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	<title>mymagictypewriter. &#187; Auch ich war mal jung.</title>
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	<description>ich.bin.deine.mutter.</description>
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		<title>Bauchtanztruppe Idar-Oberstein &#8211; wo ist die nächste Line?</title>
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		<pubDate>Thu, 31 Jan 2013 20:04:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jule Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auch ich war mal jung.]]></category>
		<category><![CDATA[Saufen für Fortgeschrittene.]]></category>
		<category><![CDATA[Teh Interwebs.]]></category>
		<category><![CDATA[Treffen sich 2, sind es 4.]]></category>
		<category><![CDATA[emopunk]]></category>
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		<category><![CDATA[forum]]></category>
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		<category><![CDATA[schrott]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich sitze auf dem Klo irgendeiner schrummeligen Kellerbar in Mitte. Es ist zwei Uhr. Draußen fährt Nena auf Feuerrädern Richtung Zukunft durch die Nacht. Hier drinnen klopft es an meine Tür. &#8220;Juuule, Juuule &#8211; wir haben speedy_gonzales gefunden!&#8221;, brüllt A. rein. Dann leiser und wohl nicht mehr zu mir: &#8220;Nee, die pinkelt gerade.&#8221; Na super. Ich [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ich sitze auf dem Klo irgendeiner schrummeligen Kellerbar in Mitte. Es ist zwei Uhr. Draußen fährt Nena auf Feuerrädern Richtung Zukunft durch die Nacht. Hier drinnen klopft es an meine Tür.<br />
&#8220;Juuule, Juuule &#8211; wir haben <em>speedy_gonzales</em> gefunden!&#8221;, brüllt A. rein. Dann leiser und wohl nicht mehr zu mir: &#8220;Nee, die pinkelt gerade.&#8221;<br />
Na super. Ich spüle, zupfe mir noch mal das Haupthaar zurecht, dann trete ich mutig aus der Tür. <em>speedy_gonzales</em> steht vor mir.<br />
Wie begrüßt man sich jetzt am besten?</p>
<p>Aber fangen wir weiter vorne an. (Achtung! Rückblende!)<br />
A. und ich stehen im Hof des alten Magnet Clubs in Berlin. Es ist 2005. Ich hab keine Ahnung, wer genau der hochnäsige Typ neben uns ist, aber er erwähnt etwas namens <strong><span style="color: #3366ff;"><a href="http://emopunk.net/" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">emopunk.net</span></a></span></strong>. Total cool sei das. Er hieße dort <em>callempeter</em>. Wir lachen ihn aus. Was soll das bitte für ein Schwachsinn sein?</p>
<p>Zu Hause gucken wir dann nach. emopunk.net ist eine Plattform zum Kennenlernen von und Kommunizieren mit Freunden und Fremden. Tagline: Hyperlinks und Mädchen. Aha. Schnell finden wir <em>callempeter</em>s Profil. A. und ich melden uns an und nennen uns <em>funnybunny</em> und <em>judo-jule</em>. Es leben die Rhymes und Alliterationen!</p>
<p>Nach ein paar Tagen haben wir uns ganz gut eingelebt, Freunde gesammelt, alle Features entdeckt &#8211; die Seite erlaubt sogar Glitzer-gifs! Voller Übermut eröffnen wir im Forum den Thread <em>&#8220;Bauchtanztruppe Idar-Oberstein &#8211; wo ist die nächste Line&#8221;</em>. Damit provozieren wir völlig absichtlich den bis dahin Platzhirsch gewesenen Thread <em>&#8220;Sambagruppe Wanne-Eickel bitte hier sammeln&#8221;.</em><br />
Erster Eintrag von <em>funnybunny</em>: &#8220;Hallo Jule, sammel dich!&#8221; Das ist wie wenn man das Bombing einer verfeindeten Gang crosst: Absolutes Beefmaterial!</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-3526" title="Bildschirmfoto 2013-01-31 um 19.01.11" alt="" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Bildschirmfoto-2013-01-31-um-19.01.11.png" width="577" height="71" /></p>
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<p>Wir haben nicht viel zu sagen, das aber ständig. Wir nerven. Wir halten unseren Thread manuell sticky &#8211; immer aktuell, immer oben. Endlich haben wir zwischen Tiefkühlpizza und Sternburg einen sinnvollen Lebensinhalt gefunden. Das ist unser Revier und wir müssen es markieren &#8211; mit einem Zweimann-Dialog, der so unnötig ist wie ein festsitzender Schnupfen im Sommer.</p>
<p>&#8220;Ey, könnt ihr das nicht privat klären?&#8221; &#8211; &#8220;Nö.&#8221;</p>
<p>Wir pöbeln, machen uns über alles und jeden lustig und vor allem treiben wir den Cat Content Trend voran, der erst Jahre später in den Mainstream einziehen sollte. Early Adopter. Early Opfer.</p>
<p>Fun Fact: Meistens sitzen wir in einem Raum, am selben PC, loggen uns abwechselnd immer wieder ein und aus. Laptops sind damals noch rar.</p>
