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	<title>mymagictypewriter. &#187; praxis</title>
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	<description>ich.bin.deine.mutter.</description>
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		<title>Bin ich eigentlich wahnsinnig? Ein Coming Out.</title>
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		<pubDate>Fri, 08 Mar 2013 16:19:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jule Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ein schönes Bad in Selbstmitleid.]]></category>
		<category><![CDATA[Passt in keine Schublade.]]></category>
		<category><![CDATA[Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr.]]></category>
		<category><![CDATA[x]]></category>
		<category><![CDATA[bekloppt]]></category>
		<category><![CDATA[praxis]]></category>
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		<category><![CDATA[therapeut]]></category>
		<category><![CDATA[therapie]]></category>
		<category><![CDATA[wahnsinn]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist Januar 2012. Ich stehe vor der Haustür. Ich bin zwei Minuten zu spät. Ob das schon von meiner Zeit abgeht? Wäre mir auch recht. Erinnert sich hier jemand an den Zahnarztbesuch oder das Intimwaxing? Ähnliche Gemütslage. Wieder diese Stressflecken im Ausschnitt. Ich muss pinkeln, schwitzen, kotzen und flüchten. Gleichzeitig. Das Bungee-Syndrom macht sich [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist Januar 2012. Ich stehe vor der Haustür. Ich bin zwei Minuten zu spät. Ob das schon von meiner Zeit abgeht? Wäre mir auch recht. Erinnert sich hier jemand an den <span style="color: #3366ff;"><a title="Zahnärzte: ein Traum(a) in Weiß" href="http://mymagictypewriter.com/zahnarzte-ein-trauma-in-weis/"><span style="color: #3366ff;">Zahnarztbesuch</span></a></span> oder das <span style="color: #3366ff;"><a title="Wax and the City – die Pobacken-Konspiration." href="http://mymagictypewriter.com/wax-and-the-city-%e2%80%93-die-pobacken-konspiration/"><span style="color: #3366ff;">Intimwaxing</span></a></span>? Ähnliche Gemütslage. Wieder diese Stressflecken im Ausschnitt. Ich muss pinkeln, schwitzen, kotzen und flüchten. Gleichzeitig.<br />
Das Bungee-Syndrom macht sich in mir breit. Immer wieder frage ich mich: Was zur Hölle mache ich hier? Bin ich eigentlich wahnsinnig?<br />
Muss ja, schließlich klingle ich gerade zum ersten Mal bei meiner neuen Therapeutin…</p>
<p>Gibt es dort ein Wartezimmer? Muss ich dann mit Rain Man und Gilbert Grape in einem Raum sitzen und die Brigitte lesen? (Antworten: Nein, nein und nein.)</p>
<p>Eine Frau, die ich schon von ihrer Webseite kenne, öffnet mir die Tür und führt mich in ein Zimmer, in dem so gut wie nichts steht. Ein kleiner Tisch aus Glas, drei Stühle, das wars. Wo ist die Couch? Jedes Kind weiß, dass es beim Therapeuten eine Couch gibt. Für den Preis kann man ja auch wohl etwas Komfort erwarten! Sie zeigt auf einen Stuhl. Ich setze mich. Na, das kann ja was werden.</p>
<p><img class="alignleft  wp-image-2930" alt="" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/1.jpg" width="275" height="411" />Auf dem Tisch sehe ich eine Flasche Wasser, einen Wecker, eine Packung Taschentücher und ein Klemmbrett mit Stift. Wenigstens ein paar Klischees werden mir noch erfüllt.</p>
<p>Die Therapeutin ist vielleicht 40 und eine Mischung aus Lehrerin und Milf. Ihre vereinzelten grauen Haare in der dichten Frisur lassen sie überdurchschnittlich weise aussehen. Vielleicht ist sie keine klassische Schönheit, ich finde sie aber toll. Sie redet wie jemand, der sich tatsächlich für meine Probleme interessiert. Wahnsinn.</p>
