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	<title>mymagictypewriter. &#187; flugzeug</title>
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	<description>ich.bin.deine.mutter.</description>
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		<title>Juist &#8211; eine Hochzeit und ein Todesfall.</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Aug 2013 20:04:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jule Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf Reisen.]]></category>
		<category><![CDATA[Ein schönes Bad in Selbstmitleid.]]></category>
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		<category><![CDATA[urlaub]]></category>

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		<description><![CDATA[Noch ziemlich verschlafen stehe ich in  Braunschweig am Bahnhof. Es ist kurz vor neun an einem Donnerstag. Die Sonne scheint. Braunschweig &#8230; Braunschweig &#8230; Shit! Hätte ich nicht in Hannover aussteigen sollen? Innerhalb von Minuten zerbröselt mein ausgeklügelter Reiseplan, der mich auf die Nordseeinsel Juist zu einer Hochzeit von Freunden bringen sollte. Eigentlich hätte ich [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Noch ziemlich verschlafen stehe ich in  Braunschweig am Bahnhof. Es ist kurz vor neun an einem Donnerstag. Die Sonne scheint.<br />
Braunschweig &#8230; Braunschweig &#8230; Shit! Hätte ich nicht in Hannover aussteigen sollen?<br />
Innerhalb von Minuten zerbröselt mein ausgeklügelter Reiseplan, der mich auf die <strong><span style="color: #3366ff;"><a title="Gedankenomelette aus dem Urlaub" href="http://mymagictypewriter.com/gedankenomelette-aus-dem-urlaub/" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">Nordseeinsel Juist</span></a></span></strong> zu einer Hochzeit von Freunden bringen sollte. Eigentlich hätte ich es wissen müssen &#8211; alleine darf ich einfach nicht reisen!</p>
<div id="attachment_4180" class="wp-caption alignleft" style="width: 650px"><img class="size-full wp-image-4180" alt="" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Juist_JuleMueller001.jpg" width="640" height="317" /><p class="wp-caption-text">So schön ist Braunschweig. Noch schöner wäre es, wenn ich hier auch hingewollt hätte.</p></div>
<p>Dreißig Minuten nach dem Ablegen der einzigen Fähre des Tages komme ich in einem beschaulichen Küstenort an. Ein Taxi, von einer schwerhörigen, aber starken Rentnerin gesteuert, bringt mich zum <strong><span style="color: #3366ff;"><a title="Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Flugplatz_Norden-Norddeich" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">Flugfeld Norden-Norddeich</span></a></span></strong>. Der einzige Weg rechtzeitig zur Trauung morgen früh zu kommen, führt wohl durch die Luft.</p>
<p>Wie das Wort &#8220;Flugfeld&#8221; schon ganz richtig impliziert, ist es hier recht überschaubar. Als ich die Propellermaschine vor dem Check-In-Schuppen rumrosten sehe, bin ich empört. Dieses Blechteil kann doch nicht ernsthaft übers weite Meer fliegen? Meine Theorie: Je kleiner die Maschine, desto sicherer der Tod. (Wie ihr vielleicht schon wisst: <strong><span style="color: #3366ff;"><a title="Nord-Norwegen – die Wanderung zum Todesgipfel" href="http://mymagictypewriter.com/nord-norwegen-die-wanderung-zum-todesgipfel/" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">Ich habe Höhenangst.</span></a></span></strong>)</p>
