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		<title>Meine Abenteuer auf Schalke.</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Dec 2013 11:24:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jule Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf Reisen.]]></category>
		<category><![CDATA[Ich liebe Deutscheland.]]></category>
		<category><![CDATA[Intro-Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstversuch of Death.]]></category>
		<category><![CDATA[Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr.]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich sitze mit Pukki, Ralli und Locke im Auto von Essen nach Gelsenkirchen. Wir gehen auf Schalke, den Fußballclub des einfachen Mannes. Ich verstehe Fußball zwar nicht, aber die Idee, zwei Stunden lang verkatert und bei Regen zwischen 62.000 rotzeblauen Ruhrpott-Originalen im Stadion eingeklemmt zu sein und einen Ball anzuglotzen, gefällt mir richtig gut. &#160; &#160; &#160; [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ich sitze mit Pukki, Ralli und Locke im Auto von Essen nach <strong>Gelsenkirchen</strong>. Wir gehen auf <strong>Schalke</strong>, den Fußballclub des einfachen Mannes. Ich verstehe Fußball zwar nicht, aber die Idee, zwei Stunden lang verkatert und bei Regen zwischen 62.000 rotzeblauen Ruhrpott-Originalen im Stadion eingeklemmt zu sein und einen Ball anzuglotzen, gefällt mir richtig gut.</p>
<p><img class="alignleft" alt="" src="http://www.intro.de/ckfinder/userfiles/images/1(4).jpg" width="550" height="380" /></p>
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<p><strong>Bild: </strong>Merch aus 100% Polyester? Läuft.</p>
<p>Ich habe selten etwas Merkwürdigeres gesehen als die <strong>Schalke</strong>r Meile, einer Gelsener Hauptstraße, die in das Vereinsblau gehüllt ist. Da gibt es eine <strong>Schalke</strong>-Polsterei, eine <strong>Schalke</strong>-Bushaltestelle, <strong>Schalke</strong>-Laternen, Bäume, -Banner und das bei Hools allseits beliebte Lokal »Gelsen-Szene«. Vor der örtlichen Kirche sind riesige <strong>Schalke</strong>-Fahnen aufgezogen. Klar. Zu Gott wird hier sicher nicht so oft gebetet wie zum FC S 04.</p>
<p><img alt="" src="http://www.intro.de/ckfinder/userfiles/images/2(3).jpg" /></p>
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<p><strong>Bild:</strong> Krass. In <strong>Gelsenkirchen</strong> sind sogar die Parkplatzschilder in den <strong>Schalke</strong>r Vereinsfarben gehalten.</p>
<p><img alt="" src="http://www.intro.de/ckfinder/userfiles/images/3(3).jpg" /></p>
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<p><strong>Bild: </strong>Im Schatten des Stadions kaufen wir bei Moni Currywürste mit Darm, ohne Brötchen und passend zur Location ein paar Veltins. Es ist schweinekalt.</p>
<p>Pukki drückt mir ein Ticket in die Hand. »Einlass nur für S04 Fans«, lese ich darauf. Ich trage zwar ein Trikot, fühle mich aber trotzdem wie ein Betrüger. Hoffentlich merkt keiner, dass ich für den Verein im Notfall gar nicht unbedingt sterben würde, wie es die Fanlieder vorschlagen.</p>
<p><img alt="" src="http://www.intro.de/ckfinder/userfiles/images/4(4).jpg" /></p>
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<p><strong>Bild: </strong>Beim Bodycheck werde ich erst von den Männern getrennt und dann meines Deodorants entledigt. Frechheit!</p>
<p>Die Veltins-Arena ist gigantisch. Die Spieler machen sich gerade warm, wir suchen uns Plätze, es läuft »Eye of the Tiger«. Das kenne ich schon vom Boxen. Erwin, das nasige Maskottchen des Vereins, schlawenzelt wild winkend zum Fuße der Nordkurve auf und ab.</p>
<p><img alt="" src="http://www.intro.de/ckfinder/userfiles/images/5(3).jpg" /></p>
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<p><strong>Bild:</strong> Ralli checkt erst mal Grindr. Ich hoffe, dass wir nix aufs Maul kriegen.</p>
<p>In der Nordkurve gibt es keine Sitzplätze, nur Stufen. Dicht an dicht drängen sich die blauen Fans. Vom Rest des Stadions ist die Kurve mit hohen Trennwänden abgeriegelt, ein riesiges Netz schützt Tor und Spielfeld vor Wurfgeschossen aus unseren Rängen. Direkt hinter dem Tor stehen die treuen Fans mit ihren überdimensionalen Fahnen. Am anderen Ende der Arena hocken 4000 Bremer als grüner Punkt gut geschützt in einer Ecke rum und versuchen, den Rest der Welt zu übertönen.</p>
<p><img alt="" src="http://www.intro.de/ckfinder/userfiles/images/6(3).jpg" /></p>
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<p><strong>Bild:</strong> Ein Vortrommler koordiniert die Gesänge unserer Fankurve. »Vorwärts<strong>Schalke</strong>, schießt ein Tor, schießt ein Tor, schießt ein Tohohooor.« Schnell sind Ralli und ich textsicher.</p>
<p>Auf den Werbebannern wird neben anderen gängigen Fleischereigütern auch Bärchenwurst angepriesen. Ich gucke mich um und bin überzeugt, dass ungetoastetes Weißbrot, Bärchenwurst und Senf hier zu den Grundnahrungsmitteln gehören. Locke bestätigt. Gelsen-Style.</p>
<p><img alt="" src="http://www.intro.de/ckfinder/userfiles/images/7(3).jpg" /></p>
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<p><strong>Bild:</strong> »Olé, olééé. Olé, olé, olééé. Der FC <strong>Schalke</strong> Null Vier, der FC <strong>Schalke</strong> Null Vier, der FC <strong>Schalke</strong> Null Vieeeer.« Dieser Ohrwurm wird mir noch ewig erhalten bleiben.</p>
<p>Ich habe Fußball schon im Fernsehen geguckt. Ich kenne Menschen, die sich dabei mal ärgern, mal freuen und ab und zu &#8220;wenn er rauskommt, muss er ihn auch haben&#8221; sagen. Das hier ist ein völlig anderes Emotionslevel. Die jungen und alten Männer lassen ihre Blicke keine Sekunde vom Ball schweifen. Aus der Ferne erkennen sie Fouls, Schwalben und ein zu Unrecht gepfiffenes Abseits. Ich beobachte lieber die Reaktionen der Fans. Fans mit Kutten und Schals und Biermetern und Schnupftabak und Frisuren. Fans, die ihre Fäuste in die Luft strecken und Lieder vom »Sieg« singen. Der Ruhrpott lebt. Heute sind hier alle derselben Meinung: Der Schiri mit Doktortitel kann nicht ordentlich pfeifen, der Neustädter muss dringend ausgewechselt werden, <strong>Schalke</strong> müsste längst führen.</p>
<p><img alt="" src="http://www.intro.de/ckfinder/userfiles/images/8(3).jpg" /></p>
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<p><strong>Bild:</strong> Keine Kutte, keine Competition.</p>
<p>Das 1:0 für Bremen ist ein harter Rückschlag. Fassungslosigkeit brennt sich in die Gesichter um mich herum. »Boah, dann spring doch hoch, du Birne«, brüllt einer hinter mir. Ralli und ich prophezeien eine starke zweite Halbzeit. Aus der Reihe vor uns kriegen wir Zuspruch. Ich fühle mich richtig integriert. Man nimmt meine Meinung hier ernst. Ich klopfe Pukki auf die Schulter. »Glück auf, Junge.</p>
<p>Natürlich behalten wir Recht. Neuzugang Kevin Prince Boateng legt den Ausgleichstreffer ins Tor. Es wird gebrüllt. Blitzschnell ziehe ich meine Kapuze auf, um mich vor den fliegenden Bieren zu schützen, dann brülle ich auch. Und hüpfe und umarme voller Adrenalin irgendwen mit einer Kombi aus Afro und geflochtenem Zopf. Dann geht es weiter. Wir machen noch zwei Tore. Ich bin voll drin. Ich liebe Fußball.</p>
<p><img alt="" src="http://www.intro.de/ckfinder/userfiles/images/9(2).jpg" /></p>
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<p><strong>Bild: </strong>Heute bin ich mit 58.000 Freunden zusammen. Heute bin ich <strong>Schalke</strong>. Heute bin ich glücklich.</p>
<p>Am Ende der zweiten Halbzeit habe ich Gänsehaut, ein Mann neben mir Tränen in den Augen. Ich wünschte, ich könnte auch an etwas so sehr glauben, wie diese Jungs an <strong>Schalke</strong>. So sehr, dass sich manche von ihnen gleich mit den Bremern auf einem Feld hinter dem Stadion treffen, um das Spielergebnis noch mal nachzubesprechen. Fan gegen Fan, Faust gegen Faust. Hach. Meine Liebe, mein Verein.</p>
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<p style="text-align: center;">Dieser Text erschien auch im <span style="color: #3366ff;"><strong><a title="Intro-Magazin online" href="http://www.intro.de/news/newsfeatures/23072662/vom-winde-verwoehntkolumne-neues-aus-jules-welt" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">Intro-Magazin</span></a></strong></span>.<br />
Alle meine Intro-Texte gibt es <span style="color: #3366ff;"><strong><a title="Jule Müllers Intro-Profil" href="https://www.intro.de/logintro/916833" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">hier</span></a></strong></span>.</p>
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		<title>47 Minuten im Berghain</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Sep 2013 14:05:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jule Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Intro-Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[Saufen für Fortgeschrittene.]]></category>
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		<category><![CDATA[Treffen sich 2, sind es 4.]]></category>
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		<description><![CDATA[»Und ich dachte schon, die Schlange bei Mustafas Gemüsekebab sei lang!« Ich stehe mit Alex vorm Berghain. Kurz bin ich versucht, Wasser und proteinreiche Energieriegel an die Wartenden zu verteilen. Aber was kümmern mich die anderen: Hauptsache wir stehen auf der Gästeliste. Der Türsteher sieht das nicht ganz so und will uns auf seinem Klemmbrett partout [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>»Und ich dachte schon, die Schlange bei Mustafas Gemüsekebab sei lang!« Ich stehe mit Alex vorm <strong>Berghain</strong>. Kurz bin ich versucht, Wasser und proteinreiche Energieriegel an die Wartenden zu verteilen. Aber was kümmern mich die anderen: Hauptsache wir stehen auf der Gästeliste. Der Türsteher sieht das nicht ganz so und will uns auf seinem Klemmbrett partout nicht finden. In einem Anfall von Selbstüberschätzung sage ich: »Sie werden sich vielleicht erinnern, ich war vor sieben Jahren schon mal hier. Mit Bunny und Sunny.« Dabei gucke ich ihm direkt in die Augen. Er knurrt mich zurecht an. Nach langen vier Minuten Diskussion lässt er uns endlich rein. Glück gehabt! Sonst wäre mir noch das <strong>Berghain</strong> entgangen!</p>
