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	<title>mymagictypewriter. &#187; konzert</title>
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		<title>Sarg bei Roy. Hardcore mit Glitzerschuhen.</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Jul 2012 13:15:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jule Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Achtung! Mädchenkrams.]]></category>
		<category><![CDATA[Brauner Salon und Umgebung.]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich sitze mit M. und C. in der Küche. Die beiden hören Musik, wo das Geschrei von Leuten den Gesang ersetzt. Faszinierend. Sie überreden mich, mit ihnen auf ein halbillegales Konzert zu gehen. Zu Sarg. Bei Roy. Aufregend. Wir radeln am Kanal entlang, es ist dunkel. Dann geht es in eine kleine Gasse, in der [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ich sitze mit M. und C. in der Küche. Die beiden hören Musik, wo das Geschrei von Leuten den Gesang ersetzt. Faszinierend. Sie überreden mich, mit ihnen auf ein halbillegales Konzert zu gehen. Zu Sarg. Bei Roy. Aufregend.</p>
<p>Wir radeln am Kanal entlang, es ist dunkel. Dann geht es in eine kleine Gasse, in der sich Autowerkstätten befinden. Ganz am Ende halten wir vor einer stillgelegten Fabrik. Hier ist es. Wir schließen die Räder an und laufen die Treppen hoch. Im Flur stehen Holzpaletten, Spiegel, Blech und rote Plastikbojen. Ich stolpere im zweiten Stock über eine kaputte Steinstufe.</p>
<p>Der Einlasser will einen Betrag zwischen 6 und 8 Euro von mir haben. Geld? Ja gibt es hier denn keine Gästeliste?<br />
Ich zahle fairerweise 6.</p>
<p>Drinnen sind mindestens 40 Grad. Es ist unerträglich. Aber ich darf nicht meckern. Das erwarten die nur von mir. Ich bin cool und credible. Ich kann mindestens eine Blink 182 Hook anstimmen und hatte mal einen zweireihigen Nietengürtel.</p>
<p>K. guckt auf meine Füße. &#8221;Was hast du denn da an?&#8221;<br />
&#8220;Goldene Glitzersandalen mit Perlenbesatz.&#8221;<br />
&#8220;Damit Jule glänzen kann beim Stagediven&#8221;, erklärt C. Ich meine, leichte Ironie in ihrer Stimme hören zu können.</p>
<p>Wir gehen zur Bar. Das Getränkesortiment hängt an Schnüren von der Decke. Ich verkneife mir, nach Sekt auf Eis zu fragen und nehme einen lauwarmen Cider. So anpassungsfähig, dass ich richtiges Bier trinke, bin ich dann doch nicht.<br />
&#8220;Lieber stärker oder lieber schwächer?&#8221;, werde ich vom Haarkeeper (haariger Barkeeper) gefragt.<br />
&#8220;Mach ruhig stark, heute gebe ich es mir dreckig.&#8221;</p>
<p>Die erste Band spielt. Ich tue interessiert. Es ist auf jeden Fall kein Hardcore. Das erkenne ich. Es hat einigermaßen Melodie. Etwa zehn Minuten mische ich mich unter die Zuschauer. Keiner pogt. Sogar ich nicht.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-3016" title="Bei Roys Bad" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/C360_2012-07-27-23-28-56.jpg" alt="" width="295" height="456" /><img class="alignleft size-full wp-image-3019" title="Bei Roys Klo." src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/C360_2012-07-28-00-30-14.jpg" alt="" width="295" height="456" /></p>
<p>&nbsp;</p>
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<p>Es gibt Gemeinschaftstoiletten. Natürlich. Meine letzten Erlebnisse auf einer <span style="color: #3366ff;"><strong><a title="Gay Night Out. All in." href="http://mymagictypewriter.com/gay-night-out-all-in/" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">Schwulenparty </span></a></strong></span>waren eher unglamourös. Ich stelle mich an. Der Raum ist verziert mit Worten, Aufklebern und Postern. Es gibt sogar einen Spiegel! Dass darüber &#8216;You are beautiful&#8217; steht, finde ich gut. Man sollte sich auch wirklich nicht schämen, nur weil man Christina Aguilera hört.</p>
