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	<title>mymagictypewriter. &#187; Passt in keine Schublade.</title>
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	<description>ich.bin.deine.mutter.</description>
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		<title>Mutter fragt nach: Augengel Roll-on Q10</title>
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		<pubDate>Fri, 03 May 2013 13:53:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jule Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Achtung! Mädchenkrams.]]></category>
		<category><![CDATA[Passt in keine Schublade.]]></category>
		<category><![CDATA[Teh Interwebs.]]></category>
		<category><![CDATA[augengel]]></category>
		<category><![CDATA[isana]]></category>
		<category><![CDATA[isana men]]></category>
		<category><![CDATA[kosmetik]]></category>
		<category><![CDATA[kundenservice]]></category>
		<category><![CDATA[probanden]]></category>
		<category><![CDATA[rossmann]]></category>
		<category><![CDATA[Test]]></category>

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		<description><![CDATA[Liebes Rossmann-Team! Ich hielt neulich eines Ihrer Produkte in der Hand &#8211; den Isana men Augengel Roll-on Q10. Auf der Vorderseite der Verpackung werben Sie mit den Worten: Erfrischt und mildert Schwellungen. Viel mehr könnte man sich von einem Augengel wohl auch nicht erträumen. Was mich aber stutzig machte, war das kleine Sternchen hinter dem [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Liebes Rossmann-Team!</p>
<p>Ich hielt neulich eines Ihrer Produkte in der Hand &#8211; den Isana men Augengel Roll-on Q10. Auf der Vorderseite der Verpackung werben Sie mit den Worten: Erfrischt und mildert Schwellungen. Viel mehr könnte man sich von einem Augengel wohl auch nicht erträumen. Was mich aber stutzig machte, war das kleine Sternchen hinter dem Claim. Die Aussage, so liest man auf der Rückseite, beruht auf einer Testreihe, die mit 20 Probanden durchgeführt wurde.</p>
<p><img class="size-full wp-image-3996 alignleft" alt="Erfrischt und mildert Fältchen" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/media-20130409.png" width="167" height="600" />Mit Verlaub, aber: Was für eine wissenschaftliche Feldstudie soll das denn bitte sein?</p>
<p>Jetzt mal unter uns: Sie benutzen ja sicherlich auch ab und an eine Creme oder ein Deodorant. Was meinen Sie denn, an wie vielen Personen man die positive Eigenschaften Ihrer Kosmetikprodukte testen sollte, um auf der Verpackung eine verlässliche, fundierte Auskunft an die Konsumenten geben zu können? Womit wären Sie Pi mal Daumen zufrieden?</p>
<p>Dreihundert? Fünfhundert? Tausend vielleicht?</p>
<p>Ehrlich gesagt beunruhigt mich die Auskunft auf Ihrem Produkt eher, als dass sie mich in der Richtigkeit meines Kaufes bestätigt. Geht man nicht davon aus, dass Studien verlässlicher werden, je mehr Leute daran teilnehmen? Oder im Umkehrschluss: Umso weniger Probanden, desto ungenauer auch das Ergebnis?</p>
<p>Wäre es da nicht eleganter gewesen, es einfach ganz wegzulassen? Gesetzlich ist das Stützen einer Produktaussage durch eine empirische Studie wohl nicht verankert. Das vergleichbare Produkt aus dem Hause Balea wirbt zwar mit einem ähnlichen Inhalt, verzichtet aber auf ein Sternchen dahinter. Vielleicht auch nicht die feine Englische, aber weitaus weniger verdächtig.</p>
<p>Gut, Ihr Roll-On ist im unteren Preissegment angesiedelt, aber muss man die paar Produktproben, die ein erweiterter Test Sie gekostet hätte, wirklich einsparen?<br />
Sogar die von Familienduell haben sich die Mühe gemacht, für jede einzelne Runde 100 Leute zu befragen.</p>
<p>Ich möchte nicht unerwähnt lassen, dass auch andere internationale Firmen mit geringen Personenzahlen bei ihren Tests hervorstechen. Loreal Elvive Extraordinary Oil wirbt in England mit einer 92%igen Zufriedenheit ihrer Kundinnen. Bei 121 befragten Frauen. Wo Sie immerhin auf eine runde Anzahl von Probanden geachtet haben, ist sich Loreal auch für krumme Ziffern nicht zu schade.</p>
<p>Machen das also alle so und mir ist es nur noch nicht aufgefallen?</p>
<p>Außerdem würde mich noch interessieren, wie diese 20 Testpersonen ausgewählt wurden. Wenn ich einen solche Befragung durchführen müsste, kämen wahrscheinlich 50% der 20 Teilnehmer aus meiner eigenen Familie, 30% wären einfach furchtbar scharf auf die Gratisproben und 20% lägen während der Befragung im Koma.*</p>
<p>*Höchstwahrscheinlich, weil ihr Herzmedikament das beste auf dem Markt ist.**</p>
<p>**Getestet an 20 Personen.</p>
<p>Ich freue mich auf Ihre Antwort.</p>
<p>Viele Grüße.<br />
Ihre Kundin Jule Müller</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>____________________________</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Sehr geehrte Frau Müller,</p>
<p>für Ihre E-Mail und Ihre Kritik bedanken wir uns recht herzlich.</p>
<p>Gern nehmen wir zu Ihren Ausführungen wie folgt Stellung:</p>
<p>Das Produkt „ISANA“ Men Augengel Roll-On erfreut sich großer Beliebtheit und bislang sind keine Beschwerden oder Reklamationen hierzu eingegangen.</p>
<p>Alle Produkte sind vor Markteinführung sowohl in der Anwendung als auch bei einem externen Institut auf ihre Hautverträglichkeit untersucht worden. Wir führen zusätzlich einen strengen Epicutantest an 20 Probanden durch, bei dem auch sensible Häute sowie Neurodermitiker mit eingeschlossen werden. Nur wenn in diesem zusätzlichen Test nach 48h keine Reaktion auftritt, geben wir die Produkte für die Anwendung frei.</p>
<p>Studien und Wirksamkeitstests an 20 Personen sind nicht handelsuntypisch; auch andere Firmen oder Marken werben hiermit. Auch sind diese Studien mit 20 Probanden nicht weniger aussagekräftig als Studien mit 100 oder mehr Personen.</p>
<p>Neben Wirksamkeitstests werden alle Produkte auch einer Sicherheitsbewertung unterzogen, die das toxikologische Profil der Einzelsubstanzen und die Art der Anwendung der Produkte berücksichtigt.</p>
<p>Wir hoffen, Ihnen mit unseren Ausführungen zur Aufklärung des Sachverhaltes beigetragen zu haben und verbleiben</p>
<p>&nbsp;</p>
<div>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Heidi Zufall  (Anm.: Das muss Schicksal sein.)<br />
Kundenservice<br />
Dirk Rossmann GmbH</p>
</div>
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		<title>Bin ich eigentlich wahnsinnig? Ein Coming Out.</title>
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		<pubDate>Fri, 08 Mar 2013 16:19:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jule Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ein schönes Bad in Selbstmitleid.]]></category>
		<category><![CDATA[Passt in keine Schublade.]]></category>
		<category><![CDATA[Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr.]]></category>
		<category><![CDATA[x]]></category>
		<category><![CDATA[bekloppt]]></category>
		<category><![CDATA[praxis]]></category>
		<category><![CDATA[probleme]]></category>
		<category><![CDATA[therapeut]]></category>
		<category><![CDATA[therapie]]></category>
		<category><![CDATA[wahnsinn]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist Januar 2012. Ich stehe vor der Haustür. Ich bin zwei Minuten zu spät. Ob das schon von meiner Zeit abgeht? Wäre mir auch recht. Erinnert sich hier jemand an den Zahnarztbesuch oder das Intimwaxing? Ähnliche Gemütslage. Wieder diese Stressflecken im Ausschnitt. Ich muss pinkeln, schwitzen, kotzen und flüchten. Gleichzeitig. Das Bungee-Syndrom macht sich [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist Januar 2012. Ich stehe vor der Haustür. Ich bin zwei Minuten zu spät. Ob das schon von meiner Zeit abgeht? Wäre mir auch recht. Erinnert sich hier jemand an den <span style="color: #3366ff;"><a title="Zahnärzte: ein Traum(a) in Weiß" href="http://mymagictypewriter.com/zahnarzte-ein-trauma-in-weis/"><span style="color: #3366ff;">Zahnarztbesuch</span></a></span> oder das <span style="color: #3366ff;"><a title="Wax and the City – die Pobacken-Konspiration." href="http://mymagictypewriter.com/wax-and-the-city-%e2%80%93-die-pobacken-konspiration/"><span style="color: #3366ff;">Intimwaxing</span></a></span>? Ähnliche Gemütslage. Wieder diese Stressflecken im Ausschnitt. Ich muss pinkeln, schwitzen, kotzen und flüchten. Gleichzeitig.<br />
Das Bungee-Syndrom macht sich in mir breit. Immer wieder frage ich mich: Was zur Hölle mache ich hier? Bin ich eigentlich wahnsinnig?<br />
Muss ja, schließlich klingle ich gerade zum ersten Mal bei meiner neuen Therapeutin…</p>