<p><img class="alignleft  wp-image-3518" title="Bildschirmfoto 2013-01-31 um 19.40.40" alt="" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Bildschirmfoto-2013-01-31-um-19.40.40.png" width="423" height="559" /></p>
<p>Die armen Sheriffs, die uns täglich ertragen müssen.</p>
<p>Für alle foren-fremden Leser: Sheriffs oder Moderatoren sind die Wortpolizisten einer jeder öffentlichen Diskussion. Sie herrschen sowohl über den &#8220;Delete Comment&#8221; als auch den &#8220;Ban User&#8221; Button. Man fürchtet sich ein wenig vor ihnen, pusht sie aber hauptsächlich bis an die Grenzen des Wahnsinns.</p>
<p>Bei emopunk.net darf uns zum Beispiel <em>beers_darling</em> beäugen und in die Schranken weisen. Damals hasst sie uns, heute tragen wir alle das gleiche Freundschaftstattoo. &lt;3</p>
<p>Ich lerne dort Leute kennen. Unter anderem <em>kante</em>, <em>sterni-stefan, bockstah</em> und <em>speedy_gonzales</em>. Den ein oder anderen treffe ich mal, viele nie. Muss ja auch nicht &#8211; Hauptsache es wird schriftlich entertaint. Das war mir im Leben schon immer wichtig.<br />
Sieben Jahre später stolpere ich irgendwo bei Facebook zufällig über <em>speedy_gonzales</em>. Sein Coverbild zeigt, wie ein Schaf die Gedärme aus einer jungen Frau frisst, das Profilfoto ist ein hübsches Skelett. Ja, kein Zweifel &#8211; das ist er.</p>
<p>Ich schreibe ihm, er sei noch genau so bekloppt wie früher. Er antwortet mit einem Herz. Ich habe diesen Menschen vielleicht noch nie getroffen, aber meine tiefe Sympathie zu ihm ist ungebrochen. Es fühlt sich so an, als wären keine fünf Minuten vergangen.</p>
<p>Und heute feiert er Geburtstag in dieser Bar in Mitte. Und steht vor mir und guckt. Unter normalen Umständen würde ich ihn wahrscheinlich als betrunkenen Hot Water Music-Punk abstempeln, er mich als überschminkte Hipstertussi. Wir würden vielleicht nie zusammen auf einer Party stehen.<br />
Also, wie begrüßt man sich jetzt am besten?</p>
<p>Ich falle ihm um den Hals.<br />
Dann sage ich: &#8220;Guck mal, das sind <em>funnybunny</em> und <em>callempeter </em>aus dem Forum. Die sind inzwischen verheiratet.&#8221;</p>
<p><em>speedy_gonzales</em> antwortet: &#8220;Lol.&#8221;</p>
<p>Dann gehen wir saufen.</p>
<p>Ich liebe das Internet.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-3576" title="tumblr_l02ravNAId1qzefipo1_250" alt="" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/tumblr_l02ravNAId1qzefipo1_250.gif" width="150" height="112" /><img class="alignleft size-full wp-image-3575" title="tumblr_les4qlQnJ41qcqd1wo1_100" alt="" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/tumblr_les4qlQnJ41qcqd1wo1_100.gif" width="95" height="95" /><img class="alignleft size-full wp-image-3569" title="th_Animated_Dancing_Cat_1" alt="" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/th_Animated_Dancing_Cat_1.gif" width="150" height="130" /></p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-3573" title="tumblr_ks8lqnhmeo1qzefipo1_100" alt="" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/tumblr_ks8lqnhmeo1qzefipo1_100.gif" width="100" height="100" /></p>
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<p><img class="alignleft size-full wp-image-3534" title="Bildschirmfoto 2013-01-31 um 19.27.12" alt="" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Bildschirmfoto-2013-01-31-um-19.27.12.png" width="580" height="208" /></p>
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<p>Hier geht&#8217;s zu meiner grandiosen <strong><span style="color: #3366ff;"><a title="Facebook" href="https://www.facebook.com/MyMagicTypewriter"><span style="color: #3366ff;">Facebook Page</span></a></span></strong>. Like doch mal rüber.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;">Das hier gefällt dir übrigens auch:</p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #b225c5;"><a title="Nur für den Klick für den Augenblick." href="http://mymagictypewriter.com/nur-fur-den-klick-fur-den-augenblick/"><span style="color: #b225c5;"><strong>Nur für den Klick für den Augenblick &#8211; ein Verzicht auf Facebook.</strong></span></a></span><br />
<a title="“Du bist eine Lügnerin und ein Troll. Fick dich weg!”" href="http://mymagictypewriter.com/du-bist-eine-lugnerin-und-ein-troll-fick-dich-weg/"><span style="color: #b225c5;"><span style="color: #b225c5;"><strong>Du bist eine Lügnerin und ein Troll. Fick dich weg! &#8211; jetzt.de im Test.</strong></span></span></a><br />
