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	<title>mymagictypewriter. &#187; reisen</title>
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	<description>ich.bin.deine.mutter.</description>
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		<title>Ich nahm zwei Kilo ab. Es war der schönste Urlaub meines Lebens.</title>
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		<pubDate>Thu, 06 Sep 2012 19:44:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jule Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auch ich war mal jung.]]></category>
		<category><![CDATA[Auf Reisen.]]></category>
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		<description><![CDATA[Es war 1998, ich war 16 Jahre alt und saß im Bus Richtung Costa Brava. Das war in Spanien, so viel wusste ich, und es gabt dort Schnaps und Jungs. Die Fahrt ins Glück war leider elendig lang. In meinem Tagebuch von damals liest es sich so: „Ich frage mich, warum diese Sitze den luxuriös [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Es war 1998, ich war 16 Jahre alt und saß im Bus Richtung Costa Brava. Das war in Spanien, so viel wusste ich, und es gabt dort Schnaps und Jungs. Die Fahrt ins Glück war leider elendig lang. In meinem Tagebuch von damals liest es sich so:</p>
<p><strong>„Ich frage mich, warum diese Sitze den luxuriös anmutenden Namen ‚Schlafsessel‘ tragen dürfen, wenn der Winkel der Rückenlehne auch nach dem Zurückklappen noch ein rechter ist. Und dann darf man sich hier noch nicht mal die Kante geben. Wenn wir angekommen sind, stelle ich mich proaktiv vor den Bus und exe eine ganze Wanne Sangria. Geil.“</strong></p>
<p>Als wir irgendwann dann doch in Spanien eintrudelten, stieg jemand namens Koks Piet Klocke in den Bus und erklärte uns, dass unser Hotel in Lloret de Mar niedergebrannt sei und wir deshalb in Calella wohnen würden. Durch die Reihen fegte ein Orkan der Entrüstung.</p>
<p><strong>„Calella? Nie gehört! Da kann man bestimmt gar nicht Saufen! Ich will mein Geld zurück!“</strong></p>
<p>Ich bin mir ziemlich sicher, dass meine Mutter gezahlt hatte. Ich war ja noch in der Schule und mein Einkommen betrug Taschengeld plus Erträge von Kasse 14 bei Real in den Borsighallen. Also nicht viel.</p>
<p>Das Zimmer, in das Koks Piet Klocke uns steckte, war unter aller Sau. Das sahen auch die anderen Neuankömmlinge so. Über einem ersten Feinschmeckerdrink im Innenhof verbrüderten wir uns &#8211; gegen den Reiseveranstalter und für mehr Spaß. Was mir anfangs noch wie ein Haufen prolliger Ossis vorkam, wurde schnell immer sympathischer.</p>
<p><strong>„Diese Diana machte mich voll blöd an. Ich pöbelte zurück. Wir waren dann zwar beide etwas eingeschnappt, aber nach einem großen Schluck Sangria-Gin-Mischung aus dem Fünf-Liter-Wasserkanister kriegten wir uns wieder ein.“</strong></p>
<p>Wir kauften uns einen aufblasbaren Swimmingpool und tauften unser neues Zuhause <strong><span style="color: #3366ff;"><a title="Melrose Place Intro" href="http://www.youtube.com/watch?v=TVmRluWZiW8" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">Melrose Place</span></a></span></strong>. Fürs Baden kassierten wir 100 Peseten, die die Leute bereitwillig im Wasser hinterließen. Jeden Abend wurde das Geld herausgefischt und in Gemeinschafts-Barcadi umgesetzt. Ich kümmerte mich damals schon gerne um meine Lieblinge.</p>