<p>Sie schenkt mir Wasser ein, dann fasst sie noch mal die Fakten zusammen, die sie sich in Telefonaten mit mir gesammelt hat. Ich habe Schüttelfrost. Ich möchte auf keinen Fall etwas sagen müssen. Dann stellt sie mir eine Frage. Jetzt erwartet sie bestimmt, dass ich irgendwas antworte.</p>
<p>Nicht, dass sie denkt, ich hätte einen Dachschaden? Der erste Satz <em>muss</em> sitzen. Ich muss sie sofort davon überzeugen, dass ich total sane bin. Das ist momentan tatsächlich meine größte Sorge. Sollte ich es mir ihr besprechen oder ist das wie wenn man &#8220;Google&#8221; googlet?</p>
<p>So richtig bekloppt bin ja auch gar nicht.<br />
Okay, ich sortiere Dinge vielleicht zwanghaft nach Farben und muss das Licht immer dreimal an- und ausschalten, wenn ich das Haus verlasse.<br />
Und ich habe da dieses Problem.<br />
Oh Gott, ich wusste es! Ich hab nicht mehr alle Murmeln in der Hütte!! Schon bald werde ich die Upper und Downer wie Smarties fressen!</p>
<p>Ich breche, auch für mich eher unerwartet, in Tränen aus.<br />
Die Therapeutin reicht mir eines der Taschentücher. Ich putze mir beschämt die Nase. Ich möchte mich verstecken. Es gibt hier aber nichts. Vielleicht hat das minimalistische Mobiliar sogar einen Zweck?</p>
<p>Wir sagen eine Weile nichts. Die Therapeutin nickt langsam und abwesend mit dem Kopf. So als würde sie nachdenken. Ich gucke auf die Uhr. 60 Sekunden vergehen. Das ist 1,60€! Bestimmt sucht sie nicht nach einer Lösung für mein Problem, sondern geht im Geiste die neue Pelz-Lösche-Kollektion nach geeigneten Nerzen durch. Ich räuspere mich. Sie guckt mich an. Dann sagt sie: Erzählen sie doch mal, Frau Müller.</p>
<p>Ich trinke einen extra großen Schluck Wasser, obwohl ich schon jetzt tierisch aufs Klo muss. Hauptsache Zeit schinden. Dann erzähle ich. Sie schreibt auf ihrem Klemmbrett alles wacker mit. Aus Kostengründen spreche ich sehr schnell. Währenddessen frage ich mich, was sie so notiert. In der Schule habe ich auch lieber Sonnen und Vierecke gemalt, als mitzuschreiben. Oder steht da vielleicht sogar schon die Diagnose?</p>
<p>Sie fragt mich nach Männern, Beziehungen. Völlig off-topic. Ich sei zwar momentan allein, es sei aber gar kein Problem, lüge ich. Bloß nicht noch mehr potentielle Gesprächsthemen schaffen. Das kostet ja nur wieder unnötig. Sie erzählt mir außerdem von einer lösungsorientierten Therapieform, die sie gerne anwenden würde. Klingt wie eine Mischung aus Scharade, Geisterbeschwörung und über glühende Kohlen laufen.</p>
<p>Gar. Keinen. Bock.</p>
<p>Nach 60 Minuten darf ich gehen. Ich übergebe ihr das Geld in bar. Wie einem Callgirl. Nächstes Mal überweise ich, vielleicht tut das weniger weh.</p>
<p>Als ich aus der Tür rausgehe, fühle ich mich ausgelaugt, verwirrt, erwachsen, arm, aber auch irgendwie stolz.<br />
Alles wird gut.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>PS:</p>
<p>Wer auch mal rausfinden möchte, ob er noch alle Tassen im Schrank hat, geht am besten wie folgt vor: Besucht euren Hausarzt und erzählt von eurem Problem. Ihn wird das nicht weiter jucken, er wird nicht komisch gucken, der hört das täglich. Der ist froh, dass ihr keinen eitrigen Abszess am Arsch habt. Streut am besten die Buzzwörter „Tabletten“, „arbeitsunfähig“ und „Pulsadern“ ein. Das sollte reichen, um 20 Stunden verschrieben zu bekommen. Passt aber auf, dass ihr nicht sofort zwangseingewiesen werdet.</p>
