>Sie wischt mich mit warmem Wasser ab wie einen Patienten im Delirium. Das ist ganz angenehm. Entspannen tu ich mich trotzdem nicht. Das will die Alte doch bloß!</p>
<p>Ich mache den Fehler und erzähle Frau Tuk von meiner schmerzenden Schulter. Sie hat mich kaum angefasst, da sagt sie entrüstet: &#8220;Oooh. Ganss ssöne versspann! Ssie blauchen Massaass!&#8221;<br />
Und dann massiert sie. Ihre Unterarme benutzt sie als Nudelhölzer und rollt damit immer und immer wieder über die Schultern. Vielleicht bin ich nicht so gut mit Schmerzbewältigung, aber das hier geht wirklich zu weit. Die massiert mir ja ins rohe Fleisch! Wenn die weiter so macht, fängt sie sich ne schlechte Bewertung auf Qype!</p>
<p>Als Frau Tuk ihren gesamten Körper mit dem Ellenbogen auf dieser einen schlimmen Stelle balanciert, muss ich aufschreien. Hinter mir kichert es. <em>Hallo?</em> Tu wenigstens so, als hättest du Mitleid!</p>
<p>Ich versuche die Zeit im Geiste runterzuzählen. Nach meinen Berechnungen sollten die 30 Minuten gleich um sein. Ich gucke auf. Frau Tuk hängt mit ihren Knien auf meinem nackten Brustbein. Ich schließe die Augen wieder. Das ist kein Anblick für schwache Nerven.<br />
Unermüdlich bohrt sie alles, was sie hat, in meinen Körper. Es würde mich nicht wundern, wenn sie zwischendurch heimlich mit einem Sumoringer getauscht hätte. So starke Finger <em>kann</em> keine Frau haben! Das ist Magie. Schwarze Magie. Voodoo. Diese Naturvölker sind ja sehr anfällig für solchen Hokus Pokus, habe ich gehört.</p>
<p>Zwischendurch biegt Frau Tuk meine Gliedmaßen hin, wo sie will. Als wäre ich eine übergroße Barbie, die man mal stresstestet. Dann verdreht sie meinen Oberkörper in einer Weise, die auch &#8211; da bin ich mir sicher &#8211; meinen Tod hätte bedeuten können. Es knackt und knirscht und rummst. Als sie das gleiche in die entgegengesetzte Richtung versucht, passiert nichts. Sie probiert es noch mal. Ich kann mich nicht wehren &#8211; sie hat mich komplett im Schwitzkasten, meine Arme sind nach hinten gebogen. &#8220;Ssie müsse losslasse!&#8221;, werde ich von Frau Tuk ermahnt. &#8220;Sie müssen<em> mich</em> loslassen!&#8221;, denke ich so laut ich kann. Linksrum Körper auskugeln scheitert.</p>
<p>Zwischendurch hockt sie komplett auf meinem Hintern. Die ganze Frau. Die wiegt ja bestimmt auch an die 30 Kilo!<br />
Selbst in den Schienenbeinen finden sich anscheinend Verspannungen, die es zu lösen gilt. Mit roher Gewalt. Aber so ist das im Dritte-Welt-Land Asien &#8211; da kommt man mit Pazifismus nicht weiter. Da überlebt nur der Stärkere. Und ich bin das in diesem Fall sicher nicht.</p>
<p><img class="alignleft" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/6f95751f371c59eff440.jpg" alt="" width="252" height="360" />Irgendwann, kurz bevor ich das Bewusstsein verliere, steht Frau Tuk auf und schenkt mir noch etwas Tee ein. Morgen hätte ich dann eventuell Muskelkater, gibt sie mir auf den Weg, bevor sie mich einfach nackt und gebrochen auf dem Futon liegen lässt. Ich verweile noch etwas in der Embryonalstellung und lausche dem Stöhnen nebenan. Als ich mich im Spiegel betrachte, stehen meine Haare in alle Richtungen, mein Maskara ist komplett verlaufen und das Handtuch hat feine Abdrücke in meinem Gesicht hinterlassen. Ich sehe so aus, wie ich mich fühle.</p>
<p>Wie ein Brett bin ich eben ins Bett gekippt. Es ist neun Uhr. Das, was ich in meinem Körper spüre, kann nur noch mit Leichenstarre bezeichnet werden. Etwas Gutes hatte die Massage des Grauens aber &#8211; die Schmerzen in meiner Schulter sind nicht mehr so schlimm .<br />
Anstatt dessen tut mir jetzt der gesamte Körper weh.</p>