<p>Zwei Hardcorer mit Plugs kommen aus der Kabine. Zusammen. Ist man ja sonst nur von Technofreunden gewohnt. Die haben bestimmt einen Schnaps getrunken, ein Schnitzel gegessen und Sex gehabt. Das darf man in der Öffentlichkeit nämlich bei denen nicht. Hab ich gehört. Ich nicke ihnen anerkennend zu. Ich verrate euch nicht, Jungs.<br />
Auf Klodeckel und -brille kann man eine Geschichte lesen.</p>
<p>Dann spielen Sarg. Ich bin mental drauf vorbereitet, dass es mir nicht gefallen wird.</p>
<p>Es ist laut und schnell und ich verstehe kein Wort.<br />
&#8220;Was ist das für eine Sprache?&#8221;, frage ich C.<br />
Wir hören eine Weile konzentriert zu und einigen uns dann auf &#8220;Englisch, Deutsch oder Polnisch&#8221;.</p>
<p>So schnell wie der Drummer auf seine Trommeln eindrescht, kann man gar nicht spielen. Wirklich. Meine Augen können nicht folgen. Meine Ohren eh nicht. Der Sänger stirbt. Zumindest schreit er so. Jetzt macht auch der Bandname Sinn. Sarg ich mal so.</p>
<p>(Fun Fact: Meine Mutter hat mal im Bestattungsinstitut gearbeitet und auf unserer Fensterbank stand jahrelang ein kleiner Miniatur-Holzsarg für Stifte. Den Namen finde ich also top.)</p>
<p>Ein kleines Lächeln, ein hübsch gesungener Refrain, das hätte mir gefallen. Aber nein, die knüppeln wie besessen auf ihre Instrumente ein. Jeder für sich. Der Crowd gefällt es.</p>
<p>Mir drängt sich ein Gedanke auf: Haben hier vielleicht alle anderen ein Brain, das komplexe, unmelodische Musik besser verarbeiten kann als meines? Bin ich mit einem Weichspülerpop-Verständnis bestraft? Springe ich etwa nur auf 1. Strophe, Refrain, 2. Strophe, Refrain, Bridge, Refrain, Refrain an??</p>
<p>Das fiel mir schon sowohl bei <strong><span style="color: #3366ff;"><a title="Alles Klarinette?" href="http://mymagictypewriter.com/alles-klarinette/" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">klassischer Musik</span></a></span></strong> als auch bei <strong><span style="color: #3366ff;"><a title="“Ist das Carlo?” – “Nein, das ist bloß die Judo-Jule.”" href="http://mymagictypewriter.com/ist-das-carlo/" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">Hiphop </span></a></span></strong>auf. Immerhin kann ich die Arbeit an den Instrumenten wertschätzen. Die Musik selbst bleibt mir ein ähnliches Rätsel wie Kornkreise in Neuruppin.</p>
<p>Soll ich so tun, als fände ich es voll geil? Um dazuzugehören? So wie mit Arte früher? Vielleicht besser nicht. Sonst werde ich noch entlarvt.</p>
<p>Wenigstens ist den anderen genau so heiß wie mir. Das verbindet. &#8220;Puh, ich schwitz wien Schwein&#8221;, trifft auf Verständnis &#8211; egal ob in der Philharmonie oder hier bei Roy.</p>
<p><img title="Richtiges Schuhwerk ist das A und O" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Screen-shot-2013-03-02-at-1.41.19-PM.png" alt="" width="206" height="206" />Nach dem Konzert sitzen wir in einer Gruppe auf dem Boden vor der Fabrik. (Und das mit meiner weißen Hose!)<br />
M. fragt mich: &#8220;Und, Jule, wie fandest du es? Du hörst doch eher so Incubus.&#8221;<br />
Voll auf die Zwölf. Wenn Incubus mir im normalen Leben schon peinlich ist, kriege ich in dieser Kulisse sofort ein faustgroßes Magengeschwür.<br />
&#8220;Ach, danke, gut.&#8221;</p>
<p>Nach zwei Flaschen Cider und zwei Zigaretten bin ich um kurz vor eins reif fürs Bett und radle als erste nach Hause. Na gut, vielleicht bin ich eben doch nicht so Punkrock, wie ich früher immer dachte.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Leute, die ihr Hardcore mögt, <strong><span style="color: #3366ff;"><a title="Sarg" href="http://www.facebook.com/SARRRG" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">bitte checkt Sarg aus</span></a></span></strong>. Ich habe mir sagen lassen, die sind der Hammer.<br />