<span style="color: #b225c5;"><a title="Romantik Zwo Punkt Null." href="http://mymagictypewriter.com/romantik-zwo-punkt-null/"><span style="color: #b225c5;"><strong>Romantik Zwo Punkt Null.</strong></span></a></span></p>
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		<title>Ich nahm zwei Kilo ab. Es war der schönste Urlaub meines Lebens.</title>
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		<pubDate>Thu, 06 Sep 2012 19:44:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jule Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auch ich war mal jung.]]></category>
		<category><![CDATA[Auf Reisen.]]></category>
		<category><![CDATA[Saufen für Fortgeschrittene.]]></category>
		<category><![CDATA[90er]]></category>
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		<description><![CDATA[Es war 1998, ich war 16 Jahre alt und saß im Bus Richtung Costa Brava. Das war in Spanien, so viel wusste ich, und es gabt dort Schnaps und Jungs. Die Fahrt ins Glück war leider elendig lang. In meinem Tagebuch von damals liest es sich so: „Ich frage mich, warum diese Sitze den luxuriös [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Es war 1998, ich war 16 Jahre alt und saß im Bus Richtung Costa Brava. Das war in Spanien, so viel wusste ich, und es gabt dort Schnaps und Jungs. Die Fahrt ins Glück war leider elendig lang. In meinem Tagebuch von damals liest es sich so:</p>
<p><strong>„Ich frage mich, warum diese Sitze den luxuriös anmutenden Namen ‚Schlafsessel‘ tragen dürfen, wenn der Winkel der Rückenlehne auch nach dem Zurückklappen noch ein rechter ist. Und dann darf man sich hier noch nicht mal die Kante geben. Wenn wir angekommen sind, stelle ich mich proaktiv vor den Bus und exe eine ganze Wanne Sangria. Geil.“</strong></p>
<p>Als wir irgendwann dann doch in Spanien eintrudelten, stieg jemand namens Koks Piet Klocke in den Bus und erklärte uns, dass unser Hotel in Lloret de Mar niedergebrannt sei und wir deshalb in Calella wohnen würden. Durch die Reihen fegte ein Orkan der Entrüstung.</p>
<p><strong>„Calella? Nie gehört! Da kann man bestimmt gar nicht Saufen! Ich will mein Geld zurück!“</strong></p>
<p>Ich bin mir ziemlich sicher, dass meine Mutter gezahlt hatte. Ich war ja noch in der Schule und mein Einkommen betrug Taschengeld plus Erträge von Kasse 14 bei Real in den Borsighallen. Also nicht viel.</p>
<p>Das Zimmer, in das Koks Piet Klocke uns steckte, war unter aller Sau. Das sahen auch die anderen Neuankömmlinge so. Über einem ersten Feinschmeckerdrink im Innenhof verbrüderten wir uns &#8211; gegen den Reiseveranstalter und für mehr Spaß. Was mir anfangs noch wie ein Haufen prolliger Ossis vorkam, wurde schnell immer sympathischer.</p>
<p><strong>„Diese Diana machte mich voll blöd an. Ich pöbelte zurück. Wir waren dann zwar beide etwas eingeschnappt, aber nach einem großen Schluck Sangria-Gin-Mischung aus dem Fünf-Liter-Wasserkanister kriegten wir uns wieder ein.“</strong></p>
<p>Wir kauften uns einen aufblasbaren Swimmingpool und tauften unser neues Zuhause <strong><span style="color: #3366ff;"><a title="Melrose Place Intro" href="http://www.youtube.com/watch?v=TVmRluWZiW8" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">Melrose Place</span></a></span></strong>. Fürs Baden kassierten wir 100 Peseten, die die Leute bereitwillig im Wasser hinterließen. Jeden Abend wurde das Geld herausgefischt und in Gemeinschafts-Barcadi umgesetzt. Ich kümmerte mich damals schon gerne um meine Lieblinge.</p>
<p><strong>„Von Fabian bekam ich feierlich den Namen ‚Knuffeltrude‘ verliehen, weil ich so fröhlich bin.“</strong></p>
<p>Nur Gott weiß, was wir uns Ende der 90er mit unseren Frisuren und Accessoires dachten. Mein Lieblings-Shirt zeigte Tweetie den Vogel, an meinem Arm prangte eine gelbe Baby-G aus durchsichtigem Plastik. Ich trug außerdem eine Art blondierten, kurzen Bob, den ich mir jeden Morgen zu einem unvergleichlichen Look toupierte.</p>
<p><strong>„Abends stand Poolparty auf dem Plan. Ich hatte mir fest vorgenommen, auf keinen Fall ins Wasser zu gehen, weil mein Frisör gesagt hat, dass blondierte Haare durch den Chlorgehalt grün werden. Da Sangria umsonst war, schüttete ich ordentlich was hinter. Natürlich wurde ich dann doch von so einem Arsch  in den Pool geschmissen. Als Koks Piet Klocke nackt hinterhersprang, gingen wir zurück zum Melrose Place. Meine Haare wurden übrigens nicht grün.“</strong></p>
<p><img class="alignleft  wp-image-3203" title="Verschnaufpause." src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/JuleMueller-6-von-7.jpg" alt="" width="389" height="258" /></p>