<p>Eine burschikose Frau im Eingangsbereich befummelt erst meine Tasche und dann meinen Körper. »Haste ne Kamera dabei?«, will sie wissen. Habe ich ausnahmsweise nicht. Aus meiner Handtasche zieht sie mein Telefon. »Wenn du Fotos machst, fliegst du raus«, schnauzt sie mich pro forma schon mal an. »Ja klar. Wenn Sie mich so freundlich darauf hinweisen &#8230; Schön haben Sie es hier übrigens. Und wie viele Leute Sie jeden Tag kennenlernen &#8230; Toll! Falls Sie mal in Neukölln sind und Lust auf einen Kaffee haben, melden Sie sich doch. Sie wissen ja inzwischen, wo ich wohne. Hihi!«, denke ich und gehe schnell weiter. Aus einem Fenster heraus haut mir jemand so wuchtig einen Stempel auf den Arm, als wolle er ihn dauerhaft dort platzierten. Oder hätte zumindest Spaß am Leid Fremder.</p>
<p>Nachdem wir unsere Sachen abgegeben haben, stehen wir im Innern der Fabrik. Hier herrscht das fortgeschrittene Luftfeuchtigkeitslevel »Bangkok nach einem Sommerregen«. Ich greife meine Ohrstöpsel und brülle Alex zu, dass ich Angst hätte und vielleicht doch einfach zu alt sei für Technoclubs. Er zieht mich an der Hand vorbei an ledernen Männern (weniger ist mehr), Eis essenden Mädchen und verschmutzten Tänzern. Hätte ich doch bloß mehr getrunken! Wie konnte ich mich nur so fahrlässig wenig besaufen? Ich meine: ein Drink? Für die Pannebar? Hallo? Wir hechten Stahltreppen hinauf und dann durch die Menge zur Bar. Alle um uns herum trinken Wasser. Ich bestelle widerwillig einen Wodka Cranberry und habe ab sofort keine Hand mehr frei &#8211; die eine hält den Drink, die andere hält den Drink zu. Am Ellenbogen schleift Alex mich weiter zum Mischpult. Erste Reihe. Na klar! Warum auch nicht.</p>
<p>Ich sage Linda und ihrem Diskogesicht hallo und werde mit einer Runde Augenbrauen-Breakdance belohnt. Es ist so schrecklich, dass ich kaum hingucken kann. »Welchen Tag haben wir?«, fragt sie. »Sonntagmorgen«, antworte ich, Linda hört aber schon nicht mehr zu. Ist ja auch egal. Es ist der Tag zwischen Freitag und Montag – mehr muss man nicht wissen. Apropos! Ich gucke auf die Uhr. Schon neun Minuten hier. Wow! »Wir bleiben aber nicht sooo lange, oder?«, frage ich Alex. »Wieso? Die Musik ist doch super!« &#8211; »Ach?&#8221;, hake ich nach. »Ja. Falls dich jemand fragt: Die Musik ist super.« Ich nicke. Falls ihr euch übrigens fragt: Die Musik war super. #carlosdebrito</p>
<p>Während ich versuche keine Nackten zu berühren, tänzele ich mit meinem Drink auf der Stelle herum. Dabei bestaune ich vom Dancefloor das Panorama der gefühlt Tausenden Wartenden vor dem Club. »Wie viele Leute passen hier rein?« &#8211; »Circa dreitausend? Im Durchlauf?«, schätzt Alex. 3000 Leute mal 3 Tage mal 14 Euro minus Sven Marquardts Gage … Das macht in etwa … Also Pi mal Daumen &#8230; Da muss man ja Punkt vor Strich … Ach verdammt, kann ich nicht rechnen, aber: viel Geld!</p>
<p>Beeindruckt stelle ich meinen leeren Drink am Fenster ab. Ein kleiner, vielleicht italienischer Mann tippt mir auf die Schulter. »Kennst du Olli?« Ich schüttle mit dem Kopf. »Willst du mit auf die Toilette kommen?«, fragt er weiter. Jesus Maria, kann man denn nicht ein Mal gemütlich im <strong>Berghain</strong> zu Techno tanzen wie man es so liebt?? »Nee, ich war gerade schon pinkeln«, lüge ich und gehe zurück zu Alex.</p>
<p>Nach 47 Minuten ist der inzwischen auch endlich am Ende mit den Nerven. Es ist ja auch schon drei Uhr durch! Wir machen einen Polnischen (als würde es jemandem auffallen), schlendern vorbei an der immer noch kilometerlangen Schlange und steigen ins Taxi.</p>
<p>Zu Hause wühle ich auf meiner externen Festplatte. Unter &gt; Eigene Bilder &gt; Berlin &gt; 2006 werde ich fündig: ein gestochen scharfes Bild aus der Panoramabar:</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-4260" alt="Intro_Kolumne_Jule_Müller_Berghain" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Intro_Kolumne_Jule_Müller_Berghain.jpg" width="640" height="480" /></p>
<p>Ha! Pannebar, nimm das!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;">
<p style="text-align: center;">Dieser Text erschien auch im <span style="color: #3366ff;"><strong><a title="Intro-Magazin online" href="http://www.intro.de/news/newsfeatures/23072662/vom-winde-verwoehntkolumne-neues-aus-jules-welt" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">Intro-Magazin</span></a></strong></span>.<br />
Alle meine Intro-Texte gibt es <span style="color: #3366ff;"><strong><a title="Jule Müllers Intro-Profil" href="https://www.intro.de/logintro/916833" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">hier</span></a></strong></span>.</p>
<p style="text-align: center;">Außerdem interessiert dich noch: meine <span style="color: #3366ff;"><strong><a title="Gefangen im Bauch des fiesen Kater Holzigs." href="http://mymagictypewriter.com/gefangen-im-bauch-des-fiesen-katers/" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">Nacht im Kater Holzig</span></a></strong></span><span style="color: #3366ff;"><span style="color: #3366ff;"><span style="color: #000000;">,<br />
</span></span></span><span style="color: #3366ff;"><span><span style="color: #000000;">die <strong><span style="color: #3366ff;"><a title="Gay Night Out. All in." href="http://mymagictypewriter.com/gay-night-out-all-in/" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">Gay Night im Weekend</span></a></span></strong></span></span></span><strong><span style="color: #3366ff;"><span><br />
</span></span></strong>und <strong><span style="color: #3366ff;"><a title="Bock auf Disco Krebs. Deutschlands älteste Disco im Test." href="http://mymagictypewriter.com/bock-auf-disco-krebs/" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">die älteste Disko Deutschlands</span></a></span></strong>.<br />
Klar.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Juist &#8211; eine Hochzeit und ein Todesfall.</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Aug 2013 20:04:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jule Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf Reisen.]]></category>
		<category><![CDATA[Ein schönes Bad in Selbstmitleid.]]></category>
		<category><![CDATA[fliegen]]></category>
		<category><![CDATA[flugzeug]]></category>
		<category><![CDATA[hochzeit]]></category>
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		<category><![CDATA[mord und todschlag]]></category>
		<category><![CDATA[nordsee]]></category>
		<category><![CDATA[urlaub]]></category>

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		<description><![CDATA[Noch ziemlich verschlafen stehe ich in  Braunschweig am Bahnhof. Es ist kurz vor neun an einem Donnerstag. Die Sonne scheint. Braunschweig &#8230; Braunschweig &#8230; Shit! Hätte ich nicht in Hannover aussteigen sollen? Innerhalb von Minuten zerbröselt mein ausgeklügelter Reiseplan, der mich auf die Nordseeinsel Juist zu einer Hochzeit von Freunden bringen sollte. Eigentlich hätte ich [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Noch ziemlich verschlafen stehe ich in  Braunschweig am Bahnhof. Es ist kurz vor neun an einem Donnerstag. Die Sonne scheint.<br />
Braunschweig &#8230; Braunschweig &#8230; Shit! Hätte ich nicht in Hannover aussteigen sollen?<br />
Innerhalb von Minuten zerbröselt mein ausgeklügelter Reiseplan, der mich auf die <strong><span style="color: #3366ff;"><a title="Gedankenomelette aus dem Urlaub" href="http://mymagictypewriter.com/gedankenomelette-aus-dem-urlaub/" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">Nordseeinsel Juist</span></a></span></strong> zu einer Hochzeit von Freunden bringen sollte. Eigentlich hätte ich es wissen müssen &#8211; alleine darf ich einfach nicht reisen!</p>
<div id="attachment_4180" class="wp-caption alignleft" style="width: 650px"><img class="size-full wp-image-4180" alt="" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Juist_JuleMueller001.jpg" width="640" height="317" /><p class="wp-caption-text">So schön ist Braunschweig. Noch schöner wäre es, wenn ich hier auch hingewollt hätte.</p></div>
<p>Dreißig Minuten nach dem Ablegen der einzigen Fähre des Tages komme ich in einem beschaulichen Küstenort an. Ein Taxi, von einer schwerhörigen, aber starken Rentnerin gesteuert, bringt mich zum <strong><span style="color: #3366ff;"><a title="Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Flugplatz_Norden-Norddeich" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">Flugfeld Norden-Norddeich</span></a></span></strong>. Der einzige Weg rechtzeitig zur Trauung morgen früh zu kommen, führt wohl durch die Luft.</p>
<p>Wie das Wort &#8220;Flugfeld&#8221; schon ganz richtig impliziert, ist es hier recht überschaubar. Als ich die Propellermaschine vor dem Check-In-Schuppen rumrosten sehe, bin ich empört. Dieses Blechteil kann doch nicht ernsthaft übers weite Meer fliegen? Meine Theorie: Je kleiner die Maschine, desto sicherer der Tod. (Wie ihr vielleicht schon wisst: <strong><span style="color: #3366ff;"><a title="Nord-Norwegen – die Wanderung zum Todesgipfel" href="http://mymagictypewriter.com/nord-norwegen-die-wanderung-zum-todesgipfel/" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">Ich habe Höhenangst.</span></a></span></strong>)</p>
<div id="attachment_4181" class="wp-caption alignleft" style="width: 650px"><img class="size-full wp-image-4181" alt="" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Juist_JuleMueller002.jpg" width="640" height="317" /><p class="wp-caption-text">Okay, mal Spaß beiseite &#8211; wo ist jetzt das richtige Flugzeug?</p></div>