<p>Gibt es dort ein Wartezimmer? Muss ich dann mit Rain Man und Gilbert Grape in einem Raum sitzen und die Brigitte lesen? (Antworten: Nein, nein und nein.)</p>
<p>Eine Frau, die ich schon von ihrer Webseite kenne, öffnet mir die Tür und führt mich in ein Zimmer, in dem so gut wie nichts steht. Ein kleiner Tisch aus Glas, drei Stühle, das wars. Wo ist die Couch? Jedes Kind weiß, dass es beim Therapeuten eine Couch gibt. Für den Preis kann man ja auch wohl etwas Komfort erwarten! Sie zeigt auf einen Stuhl. Ich setze mich. Na, das kann ja was werden.</p>
<p><img class="alignleft  wp-image-2930" alt="" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/1.jpg" width="275" height="411" />Auf dem Tisch sehe ich eine Flasche Wasser, einen Wecker, eine Packung Taschentücher und ein Klemmbrett mit Stift. Wenigstens ein paar Klischees werden mir noch erfüllt.</p>
<p>Die Therapeutin ist vielleicht 40 und eine Mischung aus Lehrerin und Milf. Ihre vereinzelten grauen Haare in der dichten Frisur lassen sie überdurchschnittlich weise aussehen. Vielleicht ist sie keine klassische Schönheit, ich finde sie aber toll. Sie redet wie jemand, der sich tatsächlich für meine Probleme interessiert. Wahnsinn.</p>
<p>Sie schenkt mir Wasser ein, dann fasst sie noch mal die Fakten zusammen, die sie sich in Telefonaten mit mir gesammelt hat. Ich habe Schüttelfrost. Ich möchte auf keinen Fall etwas sagen müssen. Dann stellt sie mir eine Frage. Jetzt erwartet sie bestimmt, dass ich irgendwas antworte.</p>
<p>Nicht, dass sie denkt, ich hätte einen Dachschaden? Der erste Satz <em>muss</em> sitzen. Ich muss sie sofort davon überzeugen, dass ich total sane bin. Das ist momentan tatsächlich meine größte Sorge. Sollte ich es mir ihr besprechen oder ist das wie wenn man &#8220;Google&#8221; googlet?</p>
<p>So richtig bekloppt bin ja auch gar nicht.<br />
Okay, ich sortiere Dinge vielleicht zwanghaft nach Farben und muss das Licht immer dreimal an- und ausschalten, wenn ich das Haus verlasse.<br />
Und ich habe da dieses Problem.<br />
Oh Gott, ich wusste es! Ich hab nicht mehr alle Murmeln in der Hütte!! Schon bald werde ich die Upper und Downer wie Smarties fressen!</p>
<p>Ich breche, auch für mich eher unerwartet, in Tränen aus.<br />
Die Therapeutin reicht mir eines der Taschentücher. Ich putze mir beschämt die Nase. Ich möchte mich verstecken. Es gibt hier aber nichts. Vielleicht hat das minimalistische Mobiliar sogar einen Zweck?</p>
<p>Wir sagen eine Weile nichts. Die Therapeutin nickt langsam und abwesend mit dem Kopf. So als würde sie nachdenken. Ich gucke auf die Uhr. 60 Sekunden vergehen. Das ist 1,60€! Bestimmt sucht sie nicht nach einer Lösung für mein Problem, sondern geht im Geiste die neue Pelz-Lösche-Kollektion nach geeigneten Nerzen durch. Ich räuspere mich. Sie guckt mich an. Dann sagt sie: Erzählen sie doch mal, Frau Müller.</p>
<p>Ich trinke einen extra großen Schluck Wasser, obwohl ich schon jetzt tierisch aufs Klo muss. Hauptsache Zeit schinden. Dann erzähle ich. Sie schreibt auf ihrem Klemmbrett alles wacker mit. Aus Kostengründen spreche ich sehr schnell. Währenddessen frage ich mich, was sie so notiert. In der Schule habe ich auch lieber Sonnen und Vierecke gemalt, als mitzuschreiben. Oder steht da vielleicht sogar schon die Diagnose?</p>
<p>Sie fragt mich nach Männern, Beziehungen. Völlig off-topic. Ich sei zwar momentan allein, es sei aber gar kein Problem, lüge ich. Bloß nicht noch mehr potentielle Gesprächsthemen schaffen. Das kostet ja nur wieder unnötig. Sie erzählt mir außerdem von einer lösungsorientierten Therapieform, die sie gerne anwenden würde. Klingt wie eine Mischung aus Scharade, Geisterbeschwörung und über glühende Kohlen laufen.</p>
<p>Gar. Keinen. Bock.</p>
<p>Nach 60 Minuten darf ich gehen. Ich übergebe ihr das Geld in bar. Wie einem Callgirl. Nächstes Mal überweise ich, vielleicht tut das weniger weh.</p>
<p>Als ich aus der Tür rausgehe, fühle ich mich ausgelaugt, verwirrt, erwachsen, arm, aber auch irgendwie stolz.<br />
Alles wird gut.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>PS:</p>
<p>Wer auch mal rausfinden möchte, ob er noch alle Tassen im Schrank hat, geht am besten wie folgt vor: Besucht euren Hausarzt und erzählt von eurem Problem. Ihn wird das nicht weiter jucken, er wird nicht komisch gucken, der hört das täglich. Der ist froh, dass ihr keinen eitrigen Abszess am Arsch habt. Streut am besten die Buzzwörter „Tabletten“, „arbeitsunfähig“ und „Pulsadern“ ein. Das sollte reichen, um 20 Stunden verschrieben zu bekommen. Passt aber auf, dass ihr nicht sofort zwangseingewiesen werdet.</p>
<p>Therapie ist Wellness fürs Gehirn. Ihr werdet es nicht bereuen. Es war zumindest die beste Entscheidung, die ich jemals getroffen habe. Und was hat man schon groß zu verlieren, außer seiner Würde, eventuell Geld und dem Ansehen in der Gesellschaft? Eure Freunde werden euch deswegen nicht weniger lieben. Im Gegenteil. Ihr werdet euren Bekloppten-Bonus lange ausspielen können.<br />
Mal keinen Bock auf Socializen? Jeder wird’s verstehen.<br />
Lust, sich in der Öffentlichkeit akribisch einzelne Haare auszureißen? Jeder wird’s ignorieren.<br />
Sich umherfahren, bekochen und in den Arm nehmen lassen? Jeder wird’s machen.</p>
<p>Und es sind auch die Freunde, die einem die sinnvollsten Dinge mit auf den Weg geben: <em id="__mceDel">„Freue mich schon, wenn du geheilt bist. Sag deiner Therapeutin aber, du brauchst noch einen Rest-Wahnsinn für deine Kunst.“</em></p>
<p>Danke dafür. Ihr wisst, wer ihr seid.</p>
<div id="attachment_3672" class="wp-caption alignleft" style="width: 650px"><img class="size-full wp-image-3672 " alt="Heute bin ich eine geheilte Frau." src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Foto-am-22-05-2012-um-17.37.jpg" width="640" height="480" /><p class="wp-caption-text">Heute bin ich eine geheilte, glückliche Frau. Und lebe in Paris.</p></div>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;">Das hier gefällt dir übrigens auch:</p>
<p style="text-align: center;"><strong><span style="color: #b608d8;"><a title="Auf Drogensuche mit dem dicken Rolf* (*Name und Statur geändert)" href="http://mymagictypewriter.com/auf-drogensuche-mit-dem-dicken-rolf-name-und-statur-geandert/"><span style="color: #b608d8;"><span style="color: #b616de;">Auf Drogensuche mit dem dicken Rolf.</span></span></a></span></strong><br />
<strong><span style="color: #b608d8;"> <a title="mein (alter) ego dreht durch." href="http://mymagictypewriter.com/mein-alter-ego-dreht-durch/"><span style="color: #b608d8;">Mein Alter Ego dreht durch.</span></a></span></strong><br />
<strong><span style="color: #b608d8;"> <a title="Der ganz normale Fieber-Wahnsinn." href="http://mymagictypewriter.com/der-ganz-normale-fieber-wahnsinn/"><span style="color: #b608d8;"><span style="color: #b616de;">Der ganz normale Fieberwahnsinn.</span> </span></a></span></strong></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Betty Dittrich &#8211; die Eurovision der Herzen</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Feb 2013 18:59:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jule Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf Reisen.]]></category>
		<category><![CDATA[Passt in keine Schublade.]]></category>
		<category><![CDATA[Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr.]]></category>
		<category><![CDATA[2013]]></category>
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		<category><![CDATA[betty dittrich]]></category>
		<category><![CDATA[esc]]></category>
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		<category><![CDATA[musik]]></category>
		<category><![CDATA[vorentscheid]]></category>

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		<description><![CDATA[Okay, ich oute mich gleich mal am Anfang: Ich habe noch nie einem Eurovision Song Contest oder dessen Vorentscheid beigewohnt. Auch noch nie so wirklich im Fernsehen verfolgt. Oder mich sonst irgendwie dafür interessiert. An Guildo &#8220;Nussecke&#8221; Horn erinnere ich mich dunkel. Und an Waddehaddedudeda. Und an eine Blinde, die von Ralf Siegel durch die [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Okay, ich oute mich gleich mal am Anfang: Ich habe noch nie einem Eurovision Song Contest oder dessen Vorentscheid beigewohnt. Auch noch nie so wirklich im Fernsehen verfolgt. Oder mich sonst irgendwie dafür interessiert.</p>
<p>An Guildo &#8220;Nussecke&#8221; Horn erinnere ich mich dunkel. Und an Waddehaddedudeda. Und an eine Blinde, die von Ralf Siegel durch die Gegend gezerrt wurde. Und an die No Angels (letzter Platz). Und an Lena (erster Platz). Und an ein bisschen Liebe, ein bisschen Frieden.</p>