<p>Sawasdee Kha! (Thailändisch für &#8220;winke winke&#8221;.)</p>
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		<title>Ein erholsames Wochenende in den Bergen</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Dec 2011 19:38:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jule Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf Reisen.]]></category>
		<category><![CDATA[Ein schönes Bad in Selbstmitleid.]]></category>
		<category><![CDATA[Ich liebe Deutscheland.]]></category>
		<category><![CDATA[Saufen für Fortgeschrittene.]]></category>
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		<category><![CDATA[drehmöser 9]]></category>
		<category><![CDATA[flugzeug]]></category>
		<category><![CDATA[garmisch-partenkirchen]]></category>
		<category><![CDATA[jägermeister]]></category>
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		<category><![CDATA[schnaps]]></category>
		<category><![CDATA[suff]]></category>
		<category><![CDATA[übelkeit]]></category>

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		<description><![CDATA[SAMSTAG 07:00h Der Wecker klingelt nach gesunden drei Stunden Schlaf. Ich weiß spontan nicht, worum es geht. Nix macht Sinn. Dann fällt es mir ein: Ich fliege nach München. Irgendwas mit Bergen. Ich bin total betrunken und snooze. 07:15h Wann muss ich los?  In einer halben Stunde. Es dreht sich alles. Die Katze nervt. Hätte [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>SAMSTAG</strong></p>
<p>07:00h<br />
Der Wecker klingelt nach gesunden drei Stunden Schlaf. Ich weiß spontan nicht, worum es geht. Nix macht Sinn. Dann fällt es mir ein: Ich fliege nach München. Irgendwas mit Bergen. Ich bin total betrunken und snooze.</p>
<p>07:15h<br />
Wann muss ich los?  In einer halben Stunde. Es dreht sich alles. Die Katze nervt. Hätte ich etwas Energie, würde ich sie anbrüllen. Der Weg in die Küche ist furchtbar lang und kalt. Theoretisch und praktisch bin ich nicht in der Lage, zu reisen. Ich schalte das Radio ein. Es laufen die Ärzte. Danke, jetzt bin ich wach. Schlecht ist mir trotzdem. Ich schmiere mir einen Kanten Brot mit irgendwas &#8211; vielleicht saugt das noch etwas Alk aus dem Magen. Dann leere ich einen halben Liter schwarze Johannisbeerschorle. Man gönnt sich ja sonst nichts.</p>
<p>07:28h<br />
Ich betrete das Bad.  Duschen fällt aus, is klar. Muss ja gleich los. Ist der Heroin-Chic eigentlich wieder salonfähig? In Bayern? Ich werde es herausfinden müssen.</p>
<p>07:51h<br />
Kamera, Portemonnaie, Tickets &#8211; ich hab alles außer meiner Würde. Es kann losgehen.</p>
<p>08:02h<br />
Ich ziehe meinen Koffer laut die Treppe zur U-Bahn hinunter. Tragen steht nicht zur Debatte. Super. Die Bahn nach Schönefeld kommt gleich. Vorsichtshalber krame ich die Flugbestätigungsmail aus meinem Rollkoffer&#8230;</p>
<p>08:03h<br />
Ich muss nach Tegel!?  Wie oft kann man eigentlich noch auf diesen Schwachsinn reinfallen? Ich breche in Panik aus, dann stelle ich eine alternative Route zusammen. Kurz vergesse ich sogar die Übelkeit.</p>
<p>08:31h<br />
Ich falle in einen Bäcker am Kutschi. So wie ich aussehe, könnte ich auch in den Mülltonnen nach Essbarem suchen. Würde nicht weiter auffallen. Im Radio läuft Alexandra Burke.  Ihr Nachname klingt so, wie ich mich fühle.</p>
<p>08:36h<br />
Im Bus möchte eine Dame meinen Sitzplatz. Not gonna happen, Sister.</p>
<p>08:49h<br />
Ich stehe vollkommen dehydriert in der Check-In-Schlange. Mein 7 Kilo schweres Köfferchen entspricht gewichtstechnisch nicht den Anforderungen der Airline. “Es ist nur sehr wenig Platz im Flugzeug.“ Selbst ich merke, dass die  Zusammenhänge hinken. Ich muss es einchecken. Mir ist alles egal, Hauptsache ich muss hier und jetzt nicht sterben.</p>