<p><strong>„Von Fabian bekam ich feierlich den Namen ‚Knuffeltrude‘ verliehen, weil ich so fröhlich bin.“</strong></p>
<p>Nur Gott weiß, was wir uns Ende der 90er mit unseren Frisuren und Accessoires dachten. Mein Lieblings-Shirt zeigte Tweetie den Vogel, an meinem Arm prangte eine gelbe Baby-G aus durchsichtigem Plastik. Ich trug außerdem eine Art blondierten, kurzen Bob, den ich mir jeden Morgen zu einem unvergleichlichen Look toupierte.</p>
<p><strong>„Abends stand Poolparty auf dem Plan. Ich hatte mir fest vorgenommen, auf keinen Fall ins Wasser zu gehen, weil mein Frisör gesagt hat, dass blondierte Haare durch den Chlorgehalt grün werden. Da Sangria umsonst war, schüttete ich ordentlich was hinter. Natürlich wurde ich dann doch von so einem Arsch  in den Pool geschmissen. Als Koks Piet Klocke nackt hinterhersprang, gingen wir zurück zum Melrose Place. Meine Haare wurden übrigens nicht grün.“</strong></p>
<p><img class="alignleft  wp-image-3203" title="Verschnaufpause." src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/JuleMueller-6-von-7.jpg" alt="" width="389" height="258" /></p>
<p>Wir feierten im Galeon und im Red Planet. Nachts saßen wir am Strand oder um unseren Pool. Tagsüber schliefen wir. Wir hörten <span style="color: #3366ff;"><strong><a title="Ghetto Superstar auf YouTube" href="http://www.youtube.com/watch?v=969ANF3GCX8" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">Ghetto Superstar</span></a></strong></span> von Pras. Essen war überbewertet. Ich ließ mir unheimlich viele Drinks ausgeben, ließ aber niemanden ran, weil ich das unerhört fand. Beim Wort „Sex“ musste ich schließlich noch immer kichern.</p>
<p><strong>„Slaven-Kalle stresste im Galeon voll ab. Ich ließ mir trotzdem eine Cola von ihm spendieren. Dann wollte er mit mir tanzen. Igitt. Als das Galeon um sechs Uhr zumachte, gingen wir nach Hause. Dort war die Party schon wieder am laufen. Als die meisten schlafen gegangen waren, machte ich mit Grinsekatze und Schweda Nudeln, die der besoffene Piercie (sieben Piercings!) dann runterschmiss. Na toll. Als Entschädigung erzählte er uns von seinem ersten LSD-Trip.“</strong></p>
<p>Wahrscheinlich war es der Alkohol, aber ich liebte diese Menschen. Wer auch immer sie waren &#8211; für zehn Tage wurden wir beste Freunde, die alles teilten, die auf sich aufpassten, die nicht schlafen wollten, weil das Leben einfach zu schön war. So viel Liebe und Euphorie hatte ich selten zuvor verspürt. Es war wundervoll. Ich wollte es nicht aufgeben.</p>
<p><strong>„Am Tag der Abreise machte ich den Melrose-Place-Pool platt und fand es sehr symbolisch, wie die Luft so aus dem Ventil strömte. Ich wollte nicht nach Hause und schon gar nicht wieder in die Schule.“</strong></p>
<p>So chaotisch wie die Reise begonnen hatte, endete sie dann auch.</p>
<p><strong>„Nach drei Stunden Warterei am Abfahrtsort fing ich langsam aber sicher an, mich mit Sangria volllaufen zu lassen. Nach vier Stunden kam der olle Bus endlich angekurvt. Fabian sprang sofort auf und fragte den Busfahrer, warum er so lange gebraucht hatte. Dieser meinte, dass er froh sein könne, wenn er überhaupt mitgenommen würde. Als Fabian dann so was wie ‚Wichser‘ sagte, nahm der Busfahrer eine Plastiktüte mit einer Bierflasche drin und zerschlug diese auf Fabians Kopf! Das muss man sich mal vorstellen! Dieser blieb bestimmt nur so ruhig, weil er gerade auf Bewährung ist.“</strong></p>