<p>Dieses Mal ist alles anders.<br />
Dieses Mal nimmt <strong><span style="color: #3366ff;"><a title="Betty Dittrich auf Facebook" href="https://www.facebook.com/Betty.Dittrich" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">Betty Dittrich</span></a></span></strong> am deutschen Vorentscheid teil.<br />
Dieses Mal bin ich Feuer und Flamme.<br />
Dieses Mal reise ich mit Bettwäschebanner und Leuchtstabkrone in Hannover an.<br />
Dieses Mal wird legendär.<br />
Dieses Mal schreibe ich mit.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ich checke vorab die Intro-Trailer der Konkurrenz. Diese werden am Abend des Vorentscheids vor dem Auftritt des jeweiligen Künstlers über die Leinwand flimmern.<br />
Zuerst stechen mir drei halbverblühte, bekuttete Priester ins Auge, die in einer Kirche locker freestylen. So episch wie ihre Musik selbst. Von Jesus geführt und mit der knochigen Opernbraut Mojca Erdmann bewaffnet wollen sie nach Malmö. Könnte eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme des Jobcenters sein. Oder Karneval nach Aschermittwoch?</p>
<p>Schlusswort eines der Gottgesandten ist : &#8220;Eurovison, äääh, äääh, wie heißt er noch mal? Jaja. Also, ich kenn mich damit nicht aus auf gut Deutsch.&#8221;<br />
Dann folgt schallendes, besessenes Gelächter. Kommt nur mir das merkwürdig vor?<br />
Fazit: Wenn die das Rennen machen, werd ich auf der Stelle gläubig.</p>
<div id="attachment_3599" class="wp-caption aligncenter" style="width: 578px"><img class="size-full wp-image-3599 " title="Die Priester" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/diepriester119_v-contentgross.jpg" alt="" width="568" height="320" /><p class="wp-caption-text">Die Priester. Gehen mit Gott, aber gehen.</p></div>
<p>Dann kommt Cascada. Die knetet so richtig gut gelaunt in einer random Küche Buletten. Spitze. Dann singt sie was. Kann mich aber leider nicht auf ihre Stimme konzentrieren, weil ich tierisch von ihrem Sofa abgelenkt bin, das mit weinrotem Pannesamt und güldenen Pailettenkissen bestückt ist. Hinter ihr schwebt ein fedriger Sombrero. (Wtf?) Wenn man von diesem Interior auf ihren ESC-Fummel schließen darf, erwarte ich zumindest an der Front volle Punktzahl.</p>
<p>Bestes Zitat: &#8220;Also ich liebe ja Frikadellen. Und in Schweden gibt es auch Frikadellen. Nur heißen die anders.&#8221;<br />
Nach dem Clip habe ich stundenlang einen Ohrwurm ihres Prolldiskoklassikers &#8220;Evacuate the Dancefloor&#8221;. Ich möchte wen verprügeln. Am liebsten Cascada selbst.</p>
<div id="attachment_3603" class="wp-caption aligncenter" style="width: 578px"><img class="size-full wp-image-3603 " title="Cascada" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/cascada147_v-contentgross.jpg" alt="" width="568" height="320" /><p class="wp-caption-text">Cascada. Wahre Schönheit kommt von innen.</p></div>
<p>Wen gab&#8217;s noch? Ach ja. LaBrassBanda mit ihrem Hit &#8220;Beknackert&#8221;. Eine bayerische Bläserkapelle, die noch mal versucht, den Ska aus dem Grab zu hieven? Traumhaft.<br />
Ich könnte mir auch wirklich nichts schöneres vorstellen, als acht nackte Honks, die verschwitzt auf einer Bühne rumstampfen, während sie aus ihrer Posaune schiefe Töne quetschen. Dazu biertrinkende, hüpfende Weiber im Publikum. Nö. Also nö.</p>
<div id="attachment_3604" class="wp-caption aligncenter" style="width: 578px"><img class="size-full wp-image-3604 " title="LaBrassBanda" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/labrassbanda125_v-contentgross.jpg" alt="" width="568" height="320" /><p class="wp-caption-text">LaBrassBanda. Schweiß als Lebensmotto.</p></div>
<p>Und dann noch Nica und Joe. Die gibt es übrigens nicht in echt. Die wurden von den Machern von x Faktor gephotoshoppt, freigestellt und animiert. Über den Scheinwerfern hocken hundert Pro Sandra Nasic, H.P. Baxxter, Moses Pelham und Saran Connor und lachen sich ins Fäustchen, während sie an den Fäden ziehen.<br />
Ich fordere eine DNA-Probe bevor ich diese ESC Teilnahme anerkenne!</p>
<div id="attachment_3605" class="wp-caption aligncenter" style="width: 578px"><img class="size-full wp-image-3605 " title="nicajoe105_v-contentgross" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/nicajoe105_v-contentgross.jpg" alt="" width="568" height="320" /><p class="wp-caption-text">Nica und Joe. Konnten leider nicht kommen, haben aber Pappaufsteller geschickt.</p></div>
<p>So. Wen gibt es da noch? Langweilig, langweilig, Söhne Mannheims, langweilig.</p>
<p>Also, Kinder. Ehrlich. Betty!! Wir brauchen Betty!! Wir brauchen LaLaLa! Wir brauchen das. Ganz viel und ganz oft!<br />
Beweise nötig? Bitteschön:</p>
<p><iframe width="960" height="540" src="http://www.youtube.com/embed/1s99Jxdhkd0?feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Schwärmt aus, ihr, meine fleißigen Bienen und voted jetzt online für die wundervolle Betty Dittrich.</p>
<p>Mit jeder eurer zahlreichen E-Mail-Adressen könnt ihr einmal pro Seite abstimmen (Betty ist die Zweite von links oben). Ihr bekommt dann eine Mail, die ihr nochmals bestätigen müsst. Adressen werden nicht gespeichert, also keine Angst vor Spam-Newslettern.</p>
<p><strong><span style="color: #3366ff;"><span style="color: #3366ff;">1 -&gt; <a href="http://ard-voting.de/esc/ndr2" rel="nofollow nofollow" target="_blank">http://ard-voting.de/esc/ndr2</a></span></span></strong></p>
<p><strong><span style="color: #3366ff;"><span style="color: #3366ff;">2 -&gt; <a href="http://ard-voting.de/esc/einslive" rel="nofollow nofollow" target="_blank">http://ard-voting.de/esc/einslive</a></span></span></strong></p>
<p><strong><span style="color: #3366ff;"><span style="color: #3366ff;">3 -&gt; <a href="http://ard-voting.de/esc/bayern3" rel="nofollow nofollow" target="_blank">http://ard-voting.de/esc/bayern3</a></span></span></strong></p>
<p><strong><span style="color: #3366ff;"><span style="color: #3366ff;">4 -&gt; <a href="http://ard-voting.de/esc/bremenvier" rel="nofollow nofollow" target="_blank">http://ard-voting.de/esc/bremenvier</a></span></span></strong></p>
<p><strong><span style="color: #3366ff;"><span style="color: #3366ff;">5 -&gt; <a href="http://ard-voting.de/esc/hr3" rel="nofollow nofollow" target="_blank">http://ard-voting.de/esc/hr3</a></span></span></strong></p>
<p><strong><span style="color: #3366ff;"><span style="color: #3366ff;">6 -&gt; <a href="http://ard-voting.de/esc/mdrjump" rel="nofollow nofollow" target="_blank">http://ard-voting.de/esc/mdrjump</a></span></span></strong></p>
<p><strong><span style="color: #3366ff;"><span style="color: #3366ff;">7 -&gt; <a href="http://ard-voting.de/esc/sr1" rel="nofollow nofollow" target="_blank">http://ard-voting.de/esc/sr1</a></span></span></strong></p>
<p><strong><span style="color: #3366ff;"><span style="color: #3366ff;">8 -&gt; <a href="http://ard-voting.de/esc/swr3" rel="nofollow nofollow" target="_blank">http://ard-voting.de/esc/swr3</a></span></span></strong></p>
<p><strong><span style="color: #3366ff;"><span style="color: #3366ff;">9 -&gt; <a href="http://ard-voting.de/esc/fritz" rel="nofollow nofollow" target="_blank">http://ard-voting.de/esc/fritz</a></span></span></strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="color: #000000;">Und guckt den ESC Vorentscheid am Donnerstag um 20:15h im Ersten und ruft an. (Ihr habt doch eh keine Valentinsdates!) </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Dafür gibt es von mir auch ein Glitzersternchen ins Hausaufgabenheft.</span></p>
<p>Versprochen.</p>
<p>&nbsp;<br />
PS: Ich schicke eine Postkarte aus Hannover. &lt;3</p>
<p><img class="alignleft  wp-image-3615" title="Kofferliste ESC Vorentscheid" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/IMAG0837-1024x752.jpg" alt="" width="608" height="446" /></p>
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<p>Bildquellen: Alle Künstlerfotos von <span style="color: #3366ff;"><strong><a title="http://www.eurovision.de/" href="http://www.eurovision.de/" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">Eurovision.de</span></a></strong></span><span style="color: #000000;">,</span> Bettys Banner von ihrer <strong><span style="color: #3366ff;"><a title="https://www.facebook.com/Betty.Dittrich" href="https://www.facebook.com/Betty.Dittrich" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">Facebook-Seite</span></a></span></strong>.</p>
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		<title>Meine 5 Minuten auf 102.6</title>