<p>Wir feierten im Galeon und im Red Planet. Nachts saßen wir am Strand oder um unseren Pool. Tagsüber schliefen wir. Wir hörten <span style="color: #3366ff;"><strong><a title="Ghetto Superstar auf YouTube" href="http://www.youtube.com/watch?v=969ANF3GCX8" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">Ghetto Superstar</span></a></strong></span> von Pras. Essen war überbewertet. Ich ließ mir unheimlich viele Drinks ausgeben, ließ aber niemanden ran, weil ich das unerhört fand. Beim Wort „Sex“ musste ich schließlich noch immer kichern.</p>
<p><strong>„Slaven-Kalle stresste im Galeon voll ab. Ich ließ mir trotzdem eine Cola von ihm spendieren. Dann wollte er mit mir tanzen. Igitt. Als das Galeon um sechs Uhr zumachte, gingen wir nach Hause. Dort war die Party schon wieder am laufen. Als die meisten schlafen gegangen waren, machte ich mit Grinsekatze und Schweda Nudeln, die der besoffene Piercie (sieben Piercings!) dann runterschmiss. Na toll. Als Entschädigung erzählte er uns von seinem ersten LSD-Trip.“</strong></p>
<p>Wahrscheinlich war es der Alkohol, aber ich liebte diese Menschen. Wer auch immer sie waren &#8211; für zehn Tage wurden wir beste Freunde, die alles teilten, die auf sich aufpassten, die nicht schlafen wollten, weil das Leben einfach zu schön war. So viel Liebe und Euphorie hatte ich selten zuvor verspürt. Es war wundervoll. Ich wollte es nicht aufgeben.</p>
<p><strong>„Am Tag der Abreise machte ich den Melrose-Place-Pool platt und fand es sehr symbolisch, wie die Luft so aus dem Ventil strömte. Ich wollte nicht nach Hause und schon gar nicht wieder in die Schule.“</strong></p>
<p>So chaotisch wie die Reise begonnen hatte, endete sie dann auch.</p>
<p><strong>„Nach drei Stunden Warterei am Abfahrtsort fing ich langsam aber sicher an, mich mit Sangria volllaufen zu lassen. Nach vier Stunden kam der olle Bus endlich angekurvt. Fabian sprang sofort auf und fragte den Busfahrer, warum er so lange gebraucht hatte. Dieser meinte, dass er froh sein könne, wenn er überhaupt mitgenommen würde. Als Fabian dann so was wie ‚Wichser‘ sagte, nahm der Busfahrer eine Plastiktüte mit einer Bierflasche drin und zerschlug diese auf Fabians Kopf! Das muss man sich mal vorstellen! Dieser blieb bestimmt nur so ruhig, weil er gerade auf Bewährung ist.“</strong></p>
<p>Ich sah in diesem Urlaub mein erstes Koks, ich hatte eine Schusswaffe in der Hand, ich war 10 Tage am Stück betrunken, begutachtete verschiedenste Penisse und kotzte mehrfach in einen Mülleimer. Oder kurz:</p>
<p><strong>„Ich nahm zwei Kilo ab. Es war der schönste Urlaub meines Lebens.“</strong></p>
<p><img class="alignleft  wp-image-3202" title="Party im Melrose Place." src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/JuleMueller-3-von-7.jpg" alt="" width="618" height="409" /></p>
<p><em><br />
</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Artikel auch erschienen bei den Homies von <span style="color: #3366ff;"><strong><a title="Mit Vergnügen" href="http://www.mitvergnuegen.com/2012/mein-erster-urlaub-ohne-dosenravioli-4-mit-jule-mueller-an-die-costa-brava/#more-19372" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">Mit Vergnügen</span></a></strong></span>.</p>
<p>Bitte besucht auch meine <strong><span style="color: #3366ff;"><a title="Facebook" href="https://www.facebook.com/MyMagicTypewriter" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">Facebook Page</span></a></span></strong>. Dort präsentiere ich gerne Bademoden.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Auf Drogensuche mit dem dicken Rolf* (*Name und Statur geändert)</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Aug 2011 17:50:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jule Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auch ich war mal jung.]]></category>
		<category><![CDATA[Brauner Salon und Umgebung.]]></category>
		<category><![CDATA[Passt in keine Schublade.]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstversuch of Death.]]></category>
		<category><![CDATA[Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr.]]></category>
		<category><![CDATA[x]]></category>
		<category><![CDATA[dealer]]></category>
		<category><![CDATA[drogen]]></category>
		<category><![CDATA[gras]]></category>
		<category><![CDATA[hasenheide]]></category>
		<category><![CDATA[kiffen]]></category>
		<category><![CDATA[neukölln]]></category>
		<category><![CDATA[park]]></category>
		<category><![CDATA[rolf]]></category>