<p>08:56h<br />
Ich trinke das teuerste Wasser der Welt. Jeder Schluck kostet mich etwa einen Euro.<br />
Worth. Every. Fucking. Penny.</p>
<p>09:10h<br />
Ich lese den Playboy im Wartekabuff. H. kommt rein. Als wir uns hallo sagen, muss ich rülpsen. Er weiß dafür meinen Namen nicht. Dann sind wir wohl quitt. Ich lese demonstrativ wieder nackte Frauen.</p>
<p>09:14h<br />
Eine Damenhandballmannschaft mit Partnerlook-Hoodies schart sich um mich. Alle haben kurze Haare und muskulöse Oberarme. Sie lesen auch den Playboy.  Natürlich. Ihr Mittagsmenü für die kommenden Tage muss demokratisch gewählt werden. Auf dem Speiseplan stehen Schweinelendensteak, Rinderfilet und Eisbein. Ich setze mich um.</p>
<p>09:26h<br />
Ich merke, dass in Schlangen zu stehen heute nicht so mein Ding ist. In dem Fach über meinem Sitz hätten noch zehn meiner Koffer Platz gehabt. Vor mir sitzt der übergewichtige asiatische Friseur aus Schwer Verliebt.  Oder jemand anderes. Erst mal schlafen.</p>
<p>11:05h<br />
Ich erwache, als wir den Asphalt berühren. Meine Augen kriege ich trotzdem nicht auf. Blind schleiche ich den Flur entlang Richtung Ausgang. Viel zu viele Menschen hier. An der Gepäckausgabe warte ich 25 Minuten auf meinen Koffer. Ich bin fuchsteufelswild.</p>
<p>11:47h<br />
Ich sitze in der vollen S-Bahn nach München Zentrum. Für nur 10 Euro. Draußen sieht es öde aus. Felder, Bäume, Nebel. Flach wie Brandenburg. Wo sind denn jetzt die Berge und Brezn? Niemand trägt Dirndl. Alle sind auch total normal. Die sprechen nicht mal komisch. Etwas enttäuscht betrachte ich meine Haarspitzen. Zwar ist mir nicht mehr so doll nach Kotzen, nach Jägermeister ist mir aber auch nicht.</p>
<p>12:30h<br />
Ich habe 50 Minuten in der Bahn gesessen und niemand wollte mir Feuerzeuge oder eine Obdachlosenzeitung verkaufen, niemand hat mir einen Song gespielt, niemand hat einfach mal so nach Geld für Drogen gefragt, niemand hat betrunken laut die Welt/Ausländer/Politiker verflucht. Es war wunderbar ruhig. Meine Laune steigt stetig. Immer noch keine Berge.</p>
<p>21:02h<br />
Nach Hotel-Check-In, Mittagsschlaf und Make-Up sitze ich nun in 1500 Metern auf der Drehmöser-9-Alm. Ich habe Magenkrämpfe und Schüttelfrost. Das ist sicherlich die Höhenkrankheit. Die dünne Luft und so. Ich bin umgeben von Jägermeister. Auf Eis, mit Red Bull, Saft, Brause, Wasser, Milch, Bier &#8211; alles kann, alles muss. Ich lege meinen Kopf auf der Theke ab. Wenn ich den Schnaps nicht sehe, sieht er mich vielleicht auch nicht.</p>
<p>21:20h<br />
D. und D. besuchen mich an meinem Sitzplatz an der Bar.  Sie nehmen sich meine mühsam zu einem Turm gestapelten Getränkemarken und bestellen drei Jägermeister-Redbull. Ich solle mich nicht so anstellen. Der erste Schluck tut mir in der Leber weh. Vom zweiten muss ich aufstoßen. Nach dem dritten etappe ich mich beim Lächeln. Ich erinnere mich wieder daran, wie man sich eigentlich im Leben fühlen sollte. Irgendwie glücklich.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://mymagictypewriter.com/ein-erholsames-wochenende-in-den-bergen/313236_10150415129391443_724506442_8977148_404162746_n/" rel="attachment wp-att-1846"><img class="aligncenter size-full wp-image-1846" title="313236_10150415129391443_724506442_8977148_404162746_n" alt="" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/313236_10150415129391443_724506442_8977148_404162746_n.jpg" width="634" height="422" /></a></p>
<p>21:29h<br />
Mein High hielt etwa 27 Minuten vor. Inzwischen bin ich zurück in einen bemitleidenswerten Geisteszustand gefallen und starre auf den Kamin. Oder auf die dauergewellten Dorfdamen. Drehmöser-Style.</p>