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		<pubDate>Tue, 22 May 2012 14:20:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jule Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Passt in keine Schublade.]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstversuch of Death.]]></category>
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		<description><![CDATA[Radio Fritz fragte mich neulich, ob ich bereit wäre, mich in ihrer Internetz-Sendung Trackback für die Rubrik &#8220;Blogger privat&#8221; interviewen zu lassen. Weil Steffi vom Hochzeitsblog Nini und Florida mich so lieb empfohlen hatte. Da ich mich als sehr privaten Blogger verstehe und Schmeicheleien eh nicht widerstehen kann, sagte ich ja. Wie jeder vernünftige Autor bin ich [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Radio Fritz fragte mich neulich, ob ich bereit wäre, mich in ihrer Internetz-Sendung Trackback für die Rubrik &#8220;Blogger privat&#8221; interviewen zu lassen. Weil Steffi vom Hochzeitsblog <span style="color: #3366ff;"><a href="http://niniundflorida.blogspot.de/" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">Nini und Florida</span></a></span> mich so lieb empfohlen hatte. Da ich mich als sehr privaten Blogger verstehe und Schmeicheleien eh nicht widerstehen kann, sagte ich ja. Wie jeder vernünftige Autor bin ich mündlich eine Niete und ahnte schon im Voraus Schreckliches.</p>
<p>Auf dem Weg zu den rbb-Studios in Potsdam treffe ich das Bird. Sie ist heute Mittag an Seilen befestigt vom Hochhaus am Alex gesprungen. Auf einmal scheint Radio doch gar keine so schlechte Option für einen Samstag. Es könnte alles so viel schlimmer sein. (Siehe Bird.)</p>
<p>Ich denke über meinen Blog nach: Wer bin ich? Worüber schreibe ich? Was ist mein USP? Ach, egal. Ich beschließe nur, darauf zu achten, nicht so rüberzukommen wie ein: Arschloch, Analphabet, Asthmatiker, Angeber, Adeliger, Anfänger, Alkoholiker, Affe. Und das sind nur die Worte mit A. Gar nicht so einfach.</p>
<p>Moderator Marcus hat eine furchtbar tolle Radiostimme. Weiß ich aus einem Podcast. Ob er auch das dazu passende Radiogesicht hat, interessiert mich brennend. Und wie das wohl so ist in einem Studio? Ob ich ein Wasser bekomme? Ob es eine Masseuse gibt im Trackbackstage? Ob die mich dann gleich fest einstellen wollen? Fragen über Fragen&#8230;</p>
<p>Ich komme auf dem rbb-Areal an. Der Türsteher schickt mich irgendwelche Flure entlang. Nach einer Weile finde ich diesen Fritz. Sein Studio ist größer als gedacht. Es gibt viele Schreibtische und Türen, die zu den einzelnen Aufnahmeräumen führen. Niemand ist da. Also wirklich niemand. Einzig ein Typ &#8211; vermutlich Marcus &#8211; steht in einem</p>
<p><a href="http://mymagictypewriter.com/5-minuten-auf-102-6/camera-360/" rel="attachment wp-att-2587"><img class="alignleft size-full wp-image-2587" title="Camera 360" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/C360_2012-05-19-19-15-33.jpg" alt="" width="388" height="259" /></a>der Studios. Er signalisiert mir, er würde sich gleich um mich kümmern. Ich setze mich an einen Schreibtisch und studiere die Monitore, Mikros und Knöpfe. Zu gerne würde ich mal wo drücken. Oder flüchten.</p>
<p>An der Studiotür leuchtet ein rotes Ampelmännchen. Stopp &#8211; hier wird aufgezeichnet. So langsam rutscht mir das Herz in die Hose. Durch ein Fenster kann ich Marcus on Air beobachten. Er steht in Socken auf dem petrolfarbenen Studioteppich und tanzt zu elektronischer Musik. Außerdem gestikuliert er wild, während er spricht. Marcus ist ein Nerd, wie er im Notebook steht. Er trägt eine schmale, unauffällige Brille und auf seinem rasierten Haupt Kopfhörer, hat Cargohosen und ein graues T-Shirt an. Sein Bart ist irgendwie dreigeteilt. Ob das von alleine so wächst? Ich beschließe, dass Marcus völlig zu recht diese Sendung übers Netz moderieren darf und dass er bestimmt mindestens einem Clan angehört und HTML fließend spricht.</p>
<p>Während eines Songs steckt er den Kopf aus der Tür. &#8221;Du bist bestimmt Judo-Jule&#8221;, sagt er. Da war es wieder &#8211; dieses &#8220;Judo-Jule&#8221;. Seit Jahren nicht gehört und doch noch so vertraut. Ich bestätige.<br />
Er würde mich dann nach den News zu sich holen. Ich habe auf einmal sehr viel Zeit&#8230;</p>
<p>Ein Mann kommt irgendwo her um die Ecke geflitzt und läuft zu Marcus ins Studio. Er ist verantwortlich für die Nachrichten. Er sieht aber überhaupt nicht aus wie ein Nachrichtensprecher. Eher wie eine Mischung aus Chippendale und Traveller. Seine blonden Haaren fallen ihm bis fast auf die Schultern. Zwischendrin verliest er sich. Beim nächsten Einspieler flucht er deswegen laut. Sekunden später liest er wieder souverän das Wetter, dann geht er nach Hause. Wahn-Sinn!</p>
<p><a href="http://mymagictypewriter.com/5-minuten-auf-102-6/fritz4/" rel="attachment wp-att-2559"><img class="alignleft size-full wp-image-2559" title="Fritz4" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Fritz4.jpg" alt="" width="384" height="256" /></a>Ich werde ins Studio gebeten. Ich verliere zwischen Tischen, Computer-Screens und Kabelgedöns sofort den Überblick. Marcus zeigt mir meinen Stehplatz und erklärt Mikro, Kopfhörer und Mischpult. Ich darf sogar an einem Knopf drehen. Ich liebe es, an Knöpfen zu drehen! (Wer mal versucht hat auf einer Party aufzulegen, auf der ich auch zufällig bin, wird wissen, was ich meine.) Ich fühle mich ganz wohl. Nur sagen, sagen will ich wirklich nichts. An der Wand hängt eine Digitalanzeige so groß wie die beim Basketball. Sie zählt diverse Sekunden, zum Beispiel, die, die vor dem Ende des aktuellen Songs noch vergehen werden. Es ist ein Mahnmal. Mir steht das Wasser in den Händen. Ich mache erstmal Fotos.</p>
<p>Marcus zeigt mir die Webcam. Eine Webcam! Im Radio! Muss man sich mal vorstellen! Vorsichtshalber sehe ich während des ganzen Interviews gut aus&#8230; Wir stehen uns gegenüber. Ich sehe Marcus kaum wegen der vielen Monitore und Mikros und Spuckschutzkreise.</p>
<p><a href="http://mymagictypewriter.com/5-minuten-auf-102-6/fritz5/" rel="attachment wp-att-2561"><img class="alignleft size-full wp-image-2561" title="Fritz5" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Fritz5.jpg" alt="" width="384" height="256" /></a>Während des letzten Songs verwickelt Marcus mich in ein Gespräch. Ich durchschaue sofort, dass er versucht, mir so die Angst zu nehmen. Klappt auch. Der Stock in meinem Hintern scheint sich zumindest ein kleines bisschen zu biegen.</p>
<p>Dann gehts irgendwie los. Der Trackback-Jingle ertönt, Marcus redet etwas über Schreibmaschinen und dann stellt er eine Frage. An mich. Oha. Ich antworte irgendwas und das gilt wohl auch für das ganze Interview. Themen grob: U8, Kühlschränke, Männer, WordPress-Templates, Schreibmaschinen, Facebook.</p>
<p>Beim Thema Deep Package Inspection (oder so ähnlich) rät Marcus mir, mich mal eingehender mit Netzpolitik auseinanderzusetzen. Politik? Netiquette? Datenschutz? Blockupy? Ich will doch nur lustige Dinge schreiben&#8230;  (&#8220;Hallo, ich bin Deep Package Inspector Müller! Machense mal die Hose auf, junger Herr!&#8221;)</p>
<p>Immerhin lacht Marcus zwischendrin, das beruhigt mich. Dabei tritt er vom Mikro weg. Profimäßig finde ich das. Wie früher bei Whitney. Er könnte ja auch vor Langeweile popeln oder angewidert auf den Boden spucken.</p>
<p>Zum Schluss stelle ich noch zwei Blogs vor, die mir am Herzen liegen: <span style="color: #3366ff;"><a href="http://lotterrr.com/" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">Frau Lottes Lotterrr.com</span></a></span> und <span style="color: #3366ff;"><a href="http://www.schinkenomi.com/" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">die gute alte Schinken Omi</span></a></span>. Dann ist meine Arbeit getan. Ich muss wieder gehen.</p>
<p><a href="http://mymagictypewriter.com/5-minuten-auf-102-6/416561_10150844424811443_724506442_10119932_508227715_o/" rel="attachment wp-att-2588"><img class="alignleft size-full wp-image-2588" title="416561_10150844424811443_724506442_10119932_508227715_o" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/416561_10150844424811443_724506442_10119932_508227715_o.jpg" alt="" width="387" height="258" /></a>Als ich schon fast aus der Tür bin sagt Marcus noch: &#8220;Vielleicht schreibst du ja mal ein Buch über Männer.&#8221; Und damit hat er natürlich recht. Während er schon wieder etwas dem Mikro erzählt, verlasse ich den Neubau, um noch an der Havel spazieren zu gehen. Dass mich dort keiner nach Autogramm oder Foto fragt, finde ich gut. Die Potsdamer gehen halt respektvoll mit ihren lokalen Stars um.</p>