<p>Therapie ist Wellness fürs Gehirn. Ihr werdet es nicht bereuen. Es war zumindest die beste Entscheidung, die ich jemals getroffen habe. Und was hat man schon groß zu verlieren, außer seiner Würde, eventuell Geld und dem Ansehen in der Gesellschaft? Eure Freunde werden euch deswegen nicht weniger lieben. Im Gegenteil. Ihr werdet euren Bekloppten-Bonus lange ausspielen können.<br />
Mal keinen Bock auf Socializen? Jeder wird’s verstehen.<br />
Lust, sich in der Öffentlichkeit akribisch einzelne Haare auszureißen? Jeder wird’s ignorieren.<br />
Sich umherfahren, bekochen und in den Arm nehmen lassen? Jeder wird’s machen.</p>
<p>Und es sind auch die Freunde, die einem die sinnvollsten Dinge mit auf den Weg geben: <em id="__mceDel">„Freue mich schon, wenn du geheilt bist. Sag deiner Therapeutin aber, du brauchst noch einen Rest-Wahnsinn für deine Kunst.“</em></p>
<p>Danke dafür. Ihr wisst, wer ihr seid.</p>
<div id="attachment_3672" class="wp-caption alignleft" style="width: 650px"><img class="size-full wp-image-3672 " alt="Heute bin ich eine geheilte Frau." src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Foto-am-22-05-2012-um-17.37.jpg" width="640" height="480" /><p class="wp-caption-text">Heute bin ich eine geheilte, glückliche Frau. Und lebe in Paris.</p></div>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;">Das hier gefällt dir übrigens auch:</p>
<p style="text-align: center;"><strong><span style="color: #b608d8;"><a title="Auf Drogensuche mit dem dicken Rolf* (*Name und Statur geändert)" href="http://mymagictypewriter.com/auf-drogensuche-mit-dem-dicken-rolf-name-und-statur-geandert/"><span style="color: #b608d8;"><span style="color: #b616de;">Auf Drogensuche mit dem dicken Rolf.</span></span></a></span></strong><br />
<strong><span style="color: #b608d8;"> <a title="mein (alter) ego dreht durch." href="http://mymagictypewriter.com/mein-alter-ego-dreht-durch/"><span style="color: #b608d8;">Mein Alter Ego dreht durch.</span></a></span></strong><br />
<strong><span style="color: #b608d8;"> <a title="Der ganz normale Fieber-Wahnsinn." href="http://mymagictypewriter.com/der-ganz-normale-fieber-wahnsinn/"><span style="color: #b608d8;"><span style="color: #b616de;">Der ganz normale Fieberwahnsinn.</span> </span></a></span></strong></p>
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		<title>Zahnärzte: ein Traum(a) in Weiß</title>
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		<pubDate>Tue, 25 Oct 2011 10:40:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jule Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Achtung! Mädchenkrams.]]></category>
		<category><![CDATA[Ein schönes Bad in Selbstmitleid.]]></category>
		<category><![CDATA[Ich liebe Deutscheland.]]></category>
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		<category><![CDATA[Selbstversuch of Death.]]></category>
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		<description><![CDATA[Zahnärzte sind nach Desinfektion stinkende, geldgeile Sadisten, die es im täglichen Leben unbedingt zu meiden gilt. Fakt. (Ausnahme: Schmalli. Auch Fakt.) Neulich war ich so mutig und machte einen Termin bei einem. Kam auch für mich komplett überraschend. Bei der Abwägung Zahnarztbesuch versus Zahnschmerz gewann aber leider zweiteres den Battle der Emotionen. Das letzte Mal [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Zahnärzte sind nach Desinfektion stinkende, geldgeile Sadisten, die es im täglichen Leben unbedingt zu meiden gilt. Fakt.<br />
(Ausnahme: Schmalli. Auch Fakt.)</p>