Danke. Eure Mutter.</p>
<div></div>
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		<title>&#8220;Ist das Carlo?&#8221; &#8211; &#8220;Nein, das ist bloß die Judo-Jule.&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 14 May 2012 12:08:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jule Müller</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Überall sind minderjährige Mädchen mit schwarzen Tanktops und Jungs mit Baggyhosen. Fast jeder trägt einen Jutebeutel. Aufschriften: &#8220;Nerdy Terdy Gang&#8221; oder &#8220;Make Love not Warcraft&#8221;. Ich sitze mit meiner Cola ganz hinten im Raum auf einer gepolsterten Bank und beobachte in Ermangelung an Freunden die Crowd. Die Hälfte der Girls ist total hot: feine Poren, lange [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Überall sind minderjährige Mädchen mit schwarzen Tanktops und Jungs mit Baggyhosen. Fast jeder trägt einen Jutebeutel. Aufschriften: &#8220;Nerdy Terdy Gang&#8221; oder &#8220;Make Love not Warcraft&#8221;. Ich sitze mit meiner Cola ganz hinten im Raum auf einer gepolsterten Bank und beobachte in Ermangelung an Freunden die Crowd.</p>
<p>Die Hälfte der Girls ist total hot: feine Poren, lange Haare, zu enge Shirts, zu kurze Shorts. Die andere Hälfte ist Gott sei Dank übergewichtig, trägt eine zu schmale, eckige Brille und hat fisselige Locken. So sah ich früher auch aus.</p>
<p><a href="http://mymagictypewriter.com/ist-das-carlo/csc_0521/" rel="attachment wp-att-2543"><img class="alignleft size-full wp-image-2543" title="CSC_0521" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/CSC_0521.jpg" alt="" width="506" height="294" /></a></p>
<p>Rockstah und Band betreten die Bühne. Alle kreischen. Aufregend! Ich packe die Ohrstöpsel aus.<br />
Die Minderjährigen sind absolut textsicher. Von vorne bis hinten, über Bridges und Hooks. Sind das Bratmaxe und Timbo da oben auf der Bühne? Vor den hunderten von Händen, die gegen die grellen Lichter Loser-Ls formen? Sehen zumindest genau so aus. Ich bin beeindruckt.</p>
<p><em>&#8220;Tötet den DJ, schreit ROFL im Club.&#8221;</em></p>
<p>Zwei Girls mit Glitzer im Gesicht hüpfen vor Freude, als ein Fast Food-Song angekündigt wird. Ich stopfe meine Stöpsel noch tiefer in die Ohren und wische mir den Schweiß von der Stirn. Hier ist Hiphop-Sauna der Extraklasse. Wie können die anderen sich nur bewegen bei dieser Luftfeuchtigkeit?</p>
<p><em>&#8220;Mach den Ladebalken. Aber ganz langsam.&#8221;</em></p>
<p>Nebelschwaden ziehen durch die Lichtkegel auf der Bühne. Der Bass wummt mir von den Füßen über das Herz bis hin in den Haaransatz. Selbst hier hinten läuft der Schweiß von den Wänden. Man sieht den Raum vor lauter Händen nicht. Ich schiebe meinen Mutter-Bling zurecht.</p>
<p><em>&#8220;Pack den Vibrator weg. Scheiß auf den harten Sex.&#8221;</em></p>
<p>Vor mir knutscht ein Pärchen. Die jungen Leute immer&#8230; Ich fühle mich alt. Ich bin alt. Immer, wenn mich einer der jungen Hüpfer komisch von der Seite anguckt, denke ich so laut ich kann: &#8220;Ich hab schon Bürger Lars Dietrich gehört, da konntest du das Wort Rap nicht mal schreiben. Und außerdem kenne ich die Band, Bitch!&#8221;</p>
<p><em>&#8220;Keiner kommt, keiner kommt, weil mich keiner mag.&#8221;</em></p>
<p>Ich fühle mich wie auf einem Klassentreffen von einer Schule, die ich nie besucht habe. Ich ziehe in einem Rutsch so viel Cola durch den Strohhalm, wie nur irgend möglich. Dann rülpse ich in mich hinein.</p>
<p>Auf einmal schubsen sich neben mir zwei Mädchen in abgeschnittenen Jeansröcken. Ich freue mich und gucke. Wenn auch nicht ganz ohne Angst, gleich ebenfalls gehauen zu werden. Egal. No Risk, no Fun.<br />