<p>Ich sah in diesem Urlaub mein erstes Koks, ich hatte eine Schusswaffe in der Hand, ich war 10 Tage am Stück betrunken, begutachtete verschiedenste Penisse und kotzte mehrfach in einen Mülleimer. Oder kurz:</p>
<p><strong>„Ich nahm zwei Kilo ab. Es war der schönste Urlaub meines Lebens.“</strong></p>
<p><img class="alignleft  wp-image-3202" title="Party im Melrose Place." src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/JuleMueller-3-von-7.jpg" alt="" width="618" height="409" /></p>
<p><em><br />
</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Artikel auch erschienen bei den Homies von <span style="color: #3366ff;"><strong><a title="Mit Vergnügen" href="http://www.mitvergnuegen.com/2012/mein-erster-urlaub-ohne-dosenravioli-4-mit-jule-mueller-an-die-costa-brava/#more-19372" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">Mit Vergnügen</span></a></strong></span>.</p>
<p>Bitte besucht auch meine <strong><span style="color: #3366ff;"><a title="Facebook" href="https://www.facebook.com/MyMagicTypewriter" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">Facebook Page</span></a></span></strong>. Dort präsentiere ich gerne Bademoden.</p>
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		<title>Ein erholsames Wochenende in den Bergen</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Dec 2011 19:38:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jule Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf Reisen.]]></category>
		<category><![CDATA[Ein schönes Bad in Selbstmitleid.]]></category>
		<category><![CDATA[Ich liebe Deutscheland.]]></category>
		<category><![CDATA[Saufen für Fortgeschrittene.]]></category>
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		<category><![CDATA[drehmöser 9]]></category>
		<category><![CDATA[flugzeug]]></category>
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		<category><![CDATA[übelkeit]]></category>

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		<description><![CDATA[SAMSTAG 07:00h Der Wecker klingelt nach gesunden drei Stunden Schlaf. Ich weiß spontan nicht, worum es geht. Nix macht Sinn. Dann fällt es mir ein: Ich fliege nach München. Irgendwas mit Bergen. Ich bin total betrunken und snooze. 07:15h Wann muss ich los?  In einer halben Stunde. Es dreht sich alles. Die Katze nervt. Hätte [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>SAMSTAG</strong></p>
<p>07:00h<br />
Der Wecker klingelt nach gesunden drei Stunden Schlaf. Ich weiß spontan nicht, worum es geht. Nix macht Sinn. Dann fällt es mir ein: Ich fliege nach München. Irgendwas mit Bergen. Ich bin total betrunken und snooze.</p>
<p>07:15h<br />
Wann muss ich los?  In einer halben Stunde. Es dreht sich alles. Die Katze nervt. Hätte ich etwas Energie, würde ich sie anbrüllen. Der Weg in die Küche ist furchtbar lang und kalt. Theoretisch und praktisch bin ich nicht in der Lage, zu reisen. Ich schalte das Radio ein. Es laufen die Ärzte. Danke, jetzt bin ich wach. Schlecht ist mir trotzdem. Ich schmiere mir einen Kanten Brot mit irgendwas &#8211; vielleicht saugt das noch etwas Alk aus dem Magen. Dann leere ich einen halben Liter schwarze Johannisbeerschorle. Man gönnt sich ja sonst nichts.</p>
<p>07:28h<br />
Ich betrete das Bad.  Duschen fällt aus, is klar. Muss ja gleich los. Ist der Heroin-Chic eigentlich wieder salonfähig? In Bayern? Ich werde es herausfinden müssen.</p>
<p>07:51h<br />