<p>Ich rolle meinen Koffer in das Gebäude und gehe zum Schalter. Der Mann dort sieht aus wie ein alter Seebär. Er hat die Ruhe weg und sein grauer Schnäuzer wippt auf und ab beim Sprechen.</p>
<p>Der einfache Flug soll 42 Euro kosten. Immerhin schon mal weniger als ich erwartet habe.<br />
Die Flugzeit beträgt fünf Minuten. Bitte was? FÜNF Minuten? In fünf Minuten kann ich mir nicht mal die Schnürsenkel binden! Wie soll der Pilot denn in fünf Minuten alle Sicherheitsmaßnahmen erklären, starten, auf 10.000 Fuß Flughöhe steigen, Drinks servieren, heimlich auf dem Klo eine rauchen und wieder landen? Ein Co-Pilot passt schon mal nicht in den Flieger. Eigentlich ist er sogar so klein, dass ich nicht mal weiß, ob der Pilot selbst passt.</p>
<div id="attachment_4182" class="wp-caption alignleft" style="width: 650px"><img class="size-full wp-image-4182" alt="" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Juist_JuleMueller003.jpg" width="640" height="317" /><p class="wp-caption-text">Ich hab die Hosen* businessmäßig gestrichen voll.<br />*H&amp;M Trend, Frühjahr/Sommer 2011</p></div>
<p>Ausweis- oder Sicherheitskontrollen gibt es nicht. Klar! Verrückte, Drogenkuriere und Attentäter, bitte machen Sie es sich bequem. Hier haben Sie noch die aktuelle Ausgabe der Business Air News. Gute Reise.</p>
<p>Passenderweise werden die Insassen der gerade von der Insel gelandeten Maschine von der Kriminalpolizei Norden abgeführt und im Nebenraum verhört. Wieso wohl?</p>
<p>Es ist soweit. Wir besteigen dieses Auto mit Flügeln. In der letzen Reihe finde ich Platz, mein Kopf streift die Decke, die Knie habe ich vor lauter Enge Richtung Kinn gezogen. Vor mir sitzt eine Mutter mit aufgeregtem Kind, davor ein Pärchen, davor eine junge Frau, davor der Pilot. Die Propeller der Maschine setzen sich ratternd in Bewegung, wir holpern über die Startbahn und heben kurz danach steil ab.</p>
<div id="attachment_4193" class="wp-caption alignleft" style="width: 650px"><img class="size-full wp-image-4193" alt="" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Juist_JuleMueller008.jpg" width="640" height="317" /><p class="wp-caption-text">Ach, Sie sind auch Terroristin? Dann helfe ich Ihnen gerne, Ihren dicken Hintern nach drinnen zu schieben.</p></div>
<p>Ob ich vielleicht doch wieder aussteigen und die Hochzeit verpassen dürfte? Der Wind hat aber schon mal etwas anderes mit uns geplant. Wie einen kleinen Papierflieger zwingt er uns von links nach rechts und wieder zurück. Draußen strahlen Wolken und Ozean um die Wette. Ich schließe die Augen und spreche das Vaterunser.<br />
Bei &#8220;der du bist im Himmel&#8221; setzen wir wieder auf.</p>
<div id="attachment_4185" class="wp-caption alignleft" style="width: 650px"><img class="size-full wp-image-4185" alt="" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Juist_JuleMueller006.jpg" width="640" height="317" /><p class="wp-caption-text">Herzlich Willkommen auf Juist. Ihr Gepäck haben Sie ja eh schon auf dem Schoß transportiert. Bitte zeigen Sie nicht Ihren Ausweis vor. Zum Taxi folgen Sie einfach dem Wiehern.</p></div>
<p>Vom Flieger falle ich mit meinem Koffer in das dort so übliche Pferdekutschentaxi. Am Hotel treffe ich dann meine Freunde. &#8220;Hast du schon gehört, dass hier gestern ein junges Mädchen vergewaltigt, ermordet und am Strand verbuddelt wurde? Wir haben den Arm aus dem Sand gucken sehen. Der Mörder ist noch nicht gefasst.&#8221;</p>
<p>Super. Gerade erst den Kampf mit den Elementen Luft, Wasser, Blech und Pferd überstanden und jetzt schon gefangen auf einer kleinen Insel mit einer Leiche und einem Mörder. Der Stoff, aus dem die Träume sind. Immerhin wird es eine Hochzeit geben.</p>
<p>Wenn wir vorher nicht alle sterben.</p>
<div id="attachment_4186" class="wp-caption alignleft" style="width: 650px"><img class="size-full wp-image-4186" alt="" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Juist_JuleMueller007.jpg" width="640" height="317" /><p class="wp-caption-text">Endlich am friedlichen Strand von Juist angekommen. Falls ich in einer Woche nicht wieder zu Hause bin: Ruft die Kriminalpolizei Norden!</p></div>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;">Das hier gefällt dir übrigens auch ziemlich gut:</p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #3366ff;"><strong><a title="Gedankenomelette aus dem Urlaub" href="http://mymagictypewriter.com/gedankenomelette-aus-dem-urlaub/" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">Gedankenomlette aus dem Urlaub.</span></a></strong></span><br />
<span style="color: #3366ff;"><strong><a title="Ein erholsames Wochenende in den Bergen" href="http://mymagictypewriter.com/ein-erholsames-wochenende-in-den-bergen/" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">Ein erholsames Wochenende in den Bergen.</span></a></strong></span><br />
<span style="color: #3366ff;"><strong><a title="Nord-Norwegen – Chronologie einer Reise" href="http://mymagictypewriter.com/nord-norwegen-chronologie-einer-reise/" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">Nord-Norwegen &#8211; Chronologie einer Reise.</span></a> </strong></span></p>
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		<title>#meltfaces &#8211; der Fotocontainer der Liebe.</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Aug 2013 20:18:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jule Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf Reisen.]]></category>
		<category><![CDATA[Intro-Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[Schnapsschüsse.]]></category>
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		<category><![CDATA[melt festival]]></category>
		<category><![CDATA[portraits]]></category>

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		<description><![CDATA[Es stürmt staubig über den weiten, trockenen Platz. Eine lose Kugel aus Ästen rollt an uns vorbei. Keine Schatten spendende Wolke ist in Sicht, es sind gefühlte 70 Grad. Ich wische mir den dreckigen Schweiß von der Stirn. Das Wasser ist knapp geworden. Neben mir steht ein mit feinsten Federn geschmückter Indianer. Ich gucke zu [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Es stürmt staubig über den weiten, trockenen Platz. Eine lose Kugel aus Ästen rollt an uns vorbei. Keine Schatten spendende Wolke ist in Sicht, es sind gefühlte 70 Grad. Ich wische mir den dreckigen Schweiß von der Stirn. Das Wasser ist knapp geworden. Neben mir steht ein mit feinsten Federn geschmückter Indianer. Ich gucke zu den anderen, sie nicken mir zu. Dann reiche ich dem Häuptling meine grüne Feldflasche. Er nimmt einen Schluck, verzieht kurz sein Gesicht und sagt: »Geil! Pfeffi!« Ich stelle ihn an eine Wand &#8211; letzte Worte hat er nicht &#8211; und schieße drauf los. Von draußen guckt ein Krokodil rein. Es blitzt. Die Cowboys jubeln.</p>
<p>Ich bin mitten auf einer Halbinsel im Gremminer See beim Melt! Festival 2013. Friederike von <strong><span style="color: #3366ff;"><a title="Freiseindesign" href="http://www.freiseindesign.com/" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">Freiseindesign</span></a></span></strong>, Matze von <strong><span style="color: #3366ff;"><a title="Mit Vergnügen" href="http://www.mitvergnuegen.com/" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">Mit Vergnügen</span></a></span></strong> und <strong><span style="color: #3366ff;"><a title="Jule Müller Fotografie" href="http://julemueller.com/" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">ich</span></a></span></strong> haben einen blauen Wellblechcontainer bezogen, in den ein kleines Fotostudio gebaut wurde. Ziel unserer Expedition in den Osten: die Gesichter dieser Völkerwanderung dokumentieren und digitalisieren.</p>
<p>Matze fummelt gerade den Reflektorschirm in die Blitzanlage, als ich in einer achtlosen Sekunde den Auslöser an meiner Kamera drücke. Es blitzt mit 5 Millionen Lux ungebremst in Matzes Augen. Er geht sofort zu Boden und hält sich sein Gesicht. Merke: Zu viel Licht ist für das menschliche Gehirn nicht so gut zu verarbeiten. Matze zumindest lallt seit diesem Unfall. Na ja, ein bisschen Schwund ist immer.</p>
<p>Indianer, Lebensretter, Elfen, Tanzende, Knutschende, von Mücken Gestochene, Hüpfende, Fliegende, Betrunkene, Nackte – einer schöner als der andere – flattern über die Tage aufgeregt in unsere kostenlose Fotosauna. Schnell fällt auf: Restlos alle gutaussehenden Leute sind aus Holland. (Urlaub in Amsterdam buchen! Wichtig!)</p>
<div id="attachment_4223" class="wp-caption alignleft" style="width: 650px"><img class="size-full wp-image-4223" alt="Der #meltfaces Fotocontainer – ein Mekka für alle, die sich nicht scheuen, bei 40 Grad Partnerlook-Hoodies und Blaumänner zu tragen." src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/MeltFestival_JuleMueller-5937.jpg" width="640" height="424" /><p class="wp-caption-text">Der #meltfaces Fotocontainer – ein Mekka für alle, die sich nicht scheuen, bei 40 Grad Partnerlook-Hoodies und Blaumänner zu tragen.</p></div>
<p>Als wir genug konfettiwerfende, bunte Kids vor der Linse hatten, erschwert Friederike die Aufnahmebedingungen gnadenlos. »Do I have to get naked?«, fragt ein Mädchen in der Schlange. »Yes!«, lautet die Antwort. Es folgt ein göttlicher Nippelalarm. Ich gönne mir zu dem Anblick einen großen Schluck Pfeffi. Was für einen wundervollen Job ich doch habe!</p>
<p>Und hier sind die beliebtesten Posen der Sommersaison 2013:</p>
<div id="attachment_4207" class="wp-caption alignleft" style="width: 650px"><img class="size-full wp-image-4207  " alt="" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/JuleMueller_storyboard001.jpg" width="640" height="481" /><p class="wp-caption-text">DIE KÜSSENDEN. Warum schnöde nebeneinander stehen, wenn man auch an den Lippen verschmelzen kann? Geschlechter? – Ja nun wirklich irrelevant.</p></div>