<p>Wer die fünf Minuten Ruhm, die mich unsterblich machten, anhören will, findet die komplette Sendung im<span style="color: #3366ff;"> <a href="http://trackback.fritz.de/2012/05/19/trb-279-fb-aktien-relegation-datenschutz-sigint-jule/" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">Trackback-Blog</span></a></span>. Ich bin die erotische Stimme ab Minute 47.</p>
<p>Danke für eure Aufmerksamkeit.</p>
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		<title>&#8220;Ist das Carlo?&#8221; &#8211; &#8220;Nein, das ist bloß die Judo-Jule.&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 14 May 2012 12:08:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jule Müller</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Überall sind minderjährige Mädchen mit schwarzen Tanktops und Jungs mit Baggyhosen. Fast jeder trägt einen Jutebeutel. Aufschriften: &#8220;Nerdy Terdy Gang&#8221; oder &#8220;Make Love not Warcraft&#8221;. Ich sitze mit meiner Cola ganz hinten im Raum auf einer gepolsterten Bank und beobachte in Ermangelung an Freunden die Crowd. Die Hälfte der Girls ist total hot: feine Poren, lange [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Überall sind minderjährige Mädchen mit schwarzen Tanktops und Jungs mit Baggyhosen. Fast jeder trägt einen Jutebeutel. Aufschriften: &#8220;Nerdy Terdy Gang&#8221; oder &#8220;Make Love not Warcraft&#8221;. Ich sitze mit meiner Cola ganz hinten im Raum auf einer gepolsterten Bank und beobachte in Ermangelung an Freunden die Crowd.</p>
<p>Die Hälfte der Girls ist total hot: feine Poren, lange Haare, zu enge Shirts, zu kurze Shorts. Die andere Hälfte ist Gott sei Dank übergewichtig, trägt eine zu schmale, eckige Brille und hat fisselige Locken. So sah ich früher auch aus.</p>
<p><a href="http://mymagictypewriter.com/ist-das-carlo/csc_0521/" rel="attachment wp-att-2543"><img class="alignleft size-full wp-image-2543" title="CSC_0521" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/CSC_0521.jpg" alt="" width="506" height="294" /></a></p>
<p>Rockstah und Band betreten die Bühne. Alle kreischen. Aufregend! Ich packe die Ohrstöpsel aus.<br />
Die Minderjährigen sind absolut textsicher. Von vorne bis hinten, über Bridges und Hooks. Sind das Bratmaxe und Timbo da oben auf der Bühne? Vor den hunderten von Händen, die gegen die grellen Lichter Loser-Ls formen? Sehen zumindest genau so aus. Ich bin beeindruckt.</p>
<p><em>&#8220;Tötet den DJ, schreit ROFL im Club.&#8221;</em></p>
<p>Zwei Girls mit Glitzer im Gesicht hüpfen vor Freude, als ein Fast Food-Song angekündigt wird. Ich stopfe meine Stöpsel noch tiefer in die Ohren und wische mir den Schweiß von der Stirn. Hier ist Hiphop-Sauna der Extraklasse. Wie können die anderen sich nur bewegen bei dieser Luftfeuchtigkeit?</p>
<p><em>&#8220;Mach den Ladebalken. Aber ganz langsam.&#8221;</em></p>
<p>Nebelschwaden ziehen durch die Lichtkegel auf der Bühne. Der Bass wummt mir von den Füßen über das Herz bis hin in den Haaransatz. Selbst hier hinten läuft der Schweiß von den Wänden. Man sieht den Raum vor lauter Händen nicht. Ich schiebe meinen Mutter-Bling zurecht.</p>
<p><em>&#8220;Pack den Vibrator weg. Scheiß auf den harten Sex.&#8221;</em></p>
<p>Vor mir knutscht ein Pärchen. Die jungen Leute immer&#8230; Ich fühle mich alt. Ich bin alt. Immer, wenn mich einer der jungen Hüpfer komisch von der Seite anguckt, denke ich so laut ich kann: &#8220;Ich hab schon Bürger Lars Dietrich gehört, da konntest du das Wort Rap nicht mal schreiben. Und außerdem kenne ich die Band, Bitch!&#8221;</p>
<p><em>&#8220;Keiner kommt, keiner kommt, weil mich keiner mag.&#8221;</em></p>
<p>Ich fühle mich wie auf einem Klassentreffen von einer Schule, die ich nie besucht habe. Ich ziehe in einem Rutsch so viel Cola durch den Strohhalm, wie nur irgend möglich. Dann rülpse ich in mich hinein.</p>
<p>Auf einmal schubsen sich neben mir zwei Mädchen in abgeschnittenen Jeansröcken. Ich freue mich und gucke. Wenn auch nicht ganz ohne Angst, gleich ebenfalls gehauen zu werden. Egal. No Risk, no Fun.<br />
&#8220;Verpiss dich mal, Mann, du Bitch!&#8221;, schreit die eine. Die andere guckt bloß angewidert und schweigt. Dann beeft die erste in die Runde: &#8220;Die dumme Fotze hat mir voll eine mit Absicht gehauen, Alter.&#8221; Ihre Stimme überschlägt sich. &#8220;Hure, ey. Hure!&#8221; Mit dem Finger piekt sie bei jedem &#8220;Hure&#8221; gefährlich nah in die Luft vor den Augen der Hure. Hure!</p>
<p>Dann kommt ein liebes Kind mit Hoodie und Pandabärengesicht auf die Bühne. Die Mädchen lassen voneinander ab und zücken ihre Handykameras.</p>
<p><a href="http://mymagictypewriter.com/ist-das-carlo/bildschirmfoto-2012-05-14-um-13-51-13/" rel="attachment wp-att-2525"><img class="alignleft size-full wp-image-2525" title="Bildschirmfoto 2012-05-14 um 13.51.13" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Bildschirmfoto-2012-05-14-um-13.51.13.png" alt="" width="244" height="303" /></a></p>
<p><em>&#8220;Hi Kids, ich bin Carlo.&#8221;</em></p>
<p>Ich fühle mich nicht angesprochen. Der Rest der Crowd schon. &#8220;Hallo!&#8221;, brüllen sie dem Panda mit den Armen zur Decke gehoben zu. Mir ist heiß. Ich gehe zur Bar und bestelle noch eine &#8220;Crola&#8221;. Weil ich es witzig finde. Glücklicherweise geht dieser Schenkelklopfer irgendwo zwischen hüpfenden Mädchen und Bässen unter.</p>
<p><em>&#8220;Ab jetzt wird alles easy.&#8221;</em></p>
<p>Inzwischen habe ich ein Pornoshirt abgegriffen und fühle mich ein kleines bisschen integrierter als vorhin. Kennen tue ich immer noch keinen. Zum Schluss gibt es eine grobe Konfettiexplosion in Pastell. Das ist mir natürlich was.</p>
<p>Nach dem Konzert sitze ich auf einer Couch im Raucherraum. Neben mir versucht das betrunkenste Mädchen der Welt, ihren Kopf aufrecht zu halten. Ich warte darauf, dass die Menschen, die ich kenne, mich hier endlich aufgabeln. Sam kommt vorbei und zeigt seine neue Dauerwelle. Schon mal ein guter Anfang.</p>
<p>Dann ruft Timbo an. Im Hintergrund kreischen Mädchen. &#8220;Ist das Carlo?&#8221;, wollen sie wissen. &#8220;Nein, das ist bloß die Judo-Jule&#8221;, höre ich Tim sagen. Dann kreischen sie nicht mehr. Wie unfreundlich. Wissen die denn nicht, wer ich bin? Dass ich mal von den Porn Rhyme Killaz gefeatured wurde?</p>
<p><a href="http://mymagictypewriter.com/ist-das-carlo/bildschirmfoto-2012-05-14-um-13-39-03/" rel="attachment wp-att-2507"><img class="alignleft size-full wp-image-2507" title="Bildschirmfoto 2012-05-14 um 13.39.03" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Bildschirmfoto-2012-05-14-um-13.39.03.png" alt="" width="627" height="121" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Später treffe ich zwischen Helium und  Wopfel den Panda. Dieses Mal ohne Maske. Es ist ein kleiner Typ, so an die 40, mit Bäuchlein. Außerdem ist er Italiener, hat zusammengewachsene Augenbrauen und lichtes Haar. Girls, der könnte euer Vater sein. Nehmt lieber diesen einen Boy aus der Parallelklasse.</p>
<p>Und auf der Bühne wirkte er immer so athletisch. Unfassbar, was so eine Maske ausmacht&#8230;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>PS: Like meine <span style="color: #3366ff;"><a href="http://www.facebook.com/MyMagicTypewriter" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">FB-Page</span></a></span>. Danke.</p>
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		<title>Alles Klarinette? Die Kunst der Elfe Martin Fröst.</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Sep 2011 20:41:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jule Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf Reisen.]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich sitze in diesem unfassbar tollen Gebäude am Hafen von Reykjavik, erste Reihe, Rang. Draußen fegt ein Orkan über die Stadt. Ich bin komplett nass, weil die Isländer sich weigern Regenschirme zu benutzen und ich nicht gewagt hatte, mich dieser ungeschriebenen Regel zu widersetzen. Der Saal ist warm erleuchtet und bis unter die Decke gefüllt. [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ich sitze in diesem unfassbar tollen Gebäude am Hafen von Reykjavik, erste Reihe, Rang. Draußen fegt ein Orkan über die Stadt. Ich bin komplett nass, weil die Isländer sich weigern Regenschirme zu benutzen und ich nicht gewagt hatte, mich dieser ungeschriebenen Regel zu widersetzen. Der Saal ist warm erleuchtet und bis unter die Decke gefüllt. Auf der Bühne sitzt das riesige Orchester und stimmt seine Bratschen und Oboen. Nicht, dass ich diese Instrumente eindeutig bestimmen könnte – nach Gong und Geige hörts bei mir schon auf.</p>