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		<description><![CDATA[Mein Telefon klingelt. Es ist der dicke Rolf. “Ich hab schon überall nach Gras* gefragt. Keiner hat was. Also wirklich nicht. Kommst du mit mir in die Hasenheide* was kaufen?“ (*Suchtmittel und Location geändert) “In die Hasenheide? Zum Drogen kaufen? Du spinnst doch!“ “Ach komm, voll easy. Du  musst nichts machen, ich wickle den Deal ab.“ [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Mein Telefon klingelt. Es ist der dicke Rolf.<br />
“Ich hab schon überall nach Gras* gefragt. Keiner hat was. Also wirklich nicht. Kommst du mit mir in die Hasenheide* was kaufen?“ <em>(*Suchtmittel und Location geändert)</em><br />
“In die Hasenheide? Zum Drogen kaufen? Du spinnst doch!“<br />
“Ach komm, voll easy. Du  musst nichts machen, ich wickle den Deal ab.“<br />
“Nee. Keine Lust.“<br />
“Du darfst auch darüber bloggen. Abenteuer pur!“<br />
“Inklusive Interview mit dir &#8211; dem drogenabhängigen, dicken Rolf?“<br />
“Klar. Bringst du Geld* mit?“ <em>(*Zahlungsmittel geändert)</em></p>
<p>Kurz später hebe ich einen Zehner in kleinen, nicht nummerierten Scheinen am Bankautomaten ab. Ich trage Turnschuhe für die eventuell bevorstehende Flucht. Und einen schwarzen Kapuzenpulli*. <em>(*Outfit geändert)</em></p>
<p>So bin ich damals im Londoner Ghetto auch immer rumgerannt, um nicht verprügelt zu werden. Vom meiner Oma habe ich den Trick mit dem Ruß im Gesicht. Weil wegen der Russen. Mit einer Zigarette brenne ich mir schnell noch ein paar Narben auf die Wangen. Ich sterbe heute nicht beim Versuch Drogen zu kaufen!<br />
Es regnet in Strömen*. <em>(*Wetterverhältnisse geändert)</em><br />
Die Sonne ist schon so gut wie untergegangen. Ich stehe am Hermannplatz und warte auf meinen geheimnisvollen Partner in Crime.<br />
Schon von weitem sehe ich, dass der dicke Rolf eine goldene Kurzjacke aus Plastik trägt.<br />
“Willst du, dass die uns gleich abstechen oder was?“, frage ich ihn.<br />
Er guckt an sich herunter und zuckt mit den Schultern. “Hatte nichts anderes.“<br />
Wir laufen durch den schummrigen Park, drängen uns unter den kleinen Regenschirm, den ich mitgebracht habe. Bei dem Wetter gehen doch nicht mal Dealer raus oder?<br />
Der dicke Rolf bleibt stehen. “Komm, lass uns gehen. Mir ist nicht so wohl.“<br />
“Blödsinn. Du hast doch nur Schiss.“<br />
Der dicke Rolf hakt sich bei mir unter, dann gehen wir weiter. Wir halten Ausschau nach jemandem mit schwarzer Lederjacke. Ticker tragen nämlich alle schwarze Lederjacken. Fact*.<em> (*Fact geändert)</em><br />
Auf einem dunklen Weg zeichnen sich in einiger Entfernung drei Gestalten ab.<br />
“Oh Gott!“, heult der dicke Rolf neben mir.<br />
Wir gehen näher. Eine der drei Personen unterbricht das Gespräch mit den anderen und tritt auf uns zu in die Mitte des Weges.<br />
“Kssss, kssss. Weed?“ Es ist ein junger Araber mit &#8211; seht, seht &#8211; schwarzer Lederjacke. Dazu trägt er eine Gesichtsmumu (kurzer, dünner Schnurrbart, der um den Mund herumführt und am Kinn wieder zusammenläuft). Die anderen beiden Menschen, die er ja zu kennen scheint, gucken doof auf die goldene Jacke.<br />
“Weed?“, wiederholt der Dealer.<br />
Der dicke Rolf nickt heftig ohne dabei etwas zu sagen.<br />
“Wie viel?“ Der Araber kaut Kaugummi und zieht etwas Schleim hoch.<br />
Der dicke Rolf starrt nur nutzlos.<br />
<img title="drug-dealer-magnets" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/2011/08/drug-dealer-magnets.jpg" alt="" width="430" height="430" />“Fürn Zehner“, sage ich. Dabei gucke ich unter meiner Kapuze hervor, wie Lil Kim, wenn man ihre Mutter beleidigt hat. Meine Brandnarben schimmern bestimmt schön im Schein der Laterne.</p>
<p>Der Dealer spürt sofort, dass er es hier mit Vollprofis zu tun hat. Er zieht einen großen, durchsichtigen Beutel Gras aus seiner Jackentasche hervor. Gras oder Majoran, so ganz genau kenne ich den Unterschied nicht.<br />
“Hältst du Hand auf“, befiehlt er dem dicken Rolf.<br />
Zitternd schiebt dieser seine Hand nach vorne. Der Dealer lacht und legt drei lose Brocken Gras hinein. “Musst du klein machen.“<br />
Der redet mit uns, als wären wir Anfänger! Dankbar merken wir uns seinen Tipp. Ich tue so, als fände ich die Menge angemessen und hoffe, dass wir gerade nicht total über den Tisch gezogen werden.<br />
Der dicke Rolf übergibt den zerknüllten Zehner und verbeugt sich dabei unterwürfig. Ich trete ihm von der Seite gegen die Wade.<br />
“Danke“, sage ich und nicke dem Dealer zu.<br />
Dann drehen wir uns um und gehen. Rolfs ergonomische Joggingschuhe mit Reflektoren und Klettverschluss quietschen auf dem nassen Asphalt. Als wir um die Ecke sind, zischt er: “Hier, nimm du. Schnell!“<br />