<p>22:14h<br />
Ich hänge so auf einem rustikalen Holztisch rum und spiele mit Strohhalmen. Vor mir steht ein oranger Jägermeister-Stammtisch-<wbr />Wimpel, um meine Schultern schmiegt sich ein Jägermeister-T-Shirt, vor mir stehen kleine Flaschen Jägermeister, daneben liegt ein Haufen Jägermeister-Getränkebons. Es ist klar, wo ich mich befinde. Oben spielt die Band, hier unten gammeln die Partypooper rum. Ich gucke nach draußen. Irgendwo muss die Zugspitze sein. Man sieht genau: nix. Ehrlich gesagt könnten die mich auch in  einen unterirdischen Saunaclub gefahren haben.  Nachts verpufft der Effekt eines Bergmassivs irgendwie. Hinter mir hängen in einem Trockenschrank etwa 20 Schinken. Naja, ist ja auch ganz schön.</p>
<p>23:05h<br />
Ich trinke Apfelschorle aus einem Maßkrug. Der Bluff fällt keinem auf.<br />
Mein Mantra des Abends: Ich möchte mich nicht vor dem Kamin zusammenrollen und einschlafen! Ich möchte mich nicht vor dem Kamin zusammenrollen und einschlafen! Fast glaube ich es mir selbst.</p>
<p><img class="alignleft  wp-image-4276" alt="392210_10150415130436443_791208173_n" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/392210_10150415130436443_791208173_n.jpg" width="634" height="422" /></p>
<p>23:23h<br />
Die Gondel fährt um zwei Uhr wieder nach unten. Bis dahin muss ich hier ausharren. Ein betrunkener Typ setzt sich zu mir. Er kommt aus Garmisch. Ich behaupte, ich hieße Tusnelda und sei aus Polen. Er geht wieder. Ich exe meine Apfelschorle wie eine ganz Harte.</p>
<p>00:12h<br />
Ich bin umgeben von hackedichten Jungs, die ich nicht kenne. Kurz hebt sich meine Laune wieder.<br />
Der eine: Du bist auch aus Reinickendorf? Vielleicht waren wir auf einer Schule?<br />
Ich: Wie alt seid ihr?<br />
Er: Zwanzig. Und du?<br />
Ich: Dreißig.<br />
Schweigen.<br />
Er: Du könntest unsere Mutter sein!<br />
Ich zeige meine goldene Mutter-Kette. Alle sind beeindruckt. Dann geht uns der Gesprächsstoff aus. Ich schleiche zurück zu meinem Barhocker.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://mymagictypewriter.com/ein-erholsames-wochenende-in-den-bergen/bildschirmfoto-2011-11-29-um-18-27-23/" rel="attachment wp-att-1820"><img class="size-full wp-image-1820 aligncenter" title="Bildschirmfoto 2011-11-29 um 18.27.23" alt="" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Bildschirmfoto-2011-11-29-um-18.27.23.jpg" width="625" height="351" /></a></p>
<p>23:57h<br />
D. interviewt mich draußen. Irgendjemand filmt. Ich erzähle vom großartigen Partyspektakel. Ich finde, ich bringe das voll real rüber. (Edit: Später werde ich herausfinden, dass ich so natürlich wirke, wie die Konservierungsstoffe in Skittles.) Noch eine Stunde bis Abfahrt.</p>
<p>02:03h<br />
In der Gondel schwebe ich Richtung Abgrund. Ins tiefe, schwarze Nichts. D. und D. sprechen vom Altenpanorama in der hoteleigenen Sauna. Ich kauere mich am Boden des Kräftigs zusammen. Je weniger hoch ich bin, desto weniger tief kann ich fallen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>SONNTAG</strong></p>
<p><img class=" wp-image-1835 alignleft" title="387847_10150415133866443_724506442_8977187_2031088703_n" alt="" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/387847_10150415133866443_724506442_8977187_2031088703_n.jpg" width="480" height="719" /></p>
<p>12:13h<br />