Kamera, Portemonnaie, Tickets &#8211; ich hab alles außer meiner Würde. Es kann losgehen.</p>
<p>08:02h<br />
Ich ziehe meinen Koffer laut die Treppe zur U-Bahn hinunter. Tragen steht nicht zur Debatte. Super. Die Bahn nach Schönefeld kommt gleich. Vorsichtshalber krame ich die Flugbestätigungsmail aus meinem Rollkoffer&#8230;</p>
<p>08:03h<br />
Ich muss nach Tegel!?  Wie oft kann man eigentlich noch auf diesen Schwachsinn reinfallen? Ich breche in Panik aus, dann stelle ich eine alternative Route zusammen. Kurz vergesse ich sogar die Übelkeit.</p>
<p>08:31h<br />
Ich falle in einen Bäcker am Kutschi. So wie ich aussehe, könnte ich auch in den Mülltonnen nach Essbarem suchen. Würde nicht weiter auffallen. Im Radio läuft Alexandra Burke.  Ihr Nachname klingt so, wie ich mich fühle.</p>
<p>08:36h<br />
Im Bus möchte eine Dame meinen Sitzplatz. Not gonna happen, Sister.</p>
<p>08:49h<br />
Ich stehe vollkommen dehydriert in der Check-In-Schlange. Mein 7 Kilo schweres Köfferchen entspricht gewichtstechnisch nicht den Anforderungen der Airline. “Es ist nur sehr wenig Platz im Flugzeug.“ Selbst ich merke, dass die  Zusammenhänge hinken. Ich muss es einchecken. Mir ist alles egal, Hauptsache ich muss hier und jetzt nicht sterben.</p>
<p>08:56h<br />
Ich trinke das teuerste Wasser der Welt. Jeder Schluck kostet mich etwa einen Euro.<br />
Worth. Every. Fucking. Penny.</p>
<p>09:10h<br />
Ich lese den Playboy im Wartekabuff. H. kommt rein. Als wir uns hallo sagen, muss ich rülpsen. Er weiß dafür meinen Namen nicht. Dann sind wir wohl quitt. Ich lese demonstrativ wieder nackte Frauen.</p>
<p>09:14h<br />
Eine Damenhandballmannschaft mit Partnerlook-Hoodies schart sich um mich. Alle haben kurze Haare und muskulöse Oberarme. Sie lesen auch den Playboy.  Natürlich. Ihr Mittagsmenü für die kommenden Tage muss demokratisch gewählt werden. Auf dem Speiseplan stehen Schweinelendensteak, Rinderfilet und Eisbein. Ich setze mich um.</p>
<p>09:26h<br />
Ich merke, dass in Schlangen zu stehen heute nicht so mein Ding ist. In dem Fach über meinem Sitz hätten noch zehn meiner Koffer Platz gehabt. Vor mir sitzt der übergewichtige asiatische Friseur aus Schwer Verliebt.  Oder jemand anderes. Erst mal schlafen.</p>
<p>11:05h<br />
Ich erwache, als wir den Asphalt berühren. Meine Augen kriege ich trotzdem nicht auf. Blind schleiche ich den Flur entlang Richtung Ausgang. Viel zu viele Menschen hier. An der Gepäckausgabe warte ich 25 Minuten auf meinen Koffer. Ich bin fuchsteufelswild.</p>
<p>11:47h<br />
Ich sitze in der vollen S-Bahn nach München Zentrum. Für nur 10 Euro. Draußen sieht es öde aus. Felder, Bäume, Nebel. Flach wie Brandenburg. Wo sind denn jetzt die Berge und Brezn? Niemand trägt Dirndl. Alle sind auch total normal. Die sprechen nicht mal komisch. Etwas enttäuscht betrachte ich meine Haarspitzen. Zwar ist mir nicht mehr so doll nach Kotzen, nach Jägermeister ist mir aber auch nicht.</p>
<p>12:30h<br />
Ich habe 50 Minuten in der Bahn gesessen und niemand wollte mir Feuerzeuge oder eine Obdachlosenzeitung verkaufen, niemand hat mir einen Song gespielt, niemand hat einfach mal so nach Geld für Drogen gefragt, niemand hat betrunken laut die Welt/Ausländer/Politiker verflucht. Es war wunderbar ruhig. Meine Laune steigt stetig. Immer noch keine Berge.</p>
<p>21:02h<br />