<div id="attachment_4181" class="wp-caption alignleft" style="width: 650px"><img class="size-full wp-image-4181" alt="" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Juist_JuleMueller002.jpg" width="640" height="317" /><p class="wp-caption-text">Okay, mal Spaß beiseite &#8211; wo ist jetzt das richtige Flugzeug?</p></div>
<p>Ich rolle meinen Koffer in das Gebäude und gehe zum Schalter. Der Mann dort sieht aus wie ein alter Seebär. Er hat die Ruhe weg und sein grauer Schnäuzer wippt auf und ab beim Sprechen.</p>
<p>Der einfache Flug soll 42 Euro kosten. Immerhin schon mal weniger als ich erwartet habe.<br />
Die Flugzeit beträgt fünf Minuten. Bitte was? FÜNF Minuten? In fünf Minuten kann ich mir nicht mal die Schnürsenkel binden! Wie soll der Pilot denn in fünf Minuten alle Sicherheitsmaßnahmen erklären, starten, auf 10.000 Fuß Flughöhe steigen, Drinks servieren, heimlich auf dem Klo eine rauchen und wieder landen? Ein Co-Pilot passt schon mal nicht in den Flieger. Eigentlich ist er sogar so klein, dass ich nicht mal weiß, ob der Pilot selbst passt.</p>
<div id="attachment_4182" class="wp-caption alignleft" style="width: 650px"><img class="size-full wp-image-4182" alt="" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Juist_JuleMueller003.jpg" width="640" height="317" /><p class="wp-caption-text">Ich hab die Hosen* businessmäßig gestrichen voll.<br />*H&amp;M Trend, Frühjahr/Sommer 2011</p></div>
<p>Ausweis- oder Sicherheitskontrollen gibt es nicht. Klar! Verrückte, Drogenkuriere und Attentäter, bitte machen Sie es sich bequem. Hier haben Sie noch die aktuelle Ausgabe der Business Air News. Gute Reise.</p>
<p>Passenderweise werden die Insassen der gerade von der Insel gelandeten Maschine von der Kriminalpolizei Norden abgeführt und im Nebenraum verhört. Wieso wohl?</p>
<p>Es ist soweit. Wir besteigen dieses Auto mit Flügeln. In der letzen Reihe finde ich Platz, mein Kopf streift die Decke, die Knie habe ich vor lauter Enge Richtung Kinn gezogen. Vor mir sitzt eine Mutter mit aufgeregtem Kind, davor ein Pärchen, davor eine junge Frau, davor der Pilot. Die Propeller der Maschine setzen sich ratternd in Bewegung, wir holpern über die Startbahn und heben kurz danach steil ab.</p>
<div id="attachment_4193" class="wp-caption alignleft" style="width: 650px"><img class="size-full wp-image-4193" alt="" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Juist_JuleMueller008.jpg" width="640" height="317" /><p class="wp-caption-text">Ach, Sie sind auch Terroristin? Dann helfe ich Ihnen gerne, Ihren dicken Hintern nach drinnen zu schieben.</p></div>
<p>Ob ich vielleicht doch wieder aussteigen und die Hochzeit verpassen dürfte? Der Wind hat aber schon mal etwas anderes mit uns geplant. Wie einen kleinen Papierflieger zwingt er uns von links nach rechts und wieder zurück. Draußen strahlen Wolken und Ozean um die Wette. Ich schließe die Augen und spreche das Vaterunser.<br />
Bei &#8220;der du bist im Himmel&#8221; setzen wir wieder auf.</p>
<div id="attachment_4185" class="wp-caption alignleft" style="width: 650px"><img class="size-full wp-image-4185" alt="" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Juist_JuleMueller006.jpg" width="640" height="317" /><p class="wp-caption-text">Herzlich Willkommen auf Juist. Ihr Gepäck haben Sie ja eh schon auf dem Schoß transportiert. Bitte zeigen Sie nicht Ihren Ausweis vor. Zum Taxi folgen Sie einfach dem Wiehern.</p></div>
<p>Vom Flieger falle ich mit meinem Koffer in das dort so übliche Pferdekutschentaxi. Am Hotel treffe ich dann meine Freunde. &#8220;Hast du schon gehört, dass hier gestern ein junges Mädchen vergewaltigt, ermordet und am Strand verbuddelt wurde? Wir haben den Arm aus dem Sand gucken sehen. Der Mörder ist noch nicht gefasst.&#8221;</p>