<p>Das Programmheft ist auf isländisch, ich gucke mir die Bilder an. Mozart, Tschaikowski – wenigstens habe ich davon schon mal gehört. Mein Sitznachbar <strong>MALCOLM KENNETH FRASER</strong> (auf eigenen Wunsch hin hier namentlich und in fett erwähnt) erklärt mir bereitwillig den Unterschied zwischen den beiden Sinfonien. Auch sonst ist er sehr hilfreich. Was ist dieses goldene Instrument da? Warum braucht man überhaupt einen Dirigenten? Was steht auf den Notenblättern? Warum tragen alle Frauen Röcke? Wann darf ich husten? <em>Muss</em> ich husten?<br />
Ich hatte so viele Fragen…</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://mymagictypewriter.com/alles-klarinette/293633_10150318424921443_724506442_8511871_745150897_n/" rel="attachment wp-att-891"><img class="aligncenter" title="Harpa, Reykjavik." src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/293633_10150318424921443_724506442_8511871_745150897_n.jpg" alt="Harpa, Reykjavik." width="454" height="302" /></a></p>
<p><span id="more-877"></span>Nach dem Opener machen wir uns an Mozart. Das Orchester sitzt, der Dirigent (Dudamel, oh Dudamel) betritt die Bühne mit einem jungen Mann in grauem Anzug. Dieser positioniert sich mittig zwischen Dirigent und erster Geige. Im Gegensatz zu allen anderen hat er keinen Notenständer. Dafür aber ein mir unbekanntes Instrument. Eine Klarinette – wie mir erklärt wird. Zunächst fällt mir nichts Besonderes auf. Dann beginnt die Musik – leicht, leise, langsam.<br />
Der Solist &#8211; Martin Fröst &#8211; wiegt sich mit geschlossenen Augen hin und her. Links, rechts, links. Dabei hält er seine Klarinette wie eine steife Tanzpartnerin. Ich verfolge ihn gespannt.<br />
Als das Stück an Fahrt aufnimmt, fängt er an, in seinen gewaxten, spitzen Lederschuhen leichtfüßig zu tippeln. Dabei verzieht er seinen Mund auffällig, benetzt dann seine Lippen mit frischem Speichel und pustet in das Mundstück. Innerhalb von Minuten, während er weiter auf der Bühne tänzelt, färbt sich sein Gesicht in einem satten Karminrot – schöner Kontrast zu den platinblonden Haaren. Er erinnert mich an Oliver Pocher. Ich schäme mich fremd und gucke mich um, um rauszufinden, ob die anderen auch lachen.<br />
Alle todernst.<br />
Okay, das ist keine Parodie, das gehört sich so als Solo-Klarinettist.<br />
Ich fühle mich wie beim Yoga, wenn jemand laut gefurzt hat und man nicht lachen darf, um keine weitere Unruhe in die Entspannung zu bringen. (Randnotiz: Mir noch nie passiert, weil ich noch seltener als zu klassischen Konzerten zum Sport gehe.)</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://mymagictypewriter.com/alles-klarinette/attachment/03/" rel="attachment wp-att-878"><img class="aligncenter" title="Martin Fröst" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/03.jpg" alt="Martin Fröst" width="496" height="210" /></a></p>
<p>„That’s one of the best klarinet soloists in the world“, wurde mir vor Beginn des Solos erzählt. Ich kann mich gar nicht auf die Musik konzentrieren, weil ich nur fasziniert diesen Kerl anstarre. Er scheint die Musik wirklich zu fühlen. Ich hoffe, dass die anderen auf dem Rang denken, ich würde lächeln, weil mich das Konzert so packt.<br />
Eigentlich lächle ich, weil mich die tanzende Elfe in der Mitte so gut unterhält. Irgendwie eine Mischung aus einem schwulen Rumpelstielzchen und Stefan Mross auf Pille.</p>
<p>Sein grauer, gechinzter Anzug ist viel zu eng, vor allem im Schritt. Zu allem Übel wiegt er sein Becken auf und ab. Trockensex mit einem Instrument, dessen Ende ihm irgendwo zwischen seinen X-Beinen hängt.<br />
<img class="size-full wp-image-894 aligncenter" style="border-style: initial; border-color: initial;" title="Martin Fröst" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/MF.jpg" alt="Martin Fröst" width="300" height="400" /></p>
<p>Seine Beine sind eh ein Hingucker. Die Arbeit in dem Bereich vorzüglich. Ist so ein bezauberndes Bewegungstalent angeboren oder steckt da ein Choreograf dahinter? Dieser Musiker ist laut meiner Einschätzung der schwedische Lord of the Klarinetten-Dance.</p>
<p>Am Ende des Solos tobt das Publikum vor Euphorie – „Bravo!“, wird rechts neben mir geschrien, mein linker Nachbar steht anerkennend auf.</p>
<p>Mir wird bewusst, dass dieser Typ, der sich auf seiner Instrument hier gerade mächtig einen runtergefidelt hat, eine Koryphäe auf seinem Gebiet ist. In einer Mischung aus Verwunderung und Anerkennung steige ich in die Standing Ovations mit ein.<br />
Und behalte meine Gedanken zur homoerotischen Performance einfach für mich.</p>
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		<title>Auf Drogensuche mit dem dicken Rolf* (*Name und Statur geändert)</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Aug 2011 17:50:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jule Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auch ich war mal jung.]]></category>
		<category><![CDATA[Brauner Salon und Umgebung.]]></category>
		<category><![CDATA[Passt in keine Schublade.]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstversuch of Death.]]></category>
		<category><![CDATA[Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr.]]></category>
		<category><![CDATA[x]]></category>
		<category><![CDATA[dealer]]></category>
		<category><![CDATA[drogen]]></category>
		<category><![CDATA[gras]]></category>
		<category><![CDATA[hasenheide]]></category>
		<category><![CDATA[kiffen]]></category>
		<category><![CDATA[neukölln]]></category>
		<category><![CDATA[park]]></category>
		<category><![CDATA[rolf]]></category>

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		<description><![CDATA[Mein Telefon klingelt. Es ist der dicke Rolf. “Ich hab schon überall nach Gras* gefragt. Keiner hat was. Also wirklich nicht. Kommst du mit mir in die Hasenheide* was kaufen?“ (*Suchtmittel und Location geändert) “In die Hasenheide? Zum Drogen kaufen? Du spinnst doch!“ “Ach komm, voll easy. Du  musst nichts machen, ich wickle den Deal ab.“ [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Mein Telefon klingelt. Es ist der dicke Rolf.<br />
“Ich hab schon überall nach Gras* gefragt. Keiner hat was. Also wirklich nicht. Kommst du mit mir in die Hasenheide* was kaufen?“ <em>(*Suchtmittel und Location geändert)</em><br />
“In die Hasenheide? Zum Drogen kaufen? Du spinnst doch!“<br />
“Ach komm, voll easy. Du  musst nichts machen, ich wickle den Deal ab.“<br />
“Nee. Keine Lust.“<br />
“Du darfst auch darüber bloggen. Abenteuer pur!“<br />
“Inklusive Interview mit dir &#8211; dem drogenabhängigen, dicken Rolf?“<br />
“Klar. Bringst du Geld* mit?“ <em>(*Zahlungsmittel geändert)</em></p>
<p>Kurz später hebe ich einen Zehner in kleinen, nicht nummerierten Scheinen am Bankautomaten ab. Ich trage Turnschuhe für die eventuell bevorstehende Flucht. Und einen schwarzen Kapuzenpulli*. <em>(*Outfit geändert)</em></p>
<p>So bin ich damals im Londoner Ghetto auch immer rumgerannt, um nicht verprügelt zu werden. Vom meiner Oma habe ich den Trick mit dem Ruß im Gesicht. Weil wegen der Russen. Mit einer Zigarette brenne ich mir schnell noch ein paar Narben auf die Wangen. Ich sterbe heute nicht beim Versuch Drogen zu kaufen!<br />
Es regnet in Strömen*. <em>(*Wetterverhältnisse geändert)</em><br />
Die Sonne ist schon so gut wie untergegangen. Ich stehe am Hermannplatz und warte auf meinen geheimnisvollen Partner in Crime.<br />
Schon von weitem sehe ich, dass der dicke Rolf eine goldene Kurzjacke aus Plastik trägt.<br />
“Willst du, dass die uns gleich abstechen oder was?“, frage ich ihn.<br />
Er guckt an sich herunter und zuckt mit den Schultern. “Hatte nichts anderes.“<br />
Wir laufen durch den schummrigen Park, drängen uns unter den kleinen Regenschirm, den ich mitgebracht habe. Bei dem Wetter gehen doch nicht mal Dealer raus oder?<br />
Der dicke Rolf bleibt stehen. “Komm, lass uns gehen. Mir ist nicht so wohl.“<br />
“Blödsinn. Du hast doch nur Schiss.“<br />
Der dicke Rolf hakt sich bei mir unter, dann gehen wir weiter. Wir halten Ausschau nach jemandem mit schwarzer Lederjacke. Ticker tragen nämlich alle schwarze Lederjacken. Fact*.<em> (*Fact geändert)</em><br />
Auf einem dunklen Weg zeichnen sich in einiger Entfernung drei Gestalten ab.<br />
“Oh Gott!“, heult der dicke Rolf neben mir.<br />
Wir gehen näher. Eine der drei Personen unterbricht das Gespräch mit den anderen und tritt auf uns zu in die Mitte des Weges.<br />