Wir fahren mit dem Auto am Eibsee vor. Ich bin so aufgeregt wie selten. Meine Kamera ist geladen und schussbereit. Gleich gibt es was mit Bergen. Wir laufen durch einen kleinen Wald. Eigentlich renne ich. Ich kann den Ausblick nicht mehr länger abwarten. Irgendwo hier muss der See sein. Und dann lichten sich die Bäume. Ich fühle so etwas wie Ehrfurcht. Der flache, glasklare See leuchtet in stattlichen Grüntönen. Am Ufer liegen große graue Steine, dahinter baut sich ein von der Sonne erleuchteter Streifen aus Tannen auf. Und dann muss man seinen Köpf heben, um das Bergmassiv um die Zugspitze überhaupt erfassen zu können. Schroff, von Schneelinien durchzogen ragen die scharfen Kanten der Steintürme in den türkisen Himmel. Alles funkelt und glänzt und schimmert, als hätte ich die Szene schon durch mein digitales Bildbearbeitungsprogramm gejagt. So ist das also in den Bergen. Ich hatte keine  Ahnung. Ich nehme meine Kamera und lasse ein Blitzfeuer auf die Idylle los. Theres no stoppin now.</p>
<p><img class="alignleft  wp-image-4277" alt="313281_10150415130981443_622762829_n" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/313281_10150415130981443_622762829_n.jpg" width="634" height="422" /></p>
<p>20:30h<br />
Ich verabschiede D. auf dem Flughafen-Weihnachtsmarkt genau zwischen Terminal eins und zwei an der Eislaufbahn. Um uns herum zuzeln alle weiße Würste.</p>
<p>20:34h<br />
Ich trage eine Strumpfhose, Jeans, zwei Paar Socken, Lammfellsohle in den Schuhen, Unterhemd, Shirt, Strickjacke, Hoody, Wintermantel und Schal. Macht man doch so in den Bergen? Draußen sind zehn Grad, hier drinnen gefühlte 29. Ich schwitz wie ein Schwein. Na, wenn ich schon die Sauna verpasst habe&#8230; Ist auch alles hier fast wie im Spa. Nur halt nicht so geil.</p>
<p>23:47h<br />
Ich bin gerade zu Hause angekommen. Ich fühle mich wie überfahren. Und dann gucke ich die Bilder an. Von der Zugspitze. Aus der Gondel. Von der Alm. Und bin glücklich.</p>
<p>Trinken werde ich trotzdem nie wieder.</p>
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		<item>
		<title>Pardon me while I burst into Flames.</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Nov 2011 15:50:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jule Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Achtung! Mädchenkrams.]]></category>
		<category><![CDATA[Ein schönes Bad in Selbstmitleid.]]></category>
		<category><![CDATA[Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr.]]></category>
		<category><![CDATA[brandon boyd]]></category>
		<category><![CDATA[chat]]></category>
		<category><![CDATA[freundschaft]]></category>
		<category><![CDATA[hohn]]></category>
		<category><![CDATA[incubus]]></category>
		<category><![CDATA[liebe]]></category>
		<category><![CDATA[spott]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn man FAST gestern Brandon Boyd getroffen hätte und deswegen 24 Stunden danach noch total aufgewühlt ist, stellt sich heraus, wer die echten Freunde sind. Im Schatten des Wahns zeigen sich ihre wahren Gesichter. Aber wer hat den Test bestanden? Diese drei hier schon mal nicht: &#160; PERSON 1: i cant sleep. i am thinking of [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn man FAST gestern Brandon Boyd getroffen hätte und deswegen 24 Stunden danach noch total aufgewühlt ist, stellt sich heraus, wer die echten Freunde sind.<br />
Im Schatten des Wahns zeigen sich ihre wahren Gesichter. Aber wer hat den Test bestanden? Diese drei hier schon mal nicht:</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>PERSON 1:</strong></p>
<p>i cant sleep. i am thinking of topless brandon boyd. its serious!</p>
<p><em>also thinking of brandon boyd<br />
</em><em>sUcH a HotTiE &lt;3</em></p>
<p>oh shut it.</p>
<p><em>im checking pictures of him RIGHT now</em></p>
<p>honestly! dont mess with me on this one!</p>
<p><em>he looks a bit like a chimpansee.</em></p>