<p>Super. Gerade erst den Kampf mit den Elementen Luft, Wasser, Blech und Pferd überstanden und jetzt schon gefangen auf einer kleinen Insel mit einer Leiche und einem Mörder. Der Stoff, aus dem die Träume sind. Immerhin wird es eine Hochzeit geben.</p>
<p>Wenn wir vorher nicht alle sterben.</p>
<div id="attachment_4186" class="wp-caption alignleft" style="width: 650px"><img class="size-full wp-image-4186" alt="" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Juist_JuleMueller007.jpg" width="640" height="317" /><p class="wp-caption-text">Endlich am friedlichen Strand von Juist angekommen. Falls ich in einer Woche nicht wieder zu Hause bin: Ruft die Kriminalpolizei Norden!</p></div>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;">Das hier gefällt dir übrigens auch ziemlich gut:</p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #3366ff;"><strong><a title="Gedankenomelette aus dem Urlaub" href="http://mymagictypewriter.com/gedankenomelette-aus-dem-urlaub/" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">Gedankenomlette aus dem Urlaub.</span></a></strong></span><br />
<span style="color: #3366ff;"><strong><a title="Ein erholsames Wochenende in den Bergen" href="http://mymagictypewriter.com/ein-erholsames-wochenende-in-den-bergen/" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">Ein erholsames Wochenende in den Bergen.</span></a></strong></span><br />
<span style="color: #3366ff;"><strong><a title="Nord-Norwegen – Chronologie einer Reise" href="http://mymagictypewriter.com/nord-norwegen-chronologie-einer-reise/" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">Nord-Norwegen &#8211; Chronologie einer Reise.</span></a> </strong></span></p>
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		<title>Ein erholsames Wochenende in den Bergen</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Dec 2011 19:38:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jule Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf Reisen.]]></category>
		<category><![CDATA[Ein schönes Bad in Selbstmitleid.]]></category>
		<category><![CDATA[Ich liebe Deutscheland.]]></category>
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		<description><![CDATA[SAMSTAG 07:00h Der Wecker klingelt nach gesunden drei Stunden Schlaf. Ich weiß spontan nicht, worum es geht. Nix macht Sinn. Dann fällt es mir ein: Ich fliege nach München. Irgendwas mit Bergen. Ich bin total betrunken und snooze. 07:15h Wann muss ich los?  In einer halben Stunde. Es dreht sich alles. Die Katze nervt. Hätte [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>SAMSTAG</strong></p>
<p>07:00h<br />
Der Wecker klingelt nach gesunden drei Stunden Schlaf. Ich weiß spontan nicht, worum es geht. Nix macht Sinn. Dann fällt es mir ein: Ich fliege nach München. Irgendwas mit Bergen. Ich bin total betrunken und snooze.</p>
<p>07:15h<br />
Wann muss ich los?  In einer halben Stunde. Es dreht sich alles. Die Katze nervt. Hätte ich etwas Energie, würde ich sie anbrüllen. Der Weg in die Küche ist furchtbar lang und kalt. Theoretisch und praktisch bin ich nicht in der Lage, zu reisen. Ich schalte das Radio ein. Es laufen die Ärzte. Danke, jetzt bin ich wach. Schlecht ist mir trotzdem. Ich schmiere mir einen Kanten Brot mit irgendwas &#8211; vielleicht saugt das noch etwas Alk aus dem Magen. Dann leere ich einen halben Liter schwarze Johannisbeerschorle. Man gönnt sich ja sonst nichts.</p>