Nach Hotel-Check-In, Mittagsschlaf und Make-Up sitze ich nun in 1500 Metern auf der Drehmöser-9-Alm. Ich habe Magenkrämpfe und Schüttelfrost. Das ist sicherlich die Höhenkrankheit. Die dünne Luft und so. Ich bin umgeben von Jägermeister. Auf Eis, mit Red Bull, Saft, Brause, Wasser, Milch, Bier &#8211; alles kann, alles muss. Ich lege meinen Kopf auf der Theke ab. Wenn ich den Schnaps nicht sehe, sieht er mich vielleicht auch nicht.</p>
<p>21:20h<br />
D. und D. besuchen mich an meinem Sitzplatz an der Bar.  Sie nehmen sich meine mühsam zu einem Turm gestapelten Getränkemarken und bestellen drei Jägermeister-Redbull. Ich solle mich nicht so anstellen. Der erste Schluck tut mir in der Leber weh. Vom zweiten muss ich aufstoßen. Nach dem dritten etappe ich mich beim Lächeln. Ich erinnere mich wieder daran, wie man sich eigentlich im Leben fühlen sollte. Irgendwie glücklich.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://mymagictypewriter.com/ein-erholsames-wochenende-in-den-bergen/313236_10150415129391443_724506442_8977148_404162746_n/" rel="attachment wp-att-1846"><img class="aligncenter size-full wp-image-1846" title="313236_10150415129391443_724506442_8977148_404162746_n" alt="" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/313236_10150415129391443_724506442_8977148_404162746_n.jpg" width="634" height="422" /></a></p>
<p>21:29h<br />
Mein High hielt etwa 27 Minuten vor. Inzwischen bin ich zurück in einen bemitleidenswerten Geisteszustand gefallen und starre auf den Kamin. Oder auf die dauergewellten Dorfdamen. Drehmöser-Style.</p>
<p>22:14h<br />
Ich hänge so auf einem rustikalen Holztisch rum und spiele mit Strohhalmen. Vor mir steht ein oranger Jägermeister-Stammtisch-<wbr />Wimpel, um meine Schultern schmiegt sich ein Jägermeister-T-Shirt, vor mir stehen kleine Flaschen Jägermeister, daneben liegt ein Haufen Jägermeister-Getränkebons. Es ist klar, wo ich mich befinde. Oben spielt die Band, hier unten gammeln die Partypooper rum. Ich gucke nach draußen. Irgendwo muss die Zugspitze sein. Man sieht genau: nix. Ehrlich gesagt könnten die mich auch in  einen unterirdischen Saunaclub gefahren haben.  Nachts verpufft der Effekt eines Bergmassivs irgendwie. Hinter mir hängen in einem Trockenschrank etwa 20 Schinken. Naja, ist ja auch ganz schön.</p>
<p>23:05h<br />
Ich trinke Apfelschorle aus einem Maßkrug. Der Bluff fällt keinem auf.<br />
Mein Mantra des Abends: Ich möchte mich nicht vor dem Kamin zusammenrollen und einschlafen! Ich möchte mich nicht vor dem Kamin zusammenrollen und einschlafen! Fast glaube ich es mir selbst.</p>
<p><img class="alignleft  wp-image-4276" alt="392210_10150415130436443_791208173_n" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/392210_10150415130436443_791208173_n.jpg" width="634" height="422" /></p>
<p>23:23h<br />
Die Gondel fährt um zwei Uhr wieder nach unten. Bis dahin muss ich hier ausharren. Ein betrunkener Typ setzt sich zu mir. Er kommt aus Garmisch. Ich behaupte, ich hieße Tusnelda und sei aus Polen. Er geht wieder. Ich exe meine Apfelschorle wie eine ganz Harte.</p>
<p>00:12h<br />
Ich bin umgeben von hackedichten Jungs, die ich nicht kenne. Kurz hebt sich meine Laune wieder.<br />
Der eine: Du bist auch aus Reinickendorf? Vielleicht waren wir auf einer Schule?<br />
Ich: Wie alt seid ihr?<br />
Er: Zwanzig. Und du?<br />
Ich: Dreißig.<br />
Schweigen.<br />
Er: Du könntest unsere Mutter sein!<br />