&#8220;Verpiss dich mal, Mann, du Bitch!&#8221;, schreit die eine. Die andere guckt bloß angewidert und schweigt. Dann beeft die erste in die Runde: &#8220;Die dumme Fotze hat mir voll eine mit Absicht gehauen, Alter.&#8221; Ihre Stimme überschlägt sich. &#8220;Hure, ey. Hure!&#8221; Mit dem Finger piekt sie bei jedem &#8220;Hure&#8221; gefährlich nah in die Luft vor den Augen der Hure. Hure!</p>
<p>Dann kommt ein liebes Kind mit Hoodie und Pandabärengesicht auf die Bühne. Die Mädchen lassen voneinander ab und zücken ihre Handykameras.</p>
<p><a href="http://mymagictypewriter.com/ist-das-carlo/bildschirmfoto-2012-05-14-um-13-51-13/" rel="attachment wp-att-2525"><img class="alignleft size-full wp-image-2525" title="Bildschirmfoto 2012-05-14 um 13.51.13" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Bildschirmfoto-2012-05-14-um-13.51.13.png" alt="" width="244" height="303" /></a></p>
<p><em>&#8220;Hi Kids, ich bin Carlo.&#8221;</em></p>
<p>Ich fühle mich nicht angesprochen. Der Rest der Crowd schon. &#8220;Hallo!&#8221;, brüllen sie dem Panda mit den Armen zur Decke gehoben zu. Mir ist heiß. Ich gehe zur Bar und bestelle noch eine &#8220;Crola&#8221;. Weil ich es witzig finde. Glücklicherweise geht dieser Schenkelklopfer irgendwo zwischen hüpfenden Mädchen und Bässen unter.</p>
<p><em>&#8220;Ab jetzt wird alles easy.&#8221;</em></p>
<p>Inzwischen habe ich ein Pornoshirt abgegriffen und fühle mich ein kleines bisschen integrierter als vorhin. Kennen tue ich immer noch keinen. Zum Schluss gibt es eine grobe Konfettiexplosion in Pastell. Das ist mir natürlich was.</p>
<p>Nach dem Konzert sitze ich auf einer Couch im Raucherraum. Neben mir versucht das betrunkenste Mädchen der Welt, ihren Kopf aufrecht zu halten. Ich warte darauf, dass die Menschen, die ich kenne, mich hier endlich aufgabeln. Sam kommt vorbei und zeigt seine neue Dauerwelle. Schon mal ein guter Anfang.</p>
<p>Dann ruft Timbo an. Im Hintergrund kreischen Mädchen. &#8220;Ist das Carlo?&#8221;, wollen sie wissen. &#8220;Nein, das ist bloß die Judo-Jule&#8221;, höre ich Tim sagen. Dann kreischen sie nicht mehr. Wie unfreundlich. Wissen die denn nicht, wer ich bin? Dass ich mal von den Porn Rhyme Killaz gefeatured wurde?</p>
<p><a href="http://mymagictypewriter.com/ist-das-carlo/bildschirmfoto-2012-05-14-um-13-39-03/" rel="attachment wp-att-2507"><img class="alignleft size-full wp-image-2507" title="Bildschirmfoto 2012-05-14 um 13.39.03" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Bildschirmfoto-2012-05-14-um-13.39.03.png" alt="" width="627" height="121" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Später treffe ich zwischen Helium und  Wopfel den Panda. Dieses Mal ohne Maske. Es ist ein kleiner Typ, so an die 40, mit Bäuchlein. Außerdem ist er Italiener, hat zusammengewachsene Augenbrauen und lichtes Haar. Girls, der könnte euer Vater sein. Nehmt lieber diesen einen Boy aus der Parallelklasse.</p>
<p>Und auf der Bühne wirkte er immer so athletisch. Unfassbar, was so eine Maske ausmacht&#8230;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>PS: Like meine <span style="color: #3366ff;"><a href="http://www.facebook.com/MyMagicTypewriter" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">FB-Page</span></a></span>. Danke.</p>