<p>07:28h<br />
Ich betrete das Bad.  Duschen fällt aus, is klar. Muss ja gleich los. Ist der Heroin-Chic eigentlich wieder salonfähig? In Bayern? Ich werde es herausfinden müssen.</p>
<p>07:51h<br />
Kamera, Portemonnaie, Tickets &#8211; ich hab alles außer meiner Würde. Es kann losgehen.</p>
<p>08:02h<br />
Ich ziehe meinen Koffer laut die Treppe zur U-Bahn hinunter. Tragen steht nicht zur Debatte. Super. Die Bahn nach Schönefeld kommt gleich. Vorsichtshalber krame ich die Flugbestätigungsmail aus meinem Rollkoffer&#8230;</p>
<p>08:03h<br />
Ich muss nach Tegel!?  Wie oft kann man eigentlich noch auf diesen Schwachsinn reinfallen? Ich breche in Panik aus, dann stelle ich eine alternative Route zusammen. Kurz vergesse ich sogar die Übelkeit.</p>
<p>08:31h<br />
Ich falle in einen Bäcker am Kutschi. So wie ich aussehe, könnte ich auch in den Mülltonnen nach Essbarem suchen. Würde nicht weiter auffallen. Im Radio läuft Alexandra Burke.  Ihr Nachname klingt so, wie ich mich fühle.</p>
<p>08:36h<br />
Im Bus möchte eine Dame meinen Sitzplatz. Not gonna happen, Sister.</p>
<p>08:49h<br />
Ich stehe vollkommen dehydriert in der Check-In-Schlange. Mein 7 Kilo schweres Köfferchen entspricht gewichtstechnisch nicht den Anforderungen der Airline. “Es ist nur sehr wenig Platz im Flugzeug.“ Selbst ich merke, dass die  Zusammenhänge hinken. Ich muss es einchecken. Mir ist alles egal, Hauptsache ich muss hier und jetzt nicht sterben.</p>
<p>08:56h<br />
Ich trinke das teuerste Wasser der Welt. Jeder Schluck kostet mich etwa einen Euro.<br />
Worth. Every. Fucking. Penny.</p>
<p>09:10h<br />
Ich lese den Playboy im Wartekabuff. H. kommt rein. Als wir uns hallo sagen, muss ich rülpsen. Er weiß dafür meinen Namen nicht. Dann sind wir wohl quitt. Ich lese demonstrativ wieder nackte Frauen.</p>
<p>09:14h<br />
Eine Damenhandballmannschaft mit Partnerlook-Hoodies schart sich um mich. Alle haben kurze Haare und muskulöse Oberarme. Sie lesen auch den Playboy.  Natürlich. Ihr Mittagsmenü für die kommenden Tage muss demokratisch gewählt werden. Auf dem Speiseplan stehen Schweinelendensteak, Rinderfilet und Eisbein. Ich setze mich um.</p>
<p>09:26h<br />
Ich merke, dass in Schlangen zu stehen heute nicht so mein Ding ist. In dem Fach über meinem Sitz hätten noch zehn meiner Koffer Platz gehabt. Vor mir sitzt der übergewichtige asiatische Friseur aus Schwer Verliebt.  Oder jemand anderes. Erst mal schlafen.</p>
<p>11:05h<br />
Ich erwache, als wir den Asphalt berühren. Meine Augen kriege ich trotzdem nicht auf. Blind schleiche ich den Flur entlang Richtung Ausgang. Viel zu viele Menschen hier. An der Gepäckausgabe warte ich 25 Minuten auf meinen Koffer. Ich bin fuchsteufelswild.</p>
<p>11:47h<br />
Ich sitze in der vollen S-Bahn nach München Zentrum. Für nur 10 Euro. Draußen sieht es öde aus. Felder, Bäume, Nebel. Flach wie Brandenburg. Wo sind denn jetzt die Berge und Brezn? Niemand trägt Dirndl. Alle sind auch total normal. Die sprechen nicht mal komisch. Etwas enttäuscht betrachte ich meine Haarspitzen. Zwar ist mir nicht mehr so doll nach Kotzen, nach Jägermeister ist mir aber auch nicht.</p>
<p>12:30h<br />
Ich habe 50 Minuten in der Bahn gesessen und niemand wollte mir Feuerzeuge oder eine Obdachlosenzeitung verkaufen, niemand hat mir einen Song gespielt, niemand hat einfach mal so nach Geld für Drogen gefragt, niemand hat betrunken laut die Welt/Ausländer/Politiker verflucht. Es war wunderbar ruhig. Meine Laune steigt stetig. Immer noch keine Berge.</p>