<p>Neulich war ich so mutig und machte einen Termin bei einem. Kam auch für mich komplett überraschend. Bei der Abwägung Zahnarztbesuch versus Zahnschmerz gewann aber leider zweiteres den Battle der Emotionen.</p>
<p>Das letzte Mal beim Zahnarzt war ich in England. Mein Ex zwang mich hin. (Weil er auch zu den fiesen Menschen gehörte.) Ich war mir sicher, dass nach vier Jahren der aktiven Verdrängung des Themas ‘Zahnarztbesuch‘ <em>mindestens</em> eine Generalrestaurierung des Kiefers anstand. Der Arzt hatte seine für deutsche Verhältnisse untragbare Praxis in einem Londoner Reihenhaus mit Ekelteppich, typischer Brit-Tapete und welligen Kunstdrucken. Im engen Treppenaufgang blieb ich hinter meinem Ex zurück. Als mir der erste Schwall Zahnarztgeruch in die Nase stieg, schrillte mein Hirn so laut, dass ich mich umdrehen und wieder auf die Straße laufen musste. (Was ist das eigentlich für ein Geruch? Chloroform? Ether? Selbstgebrannter? GHB?)<br />
Ich wusste, dass Verstecken kindisch wäre. Also wartete ich, bis ich abgeholt und an der Hand nach drinnen geführt wurde. Überflüssigerweise fing ich an zu heulen. Der gemusterte Teppich machte mir Angst. Als der Arzt das erste Mal aus seinem Zimmer lugte und mich sah, musste er lachen.<br />
“Promise youre not gonna drill!“, begann ich die Verhandlungen. Er versprach, ich ließ mich untersuchen. Dann bohrte er. Ich überlebte. Und war später das stolzeste Mädchen Ost-Londons.</p>
<p>Damals beschloss ich regelmäßig zu gehen. Das war vor knapp drei Jahren. Vorsätze sind ja da, um sie zu brechen und bei nächster Gelegenheit neu zu fassen.</p>
<p>Ich bin also beim Zahnarzt am Hackeschen Markt. Es ist 20h. Business-Sprechstunde.</p>
<p><a href="http://mymagictypewriter.com/zahnarzte-ein-trauma-in-weis/p20111017-195403/" rel="attachment wp-att-949"><img class="aligncenter size-full wp-image-949" title="p20111017-195403" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/p20111017-195403.jpg" alt="" width="640" height="389" /></a><span id="more-945"></span><br />
Alles ist weiß. Und grün. Und strahlt irgendwie. Es läuft Entspannungsmusik. Es riecht kein bisschen nach Zahnarzt. Wieso nicht? Wird hier etwa nicht ordentlich desinfiziert? Im Wartezimmer blühen Pflanzen von den Wänden. Die Sprechstundenhilfe spricht mit mir als sei sie Therapeutin. Mit sanfter Stimme und furchtbar freundlich. Ich bin nicht beim Zahnarzt, ich bin im Spa. Ehrlich! Alle sehen jung, frisch und irgendwie heiß aus. Kurz bin ich traurig, dass ich mich nicht für den behandelnden Arzt entschieden habe.</p>
<p><a href="http://mymagictypewriter.com/zahnarzte-ein-trauma-in-weis/p20111017-194835/" rel="attachment wp-att-946"><img class="aligncenter size-full wp-image-946" title="p20111017-194835" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/p20111017-194835.jpg" alt="" width="640" height="480" /><br />
</a></p>
<p>Als ich so da sitze und warte sinkt meine Laune auf minus sieben (auf einer Skala von eins bis zehn). Ich stehe auf, laufe hin und her und komme mir dabei selbst komisch vor. Hoffentlich haben die da vorne keine Kamera.</p>
<p>Meine Mutter wurde damals in der Poliklinik in Brandenburg beim Zahnarzt in Massenabfertigungshallen so gefoltert, dass sie total glücklich ist heutzutage überhaupt zu einer menschenwürdigen Behandlung gehen zu dürfen. Ihre Erinnerungen an prähistorische Dentalzeiten ändern an meinen Gefühlen aber nichts. Ich schmeiße ja auch ohne Reue Kartoffelschalen weg, während meine Oma die lieber aufheben würde.</p>