Ich nehme Rolf den Haufen warmgehaltenes Gras ab. Wir ziehen eine markante Geruchsspur hinter uns her.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Dann stehen wir wieder auf der Hauptstraße.<br />
Der dicke Rolf lacht. “War ja voll easy. Der hatte bestimmt mehr Angst vor uns, als wir vor ihm.“<br />
&#8220;Hmm, genau. Darf ich dich jetzt interviewen?&#8221;<br />
&#8220;Auf gar keinen Fall! Komm, wir holen Pizza*.&#8221; <em>(*Fast Food geändert)</em></p>
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		<title>Hommage an die Spass-WG.</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Jan 2009 17:09:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jule Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auch ich war mal jung.]]></category>
		<category><![CDATA[Ich liebe Deutscheland.]]></category>
		<category><![CDATA[Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr.]]></category>
		<category><![CDATA[anni]]></category>
		<category><![CDATA[hommage]]></category>
		<category><![CDATA[matze]]></category>
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		<description><![CDATA[neulich nacht lag ich wach im bett, dachte ueber die zeit in der spass-wg nach und verfasste einen blog-eintrag in meinem gehirn. leider hab ich wieder alles vergessen, aber ich will trotzdem drueber schreiben. die spass-wg gruendete ich anno (lass mich nicht luegen) 2005 (?) mit annibunny und maexchen-matze. damals war ich kurz zu meiner [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;">neulich nacht lag ich wach im bett, dachte ueber die zeit in der spass-wg nach und verfasste einen blog-eintrag in meinem gehirn. leider hab ich wieder alles vergessen, aber ich will trotzdem drueber schreiben.<br />
die spass-wg gruendete ich anno (lass mich nicht luegen) 2005 (?) mit annibunny und maexchen-matze. damals war ich kurz zu meiner mutter gezogen nach zwei traumatischen monaten in denen ich eine wohnung mit meinem exfreund teilte. ich litt unter einem mix aus frischem herzbruch und neugewonnener freiheit. anni kannte ich zwar noch nicht sehr lange (ich moechte fast meinen, dass wir uns bei unseren ersten treffen nicht grade gruen waren), dennoch wurde sie zu meinem neuesten lieblings-zeitvertreib. wir sahen uns fast jeden tag und fruehstueckten croissants mit frisch gepressten orangensaft zusammen. nach kurzer zeit fragten mich anni und matze (den ich noch weniger kannte), ob ich mit ihnen in eine wohnung ziehen wollte. anni war auch gerade dabei sich zu trennen und matze wollte raus aus seiner alten wg. perfekte bedingungen also. wir besiegelten den deal mit einer flasche voda. wir tranken eh viel. trinken machte damals extrem viel sinn. wir hatten spass. ich glaub den prae-wg-spass-klimax erreichten wir als wir stockhacke in potsdam auf einer kletterspinne sassen und &#8220;last christmas&#8221; von wham schmetterten. matze hat bestimmt noch die grausige mp3 davon. es war alles offiziell- wir liebten uns. also fingen wir an nach wohnungen zu suchen und entschieden uns fuer ein spottbilliges domizil in einer vorzeige-platte im schoensten mitte. wir waren sogar so ueber-eifrig, dass wir zum baumarkt pilgerten und dinge wie nen neuen fussboden kauften. das parkett zu verlegen war unsere erste amtstat (nachdem wir die beschissene toilette gesaeubert und eine trittschalldaemmung verlegt hatten). matze war fuer das saegen und haemmern verantwortlich (die feder in die nut). ich klebte, anni wischte (manchmal auch umgekehrt). wir brauchten tage. dabei hoerten wir the used. weil wir unsere wohnung so liebten schliefen wir entweder auf einer matratze in annis zimmer (die eigentlich matze gehoerte) oder auf dem boden. wir hatten sogar ne kleine ikea-lampe und ne menge schokokekse. und wir filmten alles. anni und ich strichen unsere zimmer rosa (remember alf?) waehrend wir ne flasche erdbeersekt leerten. in einem anflug von vorpubertaerem emotum bastelten wir schablonen aus pizzakartons und spruehten totenkoepfe und sterne in pink oder gold (oder beidem) an alle waende die wir finden konnten. die offene abstellkammer versiegelten wir mit einem vorhang aus meiner alten heidi-bettwaesche. wir kauften einen puempel, der nicht funktionierte, schnitten das alte silikon vom badewannenrand und verlegten es neu (der schimmel liess trotzdem nicht lange auf sich warten). der vormieter aus dem IIIIIIIIHran (wie der vermieter immer sagte) hatte uns teppichkaefer hinterlassen, die unter unserem frischen parkett hausten. also kam der kammerjaeger und spruehte alles voll mit gift.<br />