<p>you absolutely have to stop.<br />
youre gonna make me cry.</p>
<p><em>u see yourself in bed with an orang utan.</em></p>
<p>okay. crying now.<br />
LOOK WHAT YOUVE DONE!</p>
<p><em>ok i fucked it up</em></p>
<p>you did. its never gonna be the same again.</p>
<p><em>hope you dont dream about apes now because of me</em></p>
<p>i sorta hate you right now.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>PERSON 2:</strong></p>
<p><em>Ich ekel mich.</em></p>
<p>ich hab mich gestern zum wiederholten male in brandon boyd verliebt. ich ekel mich auch.</p>
<p><em>der ist doch niedlich!</em></p>
<p>ich hab zwei stunden in einer autogramm-schlange mit 16jährigen gestanden. Alleine.</p>
<p><em>Das hast du nicht gemacht!</em></p>
<p>Ist das sehr schlimm? Ich habe noch nicht mal ein autogramm bekommen. Ich fühlte mich so benutzt&#8230;</p>
<p><em>Jetzt ehrlich! Du hast dich für ein Autogramm angestellt? Wo? Im Media Markt? Und dann noch nicht mal eins bekommen? Ich glaube das nicht.<br />
</em><em>Ich mach mir Sorgen.</em></p>
<p>Beim Telekom Extreme Playgrounds war das. Vor dem Konzert.</p>
<p><em>Stehe ich auf der Leitung?</em><br />
<em>Ist das ein Witz den ich nicht verstehe?</em></p>
<p>du musst auf meine Gefühle aufpassen.<br />
Ich bin reizbar diesbezüglich.</p>
<p><em>Du Nerd.</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>PERSON 3:</strong></p>
<p>ich hab doch gestern FAST brandon boyd getroffen. ich war noch nie so aufgeregt in meinem ganzen leben.<br />
irgendwas stimmt nicht mit meinem gehirn.</p>
<p><em>kann sein, dass da beim trinken kohlensäure reingelaufen ist&#8230;das passiert manchmal&#8230;versuch mal durch klopfen auf den kopf ein kleines bäuerchen zu erzwingen&#8230;dann ist das weg</em></p>
<p>Äh. Danke.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Danke an Cathi, die gestern fast gar nicht gezeigt hat, wie sehr sie leiden musste. Und an alle, die mich mobil unterhalten haben, als ich in der Schlange stand. Und danke an Alex, den ich so wegen der Liste genervt habe. Ich werde mich nun wieder beruhigen&#8230;.</p>
<p>Also bald. Versprochen.</p>
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		<item>
		<title>Zahnärzte: ein Traum(a) in Weiß</title>
		<link>http://mymagictypewriter.com/zahnarzte-ein-trauma-in-weis/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=zahnarzte-ein-trauma-in-weis</link>
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		<pubDate>Tue, 25 Oct 2011 10:40:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jule Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Achtung! Mädchenkrams.]]></category>
		<category><![CDATA[Ein schönes Bad in Selbstmitleid.]]></category>
		<category><![CDATA[Ich liebe Deutscheland.]]></category>
		<category><![CDATA[Ode an England.]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstversuch of Death.]]></category>
		<category><![CDATA[angst]]></category>
		<category><![CDATA[berlin]]></category>
		<category><![CDATA[dentophobie]]></category>
		<category><![CDATA[praxis]]></category>
		<category><![CDATA[zahnarzt]]></category>
		<category><![CDATA[zähne]]></category>

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		<description><![CDATA[Zahnärzte sind nach Desinfektion stinkende, geldgeile Sadisten, die es im täglichen Leben unbedingt zu meiden gilt. Fakt. (Ausnahme: Schmalli. Auch Fakt.) Neulich war ich so mutig und machte einen Termin bei einem. Kam auch für mich komplett überraschend. Bei der Abwägung Zahnarztbesuch versus Zahnschmerz gewann aber leider zweiteres den Battle der Emotionen. Das letzte Mal [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Zahnärzte sind nach Desinfektion stinkende, geldgeile Sadisten, die es im täglichen Leben unbedingt zu meiden gilt. Fakt.<br />