<div id="attachment_4210" class="wp-caption alignleft" style="width: 650px"><img class="size-large wp-image-4210" alt="" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/JuleMueller_storyboard004.jpg" width="640" height="481" /><p class="wp-caption-text">DIE KOSTÜMIERTEN. Individuell waren dieses Jahr alle, die nicht als Indianer oder Zebra zum Melt! kamen. Schön fanden wir diese historischen Kostüme trotzdem.</p></div>
<div id="attachment_4208" class="wp-caption alignleft" style="width: 650px"><img class="size-full wp-image-4208" alt="" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/JuleMueller_storyboard002.jpg" width="640" height="482" /><p class="wp-caption-text">DIE EXHIBITIONISTEN. Stoff? Am Körper? Überflüssig. Warum auch verstecken, wie gut man drunter aussieht? Trend-Accessoires: Kippen und Chinanudeln.</p></div>
<div id="attachment_4212" class="wp-caption alignleft" style="width: 650px"><img class="size-large wp-image-4212" alt="" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/JuleMueller_storyboard006.jpg" width="640" height="480" /><p class="wp-caption-text">DIE KONFETTIFANS. Achtung! Auf dem Melt! wurden kleine, bunte Papierschnipsel gesichtet. Überreste auf gar keinen Fall in die Luft werfen! Es herrscht akute Suchtgefahr!</p></div>
<div id="attachment_4213" class="wp-caption alignleft" style="width: 650px"><img class="size-large wp-image-4213" alt="" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/JuleMueller_storyboard007.jpg" width="640" height="482" /><p class="wp-caption-text">DIE COOLEN. Was soll man auch tun, wenn man einfach so cool ist, dass man nicht mal mehr Posen muss und einem der ganze Kram hier eh Latte ist?</p></div>
<div id="attachment_4211" class="wp-caption alignleft" style="width: 650px"><img class="size-large wp-image-4211" alt="" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/JuleMueller_storyboard005.jpg" width="640" height="481" /><p class="wp-caption-text">DIE ARBEITENDEN. Kräftig anpacken, wo andere nicht mal ans Schlafen denken wollen. Lebensmüde (Kletterer) vs. Lebensrettende (Rotkreuzler).</p></div>
<div id="attachment_4209" class="wp-caption alignleft" style="width: 650px"><img class="size-large wp-image-4209" alt="" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/JuleMueller_storyboard003.jpg" width="640" height="481" /><p class="wp-caption-text">DIE KÜNSTLER. Talentiert UND schön! Die wundervollen Münchener von Claire und die schnuckeligen Sizarr-Boys. Aber Moment mal &#8211; steckt da wirklich der richtige Drummer unter dem Handtuch?</p></div>
<div id="attachment_4214" class="wp-caption alignleft" style="width: 650px"><img class="size-large wp-image-4214" alt="" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/JuleMueller_storyboard009.jpg" width="640" height="482" /><p class="wp-caption-text">DIE INDIVIDUALISTEN. Technohörnchen und Fledermausumhang? Was von manchen vielleicht als Weirdo-Material bezeichnet wird, ist die eigentliche Königsklasse des Stils und nicht weniger als eine Lebenseinstellung.</p></div>
<p>Vielen Dank an das Melt!Festival und natürlich alle #meltfaces. Ihr seid schön!</p>
<p><em id="__mceDel"><br />
</em>&gt;&gt;&gt; Mehr #meltfaces findet ihr übrigens auf meiner Fotoseite <span style="color: #3366ff;"><strong><a title="meltfaces auf julemueller.com" href="http://julemueller.com/portfolio/meltfaces-juli-2013/" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">hier</span></a> </strong></span>und Impressionen vom Festival <span style="color: #3366ff;"><strong><a title="Melt! Festival auf julemueller.com" href="http://julemueller.com/portfolio/melt-festival-2013/" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">hier</span></a></strong></span>. &lt;&lt;&lt;<em id="__mceDel"><br />
</em></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Nord-Norwegen &#8211; die Wanderung zum Todesgipfel</title>
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		<pubDate>Mon, 15 Jul 2013 15:27:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jule Müller</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich bin mit meinen Freunden Ralli und Wolfi im Sommerurlaub. Genauer: auf den Lofoten &#8211; einer norwegischen Inselgruppe zwischen Nordkap und Polarkreis. Wir wollen wandern. Beziehungsweise: Die Jungs wollen wandern. Super ausgerüstet (Adidas High-Tops, H&#38;M-Polyesterjacke, Nüsschen) beginnen wir den anstrengenden Aufstieg über Grasweiden, an Bergseen vorbei und durch Geröllfelder. Ich bin zwar fernab von trittsicher [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin mit meinen Freunden Ralli und Wolfi im Sommerurlaub. Genauer: auf den Lofoten &#8211; einer norwegischen Inselgruppe zwischen Nordkap und Polarkreis. Wir wollen wandern. Beziehungsweise: Die Jungs wollen wandern.</p>
<p>Super ausgerüstet (Adidas High-Tops, H&amp;M-Polyesterjacke, Nüsschen) beginnen wir den anstrengenden Aufstieg über Grasweiden, an Bergseen vorbei und durch Geröllfelder. Ich bin zwar fernab von trittsicher und ausdauernd, irgendwie schieben die Jungs mich aber immer weiter die Berge hinauf. Vor allem mit Energydrinks und angeblichem Wi-Fi werde ich gelockt.</p>
<div id="attachment_4145" class="wp-caption alignleft" style="width: 650px"><img class="size-full wp-image-4145" alt="Lofoten_JuleMueller01" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Lofoten_JuleMueller01.jpg" width="640" height="482" /><p class="wp-caption-text">Bild: Der erste Aufstieg. Rechts unten am Rand – mit dem bloßen Auge kaum erkennbar – Wolfi.</p></div>
<p>Ich bin nach etwa einer Stunde Marsch noch fröhlich am plappern, als ich in Wolfis Gesicht ein paar Meter vor mir das Entsetzen sehe. Langsam nähere ich mich ihm. Vor uns endet der grasige Vorsprung, ein riesiger Block Eis ragt waagerecht in den bewölkten Himmel. Dahinter kommt nichts. Einen Kilometer weiter unten erstrahlt eine Bucht in Türkis. Wie ich mich nun erinnere, bin ich nicht nur eine miese Kletterin, sondern auch nicht schwindelfrei.</p>
<div id="attachment_4148" class="wp-caption alignleft" style="width: 650px"><img class="size-full wp-image-4148" alt="Bild: Vom Dreimeterbrett konnte man früher noch die Flucht nach hinten antreten, hier gibt es nur einen Weg - ins Verderben." src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Lofoten_JuleMueller02.jpg" width="640" height="480" /><p class="wp-caption-text">Bild: Vom Dreimeterbrett konnte man früher noch die Flucht nach hinten antreten, hier gibt es nur einen Weg &#8211; ins Verderben.</p></div>
<p>Überrumpelt vom Anblick werfe ich mich zu Boden. Mein Körper schnappt wie ein Schweizer Taschenmesser in die Embryonalposition. Es regnet auf mich herab. Ich hyperventiliere. Mir war einfach nicht klar, dass der Berg irgendwann zu Ende sein würde. Und auch wenn es unwahrscheinlich ist, dass ich aus meiner Liegeposition wo runterfalle, fühle ich mich wie Alice im Wunderland bei ihrem endlosen Sturz in den Kaninchenbau.</p>
<div id="attachment_4151" class="wp-caption alignleft" style="width: 650px"><img class="size-full wp-image-4151" alt="Bild: Ich sehe vielleicht aus wie ein glücklicher, druffer Hipster im Gras, habe aber einfach nur eine normale Panikattacke." src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Lofoten_JuleMueller03.jpg" width="640" height="480" /><p class="wp-caption-text">Bild: Ich sehe vielleicht aus wie ein glücklicher, druffer Hipster im Gras, habe aber einfach nur eine normale Panikattacke.</p></div>
<p>Keiner weiß, wo wir lang müssen. Ich bin flach an den Boden geklebt. Höhenangst kicking in. Es geht weder zurück, noch vorwärts. Der Wind ist eisig. Ich werde am besten einfach sterben.</p>
<p>Nach einer gefühlten Ewigkeit hebt Wolfi mich wie einen nassen Sack vom Boden auf. „Komm, wir machen eine Polonäse.“ Ich folge ihm heulend, mit zitternden Knien und gebückt wie Gollum. Meine Finger krallen sich in seine Schultern.</p>
<div id="attachment_4154" class="wp-caption alignleft" style="width: 650px"><img class="size-full wp-image-4154" alt="Bild: Es ist mir absolut unbegreiflich, wie Menschen auf die Idee kommen, man könne auf einem Bergkamm in tausend Metern Höhe einfach mal so entlanglaufen." src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Lofoten_JuleMueller04.jpg" width="640" height="480" /><p class="wp-caption-text">Bild: Es ist mir absolut unbegreiflich, wie Menschen auf die Idee kommen, man könne auf einem Bergkamm in tausend Metern Höhe einfach mal so entlanglaufen.</p></div>
<p>&#8220;Auf einem Baum ein Kuhukuck &#8230; Simsalabimbambasaladusaladim. Auf einem Baum ein Kuhukuck &#8230; saß.&#8221;</p>
<p>Wir schieben uns Meter um Meter über die (Achtung, Anwärter für das Unwort des Jahres!) Felsnasen. Ich singe Kinderlieder, um mich abzulenken. Eine Hand habe ich von Wolfi gelöst und zur Scheuklappe umfunktioniert. Ähnlich wie bei der Zerstörung Sodoms und Gomorras darf ich einfach nicht mehr zurück gucken. Ich würde beim Anblick des Abhangs vermutlich implodieren.</p>
<div id="attachment_4156" class="wp-caption alignleft" style="width: 650px"><img class="size-full wp-image-4156" alt="Bild: Wer sich anstatt zu laufen einfach galant am Boden voranschubbert, fällt im Zweifelsfall ein bisschen weniger tief. Logisch." src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Lofoten_JuleMueller05.jpg" width="640" height="480" /><p class="wp-caption-text">Bild: Wer sich anstatt zu laufen einfach galant am Boden voranschubbert, fällt im Zweifelsfall ein bisschen weniger tief. Logisch.</p></div>
<p>Ich weiß, ich neige zu Übertreibungen, aber das hier ist das Schlimmste. Alle Zahnarztbesuche, Familienfeiern, Singlebörsen der Welt kommen nicht annähernd an diesen Moment heran. Sogar die Jungs werden immer ruhiger. Einer geht vor, um den Weg zu checken, der andere zieht mich an der Hand. Man hört nur noch Schafsglocken in der Ferne. Und mein Wimmern.</p>