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		<title>Alles Klarinette? Die Kunst der Elfe Martin Fröst.</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Sep 2011 20:41:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jule Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf Reisen.]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich sitze in diesem unfassbar tollen Gebäude am Hafen von Reykjavik, erste Reihe, Rang. Draußen fegt ein Orkan über die Stadt. Ich bin komplett nass, weil die Isländer sich weigern Regenschirme zu benutzen und ich nicht gewagt hatte, mich dieser ungeschriebenen Regel zu widersetzen. Der Saal ist warm erleuchtet und bis unter die Decke gefüllt. [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ich sitze in diesem unfassbar tollen Gebäude am Hafen von Reykjavik, erste Reihe, Rang. Draußen fegt ein Orkan über die Stadt. Ich bin komplett nass, weil die Isländer sich weigern Regenschirme zu benutzen und ich nicht gewagt hatte, mich dieser ungeschriebenen Regel zu widersetzen. Der Saal ist warm erleuchtet und bis unter die Decke gefüllt. Auf der Bühne sitzt das riesige Orchester und stimmt seine Bratschen und Oboen. Nicht, dass ich diese Instrumente eindeutig bestimmen könnte – nach Gong und Geige hörts bei mir schon auf.</p>
<p>Das Programmheft ist auf isländisch, ich gucke mir die Bilder an. Mozart, Tschaikowski – wenigstens habe ich davon schon mal gehört. Mein Sitznachbar <strong>MALCOLM KENNETH FRASER</strong> (auf eigenen Wunsch hin hier namentlich und in fett erwähnt) erklärt mir bereitwillig den Unterschied zwischen den beiden Sinfonien. Auch sonst ist er sehr hilfreich. Was ist dieses goldene Instrument da? Warum braucht man überhaupt einen Dirigenten? Was steht auf den Notenblättern? Warum tragen alle Frauen Röcke? Wann darf ich husten? <em>Muss</em> ich husten?<br />
Ich hatte so viele Fragen…</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://mymagictypewriter.com/alles-klarinette/293633_10150318424921443_724506442_8511871_745150897_n/" rel="attachment wp-att-891"><img class="aligncenter" title="Harpa, Reykjavik." src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/293633_10150318424921443_724506442_8511871_745150897_n.jpg" alt="Harpa, Reykjavik." width="454" height="302" /></a></p>
<p><span id="more-877"></span>Nach dem Opener machen wir uns an Mozart. Das Orchester sitzt, der Dirigent (Dudamel, oh Dudamel) betritt die Bühne mit einem jungen Mann in grauem Anzug. Dieser positioniert sich mittig zwischen Dirigent und erster Geige. Im Gegensatz zu allen anderen hat er keinen Notenständer. Dafür aber ein mir unbekanntes Instrument. Eine Klarinette – wie mir erklärt wird. Zunächst fällt mir nichts Besonderes auf. Dann beginnt die Musik – leicht, leise, langsam.<br />
Der Solist &#8211; Martin Fröst &#8211; wiegt sich mit geschlossenen Augen hin und her. Links, rechts, links. Dabei hält er seine Klarinette wie eine steife Tanzpartnerin. Ich verfolge ihn gespannt.<br />
Als das Stück an Fahrt aufnimmt, fängt er an, in seinen gewaxten, spitzen Lederschuhen leichtfüßig zu tippeln. Dabei verzieht er seinen Mund auffällig, benetzt dann seine Lippen mit frischem Speichel und pustet in das Mundstück. Innerhalb von Minuten, während er weiter auf der Bühne tänzelt, färbt sich sein Gesicht in einem satten Karminrot – schöner Kontrast zu den platinblonden Haaren. Er erinnert mich an Oliver Pocher. Ich schäme mich fremd und gucke mich um, um rauszufinden, ob die anderen auch lachen.<br />
Alle todernst.<br />
Okay, das ist keine Parodie, das gehört sich so als Solo-Klarinettist.<br />
Ich fühle mich wie beim Yoga, wenn jemand laut gefurzt hat und man nicht lachen darf, um keine weitere Unruhe in die Entspannung zu bringen. (Randnotiz: Mir noch nie passiert, weil ich noch seltener als zu klassischen Konzerten zum Sport gehe.)</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://mymagictypewriter.com/alles-klarinette/attachment/03/" rel="attachment wp-att-878"><img class="aligncenter" title="Martin Fröst" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/03.jpg" alt="Martin Fröst" width="496" height="210" /></a></p>