(Ausnahme: Schmalli. Auch Fakt.)</p>
<p>Neulich war ich so mutig und machte einen Termin bei einem. Kam auch für mich komplett überraschend. Bei der Abwägung Zahnarztbesuch versus Zahnschmerz gewann aber leider zweiteres den Battle der Emotionen.</p>
<p>Das letzte Mal beim Zahnarzt war ich in England. Mein Ex zwang mich hin. (Weil er auch zu den fiesen Menschen gehörte.) Ich war mir sicher, dass nach vier Jahren der aktiven Verdrängung des Themas ‘Zahnarztbesuch‘ <em>mindestens</em> eine Generalrestaurierung des Kiefers anstand. Der Arzt hatte seine für deutsche Verhältnisse untragbare Praxis in einem Londoner Reihenhaus mit Ekelteppich, typischer Brit-Tapete und welligen Kunstdrucken. Im engen Treppenaufgang blieb ich hinter meinem Ex zurück. Als mir der erste Schwall Zahnarztgeruch in die Nase stieg, schrillte mein Hirn so laut, dass ich mich umdrehen und wieder auf die Straße laufen musste. (Was ist das eigentlich für ein Geruch? Chloroform? Ether? Selbstgebrannter? GHB?)<br />
Ich wusste, dass Verstecken kindisch wäre. Also wartete ich, bis ich abgeholt und an der Hand nach drinnen geführt wurde. Überflüssigerweise fing ich an zu heulen. Der gemusterte Teppich machte mir Angst. Als der Arzt das erste Mal aus seinem Zimmer lugte und mich sah, musste er lachen.<br />
“Promise youre not gonna drill!“, begann ich die Verhandlungen. Er versprach, ich ließ mich untersuchen. Dann bohrte er. Ich überlebte. Und war später das stolzeste Mädchen Ost-Londons.</p>
<p>Damals beschloss ich regelmäßig zu gehen. Das war vor knapp drei Jahren. Vorsätze sind ja da, um sie zu brechen und bei nächster Gelegenheit neu zu fassen.</p>
<p>Ich bin also beim Zahnarzt am Hackeschen Markt. Es ist 20h. Business-Sprechstunde.</p>
<p><a href="http://mymagictypewriter.com/zahnarzte-ein-trauma-in-weis/p20111017-195403/" rel="attachment wp-att-949"><img class="aligncenter size-full wp-image-949" title="p20111017-195403" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/p20111017-195403.jpg" alt="" width="640" height="389" /></a><span id="more-945"></span><br />
Alles ist weiß. Und grün. Und strahlt irgendwie. Es läuft Entspannungsmusik. Es riecht kein bisschen nach Zahnarzt. Wieso nicht? Wird hier etwa nicht ordentlich desinfiziert? Im Wartezimmer blühen Pflanzen von den Wänden. Die Sprechstundenhilfe spricht mit mir als sei sie Therapeutin. Mit sanfter Stimme und furchtbar freundlich. Ich bin nicht beim Zahnarzt, ich bin im Spa. Ehrlich! Alle sehen jung, frisch und irgendwie heiß aus. Kurz bin ich traurig, dass ich mich nicht für den behandelnden Arzt entschieden habe.</p>
<p><a href="http://mymagictypewriter.com/zahnarzte-ein-trauma-in-weis/p20111017-194835/" rel="attachment wp-att-946"><img class="aligncenter size-full wp-image-946" title="p20111017-194835" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/p20111017-194835.jpg" alt="" width="640" height="480" /><br />
</a></p>
<p>Als ich so da sitze und warte sinkt meine Laune auf minus sieben (auf einer Skala von eins bis zehn). Ich stehe auf, laufe hin und her und komme mir dabei selbst komisch vor. Hoffentlich haben die da vorne keine Kamera.</p>
<p>Meine Mutter wurde damals in der Poliklinik in Brandenburg beim Zahnarzt in Massenabfertigungshallen so gefoltert, dass sie total glücklich ist heutzutage überhaupt zu einer menschenwürdigen Behandlung gehen zu dürfen. Ihre Erinnerungen an prähistorische Dentalzeiten ändern an meinen Gefühlen aber nichts. Ich schmeiße ja auch ohne Reue Kartoffelschalen weg, während meine Oma die lieber aufheben würde.</p>