“Kssss, kssss. Weed?“ Es ist ein junger Araber mit &#8211; seht, seht &#8211; schwarzer Lederjacke. Dazu trägt er eine Gesichtsmumu (kurzer, dünner Schnurrbart, der um den Mund herumführt und am Kinn wieder zusammenläuft). Die anderen beiden Menschen, die er ja zu kennen scheint, gucken doof auf die goldene Jacke.<br />
“Weed?“, wiederholt der Dealer.<br />
Der dicke Rolf nickt heftig ohne dabei etwas zu sagen.<br />
“Wie viel?“ Der Araber kaut Kaugummi und zieht etwas Schleim hoch.<br />
Der dicke Rolf starrt nur nutzlos.<br />
<img title="drug-dealer-magnets" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/2011/08/drug-dealer-magnets.jpg" alt="" width="430" height="430" />“Fürn Zehner“, sage ich. Dabei gucke ich unter meiner Kapuze hervor, wie Lil Kim, wenn man ihre Mutter beleidigt hat. Meine Brandnarben schimmern bestimmt schön im Schein der Laterne.</p>
<p>Der Dealer spürt sofort, dass er es hier mit Vollprofis zu tun hat. Er zieht einen großen, durchsichtigen Beutel Gras aus seiner Jackentasche hervor. Gras oder Majoran, so ganz genau kenne ich den Unterschied nicht.<br />
“Hältst du Hand auf“, befiehlt er dem dicken Rolf.<br />
Zitternd schiebt dieser seine Hand nach vorne. Der Dealer lacht und legt drei lose Brocken Gras hinein. “Musst du klein machen.“<br />
Der redet mit uns, als wären wir Anfänger! Dankbar merken wir uns seinen Tipp. Ich tue so, als fände ich die Menge angemessen und hoffe, dass wir gerade nicht total über den Tisch gezogen werden.<br />
Der dicke Rolf übergibt den zerknüllten Zehner und verbeugt sich dabei unterwürfig. Ich trete ihm von der Seite gegen die Wade.<br />
“Danke“, sage ich und nicke dem Dealer zu.<br />
Dann drehen wir uns um und gehen. Rolfs ergonomische Joggingschuhe mit Reflektoren und Klettverschluss quietschen auf dem nassen Asphalt. Als wir um die Ecke sind, zischt er: “Hier, nimm du. Schnell!“<br />
Ich nehme Rolf den Haufen warmgehaltenes Gras ab. Wir ziehen eine markante Geruchsspur hinter uns her.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Dann stehen wir wieder auf der Hauptstraße.<br />
Der dicke Rolf lacht. “War ja voll easy. Der hatte bestimmt mehr Angst vor uns, als wir vor ihm.“<br />
&#8220;Hmm, genau. Darf ich dich jetzt interviewen?&#8221;<br />
&#8220;Auf gar keinen Fall! Komm, wir holen Pizza*.&#8221; <em>(*Fast Food geändert)</em></p>
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		<title>Die neue Sweat Captor Technologie im Stresstest.</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Aug 2011 18:39:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jule Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Achtung! Mädchenkrams.]]></category>
		<category><![CDATA[Passt in keine Schublade.]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstversuch of Death.]]></category>
		<category><![CDATA[deo]]></category>
		<category><![CDATA[deodorant]]></category>
		<category><![CDATA[invincible man]]></category>
		<category><![CDATA[l'oréal]]></category>
		<category><![CDATA[schweiß]]></category>

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		<description><![CDATA[Der ultimative 96-Stunden-Test (wie vorher schon groß angekündigt) ist vorbei. Eins schon vorweg: die Ultra-Feuchtigkeitsbekämpfende Formel für einen langanhaltenden Dry-Effect hat nicht ganz so galant performt, wie angekündigt. Aber rechnen wie chronologisch ab. Es ist Samstag, ich stehe bei Rossmann in der Bergmannstraße. Das Männerdeoregal ist reich gefüllt. Dicht an dich drängen sich die Kandidaten [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Der ultimative 96-Stunden-Test (<span style="color: #3366ff;"><a title="Selbstversuch. Heute: Die Men Expert Anti-Transpirant-Formel." href="http://mymagictypewriter.com/selbstversuch-heute-die-men-expert-anti-transpirant-formel/" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">wie vorher schon groß angekündigt</span></a></span>) ist vorbei. Eins schon vorweg: die Ultra-Feuchtigkeitsbekämpfende Formel für einen langanhaltenden Dry-Effect hat nicht ganz so galant performt, wie angekündigt. Aber rechnen wie chronologisch ab.</p>
<p>Es ist Samstag, ich stehe bei Rossmann in der Bergmannstraße. Das Männerdeoregal ist reich gefüllt. Dicht an dich drängen sich die Kandidaten mit 24, 48, 72 und 96h-Rundumschutz.</p>
<p><a href="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/2011/08/download.jpg"><img title="" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/2011/08/download.jpg" alt="" width="500" height="375" /></a></p>
<p><a href="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/2011/08/download.jpg"><img title="More..." src="https://mymagictypewriter.wordpress.com/wp-includes/js/tinymce/plugins/wordpress/img/trans.gif" alt="" /></a>96h Invincible Man von L&#8217;Oréal ist mit 2,35€ leicht über dem Preispunkt der anderen Produkte aus derselben Reihe. Aber wenn man mal genau nachrechnet, liefert es auch so viele Stunden mehr Non-Stop Antitranspiranz &#8211; ist ja klar, was ich haben möchte.</p>
<p><span id="more-672"></span></p>
<p>Zu Hause dusche ich, um eine neutrale Ausgangslage zu schaffen. Achselstoppel bleiben stehen &#8211; wir haben es ja schließlich mit einem Männerprodukt zu tun. Beim Auftragen fühlt es sich an wie &#8230; Deo: kühl, frisch, feucht.<br />
Es riecht nicht schlecht, nach Mann eben. Etwa so, wie billige unisex-Duschgels. Ich kann damit leben.<br />
Vorsichtshalber sprühe ich etwas mehr, soll ja auch vier Tage halten. Auf der Verpackung finde ich übrigens keinerlei Hinweise auf Duschverhalten oder  Sprühfrequenz. Man(n) könnte meinen, es handele sich um ein ganz normales Deo. Wenn da diese 96 nicht wäre&#8230; Die doch sehr genaue Stundenangabe MUSS  darauf hinweisen, dass in diesem Zeitraum Schweiß und Gerüche ausgeschaltet werden. Das Febreze für die Achseln.</p>
<p>Und McDreamy macht es schließlich vor: Ich kann rein theoretisch vier Tage in einem Rennwagen mit Raketenantrieb durch die Wüste fahren und noch riechen wie frisch aus dem Duty-Free-Shop.</p>
<p><iframe width="960" height="540" src="http://www.youtube.com/embed/tZxjEv9sxFg?feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Ich bin zuversichtlich und gehe am Samstag Abend in eine Bar. Ich rieche nach Mann, fällt aber niemandem auf. Als ich nachts nach Hause komme und selbst als ich morgens aufwache, rieche wie ein frisch geduschter Typ. Ich bin zufrieden. Es sind 18 Stunden vergangen. Der ultra-lange Komfortschutz hält.</p>
<p>Den Sonntag verbringe ich zu Hause und schreibe. Ich bewege mich nicht viel, es ist nicht heiß draußen, ich trage kein Polyester, ich schwitze nicht wirklich.<br />
Abends treffe ich einen Freund auf ein Sektchen. Er rümpft nicht die Nase, kommt meinen Achselhöhlen aber auch nicht wirklich gefährlich nah. Ich gehe davon aus, dass ich noch vollkommen in Ordnung rieche.<br />
Der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle noch erwähnt, dass ich zwar auf ein Leben am Limit stehe, vom Bauchnabel abwärts und auf dem Kopf aber während des Experiments geduscht habe. Kein Tropfen Wasser berührte mich hingegen zwischen Gürtellinie und Halsansatz. Schwöre.</p>
<p>Am Montag gehe ich ohne Bedenken zur Arbeit und niemand im Büro beschwert sich. Ich fühle mich selbstsicher und stark. Schließlich bin ich gerade dabei die Naturgesetze außer Kraft zu setzen. Und keiner merkt etwas. Der Plan geht auf. Und das ganz ohne Alkohol.</p>
<p>Der Geruchs-Check am Dienstag Morgen verrät: Das allgegenwärtige Männer-Odeur ist zwar noch anzutreffen, von wohlriechend kann aber langsam nicht mehr die Rede sein. Ich baue rapide ab. Trotz Warnsignalen fahre ich ins Büro und verharre.<br />
Am Abend bin ich verabredet. Es sind exakt 72 Stunden vergangen, seitdem ich das Wunderdeo aufgetragen habe. Beim Anziehen rieche ich so an mir herunter. Und da rieche ich es. Mich. Schweiß. Schreck!<br />
Einen Moment überlege ich, weiter auf den Schienen der Ignoranz zu fahren, aber ich bringe es nicht übers Herz. Auch wichtige Experimente stoßen irgendwann an die Grenzen des Machbaren. Ich muss Leute treffen, was sollen die denn von mir denken?<br />
Panisch springe ich unter die Dusche. Mit dem ganzen Körper. Dann lege ich mein eigenes Deodorant auf. Ich gucke auf die Verpackung. 48 Stunden. Was mir am Anfang dieses Tests im Schatten des 96h-Stars noch total lächerlich erschien, versprühe ich nun mit dem Wissen, dass es mehr als ausreichen sollte.</p>