<div id="attachment_4158" class="wp-caption alignleft" style="width: 650px"><img class="size-full wp-image-4158" alt="Bild: Keine Ahnung, wie dieser wolkige Tausender, von dem wir gerade kommen, heißt, ich taufe ihn „Todesgipfel“." src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Lofoten_JuleMueller06.jpg" width="640" height="480" /><p class="wp-caption-text">Bild: Keine Ahnung, wie dieser wolkige Tausender, von dem wir gerade kommen, heißt, ich taufe ihn „Todesgipfel“.</p></div>
<p>Über einen ungünstig gelegenen Felsen muss ich eine Bauchrolle machen. Unter mir droht der Abgrund. Wolfi klebt am Felsen &#8211; wie auch immer er dort physikalisch überhaupt haften kann &#8211; und stemmt meinen Hintern hoch. Ralli zieht von der anderen Seite an meinem Arm. Ich wiederhole stur mein Mantra des Tages: &#8220;Fuck! Fuck! Fuck! Fuck! Fuck!&#8221;</p>
<div id="attachment_4159" class="wp-caption alignleft" style="width: 650px"><img class="size-full wp-image-4159" alt="Bild: Auf diesem losen Steinhaufen fühle ich mich für einen kleinen Moment mal nicht so, als müsste ich sofort sterben." src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Lofoten_JuleMueller07.jpg" width="640" height="480" /><p class="wp-caption-text">Bild: Auf diesem losen Steinhaufen fühle ich mich für einen kleinen Moment mal nicht so, als müsste ich sofort sterben.</p></div>
<p>Wir machen eine Pause. Endlich darf ich den versprochenen Energydrink leeren. Bei Wolfi gehen alle zehn Minuten E-Mails ein, deren Empfang mit einem Beep bestätigt wird. Gute Netzabdeckung. Ralli erklärt mir, wie toll ich gerade meinen Quadrizeps trainiere. Ich hasse meinen Quadrizeps! Irgendwo sind Schafe und gucken blöd.</p>
<div id="attachment_4161" class="wp-caption alignleft" style="width: 650px"><img class="size-full wp-image-4161" alt="Bild: Wie Hohn wirkt dieser Anblick eines Regenbogens angesichts meiner Todesangst." src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Lofoten_JuleMueller08.jpg" width="640" height="480" /><p class="wp-caption-text">Bild: Wie Hohn wirkt dieser Anblick eines Regenbogens angesichts meiner Todesangst.</p></div>
<p>Nachdem uns der letzte steile Abstieg aus 400 Metern gelungen ist, küsse ich den Asphaltboden voller Ehrfurcht. Hinter uns liegen acht volle Stunden Terror. Nie wieder werde ich mich über ebenerdiges Terrain beschweren.</p>
<div id="attachment_4162" class="wp-caption alignleft" style="width: 650px"><img class="size-full wp-image-4162" alt="Bild: Da auf der Landstraße kein einziges Auto zum Trampen kommt, laufen wir die zehn Kilometer zurück zu unserem Gefährt. Ich liebe jeden einzelnen Schritt davon." src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Lofoten_JuleMueller09.jpg" width="640" height="480" /><p class="wp-caption-text">Bild: Da auf der Landstraße kein einziges Auto zum Trampen kommt, laufen wir die zehn Kilometer zurück zu unserem Gefährt. Ich liebe jeden einzelnen Schritt davon.</p></div>
<p><i> </i></p>
<p>Dieser Text erschien auch im <span style="color: #3366ff;"><strong><a title="Intro-Magazin online" href="https://www.intro.de/news/newsfeatures/23072309/vom-winde-verwoehntkolumne-neues-aus-jules-welt" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">Intro-Magazin</span></a></strong></span>. Alle meine Intro-Texte gibt es<span style="color: #3366ff;"> <strong><a title="Jule Müllers Intro-Profil" href="https://www.intro.de/logintro/916833" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">hier</span></a></strong></span>.</p>
<p>Außerdem interessiert dich noch <strong><span style="color: #3366ff;"><a title="Norwegen - die Anreise" href="http://mymagictypewriter.com/nord-norwegen-chronologie-einer-reise/" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">der 1. Teil</span></a></span></strong> dieser Norwegen-Reise und <strong><span style="color: #3366ff;"><a title="Verkatert in Garmisch" href="http://mymagictypewriter.com/ein-erholsames-wochenende-in-den-bergen/" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">Verkatert in Garmisch</span></a></span></strong>. Klar.</p>
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		<title>Whatsapp-Sex. Steckste nich drin.</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Jul 2013 17:02:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jule Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Achtung! Mädchenkrams.]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich benutze Whatsapp jeden Tag. Ich habe viele schöne Gruppen dort. Es geht um Treffen in Bars, neue Gerüchte und den Austausch schmackhafter Rezepte. Sehr praktisch. Neulich stehe ich im Bad, sehe aus wie Sau und hänge gerade Wäsche auf, als meine Online-Affäre anfängt, anzügliche Sachen zu schreiben. Ich finde es witzig und steige drauf [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ich benutze Whatsapp jeden Tag. Ich habe viele schöne Gruppen dort. Es geht um Treffen in Bars, neue Gerüchte und den Austausch schmackhafter Rezepte. Sehr praktisch.</p>
<p>Neulich stehe ich im Bad, sehe aus wie Sau und hänge gerade Wäsche auf, als meine Online-Affäre anfängt, anzügliche Sachen zu schreiben. Ich finde es witzig und steige drauf ein. &#8220;Oh ja, Baby. Ich bin heiß&#8221;, schicke ich zurück, während ich Baumwollschlüpper aufhänge und kichere.</p>
<p>Ich kriege ein Foto. Cool! Ich lade es runter.<br />
Es ist ein Penis. Es ist <i>sein</i> Penis! Ups, ach, anscheinend meint er es ernst mit diesem sexy Chat?</p>
<p>Ehrlich gesagt bin ich kein sexueller Mensch. Es gibt sogar Leute, die beschreiben mich als &#8220;so erotisch wie eine Tennissocke&#8221;<br />
Es ist mein erstes Penisfoto. Dreißig Jahre lang habe ich mich gegen digitale und analoge Erotikfotos gewehrt. Und jetzt starrt es mich unverhofft von meinem Handy an. Hallo Penis. Und siehe da, sooo schlimm ist es gar nicht. Im Gegenteil.<br />
Interessant.</p>
<p>Irgendwas sollte ich nun wohl zum Gemächt sagen. Ich schreibe was ansatzweise Gewagtes zurück. Ich muss noch über die Peinlichkeit des geschriebenen Wortes hinweg kommen. Worte mag ich ja eigentlich. &#8220;Leck meine Nippel, Tiger!&#8221;, schreibe ich im echten Leben aber selten. Und wenn, dann ganz bestimmt nur in nicht-sexuellen, ironischen Zusammenhängen.</p>
<p>&#8220;Ich will auch ein Bild von dir&#8221;, erwidert er. &#8220;Untenrum.&#8221;<br />
Von mir? Nee. Also nee. Da kann ich es ja gleich bei Instagram hochladen.<br />
&#8220;Biiiiitte!&#8221;, bettelt er.<br />
Na gut. Man könnte ja testweise mal &#8230;<br />
Ich mache ein Foto. Sekunden später starre ich auf das Ergebnis. Das gehört doch bitte nicht tatsächlich zu <i>meinem</i> Körper?? Die erotische Stimmung ist sofort komplett ruiniert. Niemals im Leben schicke ich das wem!<br />
Glücklicherweise gehen alle Bilder dieses Chats durch die Quality Assurance-Abteilung &#8211; also mich.<br />
Delete!</p>
<p>Das kann man bei normalem Sex zum Beispiel auch nicht. &#8220;Tschuldigung, ich müsste kurz meine Oberschenkel besser ausleuchten und meinen Unterleib zensieren.&#8221;</p>
<p>Wir schicken also Fotos hin und her. Hier mal ein Nippel, dort mal ein gekringeltes Schamhaar. Mein Kopfkino spielt komplett verrückt. Ich finde es super. Whatsapp-Sex! Das neue Ding!<br />
Vielleicht macht diese Art von Sex Sinn für mich? Eigentlich könnte es genau meine Art von Sex sein: ohne Anfassen, ohne Beine rasieren, ohne Verhütung, ohne Syphilis, ohne Walk of Shame.<br />
Ich bin on.</p>
<p>Und dann, plötzlich &#8211; zwischen all den versauten Worten und Bildern &#8211; ein Gedanke.</p>
<p>AUSZEIT!</p>
<p>Hatte ich gestern im Büro nicht zuerst mein Handy mit meiner Dropbox verknüpft und dann auch gleich noch alle Smartphones und Tablets der Firma? Für mehr Speicherplatz? Und schickt mein Handy nicht alle Fotos automatisch in die Dropbox?<br />
Werden folglich meine Vagina Dialoge gerade in Echtzeit auf das iPad mini meines Chefs gebeamt?<br />
Sollte dieses virtuelle Unterfangen in einem ganz anderen Höhepunkt gipfeln als geplant? Sollte alles anders (Achtung!) kommen?</p>
<p>Zu diesem Zeitpunkt ist mir längst klar: Eine gemeinsame Nacht im Chatverlauf nachlesen zu können hat nicht nur Vorteile. Tippen über Titten, schreiben übers Reiben, sinnieren übers Penetrieren? Generell super, aber „safety first“ &#8211; das gilt auch im virtuellen Raum.</p>
<p>Die gemeinsame Nacht beende ich nicht mit einem innigen Kuss, sondern mit den Worten: &#8220;Wenn das hier jemals jemand sieht, ich schwöre, dann hacke ich dir beide Beine ab!&#8221;</p>
<p>Am nächsten Morgen bin ich etwas früher im Büro und checke noch mal die Handys und Tablets. Nix. Na immerhin.</p>
<p>Ab und zu gehe ich auch noch auf www.dieschlampevonwhatsappnackt.com und suche nach Bildern von mir. Wahrscheinlich gibt es dann doch schönere Möglichkeiten zu lieben.<br />
Sollte ich mal ausprobieren.</p>
<p><img class="alignleft  wp-image-4081" alt="Chat_1005px" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Chat_1005px.jpg" width="640" height="520" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Dieser Text erschien auch im <span style="color: #3366ff;"><strong><a title="Intro-Magazin online" href="http://www.intro.de/news/newsfeatures/23072062/vom-winde-verwoehnt-kolumne-neues-aus-jules-welt" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">Intro-Magazin</span></a></strong></span>. Alle meine Intro-Texte gibt es <span style="color: #3366ff;"><strong><a title="Jule Müllers Intro-Profil" href="https://www.intro.de/logintro/916833" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">hier</span></a></strong></span>. Zu Facebook geht es <span style="color: #3366ff;"><strong><a title="My Magic Typewriter auf Facebook" href="https://www.facebook.com/MyMagicTypewriter" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">hier entlang</span></a></strong></span>.</p>
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		<title>Nord-Norwegen &#8211; Chronologie einer Reise</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Jul 2013 11:17:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jule Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf Reisen.]]></category>