<p>Dann gehe ich aufs Klo. Auch dort läuft Musik, die Handtücher sind sauber gerollt, die Fliesen blitzen. Ich gucke in den Spiegel. Vom Kinn bis tief ins Decolletee ziehen sich dunkelrote Stressflecken. Ich sehe aus wie ein anaphylaktischer Schocker. Bleibt eigentlich noch Zeit zur Flucht? Vielleicht hätte ich die Sprechstundenhilfe am Eingang in einer starken Minute nicht vorwarnen sollen. Ich bin gefangen auf Arztcatraz. Dentophobia The Sequal.</p>
<p><a href="http://mymagictypewriter.com/zahnarzte-ein-trauma-in-weis/p20111017-200029-1-1/" rel="attachment wp-att-950"><img class="aligncenter size-full wp-image-950" title="p20111017-200029-1-1" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/p20111017-200029-1-1.jpg" alt="" width="338" height="481" /></a></p>
<p>Während ich beim<span style="color: #3366ff;"> <a title="Waxing für Anfänger" href="http://mymagictypewriter.com/waxing-fur-anfanger/" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">Intimwaxing</span></a></span> damals die Vorteile des zu erwartenden Outcomes schon vor der Behandlung konkret benennen konnte, ist das einzige das mir zum Thema Zahnarzt einfällt: Wenn du jetzt gehst, dann <em>könntest</em> du <em>eventuell</em> weniger Schmerzen beim nächsten  Besuch haben. Das ist mir nicht konkret genug. Das rechtfertigt das Grauen nun wirklich in keinster Weise.</p>
<p>“Frau Müller bitte?“<br />
Durchatmen. Du kannst jederzeit vom Stuhl springen und die Polizei rufen. Ich gehe in den Raum und setze mich auf den hellen Lederstuhl.<br />
Frau Fleck fragt mich, warum ich da sei.<br />
“Ich will um die Uhrzeit wirklich nicht meckern, aber ich habe Panik“, sage ich, während ich die Geräte auf der Ablage vor mir scanne. „Doll.“<br />
Sie legt ihre Hand auf meinen Arm. “Wir gucken erstmal nach, Frau Müller. Sie müssen keine Angst haben.“<br />
Irgendwie ist sie sympathisch. Kann nicht viel älter sein als ich. Weiß die überhaupt wo sie hinbohren muss? Ich würde lieber mit ihr ein Bier trinken gehen.<br />
Sie guckt mir in den Mund. Ich fühle meine Stressflecken mit jedem Herzschlag aufblinken.<br />
“Ach, sie haben aber niedliche Weisheitszähne. Haben sie die schon mal gesehen?“<br />
“Nein?“ Es ist wirklich schwierig Zähne hinten oben  im Kiefer zu betrachten&#8230;<br />
Sie nimmt einen Stift mit Kamera und projiziert meinen Backenzahn auf einen 27-Zoll-Screen vor meinem Gesicht.<br />
Als ich das letzte Mal beim Zahnarzt war, hat man noch mit Hammer und Meißel behandelt. Ich bin beeindruckt. Kann ich das Bild gleich per Voice Command ins Netz beamen?<br />
Dann macht sie Fotos von einem kleinen Riss im Schneidezahn, von der Wurzelbehandlung, von der Füllung aus England (“Keine schöne Arbeit.“ &#8211; “Dafür aber umsonst.“) und von meinem einseitigen Kreuzbiss. Die Galerie meines Mundes ist wirklich nur mäßig schön. Aber irgendwie auch geil. Hatte ich noch nie gezeigt bekommen.<br />
Jeden Schritt ihrer Untersuchung kommentiert sie ausgiebig. Den Unterschied zwischen Krone und Inlay darf ich sogar selbst an einem Klappergebiss erfühlen.<br />
So schlimm war das im Nachhinein betrachtet alles gar nicht. Vielleicht aber auch nur, weil sie nur geguckt hat.</p>
<p><strong>Wer als erster errät wie viele Zähne genetisch nicht in meiner Orofazialebene angelegt sind, darf mich bei einem der folgenden Termine zum Zahnarzt begleiten: 03.11. um 13:30h, 4.11. um 8:30h oder 9.11. ebenfalls um 8:30h. </strong><br />
<strong>Meet &amp; Greet mit Frau Fleck. Good luck!</strong></p>
<p>PS: Suche Zweitjob für ein Inlay.</p>
<p>&nbsp;</p>
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