<p>21:02h<br />
Nach Hotel-Check-In, Mittagsschlaf und Make-Up sitze ich nun in 1500 Metern auf der Drehmöser-9-Alm. Ich habe Magenkrämpfe und Schüttelfrost. Das ist sicherlich die Höhenkrankheit. Die dünne Luft und so. Ich bin umgeben von Jägermeister. Auf Eis, mit Red Bull, Saft, Brause, Wasser, Milch, Bier &#8211; alles kann, alles muss. Ich lege meinen Kopf auf der Theke ab. Wenn ich den Schnaps nicht sehe, sieht er mich vielleicht auch nicht.</p>
<p>21:20h<br />
D. und D. besuchen mich an meinem Sitzplatz an der Bar.  Sie nehmen sich meine mühsam zu einem Turm gestapelten Getränkemarken und bestellen drei Jägermeister-Redbull. Ich solle mich nicht so anstellen. Der erste Schluck tut mir in der Leber weh. Vom zweiten muss ich aufstoßen. Nach dem dritten etappe ich mich beim Lächeln. Ich erinnere mich wieder daran, wie man sich eigentlich im Leben fühlen sollte. Irgendwie glücklich.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://mymagictypewriter.com/ein-erholsames-wochenende-in-den-bergen/313236_10150415129391443_724506442_8977148_404162746_n/" rel="attachment wp-att-1846"><img class="aligncenter size-full wp-image-1846" title="313236_10150415129391443_724506442_8977148_404162746_n" alt="" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/313236_10150415129391443_724506442_8977148_404162746_n.jpg" width="634" height="422" /></a></p>
<p>21:29h<br />
Mein High hielt etwa 27 Minuten vor. Inzwischen bin ich zurück in einen bemitleidenswerten Geisteszustand gefallen und starre auf den Kamin. Oder auf die dauergewellten Dorfdamen. Drehmöser-Style.</p>
<p>22:14h<br />
Ich hänge so auf einem rustikalen Holztisch rum und spiele mit Strohhalmen. Vor mir steht ein oranger Jägermeister-Stammtisch-<wbr />Wimpel, um meine Schultern schmiegt sich ein Jägermeister-T-Shirt, vor mir stehen kleine Flaschen Jägermeister, daneben liegt ein Haufen Jägermeister-Getränkebons. Es ist klar, wo ich mich befinde. Oben spielt die Band, hier unten gammeln die Partypooper rum. Ich gucke nach draußen. Irgendwo muss die Zugspitze sein. Man sieht genau: nix. Ehrlich gesagt könnten die mich auch in  einen unterirdischen Saunaclub gefahren haben.  Nachts verpufft der Effekt eines Bergmassivs irgendwie. Hinter mir hängen in einem Trockenschrank etwa 20 Schinken. Naja, ist ja auch ganz schön.</p>
<p>23:05h<br />
Ich trinke Apfelschorle aus einem Maßkrug. Der Bluff fällt keinem auf.<br />
Mein Mantra des Abends: Ich möchte mich nicht vor dem Kamin zusammenrollen und einschlafen! Ich möchte mich nicht vor dem Kamin zusammenrollen und einschlafen! Fast glaube ich es mir selbst.</p>
<p><img class="alignleft  wp-image-4276" alt="392210_10150415130436443_791208173_n" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/392210_10150415130436443_791208173_n.jpg" width="634" height="422" /></p>
<p>23:23h<br />
Die Gondel fährt um zwei Uhr wieder nach unten. Bis dahin muss ich hier ausharren. Ein betrunkener Typ setzt sich zu mir. Er kommt aus Garmisch. Ich behaupte, ich hieße Tusnelda und sei aus Polen. Er geht wieder. Ich exe meine Apfelschorle wie eine ganz Harte.</p>
<p>00:12h<br />
Ich bin umgeben von hackedichten Jungs, die ich nicht kenne. Kurz hebt sich meine Laune wieder.<br />
Der eine: Du bist auch aus Reinickendorf? Vielleicht waren wir auf einer Schule?<br />
Ich: Wie alt seid ihr?<br />
Er: Zwanzig. Und du?<br />
Ich: Dreißig.<br />
Schweigen.<br />
Er: Du könntest unsere Mutter sein!<br />