		<category><![CDATA[Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr.]]></category>
		<category><![CDATA[x]]></category>

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		<description><![CDATA[Berlin Schönefeld, 10:25h Es geht nach Norwegen. Juchu! Beim Einstieg in das Flugzeug peitscht die eine Hälfte meiner Frisur gen Himmel, die andere in mein Gesicht. &#8220;Früher war mehr Glamour&#8221;, merkt mein Reisepartner in Crime Wolfi völlig richtig an. &#8211; Über Deutschland, 12:32h WiFi im Flugzeug? Irre! Wozu reden, wenn man Handies und iPads hat? Wolfi [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Berlin Schönefeld, 10:25h</strong></p>
<p>Es geht nach Norwegen. Juchu! Beim Einstieg in das Flugzeug peitscht die eine Hälfte meiner Frisur gen Himmel, die andere in mein Gesicht. &#8220;Früher war mehr Glamour&#8221;, merkt mein Reisepartner in Crime Wolfi völlig richtig an.</p>
<p>&#8211;</p>
<p><strong>Über Deutschland, 12:32h</strong></p>
<p>WiFi im Flugzeug? Irre!<br />
Wozu reden, wenn man Handies und iPads hat? Wolfi und ich sind 90 Minuten am chatten, checken, mailen, posten, tweeten, appsen, mapsen. So als wäre das Internet ein kostbares Geschenk.<br />
Und wenn wir jetzt abstürzen, können wir wenigstens noch schnell ein Video an die Liebsten whatsappen. Praktisch!</p>
<p>&#8211;</p>
<p><strong>Oslo, 15:06h</strong></p>
<p>Wir hocken am Flughafen. Zwischenstopp. Draußen regnet es. Wolfi sitzt neben mir und hackt wild auf sein iPad ein, ab und zu telefoniert er. Es geht um Scholle, Dessert und Cocktails für 124 Mann.<br />
Ich kriege Hunger. Da es auf dem ganzen Flughafen kein vegetarisches Sandwich gibt, vergnüge ich mich an der Salatbar. Zwischen Thunfischbergen und mayonnaisierten Scampis finde ich ab und zu ein verzehrbares Salatblatt oder eine Olive.<br />
An der Kasse zahle ich 30€ für den Billo-Salat und ein kleines Bier. Noch kann ich darüber lachen. Mal gucken, wie viel Spaß ich mit den Rechnungen am Ende dieser Reise haben werde.</p>
<p><img class="alignleft  wp-image-4101" alt="Lofoten_JuleMueller001" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Lofoten_JuleMueller001.jpg" width="640" height="318" /></p>
<p>&#8211;</p>
<p><strong>Bodø, 23:49h</strong></p>
<p>In unserem Hotel aus Pappmaché angekommen, finden wir heraus, dass das vermeintliche &#8220;Bodö&#8221; eher &#8220;Boda&#8221; ausgesprochen wird. Ich ziehe meine Version des Ortsnamen trotzdem weiter stur durch. Ich habe besseres zu tun, als mich mit Sprachwissenschaften zu beschäftigen: Es ist kurz vor Mitternacht und ich sonne mich. Dazu trinke ich Rum.<br />
Die Sonne berührt nicht mal annähernd den Horizont. Sie kreist einfach konstant parallel dazu. Alle zehn Minuten stellt jemand erneut völlig erstaunt fest: &#8220;Krass! Noch voll hell!&#8221;</p>
<p>Auf eines im Leben ist eigentlich immer Verlass: Die Sonne geht jeden Morgen auf und jeden Abend wieder unter.<br />
Norwegen schert sich aber einen Dreck um Konventionen. Die drehen die Lampen den ganzen Sommer lang für die Touristen voll auf. (Die für diesen Special Effect nötige Energie wird dann im Winter wieder eingespart.)</p>
<p><img class="alignleft  wp-image-4102" alt="Lofoten_JuleMueller002" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Lofoten_JuleMueller002.jpg" width="640" height="318" /></p>
<p>&#8211;</p>
<p><strong>Zwischen Bodø und Moskenes, 20:25h</strong></p>
<p>Vorhin haben wir den schönen Ralli vom Flughafen abgeholt. Unser Trio ist komplett, wir sind happy!</p>
<p><img class="alignleft  wp-image-4133" alt="Lofoten_JuleMueller007" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Lofoten_JuleMueller0071.jpg" width="640" height="318" /><br />
&nbsp;<br />
Jetzt sitzen wir in den kugeligen 50er-Jahre-Sesseln der VIP-Lounge auf der Fähre Landegode Richtung Lofoten. Vier Stunden Fahrt trennen das Festland von der Inselgruppe. Unser kleines Auto haben wir auf einem der unteren Decks stehen lassen.</p>
<p>An Deck ist es so windig, dass es kaum jemand länger als fünf Minuten dort aushält. Meine Frisur habe ich eh schon auf dem Festland gelassen. Meinen Look auch. Hier hat man andere Probleme, zum Beispiel Überleben: Meine Nase läuft, meine Augen tränen, von den Fingerspitzen hängen kleine Eiszapfen. Welch wunderbare Idee es doch war, den Sommerurlaub nördlich des Polarkreises zu verbringen. Strand kann ja jeder&#8230;</p>
<p>Wie haben es damals nur die Wikinger gemacht, ohne Hightech-Fähren, ohne WiFi, ohne Schokokekse, ohne Goretex?</p>
<p><img class="alignleft  wp-image-4117" alt="Lofoten_JuleMueller003" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Lofoten_JuleMueller003.jpg" width="640" height="318" /></p>
<p>&#8211;</p>
<p><strong>Zwischen Bodø und Moskenes, 23:33h</strong></p>
<p>Am Horizont tauchen die Lofoten auf. Die felsigen Inseln ragen wie eine große Wand aus dem diesigen Meer. Zackige Gipfel, von Schneeresten befleckt, zeichnen sich gegen den blassblauen Himmel ab. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man irgendwo auf diesem Steinhaufen Straßen bauen kann, geschweige denn leben.</p>
<p>Da man auch beim besten Willen keinen Hafen erkennen kann, positioniere ich mich vorsichtshalber nahe der Rettungsboote. Unter Umständen rammen wir gleich frontal die Klippen.</p>
<p>Norwegen ist groß. Wir werden ein Abenteuer erleben. Ich spüre das. Wir haben Lutschtabak, Rupaul&#8217;s Drag Race Allstars, drei Flaschen Schnaps, einen Kompass und Bock.<br />
Ralli neben mir sagt erstaunt: &#8220;Krass! Noch voll hell!&#8221; Dann legen wir an einem nebeligen der Felsen an und gehen von Bord.</p>
<p><img class="alignleft  wp-image-4105" alt="Lofoten_JuleMueller006" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Lofoten_JuleMueller006.jpg" width="640" height="318" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Welche lebensgefährlichen Abenteuer wir noch bei unserem Insel-Hopping im Nordmeer erlebt haben, erfahrt ihr nächste Woche in der Intro.</p>
<p>In der Zwischenzeit kommt mich doch auf <strong><span style="color: #3366ff;"><a title="My Magic Typewriter auf Facebook" href="https://www.facebook.com/MyMagicTypewriter" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">Facebook </span></a></span></strong>besuchen. Oder lest was zum Thema <strong><span style="color: #3366ff;"><a title="Ich nahm zwei Kilo ab. Es war der schönste Urlaub meines Lebens." href="http://mymagictypewriter.com/ich-nahm-zwei-kilo-ab-es-war-der-schonste-urlaub-meines-lebens/" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">Urlaub mit 16</span></a></span></strong>.<em id="__mceDel"><br />
</em></p>
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		<title>Rheingaudi – ein hessischer Reisebericht Teil 2</title>
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		<pubDate>Wed, 15 May 2013 20:38:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jule Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf Reisen.]]></category>
		<category><![CDATA[Ich liebe Deutscheland.]]></category>
		<category><![CDATA[Intro-Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr.]]></category>
		<category><![CDATA[x]]></category>
		<category><![CDATA[bauernhof]]></category>
		<category><![CDATA[der kleine hobbit]]></category>
		<category><![CDATA[hessen]]></category>
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		<category><![CDATA[veste otzberg]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich bin gebürtige Friedrichshainerin. Westdeutschland, wie es früher bei uns so schön hieß, blieb bislang von mir zu großen Teilen unerkundet. Da alle meine zugewanderten Freunde aus Hessen ständig von den Weinbergen und Flüssen und Feldern ihrer Heimat schwärmen, beschloss ich, mir dieses Bundesland mal genauer anzugucken. Der zweite Teil meiner Hessenreise führt mich in [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin gebürtige Friedrichshainerin. Westdeutschland, wie es früher bei uns so schön hieß, blieb bislang von mir zu großen Teilen unerkundet. Da alle meine zugewanderten Freunde aus Hessen ständig von den Weinbergen und Flüssen und Feldern ihrer Heimat schwärmen, beschloss ich, mir dieses Bundesland mal genauer anzugucken.</p>
<p>Der zweite Teil meiner Hessenreise führt mich in den Odenwald nach Ober-Klingen. Ich öffne die schwere Tür zum Bauernhof und werde von einem Rudel Junghunde übermannt. Einer hat sich in meinen Adidas-Schnürsenkeln verbissen, ein anderer hängt in meinem Hoodie, zwei baumeln von meiner Nikon. Ich belle.</p>
<div id="attachment_4014" class="wp-caption alignleft" style="width: 648px"><img class="size-full wp-image-4014" alt="Nur mit einem stabilen Schutzwall kann man sein Hab und Gut vor den Hundehooligans schützen." src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/storyboard007.jpg" width="638" height="422" /><p class="wp-caption-text">Nur mit einem stabilen Schutzwall kann man sein Hab und Gut vor den Hundehooligans schützen.</p></div>
<p>„<em>Könndest späde noch bei die Lämme gehn</em> (Frankfurter Plusquamperfekt) <em>un die fünf klaane midder Flasch füddern?</em>“, fragt Schäfer Jo. Wäre ich in diesem Moment nicht in einen mit grüner Masse gefüllten Schafspansen getreten – ich hätte ihn umarmt.<i><br />
</i></p>
<div id="attachment_4052" class="wp-caption alignleft" style="width: 648px"><img class="size-full wp-image-4052 " alt="Hessen_JuleMueller008" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Hessen_JuleMueller008.jpg" width="638" height="480" /><p class="wp-caption-text">So klein und schon an der Flasche hängen. Unter Hessens Lämmern leider trauriger Alltag.</p></div>