Ich zeige meine goldene Mutter-Kette. Alle sind beeindruckt. Dann geht uns der Gesprächsstoff aus. Ich schleiche zurück zu meinem Barhocker.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://mymagictypewriter.com/ein-erholsames-wochenende-in-den-bergen/bildschirmfoto-2011-11-29-um-18-27-23/" rel="attachment wp-att-1820"><img class="size-full wp-image-1820 aligncenter" title="Bildschirmfoto 2011-11-29 um 18.27.23" alt="" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Bildschirmfoto-2011-11-29-um-18.27.23.jpg" width="625" height="351" /></a></p>
<p>23:57h<br />
D. interviewt mich draußen. Irgendjemand filmt. Ich erzähle vom großartigen Partyspektakel. Ich finde, ich bringe das voll real rüber. (Edit: Später werde ich herausfinden, dass ich so natürlich wirke, wie die Konservierungsstoffe in Skittles.) Noch eine Stunde bis Abfahrt.</p>
<p>02:03h<br />
In der Gondel schwebe ich Richtung Abgrund. Ins tiefe, schwarze Nichts. D. und D. sprechen vom Altenpanorama in der hoteleigenen Sauna. Ich kauere mich am Boden des Kräftigs zusammen. Je weniger hoch ich bin, desto weniger tief kann ich fallen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>SONNTAG</strong></p>
<p><img class=" wp-image-1835 alignleft" title="387847_10150415133866443_724506442_8977187_2031088703_n" alt="" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/387847_10150415133866443_724506442_8977187_2031088703_n.jpg" width="480" height="719" /></p>
<p>12:13h<br />
Wir fahren mit dem Auto am Eibsee vor. Ich bin so aufgeregt wie selten. Meine Kamera ist geladen und schussbereit. Gleich gibt es was mit Bergen. Wir laufen durch einen kleinen Wald. Eigentlich renne ich. Ich kann den Ausblick nicht mehr länger abwarten. Irgendwo hier muss der See sein. Und dann lichten sich die Bäume. Ich fühle so etwas wie Ehrfurcht. Der flache, glasklare See leuchtet in stattlichen Grüntönen. Am Ufer liegen große graue Steine, dahinter baut sich ein von der Sonne erleuchteter Streifen aus Tannen auf. Und dann muss man seinen Köpf heben, um das Bergmassiv um die Zugspitze überhaupt erfassen zu können. Schroff, von Schneelinien durchzogen ragen die scharfen Kanten der Steintürme in den türkisen Himmel. Alles funkelt und glänzt und schimmert, als hätte ich die Szene schon durch mein digitales Bildbearbeitungsprogramm gejagt. So ist das also in den Bergen. Ich hatte keine  Ahnung. Ich nehme meine Kamera und lasse ein Blitzfeuer auf die Idylle los. Theres no stoppin now.</p>
<p><img class="alignleft  wp-image-4277" alt="313281_10150415130981443_622762829_n" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/313281_10150415130981443_622762829_n.jpg" width="634" height="422" /></p>
<p>20:30h<br />
Ich verabschiede D. auf dem Flughafen-Weihnachtsmarkt genau zwischen Terminal eins und zwei an der Eislaufbahn. Um uns herum zuzeln alle weiße Würste.</p>
<p>20:34h<br />
Ich trage eine Strumpfhose, Jeans, zwei Paar Socken, Lammfellsohle in den Schuhen, Unterhemd, Shirt, Strickjacke, Hoody, Wintermantel und Schal. Macht man doch so in den Bergen? Draußen sind zehn Grad, hier drinnen gefühlte 29. Ich schwitz wie ein Schwein. Na, wenn ich schon die Sauna verpasst habe&#8230; Ist auch alles hier fast wie im Spa. Nur halt nicht so geil.</p>
<p>23:47h<br />
Ich bin gerade zu Hause angekommen. Ich fühle mich wie überfahren. Und dann gucke ich die Bilder an. Von der Zugspitze. Aus der Gondel. Von der Alm. Und bin glücklich.</p>
<p>Trinken werde ich trotzdem nie wieder.</p>
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