Ich zeige meine goldene Mutter-Kette. Alle sind beeindruckt. Dann geht uns der Gesprächsstoff aus. Ich schleiche zurück zu meinem Barhocker.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://mymagictypewriter.com/ein-erholsames-wochenende-in-den-bergen/bildschirmfoto-2011-11-29-um-18-27-23/" rel="attachment wp-att-1820"><img class="size-full wp-image-1820 aligncenter" title="Bildschirmfoto 2011-11-29 um 18.27.23" alt="" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Bildschirmfoto-2011-11-29-um-18.27.23.jpg" width="625" height="351" /></a></p>
<p>23:57h<br />
D. interviewt mich draußen. Irgendjemand filmt. Ich erzähle vom großartigen Partyspektakel. Ich finde, ich bringe das voll real rüber. (Edit: Später werde ich herausfinden, dass ich so natürlich wirke, wie die Konservierungsstoffe in Skittles.) Noch eine Stunde bis Abfahrt.</p>
<p>02:03h<br />
In der Gondel schwebe ich Richtung Abgrund. Ins tiefe, schwarze Nichts. D. und D. sprechen vom Altenpanorama in der hoteleigenen Sauna. Ich kauere mich am Boden des Kräftigs zusammen. Je weniger hoch ich bin, desto weniger tief kann ich fallen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>SONNTAG</strong></p>
<p><img class=" wp-image-1835 alignleft" title="387847_10150415133866443_724506442_8977187_2031088703_n" alt="" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/387847_10150415133866443_724506442_8977187_2031088703_n.jpg" width="480" height="719" /></p>
<p>12:13h<br />
Wir fahren mit dem Auto am Eibsee vor. Ich bin so aufgeregt wie selten. Meine Kamera ist geladen und schussbereit. Gleich gibt es was mit Bergen. Wir laufen durch einen kleinen Wald. Eigentlich renne ich. Ich kann den Ausblick nicht mehr länger abwarten. Irgendwo hier muss der See sein. Und dann lichten sich die Bäume. Ich fühle so etwas wie Ehrfurcht. Der flache, glasklare See leuchtet in stattlichen Grüntönen. Am Ufer liegen große graue Steine, dahinter baut sich ein von der Sonne erleuchteter Streifen aus Tannen auf. Und dann muss man seinen Köpf heben, um das Bergmassiv um die Zugspitze überhaupt erfassen zu können. Schroff, von Schneelinien durchzogen ragen die scharfen Kanten der Steintürme in den türkisen Himmel. Alles funkelt und glänzt und schimmert, als hätte ich die Szene schon durch mein digitales Bildbearbeitungsprogramm gejagt. So ist das also in den Bergen. Ich hatte keine  Ahnung. Ich nehme meine Kamera und lasse ein Blitzfeuer auf die Idylle los. Theres no stoppin now.</p>
<p><img class="alignleft  wp-image-4277" alt="313281_10150415130981443_622762829_n" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/313281_10150415130981443_622762829_n.jpg" width="634" height="422" /></p>
<p>20:30h<br />
Ich verabschiede D. auf dem Flughafen-Weihnachtsmarkt genau zwischen Terminal eins und zwei an der Eislaufbahn. Um uns herum zuzeln alle weiße Würste.</p>
<p>20:34h<br />
Ich trage eine Strumpfhose, Jeans, zwei Paar Socken, Lammfellsohle in den Schuhen, Unterhemd, Shirt, Strickjacke, Hoody, Wintermantel und Schal. Macht man doch so in den Bergen? Draußen sind zehn Grad, hier drinnen gefühlte 29. Ich schwitz wie ein Schwein. Na, wenn ich schon die Sauna verpasst habe&#8230; Ist auch alles hier fast wie im Spa. Nur halt nicht so geil.</p>
<p>23:47h<br />
Ich bin gerade zu Hause angekommen. Ich fühle mich wie überfahren. Und dann gucke ich die Bilder an. Von der Zugspitze. Aus der Gondel. Von der Alm. Und bin glücklich.</p>
<p>Trinken werde ich trotzdem nie wieder.</p>
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