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	<title>mymagictypewriter. &#187; fußball</title>
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		<title>Meine Abenteuer auf Schalke.</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Dec 2013 11:24:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jule Müller</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Ich liebe Deutscheland.]]></category>
		<category><![CDATA[Intro-Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstversuch of Death.]]></category>
		<category><![CDATA[Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr.]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich sitze mit Pukki, Ralli und Locke im Auto von Essen nach Gelsenkirchen. Wir gehen auf Schalke, den Fußballclub des einfachen Mannes. Ich verstehe Fußball zwar nicht, aber die Idee, zwei Stunden lang verkatert und bei Regen zwischen 62.000 rotzeblauen Ruhrpott-Originalen im Stadion eingeklemmt zu sein und einen Ball anzuglotzen, gefällt mir richtig gut. &#160; &#160; &#160; [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ich sitze mit Pukki, Ralli und Locke im Auto von Essen nach <strong>Gelsenkirchen</strong>. Wir gehen auf <strong>Schalke</strong>, den Fußballclub des einfachen Mannes. Ich verstehe Fußball zwar nicht, aber die Idee, zwei Stunden lang verkatert und bei Regen zwischen 62.000 rotzeblauen Ruhrpott-Originalen im Stadion eingeklemmt zu sein und einen Ball anzuglotzen, gefällt mir richtig gut.</p>
<p><img class="alignleft" alt="" src="http://www.intro.de/ckfinder/userfiles/images/1(4).jpg" width="550" height="380" /></p>
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<p><strong>Bild: </strong>Merch aus 100% Polyester? Läuft.</p>
<p>Ich habe selten etwas Merkwürdigeres gesehen als die <strong>Schalke</strong>r Meile, einer Gelsener Hauptstraße, die in das Vereinsblau gehüllt ist. Da gibt es eine <strong>Schalke</strong>-Polsterei, eine <strong>Schalke</strong>-Bushaltestelle, <strong>Schalke</strong>-Laternen, Bäume, -Banner und das bei Hools allseits beliebte Lokal »Gelsen-Szene«. Vor der örtlichen Kirche sind riesige <strong>Schalke</strong>-Fahnen aufgezogen. Klar. Zu Gott wird hier sicher nicht so oft gebetet wie zum FC S 04.</p>
<p><img alt="" src="http://www.intro.de/ckfinder/userfiles/images/2(3).jpg" /></p>
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<p><strong>Bild:</strong> Krass. In <strong>Gelsenkirchen</strong> sind sogar die Parkplatzschilder in den <strong>Schalke</strong>r Vereinsfarben gehalten.</p>
<p><img alt="" src="http://www.intro.de/ckfinder/userfiles/images/3(3).jpg" /></p>
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<p><strong>Bild: </strong>Im Schatten des Stadions kaufen wir bei Moni Currywürste mit Darm, ohne Brötchen und passend zur Location ein paar Veltins. Es ist schweinekalt.</p>
<p>Pukki drückt mir ein Ticket in die Hand. »Einlass nur für S04 Fans«, lese ich darauf. Ich trage zwar ein Trikot, fühle mich aber trotzdem wie ein Betrüger. Hoffentlich merkt keiner, dass ich für den Verein im Notfall gar nicht unbedingt sterben würde, wie es die Fanlieder vorschlagen.</p>
<p><img alt="" src="http://www.intro.de/ckfinder/userfiles/images/4(4).jpg" /></p>
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<p><strong>Bild: </strong>Beim Bodycheck werde ich erst von den Männern getrennt und dann meines Deodorants entledigt. Frechheit!</p>
<p>Die Veltins-Arena ist gigantisch. Die Spieler machen sich gerade warm, wir suchen uns Plätze, es läuft »Eye of the Tiger«. Das kenne ich schon vom Boxen. Erwin, das nasige Maskottchen des Vereins, schlawenzelt wild winkend zum Fuße der Nordkurve auf und ab.</p>
<p><img alt="" src="http://www.intro.de/ckfinder/userfiles/images/5(3).jpg" /></p>
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<p><strong>Bild:</strong> Ralli checkt erst mal Grindr. Ich hoffe, dass wir nix aufs Maul kriegen.</p>
<p>In der Nordkurve gibt es keine Sitzplätze, nur Stufen. Dicht an dicht drängen sich die blauen Fans. Vom Rest des Stadions ist die Kurve mit hohen Trennwänden abgeriegelt, ein riesiges Netz schützt Tor und Spielfeld vor Wurfgeschossen aus unseren Rängen. Direkt hinter dem Tor stehen die treuen Fans mit ihren überdimensionalen Fahnen. Am anderen Ende der Arena hocken 4000 Bremer als grüner Punkt gut geschützt in einer Ecke rum und versuchen, den Rest der Welt zu übertönen.</p>
<p><img alt="" src="http://www.intro.de/ckfinder/userfiles/images/6(3).jpg" /></p>
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<p><strong>Bild:</strong> Ein Vortrommler koordiniert die Gesänge unserer Fankurve. »Vorwärts<strong>Schalke</strong>, schießt ein Tor, schießt ein Tor, schießt ein Tohohooor.« Schnell sind Ralli und ich textsicher.</p>
<p>Auf den Werbebannern wird neben anderen gängigen Fleischereigütern auch Bärchenwurst angepriesen. Ich gucke mich um und bin überzeugt, dass ungetoastetes Weißbrot, Bärchenwurst und Senf hier zu den Grundnahrungsmitteln gehören. Locke bestätigt. Gelsen-Style.</p>