<p>Dann gehe ich aufs Klo. Auch dort läuft Musik, die Handtücher sind sauber gerollt, die Fliesen blitzen. Ich gucke in den Spiegel. Vom Kinn bis tief ins Decolletee ziehen sich dunkelrote Stressflecken. Ich sehe aus wie ein anaphylaktischer Schocker. Bleibt eigentlich noch Zeit zur Flucht? Vielleicht hätte ich die Sprechstundenhilfe am Eingang in einer starken Minute nicht vorwarnen sollen. Ich bin gefangen auf Arztcatraz. Dentophobia The Sequal.</p>
<p><a href="http://mymagictypewriter.com/zahnarzte-ein-trauma-in-weis/p20111017-200029-1-1/" rel="attachment wp-att-950"><img class="aligncenter size-full wp-image-950" title="p20111017-200029-1-1" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/p20111017-200029-1-1.jpg" alt="" width="338" height="481" /></a></p>
<p>Während ich beim<span style="color: #3366ff;"> <a title="Waxing für Anfänger" href="http://mymagictypewriter.com/waxing-fur-anfanger/" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">Intimwaxing</span></a></span> damals die Vorteile des zu erwartenden Outcomes schon vor der Behandlung konkret benennen konnte, ist das einzige das mir zum Thema Zahnarzt einfällt: Wenn du jetzt gehst, dann <em>könntest</em> du <em>eventuell</em> weniger Schmerzen beim nächsten  Besuch haben. Das ist mir nicht konkret genug. Das rechtfertigt das Grauen nun wirklich in keinster Weise.</p>
<p>“Frau Müller bitte?“<br />
Durchatmen. Du kannst jederzeit vom Stuhl springen und die Polizei rufen. Ich gehe in den Raum und setze mich auf den hellen Lederstuhl.<br />
Frau Fleck fragt mich, warum ich da sei.<br />
“Ich will um die Uhrzeit wirklich nicht meckern, aber ich habe Panik“, sage ich, während ich die Geräte auf der Ablage vor mir scanne. „Doll.“<br />
Sie legt ihre Hand auf meinen Arm. “Wir gucken erstmal nach, Frau Müller. Sie müssen keine Angst haben.“<br />
Irgendwie ist sie sympathisch. Kann nicht viel älter sein als ich. Weiß die überhaupt wo sie hinbohren muss? Ich würde lieber mit ihr ein Bier trinken gehen.<br />
Sie guckt mir in den Mund. Ich fühle meine Stressflecken mit jedem Herzschlag aufblinken.<br />
“Ach, sie haben aber niedliche Weisheitszähne. Haben sie die schon mal gesehen?“<br />
“Nein?“ Es ist wirklich schwierig Zähne hinten oben  im Kiefer zu betrachten&#8230;<br />
Sie nimmt einen Stift mit Kamera und projiziert meinen Backenzahn auf einen 27-Zoll-Screen vor meinem Gesicht.<br />
Als ich das letzte Mal beim Zahnarzt war, hat man noch mit Hammer und Meißel behandelt. Ich bin beeindruckt. Kann ich das Bild gleich per Voice Command ins Netz beamen?<br />
Dann macht sie Fotos von einem kleinen Riss im Schneidezahn, von der Wurzelbehandlung, von der Füllung aus England (“Keine schöne Arbeit.“ &#8211; “Dafür aber umsonst.“) und von meinem einseitigen Kreuzbiss. Die Galerie meines Mundes ist wirklich nur mäßig schön. Aber irgendwie auch geil. Hatte ich noch nie gezeigt bekommen.<br />
Jeden Schritt ihrer Untersuchung kommentiert sie ausgiebig. Den Unterschied zwischen Krone und Inlay darf ich sogar selbst an einem Klappergebiss erfühlen.<br />
So schlimm war das im Nachhinein betrachtet alles gar nicht. Vielleicht aber auch nur, weil sie nur geguckt hat.</p>
<p><strong>Wer als erster errät wie viele Zähne genetisch nicht in meiner Orofazialebene angelegt sind, darf mich bei einem der folgenden Termine zum Zahnarzt begleiten: 03.11. um 13:30h, 4.11. um 8:30h oder 9.11. ebenfalls um 8:30h. </strong><br />
<strong>Meet &amp; Greet mit Frau Fleck. Good luck!</strong></p>
<p>PS: Suche Zweitjob für ein Inlay.</p>
<p>&nbsp;</p>
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