<p>Wir unternehmen eine Wanderung auf den berühmten Otzberg. Ich komme nicht umher, den Namen des Berges nur von einem Kichern begleitet auszusprechen. Auf dem Weg lerne ich, wie man einen Kranz aus Butterblumen flechtet. Als mich aus dem floralen Schmuckstück ein Käfer anglotzt, werfe ich alles zu Boden und trete so lange drauf, bis darin garantiert nichts mehr lebt. Angeekelt laufe ich weiter den Berg hinauf.</p>
<div id="attachment_4028" class="wp-caption alignleft" style="width: 648px"><img class="size-full wp-image-4028" alt="Feengleich bewege ich mich durch die verzauberten Wiesen der Region. Trendaccessoire Blumenkranz darf dabei nicht fehlen." src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/storyboard009.jpg" width="638" height="422" /><p class="wp-caption-text">Feengleich bewege ich mich durch die verzauberten Wiesen der Region. Trendaccessoire Blumenkranz darf dabei nicht fehlen.</p></div>
<p>Die Burg auf dem Otzberg beherbergt ein Museum. Am Eingang erzählt uns der Besitzer stolz, es gäbe im oberen Stock eine neue Hobbit-Ausstellung. „<em>Hat denn der kleine Hobbit etwas mit der Region Odenwald zu tun?</em>“, frage ich angemessenerweise. Es folgt eine detaillierte Erklärung, wie die 600 Exponate auf den Otzberg kamen. Offensichtlich gibt es zwischen Tolkien und Hessen keine Verbindung. Außer natürlich den samstäglichen Hobbit-Stammtisch im Café des Museums. Wir werden herzlich dazu eingeladen.</p>
<div id="attachment_4034" class="wp-caption alignleft" style="width: 648px"><img class="size-full wp-image-4034" alt="Im Museum der Veste Otzberg kann man dem Hollywood-Star Frodo hinten beim Gummibaum ganz nahe kommen." src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/storyboard013.jpg" width="638" height="303" /><p class="wp-caption-text">Im Museum der Veste Otzberg kann man dem Hollywood-Star Frodo hinten beim Gummibaum ganz nahe kommen.</p></div>
<p>Ich habe weder den kleinen Hobbit oder die Filme mit dem Ring gesehen, noch die entsprechenden Bücher gelesen. Vor einer Wohnzimmerszene des Museums bleibe ich stehen. Spontan würde ich sie so deuten:</p>
<p>Der Weihnachtsmann, ein Wikinger mit Tarnkappe, Helge Schneider und ein kleiner Junge mit Haaren auf den Füßen sitzen gemütlich bei einem Tonbecher Tee zusammen und bestaunen die Liv-Tyler-Tellersammlung, als plötzlich die alte, böse Hexe mit dem vergifteten Apfel den Schauplatz betritt.</p>
<p>Zumindest ich kriege sofort tierisch Gänsehaut und sehe mich in der Pflicht, einzugreifen. Ich schiebe eine Plexiglasscheibe gewaltsam aus der Verankerung, um in den Ausstellungsraum zu gelangen. Dort fungiere ich als Mediatorin und löse den Konflikt gewaltfrei. Mittelerde ist gerettet! Hurra!</p>
<div id="attachment_4035" class="wp-caption alignleft" style="width: 648px"><img class="size-full wp-image-4035" alt="Vulkanier sind sehr gastfreundlich. Und sogar die böse Hexe kommt irgendwann zur Vernunft." src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/storyboard014.jpg" width="638" height="303" /><p class="wp-caption-text">Vulkanier sind sehr gastfreundlich. Und sogar die böse Hexe kommt irgendwann zur Vernunft.</p></div>
<p>Zurück auf dem Bauernhof ruft die nächste kniffelige Aufgabe. Schäfer Jo und ich fahren mit dem Traktor zur Weide. An die 800 Schafe müssen auf eine andere Wiese umgesiedelt werden. Nachdem die neuen Zäune aufgebaut sind, kann es losgehen.</p>
<p>Ich stehe fröhlich mit meiner Kamera an der Leitplanke zur Landstraße und fokussiere die Schafe im Sucher. Gleich werden wir die paar hundert Meter gemütlich zum neuen Standpunkt trotten.</p>
<div id="attachment_4029" class="wp-caption alignleft" style="width: 648px"><img class="size-full wp-image-4029" alt="Schäfer Jo öffnet die Grenzen. Alles guckt. Für mich als Ossi ein ergreifender Moment." src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/storyboard010.jpg" width="638" height="422" /><p class="wp-caption-text">Schäfer Jo öffnet die Grenzen. Alles guckt. Für mich als Ossi ein ergreifender Moment.</p></div>
<p>Ich schraube noch an der Blende rum, als die Herde laut blökend wie eine Lawine den Berg hinunter auf mich zustürzt. Binnen Sekunden bin ich von einem Meer aus Wolle erfasst und werde auf die Straße gedrängt. Beim Versuch, der Gruppe zu entfliehen, kläffen mich zwei Hirtenhunde zurück in meine Herde. Ich rutsche auf einem Haufen Scheiße aus und falle in ein Lamm, das besessen nach meinen fragilen Fingern schnappt. Die Mutter eilt dem Jungen zur Hilfe und stößt mich mit ihrem Kopf zur Seite. Aua!</p>
<div id="attachment_4030" class="wp-caption alignleft" style="width: 648px"><img class="size-full wp-image-4030" alt="Wenn bei mir Massenpanik ausbricht, kann es schon mal sein, dass ich ein kleines Lamm zertrete." src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/storyboard011.jpg" width="638" height="422" /><p class="wp-caption-text">Wenn bei mir Massenpanik ausbricht, kann es schon mal sein, dass ich ein kleines Lamm zertrete.</p></div>
<p>Kriegsfotografie ist nichts für zarte Gemüter. Während ich eisern immer wieder auf den Auslöser drücke, muss mich der Schäfer aus der Menge ziehen.</p>
<p>Als endlich alle 800 Schafe und Lämmer auf der neuen Wiese stehen, bin ich von Kot verschmiert, habe ein offenes Knie und ein geplatztes Telefondisplay. Außerdem bin ich der glücklichste Mensch der Welt.</p>
<div id="attachment_4033" class="wp-caption alignleft" style="width: 648px"><img class="size-full wp-image-4033" alt="Geschafft. Die neue Weide gibt nicht nur viel Gras her, sondern auch einen fantastischen Blick auf den Otzberg und das Hobbit-Museum." src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/storyboard012.jpg" width="638" height="422" /><p class="wp-caption-text">Geschafft. Die neue Weide gibt nicht nur viel Gras her, sondern auch einen fantastischen Blick auf den Otzberg und das Hobbit-Museum.</p></div>
<p>Dieser Text erschien auch im <strong><span style="color: #3366ff;"><a title="Intro-Magazin online" href="https://www.intro.de/news/newsfeatures/23071788/vom-winde-verwoehnt-kolumne-neues-aus-jules-welt" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">Intro-Magazin</span></a></span></strong>. Alle meine Intro-Texte gibt es <strong><span style="color: #3366ff;"><a title="Jule Müllers Intro-Profil" href="https://www.intro.de/logintro/916833" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">hier</span></a></span></strong>.</p>
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		<title>Rheingaudi – ein hessischer Reisebericht Teil 1</title>
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		<pubDate>Mon, 13 May 2013 17:09:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jule Müller</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich bin gebürtige Friedrichshainerin. Westdeutschland, wie es früher bei uns so schön hieß, blieb bislang von mir zu großen Teilen unerkundet. Da alle meine zugewanderten Freunde aus Hessen ständig von den Weinbergen und Flüssen und Feldern ihrer Heimat schwärmen, beschloss ich, mir dieses Bundesland mal genauer anzugucken. Ich komme mit meinem Begleitschutz in Oestrich-Winkel im [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin gebürtige Friedrichshainerin. Westdeutschland, wie es früher bei uns so schön hieß, blieb bislang von mir zu großen Teilen unerkundet. Da alle meine zugewanderten Freunde aus Hessen ständig von den Weinbergen und Flüssen und Feldern ihrer Heimat schwärmen, beschloss ich, mir dieses Bundesland mal genauer anzugucken.</p>
<p>Ich komme mit meinem Begleitschutz in Oestrich-Winkel im Rheingau an. Omma Liesel, noch nie in meinem Leben gesehen, begrüßt mich mit einer herzlichen Umarmung. Sie trägt eine geblümte „<em>Kiddelschörz</em>“ und drückt jedem ein Glas „<em>foi Woische</em>“ in die Hand. Ich sei „<em>e goldisch Oos</em>“. Ich nicke, lächle höflich und trinke einfach alles aus, das mir eingeschenkt wird. Ich verstehe ehrlich gesagt kein Wort von dem, was sie erzählt. Und Omma Liesel erzählt viel. Es ist 14 Uhr und ich habe dezent einen sitzen. Ganz schön, dieses Hessen.</p>
<div id="attachment_4006" class="wp-caption alignleft" style="width: 648px"><img class="size-full wp-image-4006" alt="Omma Liesel aus Winkel (Obberbahn) hält seit 84 Jahren erfolgreich einen konstanten Pegel." src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/storyboard001.jpg" width="638" height="422" /><p class="wp-caption-text">Omma Liesel aus Winkel (Obberbahn) hält seit 84 Jahren erfolgreich einen konstanten Pegel.</p></div>
<p>Wir begeben uns auf die „<em>Romantik-Tour</em>“ nach Rüdesheim. Mit der Seilbahn geht es getreu dem Motto „<em>Über den Reben schweben</em>“ hoch zum Niederwalddenkmal. Der Elvis ist auch schon mal mit der Bahn gefahren, wusste Oma Liesel zu erzählen. Eventuell sprach sie aber auch von etwas ganz anderem.</p>
<div id="attachment_4007" class="wp-caption alignleft" style="width: 648px"><img class="size-full wp-image-4007" alt="Katzen-, Deutschland- und auch Brustfans kommen in Rüdesheim am Rhein voll auf ihre Kosten." src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/storyboard002.jpg" width="638" height="291" /><p class="wp-caption-text">Katzen-, Deutschland- und auch Brustfans kommen in Rüdesheim am Rhein voll auf ihre Kosten.</p></div>
<p>Die Seilbahn ist nicht ohne. Aus den in die Gegenrichtung fahrenden Gondeln schießen Besoffene mit Böllern auf uns. Ich mache es mir flach auf dem Bauch liegend zu den Füßen meiner Mitfahrer bequem und erinnere mich an Omma Liesels Geschichte von „<em>die letzde drei Granade vom Kriesch.</em>“ Jetzt weiß ich, wie sie sich damals fühlte.</p>
<div id="attachment_4008" class="wp-caption alignleft" style="width: 648px"><img class="size-full wp-image-4008" alt="Etwa 40 Meter über den rauen Weinbergklippen von Rüdesheim wird einem, nicht nur der Trunkenheit wegen, speiübel." src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/storyboard003.jpg" width="638" height="422" /><p class="wp-caption-text">Etwa 40 Meter über den rauen Weinbergklippen von Rüdesheim wird einem, nicht nur der Trunkenheit wegen, speiübel.</p></div>