<img class="aligncenter" src="http://moblog.net/media/j/u/d/judojule/such-a-shame.jpg" alt="" width="413" height="310" /><span id="more-71"></span>am tag des einzugs kam matze mit ca. 5 kisten, anni mit 8 und ich mit etwa 20. ich brachte alles mit was ich hatte (auch weil ich beim auszug aus der exfreund-wohnung nicht grade zeit und lust hatte auszusortieren. naja und weil ich eh n messie bin).<br />
alles war sehr aufregend. wir hatten einen sodamaxx und einen sprudelfix (oder so), einen sandwichtoaster, ne menge besteck, einen suedsee-palmen-duschvorhang (passend zu den floralen fliesen im bad), und ein kleines wohnzimmer in das wir zwei sofas, einen tisch, eine kommode, den fernseher und ein klavier mit hocker stellten. wir strichen es in einem mittelmeer-orange- die totenkoepfe hielten wir in einem gediegenen gold metallic. damit sich das klavier nicht so alleine fuehlte, brachten wir diverse floeten und eine rassel mit an bord. zur sehr gewollten triangel schafften wir es leider nie.<br />
fuer die kueche kauften wir den tisch ingo und drei passende stuehle. den verrotteten ofen stellten wir auf den balkon.<br />
unsere einweihungsparty sollte was besonderes werden. wir luden alles und jeden ein, den wir kannten. wir druckten sogar flyer (blau und gruen), die anni und ich dann besoffen bei der rock-bar im magneten an heisse (fanden wir zumindestens in unserem suff) typen verteilten.<br />
sogar geheimnis-guenther wollte kommen. ob er kam? keine ahnung. es war stellenweise so voll, dass ich den ueberblick verlor. war aber egal- weil wir ja eh besoffen waren. wir machten fotos von allen gaesten, die wir dann spaeter an eine flurwand klebten, die wir die &#8220;wall of friends&#8221; nannten. oben prangten die spass-wg-mitglieder, darunter alle unsere freunde.<br />
unsere lieblingsbeschaeftigung war das feiern. wir nisteten uns dauerhaft im magnet-club ein. an einem normalen dienstag oder donnerstag oder freitag oder samstag assen wir zu abend (matze hatte immer pizza oder thunfisch-salat, zu besonderen anlaessen ne thunfisch-pizza), kloppten uns ums bad und danach den spiegel im wohnzimmer, guckten ne runde fernsehen (die tuer musste in einem bestimmten winkel zum digital-tv-receiver stehen, um das rauschen zu unterdruecken) und tranken vodka mit o-saft. anni wusste immer genau wann welche tram wo fuhr und war quasi unsere wandelnde bvg-auskunft (als anni mal im urlaub war verfuhren matze und ich uns auf dem weg zum magneten&#8230;). weil wir ja maedchen waren (sind&#8230;) waren wir stylingtechnisch immer im stress und ein wenig zu spaet. zur tram mussten wir mit garantie immer rennen. matze und anni stritten sich immer dabei. immer.<br />
unser mantra des abends (also aller abende) war- &#8220;heute, heute aber wirklich, ich schwoere, schlepp ich jemanden ab!&#8221;<br />
immer (wirklich immer) fuhren wir zu dritt total besoffen wieder zurueck nach hause und sagten sowas wie &#8220;naja, naechstes mal.&#8221;<br />
wir hatten so viel spass, dass es allen aussenstehenden bestimmt im gehirn wehtat. ich moechte meinen dass sogar moerder-moerte (der wg-tiger) sehr viel spass hatte.<br />
<img class="aligncenter" src="http://moblog.net/media/j/u/d/judojule/such-a-shame-5.jpg" alt="" width="413" height="310" /><br />
uns war alles egal- wir nahmen kraeutersosse, knoblauch und scharf auf einmal! mit vorliebe fielen anni und ich auch auf den magnet-boden. wir durchliefen quasi nochmal eine zweite jugend. erwachsen war uns nix. wir wollten spass.<br />
ich arbeitete damals vollzeit bei universal im verlag und mir ist bis heute nicht ganz klar, wie ich den ganzen alkohol verkraftete.<br />
irgendein schlauer mensch hat mal gesagt, dass man immer aufhoeren soll, wenn es am schoensten ist. also zog ich nach england. es kann ein dass der fruehzeitige verlass der spass-wg einen glorifizierungs-prozess in meinem kopf in gang gesetzt hat, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass das das spassigste jahr meines ganzen lebens war. die endgueltige aufloesung der spass-wg tat mir sehr im herzen weh.</p>
<p style="text-align: left;">danke an annibunny, maexchen-matze und moerder-moerte!</p>
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		<title>Krankenhaeuser sind mir Nix!</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Jul 2008 18:22:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jule Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auch ich war mal jung.]]></category>