<p>„That’s one of the best klarinet soloists in the world“, wurde mir vor Beginn des Solos erzählt. Ich kann mich gar nicht auf die Musik konzentrieren, weil ich nur fasziniert diesen Kerl anstarre. Er scheint die Musik wirklich zu fühlen. Ich hoffe, dass die anderen auf dem Rang denken, ich würde lächeln, weil mich das Konzert so packt.<br />
Eigentlich lächle ich, weil mich die tanzende Elfe in der Mitte so gut unterhält. Irgendwie eine Mischung aus einem schwulen Rumpelstielzchen und Stefan Mross auf Pille.</p>
<p>Sein grauer, gechinzter Anzug ist viel zu eng, vor allem im Schritt. Zu allem Übel wiegt er sein Becken auf und ab. Trockensex mit einem Instrument, dessen Ende ihm irgendwo zwischen seinen X-Beinen hängt.<br />
<img class="size-full wp-image-894 aligncenter" style="border-style: initial; border-color: initial;" title="Martin Fröst" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/MF.jpg" alt="Martin Fröst" width="300" height="400" /></p>
<p>Seine Beine sind eh ein Hingucker. Die Arbeit in dem Bereich vorzüglich. Ist so ein bezauberndes Bewegungstalent angeboren oder steckt da ein Choreograf dahinter? Dieser Musiker ist laut meiner Einschätzung der schwedische Lord of the Klarinetten-Dance.</p>
<p>Am Ende des Solos tobt das Publikum vor Euphorie – „Bravo!“, wird rechts neben mir geschrien, mein linker Nachbar steht anerkennend auf.</p>
<p>Mir wird bewusst, dass dieser Typ, der sich auf seiner Instrument hier gerade mächtig einen runtergefidelt hat, eine Koryphäe auf seinem Gebiet ist. In einer Mischung aus Verwunderung und Anerkennung steige ich in die Standing Ovations mit ein.<br />
Und behalte meine Gedanken zur homoerotischen Performance einfach für mich.</p>
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		<title>Forget the Horror here.</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Dec 2010 20:58:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jule Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ein schönes Bad in Selbstmitleid.]]></category>
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		<description><![CDATA[ich komme frisch aus dem mosh pit der foals. moment mal- fragt man sich da vielleicht- foals? mosh pit? ja wie geht das denn zusammen? ich weiß es auch nicht, schiebe es aber auf die jungen leute. diese dreckige spaßgeneration, die da wild rumknutschend, rauchend und morbide schwitzend vor uns rumhampelt mit ihrem kleinporigen gesicht [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/2010/12/bild1.jpg"><img title="Bild1" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/2010/12/bild1.jpg" alt="" width="450" height="338" /></a></p>
<p>ich komme frisch aus dem mosh pit der foals. moment mal- fragt man sich da vielleicht- foals? mosh pit? ja wie geht das denn zusammen? ich weiß es auch nicht, schiebe es aber auf die jungen leute. diese dreckige spaßgeneration, die da wild rumknutschend, rauchend und morbide schwitzend vor uns rumhampelt mit ihrem kleinporigen gesicht und den langen strahlenden haaren. die wollen schubsen, knutschen, beißen, pöbeln. einfach so &#8211; weil sie können&#8230; ich stehe nur da und rege mich drüber auf, dass mir jemand erst auf die feinen schuhe tritt, um mir dann das nasse haar ins gesicht zu schleudern. denen ist es egal. denen ist alles egal.</p>
<p><span id="more-413"></span></p>
<p>ich bin ja eigentlich zu alt zum moshen, aber leider auch zu groß fürs bloße rumstehen. von links nach rechts und wieder zurück muss ich mich da schubsen lassen, um meine 182 zentimeter gerecht auf die 1200 leute hinter mir zu verteilen. auf meinem weg boxe ich ab und zu wo rein. to take the edge off.</p>
<p>worum gings? ach ja &#8211; die foals. was ne band. so kleine jungs und so viele große hits. hätt ich selbst nicht besser schreiben können.</p>
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