<p>Oben angekommen schwingt die unverhältnismäßig große Germania kampfeslustig eine Fackel. Auf ihrem Sockel klettern Gruppen rotzeblauer Vatertagsausflügler mit fahrbaren Bierfässern und mobilen Holzkohlegrills umher – allesamt mit geöffneten Hosenställen und glasigen Augen. Ich spüle angeekelt eine Prinzenrolle Vollkorn mit einem doppelten Schoppen Weißwein runter.</p>
<div id="attachment_4010" class="wp-caption alignleft" style="width: 648px"><img class="size-full wp-image-4010" alt="Dunkle Vatertagswolken über dem Main. Oder wie der Fluss dort heißt." src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/storyboard004.jpg" width="638" height="291" /><p class="wp-caption-text">Dunkle Vatertagswolken über dem Main. Oder wie der Fluss dort heißt.</p></div>
<p>Später geht es mit einem Kreuzfahrtschiff den Rhein entlang am Binger Loch vorbei in die Wein-, Sekt- und Rosenstadt Eltville. Eltville verhält sich zum Wohnort meiner brandenburgischen Großeltern, Schenkendorf, in etwa wie Megan Fox zu Vera Int-Veen. Ostdörfer wurden aus grauem Staub und Asbest gebaut, Eltville aus Fachwerk und Rosen. Ich trinke einen Weincocktail mit Basilikum auf einer edlen Terrasse, während unter mir Kanadagansbabies im sonnigen Rhein planschen. In der Kirche von Eltville zünde ich eine Kerze an und wünsche mir, dass ich mich auf dieser Reise nicht öffentlich übergeben muss. Na, dann zeig mal, was du drauf hast, Mutter Maria.</p>
<div id="attachment_4011" class="wp-caption alignleft" style="width: 648px"><img class="size-full wp-image-4011" alt="Ich habe inzwischen an die zwei Liter Riesling intus und bin mir sicher, dass die Filmkulisse von Eltville der schönste Ort der Welt ist." src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/storyboard005.jpg" width="638" height="477" /><p class="wp-caption-text">Ich habe inzwischen an die zwei Liter Riesling intus und bin mir sicher, dass die Filmkulisse von Eltville der schönste Ort der Welt ist.</p></div>
<p>„<em>Was mer net esse, trinke mer</em>“, werden wir im Weingut Allendorf begrüßt. Dazu gibt es ein Glas Sekt. Natürlich. Inzwischen bin ich versucht, es heimlich in einen Blumenkübel zu gießen. Omma Liesel sitzt draußen mit ihrem Stammtisch „<em>Winkler Girls</em>“ und strahlt.</p>
<p>Im Weinkeller darf ich in ein 16.000-Liter-Fass gucken. Der Weinstein glitzert wie Diamantenstaub. Inzwischen kommt mir hier eh alles vor wie Disneyland. Ich bin begeistert.</p>
<div id="attachment_4012" class="wp-caption alignleft" style="width: 648px"><img class="size-full wp-image-4012" alt="„In Vino Veritas“, finde ich inzwischen auch. Man reiche mir eine Aspirin." src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/storyboard006.jpg" width="638" height="422" /><p class="wp-caption-text">„In Vino Veritas“, finde ich inzwischen auch. Man reiche mir eine Aspirin.</p></div>
<p>In meinem jugendlichen Übermut klettere ich auf einen großen Kirschbaum inmitten des Weingutes und brülle: „<em>Ich liebe Rheinland-Pfalz!</em>“</p>
<p>„<em>Ebe langts</em>“, ruft mir Omma Liesel von unten zu. Ich freue mich mit ihr und bestelle mir noch eine Rotweinschorle. Inzwischen bin ich quasi als Hessin wiedergeboren und ich kann euch sagen: <em>Des geht hnunner wie heilisch El.</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Dieser Text erschien auch im <strong><span style="color: #3366ff;"><a title="Intro-Magazin online" href="https://www.intro.de/news/newsfeatures/23071788/vom-winde-verwoehnt-kolumne-neues-aus-jules-welt" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">Intro-Magazin</span></a></span></strong>. Alle meine Intro-Texte gibt es <strong><span style="color: #3366ff;"><a title="Jule Müllers Intro-Profil" href="https://www.intro.de/logintro/916833" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">hier</span></a></span></strong>.</p>
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		<title>Mutter fragt nach: Augengel Roll-on Q10</title>
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		<pubDate>Fri, 03 May 2013 13:53:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jule Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Achtung! Mädchenkrams.]]></category>
		<category><![CDATA[Passt in keine Schublade.]]></category>
		<category><![CDATA[Teh Interwebs.]]></category>
		<category><![CDATA[augengel]]></category>
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		<category><![CDATA[kosmetik]]></category>
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		<category><![CDATA[rossmann]]></category>
		<category><![CDATA[Test]]></category>

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		<description><![CDATA[Liebes Rossmann-Team! Ich hielt neulich eines Ihrer Produkte in der Hand &#8211; den Isana men Augengel Roll-on Q10. Auf der Vorderseite der Verpackung werben Sie mit den Worten: Erfrischt und mildert Schwellungen. Viel mehr könnte man sich von einem Augengel wohl auch nicht erträumen. Was mich aber stutzig machte, war das kleine Sternchen hinter dem [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Liebes Rossmann-Team!</p>
<p>Ich hielt neulich eines Ihrer Produkte in der Hand &#8211; den Isana men Augengel Roll-on Q10. Auf der Vorderseite der Verpackung werben Sie mit den Worten: Erfrischt und mildert Schwellungen. Viel mehr könnte man sich von einem Augengel wohl auch nicht erträumen. Was mich aber stutzig machte, war das kleine Sternchen hinter dem Claim. Die Aussage, so liest man auf der Rückseite, beruht auf einer Testreihe, die mit 20 Probanden durchgeführt wurde.</p>
<p><img class="size-full wp-image-3996 alignleft" alt="Erfrischt und mildert Fältchen" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/media-20130409.png" width="167" height="600" />Mit Verlaub, aber: Was für eine wissenschaftliche Feldstudie soll das denn bitte sein?</p>
<p>Jetzt mal unter uns: Sie benutzen ja sicherlich auch ab und an eine Creme oder ein Deodorant. Was meinen Sie denn, an wie vielen Personen man die positive Eigenschaften Ihrer Kosmetikprodukte testen sollte, um auf der Verpackung eine verlässliche, fundierte Auskunft an die Konsumenten geben zu können? Womit wären Sie Pi mal Daumen zufrieden?</p>
<p>Dreihundert? Fünfhundert? Tausend vielleicht?</p>
<p>Ehrlich gesagt beunruhigt mich die Auskunft auf Ihrem Produkt eher, als dass sie mich in der Richtigkeit meines Kaufes bestätigt. Geht man nicht davon aus, dass Studien verlässlicher werden, je mehr Leute daran teilnehmen? Oder im Umkehrschluss: Umso weniger Probanden, desto ungenauer auch das Ergebnis?</p>
<p>Wäre es da nicht eleganter gewesen, es einfach ganz wegzulassen? Gesetzlich ist das Stützen einer Produktaussage durch eine empirische Studie wohl nicht verankert. Das vergleichbare Produkt aus dem Hause Balea wirbt zwar mit einem ähnlichen Inhalt, verzichtet aber auf ein Sternchen dahinter. Vielleicht auch nicht die feine Englische, aber weitaus weniger verdächtig.</p>
<p>Gut, Ihr Roll-On ist im unteren Preissegment angesiedelt, aber muss man die paar Produktproben, die ein erweiterter Test Sie gekostet hätte, wirklich einsparen?<br />
Sogar die von Familienduell haben sich die Mühe gemacht, für jede einzelne Runde 100 Leute zu befragen.</p>
<p>Ich möchte nicht unerwähnt lassen, dass auch andere internationale Firmen mit geringen Personenzahlen bei ihren Tests hervorstechen. Loreal Elvive Extraordinary Oil wirbt in England mit einer 92%igen Zufriedenheit ihrer Kundinnen. Bei 121 befragten Frauen. Wo Sie immerhin auf eine runde Anzahl von Probanden geachtet haben, ist sich Loreal auch für krumme Ziffern nicht zu schade.</p>
<p>Machen das also alle so und mir ist es nur noch nicht aufgefallen?</p>
<p>Außerdem würde mich noch interessieren, wie diese 20 Testpersonen ausgewählt wurden. Wenn ich einen solche Befragung durchführen müsste, kämen wahrscheinlich 50% der 20 Teilnehmer aus meiner eigenen Familie, 30% wären einfach furchtbar scharf auf die Gratisproben und 20% lägen während der Befragung im Koma.*</p>
<p>*Höchstwahrscheinlich, weil ihr Herzmedikament das beste auf dem Markt ist.**</p>
<p>**Getestet an 20 Personen.</p>
<p>Ich freue mich auf Ihre Antwort.</p>
<p>Viele Grüße.<br />
Ihre Kundin Jule Müller</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>____________________________</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Sehr geehrte Frau Müller,</p>
<p>für Ihre E-Mail und Ihre Kritik bedanken wir uns recht herzlich.</p>
<p>Gern nehmen wir zu Ihren Ausführungen wie folgt Stellung:</p>
<p>Das Produkt „ISANA“ Men Augengel Roll-On erfreut sich großer Beliebtheit und bislang sind keine Beschwerden oder Reklamationen hierzu eingegangen.</p>
<p>Alle Produkte sind vor Markteinführung sowohl in der Anwendung als auch bei einem externen Institut auf ihre Hautverträglichkeit untersucht worden. Wir führen zusätzlich einen strengen Epicutantest an 20 Probanden durch, bei dem auch sensible Häute sowie Neurodermitiker mit eingeschlossen werden. Nur wenn in diesem zusätzlichen Test nach 48h keine Reaktion auftritt, geben wir die Produkte für die Anwendung frei.</p>
<p>Studien und Wirksamkeitstests an 20 Personen sind nicht handelsuntypisch; auch andere Firmen oder Marken werben hiermit. Auch sind diese Studien mit 20 Probanden nicht weniger aussagekräftig als Studien mit 100 oder mehr Personen.</p>
<p>Neben Wirksamkeitstests werden alle Produkte auch einer Sicherheitsbewertung unterzogen, die das toxikologische Profil der Einzelsubstanzen und die Art der Anwendung der Produkte berücksichtigt.</p>
<p>Wir hoffen, Ihnen mit unseren Ausführungen zur Aufklärung des Sachverhaltes beigetragen zu haben und verbleiben</p>
<p>&nbsp;</p>
<div>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Heidi Zufall  (Anm.: Das muss Schicksal sein.)<br />
Kundenservice<br />
Dirk Rossmann GmbH</p>
</div>
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