<p>Fazit: Auch wenn das 96h-Deo der Hoffnungsträger für viele beschäftigte (lies: faule) Menschen sein dürfte, ich habe den Hochstapler als etwas entlarvt, das es nun mal ist &#8211; ein stinknormales Deo mit irreführendem Namen.<br />
Ich freue mich auf den Release und Stresstest des neuen 108h-Deos. Bis dahin. Ich geh mal duschen.</p>
<p>Quellenangaben:<br />
<a href="http://de.wikiquote.org/wiki/Schwei%C3%9F" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">http://de.wikiquote.org/wiki/Schwei%C3%9F</span></a></p>
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		<title>Selbstversuch. Heute: Die Men Expert Anti-Transpirant-Formel.</title>
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		<pubDate>Thu, 28 Jul 2011 20:34:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jule Müller</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Selbstversuch of Death.]]></category>
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		<category><![CDATA[deo]]></category>
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		<description><![CDATA[Erfindung der Dampfmaschine? Des Rades? (Da wäre ich übrigens auch selbst drauf gekommen&#8230;) Des Computers? Bis eben noch die hellsten Lichtblitze der Menschheit und jetzt schon in den Schatten gestellt vom Che Guevara der Körperpflegeprodukte: dem neuen  96h-Deo von L&#8217;Oréal. Uff. Das muss man natürlich erstmal sacken lassen. Auch ich starrte minutenlang apathisch auf den [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Erfindung der Dampfmaschine? Des Rades? (Da wäre ich übrigens auch selbst drauf gekommen&#8230;) Des Computers? Bis eben noch die hellsten Lichtblitze der Menschheit und jetzt schon in den Schatten gestellt vom Che Guevara der Körperpflegeprodukte: dem neuen  <span style="color: #3366ff;"><a href="http://www.loreal-paris.de/hautpflege/maenner/men-expert-invincible-96h-spray.aspx" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">96h-Deo von L&#8217;Oréal</span></a></span>.</p>
<p><a href="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/2011/07/sk57_1.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-661" title="SK57_1" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/2011/07/sk57_1.png" alt="" width="215" height="350" /></a><a href="http://www.loreal-paris.de/hautpflege/maenner/men-expert-invincible-96h-spray.aspx" target="_blank"><br />
</a>Uff. Das muss man natürlich erstmal sacken lassen. Auch ich starrte minutenlang apathisch auf den Slogan bis ich dieses Wunder der Neuzeit in seiner ganzen Tragweite begriff.</p>
<p>Sechsundneunzig Stunden. Das sind VIER volle Tage! Das heißt nur noch sieben mal in vier Wochen schwitzen. Und in logischer Konsequenz auch nur noch alle vier Tage duschen. So einfach und so gut. Ich muss zugeben &#8211; jetzt kann ich ja offen drüber sprechen &#8211; ich war noch nie großer Fan des Duschens! Dass man da nicht schon vorher drauf gekommen ist! Aber so ist das mit den ganz großen Erfindungen. Auf einmal sind sie da und wir können uns gar nicht mehr vorstellen, jemals ohne gelebt zu haben.</p>
<p>Beziehungsweise mit.<br />
Mit Duschen nämlich.<br />
Und weil große Ideen auch immer mutige, die Zusammenhänge überblickende Visionäre brauchen, wage ich als Very Early Adopter den Weg zur Lösung der Weltwasserarmut und &#8211; mir noch wichtiger &#8211; mehr Freizeit. Ihr werdet mich jetzt vielleicht auslachen, aber das wurde Galilei auch. Und der Erfinder des Penicillins. Ich reihe mich da selbstverständlich in die Namen der ganz Großen ein.<br />
Aber wo war ich? Ach ja, Deo.<br />
Ich werde mich im Zeichen der Wissenschaft und letztendlich wahrscheinlich des Weltfriedens als risikofreudiger Proband zur Verfügung stellen. Und dann will ich von meinen Entdeckungen auf meiner 96-stündigen Reise berichten. So wie Darwin. Und Jesus. Nur besser.<br />
Dann könnt ihr schon bald sagen: “Jule, danke. Echt. In meiner freien Zeit pflege ich jetzt kranke Welpen und recycele Korken. Ohne dich hätte ich mich nie getraut dieses Deodorant zu probieren. Ich schulde dir was.“<br />
Und dann werde ich euch bescheiden entgegnen: &#8220;Eurer Dank ist mir Belohnung genug.“</p>
<p>Stay tuned!</p>
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		<title>Mon dieu !</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Jun 2011 17:56:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jule Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Passt in keine Schublade.]]></category>
		<category><![CDATA[kamera]]></category>
		<category><![CDATA[nikon]]></category>
		<category><![CDATA[saturn]]></category>
		<category><![CDATA[shopping]]></category>
		<category><![CDATA[verkäufer]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe gerade einem halbfranzösischen, schwulen Kriegsfotografen mittleren Alters bei Saturn meine liebe, aber müde Olympus-Kamera gezeigt. Er schlug die Hände über dem Kopf zusammen und rief aufgebracht: „Mon dieu! Was haben sie denn damit gemacht?“ Wahrscheinlich meinte er das gesprungene Display, den kaputten Sucher, das geklebte Batteriefach und den hakenden Blitz. Ob ich damit [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe gerade einem halbfranzösischen, schwulen Kriegsfotografen mittleren Alters bei Saturn meine liebe, aber müde Olympus-Kamera gezeigt. Er schlug die Hände über dem Kopf zusammen und rief aufgebracht: „Mon dieu! Was haben sie denn <em>damit</em> gemacht?“</p>
<div class="wp-caption alignnone" style="width: 510px"><img title="2293500083_30c36c2408" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/2011/06/2293500083_30c36c2408.jpg" alt="" width="500" height="375" /><p class="wp-caption-text">Hier ein Bild aus noch glücklichen Tagen...</p></div>
<p>Wahrscheinlich meinte er das gesprungene Display, den kaputten Sucher, das geklebte Batteriefach und den hakenden Blitz. Ob ich damit auch im Krieg war.</p>
<p><em>Insert a lot of Kriegsgeschichten mit Fallschirmen und  Hubschraubern here -&gt;</em></p>
<p><span id="more-650"></span></p>
<p>Canon sei absolut nicht zu empfehlen &#8211; das ginge ja bei meiner forschen Handhabung sofort kaputt. Ist nämlich très fragile. Lieber eine Nikon. Das hätte sein grobmotorischer Sohn (Sohn?) auch. Den hat er übrigens nie geschlagen, obwohl er selbst als Kind so schlimm verprügelt wurde. Also bis auf diese eine Ohrfeige zum Achtzehnten. Da sagte der Sohn dann “Aye !“ Ist ja schließlich Franzose. (Das denke ich mir übrigens gerade nicht aus.)</p>
<p>Wo waren wir? Ach ja. Kamera. Und dann noch dieses superbe lichtstarke Objektiv mit Festbrennweite. “Damit werden sie sehr dankbar vom Melt wiederkommen, Frau Juliane Müller.“</p>
<p>Was dann der Abschnitt über Korruption bei französischen Zollbeamten, die Hände seiner Schwester und die Designer des Minis sollte,  weiß ich nicht, aber ich bin ja gut im Zuhören und nickte fleißig. Der Kunde neben mir mit der kurzen Frage fand das alles nicht so gut.<br />
Aber für seine treuen Kunden nimmt sich Herr Haching eben viel Zeit. Oder seine Kunden sich für ihn. Das war mir noch nicht ganz klar.</p>
<p>“Und wenn sie die Caméra umtauschen wollen, Frau Juliane Müller, pas de problème, dann kommen sie zu mir und sagen: &#8216;Herr Haching&#8217;, sagen sie dann, &#8216;ich habe nicht so ein gutes Bauchgefühl.&#8217; Da stehen mir zwar die Nackenhaare zu Berge, aber ich mache das. Für sie, Frau Juliane Müller.“</p>
<p>Der hätte mir den halben Laden andrehen können mit seiner lieben, exzentrischen Art.</p>
<p>Fazit: Viel zu viel Geld  investiert.</p>
<p>Erinnert mich bitte daran, dass ich für den Juli nichts mehr ausgeben darf. Bzw noch einen lukrativen Wochenendjob anfangen sollte. Essensspenden werden im Braunen Salon dankend entgegengenommen. Ich mache dafür auch Fotos.  Magnifique!</p>
<p>Mit dem gebündelten Konsum auf zwei Tüten musste ich dann an meinem dreadlockigen resident Penner (oh pardon &#8211; Clochard) vorbei und fühlte mich schlecht. So wurde das mühsam erkaufte Post-Shopping-High auf ein Minimum reduziert. Ich fühlte mich kurz um meinen Rausch geprellt, der kam aber wieder als ich das erste Foto schoss.<br />
Das war nämlich stark. Lichtstark.</p>
<p>Ich werde nun alles abschießen, das sich mir in den Weg stellt. Vielleicht auch Herrn Haching &#8211; der ist aus Flugzeugen springen, Krieg und Schießen ja gewohnt. Deswegen arbeitet er auch bei Saturn am Alex.</p>
<p>Kann ich nur empfehlen. Très sympa!</p>
<p>Ach und: Bye bye, Olympus. I shall miss thee.</p>
<div><span class="Apple-style-span" style="color: #df0000; font-size: 14px; line-height: 23px;"><br />
</span></div>
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