		<category><![CDATA[Ein schönes Bad in Selbstmitleid.]]></category>
		<category><![CDATA[Passt in keine Schublade.]]></category>
		<category><![CDATA[infusion]]></category>
		<category><![CDATA[krankenhaus]]></category>
		<category><![CDATA[nicola]]></category>
		<category><![CDATA[uroma]]></category>

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		<description><![CDATA[ich persoenlich war in meinem leben nur einmal im krankenhaus. das war als ich aus dem koerper meiner mutter schluepfte im damals noch nicht so schoenen friedrichshain. daran kann ich mich nicht erinnern. es gibt auch keine beweisfotos- ich vertraue auf die erzaehlungen meiner familie. krankenhaeuser sind mir nix. meine fruehste erinnerung geht ungefaehr 18 [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>ich persoenlich war in meinem leben nur einmal im krankenhaus. das war als ich aus dem koerper meiner mutter schluepfte im damals noch nicht so schoenen friedrichshain. daran kann ich mich nicht erinnern. es gibt auch keine beweisfotos- ich vertraue auf die erzaehlungen meiner familie.</p>
<p>krankenhaeuser sind mir nix.</p>
<p style="text-align: center;">
<p>meine fruehste erinnerung geht ungefaehr 18 jahre zurueck. damals lag meine uroma im krankenhaus. obwohl sie sehr alt war und nicht mehr nach hause zurueckkehren sollte, bat sie meine mutter ihr die haare zu kaemmen. ich fand das sehr traurig. dennoch beschloss ich, dass wenn ich mal bettlaegrig und gebrechlich sei ich auch wolle, dass die drei generationen unter mir vorbeikaemen, um mir die haare zu frisieren. meine uroma hatte schlaueche in der nase. ich mochte das krankenhaus nicht.</p>
<p><span id="more-113"></span>eine zweite chance gab ich dem krankenhaus und mir als mein klassenlehrer herr b. eingeliefert wurde. ich weiss nicht mehr warum, aber da er ueber 200 kilo wog machte alles irgendwie sinn. die ganze klasse besuchte ihn und ich stand an der rechten bettseite. alle waren gut gelaunt. schule fiel aus. es gab schlimmeres. bis ich die schlaeuche in seinem massiven handruecken sah. da wurde mir schlecht. da musste ich das zimmer verlassen und war zum wiederholten male ueberzeugt, dass krankenhaeuser sehr unbegehrenswert sind.</p>
<p>das dritte mal besuchte ich meine freundin nicola zusammen mit ein paar anderen freunden im krankenhaus. sie wurde an den nasennebenhoelen operiert und hatte einen blutigen tampon im nasenloch. sie sah nicht gut aus. auch alle anderen menschen auf den fluren sahen nicht gut aus. auf dem weg nach draussen, um frische luft zu schnappen und meiner uebelkeit entgegenzuwirken wurde ich von einer schwester aufgelesen und auf ein bett gelegt. ich glaub ich sah auch nicht gut aus.</p>
<p>gestern war ich das vierte mal im krankenhaus. meine freundin und schwaegerin in spe rose war auf einer party umgeknickt und hatte sich das fussgelenk zerbrochen. sehr doll zerbrochen. als wir sie nach 2 tagen in ihrem grossraumzimmer abholten, erzaehlte sie uns von der op, den grossen metallschrauben, der metallplatte, den 50 stichen und den zwei monaten gips. sie trug eine augenweide von hinten offenem nachthemd. rose hat was am fuss, dachte ich mir vor der anunft, die braucht keine schlaeuche in der hand. ich wurde aber eines besseren belehrt. da gabs nicht nur nen schlauch in der hand, sondern auch in der armbeuge. um rose herum standen betten mit alten, wimmernden omas, frauen, die kein englisch sprachen und teenagern am tropf. ich fand das sehr unschoen. da es sich um ein uniklinikum handelte, gab es wenigstens junge und attraktive schwestern.<br />
als die schlaeuche entfernt wurden, rollte ich mit meinem stuhl hinter einen vorhang. &#8220;das wird jetzt sehr doll bluten&#8221; hoer ich die schwester sagen. nach gefuehlten 5 minuten rolle ich zurueck nur um genau in dem moment hinzugucken, als die zweite enorm lange und dicke rote nadel aus der hand flutschte. rose war auf morphium- der machte das nicht so viel. ich fuehlte meinen kreislauf. dass die nadeln so unverhaeltnismaessig gross waren hatte ich nicht gedacht.<br />
dieses bild hab ich jetzt in meinem kopf. das ist wie zahnarzt- wenn ich dran denke, dann gehts mir nicht gut.<br />
das muss ich noch alles verkraften.</p>
<p>ich hatte fast vergessen wie schlimm krankenhaeuser sind. jetzt weiss ichs wieder.</p>
<p>wenn ich mir mal den fuss breche, dann bastel ich mir einen schuh aus bambus und kaugummi. in meine hand kommt keine nadel. ich hab fuer mein alter genug gesehen, finde ich.</p>
<p>xxx</p>
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