<p><img alt="" src="http://www.intro.de/ckfinder/userfiles/images/7(3).jpg" /></p>
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<p><strong>Bild:</strong> »Olé, olééé. Olé, olé, olééé. Der FC <strong>Schalke</strong> Null Vier, der FC <strong>Schalke</strong> Null Vier, der FC <strong>Schalke</strong> Null Vieeeer.« Dieser Ohrwurm wird mir noch ewig erhalten bleiben.</p>
<p>Ich habe Fußball schon im Fernsehen geguckt. Ich kenne Menschen, die sich dabei mal ärgern, mal freuen und ab und zu &#8220;wenn er rauskommt, muss er ihn auch haben&#8221; sagen. Das hier ist ein völlig anderes Emotionslevel. Die jungen und alten Männer lassen ihre Blicke keine Sekunde vom Ball schweifen. Aus der Ferne erkennen sie Fouls, Schwalben und ein zu Unrecht gepfiffenes Abseits. Ich beobachte lieber die Reaktionen der Fans. Fans mit Kutten und Schals und Biermetern und Schnupftabak und Frisuren. Fans, die ihre Fäuste in die Luft strecken und Lieder vom »Sieg« singen. Der Ruhrpott lebt. Heute sind hier alle derselben Meinung: Der Schiri mit Doktortitel kann nicht ordentlich pfeifen, der Neustädter muss dringend ausgewechselt werden, <strong>Schalke</strong> müsste längst führen.</p>
<p><img alt="" src="http://www.intro.de/ckfinder/userfiles/images/8(3).jpg" /></p>
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<p><strong>Bild:</strong> Keine Kutte, keine Competition.</p>
<p>Das 1:0 für Bremen ist ein harter Rückschlag. Fassungslosigkeit brennt sich in die Gesichter um mich herum. »Boah, dann spring doch hoch, du Birne«, brüllt einer hinter mir. Ralli und ich prophezeien eine starke zweite Halbzeit. Aus der Reihe vor uns kriegen wir Zuspruch. Ich fühle mich richtig integriert. Man nimmt meine Meinung hier ernst. Ich klopfe Pukki auf die Schulter. »Glück auf, Junge.</p>
<p>Natürlich behalten wir Recht. Neuzugang Kevin Prince Boateng legt den Ausgleichstreffer ins Tor. Es wird gebrüllt. Blitzschnell ziehe ich meine Kapuze auf, um mich vor den fliegenden Bieren zu schützen, dann brülle ich auch. Und hüpfe und umarme voller Adrenalin irgendwen mit einer Kombi aus Afro und geflochtenem Zopf. Dann geht es weiter. Wir machen noch zwei Tore. Ich bin voll drin. Ich liebe Fußball.</p>
<p><img alt="" src="http://www.intro.de/ckfinder/userfiles/images/9(2).jpg" /></p>
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<p><strong>Bild: </strong>Heute bin ich mit 58.000 Freunden zusammen. Heute bin ich <strong>Schalke</strong>. Heute bin ich glücklich.</p>
<p>Am Ende der zweiten Halbzeit habe ich Gänsehaut, ein Mann neben mir Tränen in den Augen. Ich wünschte, ich könnte auch an etwas so sehr glauben, wie diese Jungs an <strong>Schalke</strong>. So sehr, dass sich manche von ihnen gleich mit den Bremern auf einem Feld hinter dem Stadion treffen, um das Spielergebnis noch mal nachzubesprechen. Fan gegen Fan, Faust gegen Faust. Hach. Meine Liebe, mein Verein.</p>
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<p style="text-align: center;">Dieser Text erschien auch im <span style="color: #3366ff;"><strong><a title="Intro-Magazin online" href="http://www.intro.de/news/newsfeatures/23072662/vom-winde-verwoehntkolumne-neues-aus-jules-welt" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">Intro-Magazin</span></a></strong></span>.<br />
Alle meine Intro-Texte gibt es <span style="color: #3366ff;"><strong><a title="Jule Müllers Intro-Profil" href="https://www.intro.de/logintro/916833" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">hier</span></a></strong></span>.</p>
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		<title>Köln. Ein Erfahrungsbericht.</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Jun 2010 12:09:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jule Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf Reisen.]]></category>
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		<category><![CDATA[Saufen für Fortgeschrittene.]]></category>
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		<category><![CDATA[liebe deine stadt]]></category>
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		<description><![CDATA[Köln kannte ich aus meiner längst vergangenen Jugend. Damals drehte sich alles um Couchsurfing, Emokonzerte und Schnaps. Heutzutage sind dann ja Gott sei Dank ganz andere Dinge wichtig: kostenfreie Logis, Musikkonsum und Spirituosen. Phew. Endlich erwachsen. &#160; In Köln darf man nur wohnen, wenn man Eltern aus Trier hat und eine viele Tattoos. Außerdem ist [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Köln kannte ich aus meiner längst vergangenen Jugend. Damals drehte sich alles um Couchsurfing, Emokonzerte und Schnaps. Heutzutage sind dann ja Gott sei Dank ganz andere Dinge wichtig: kostenfreie Logis, Musikkonsum und Spirituosen. Phew. Endlich erwachsen.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter  wp-image-1055" title="Liebe deine Stadt - Köln" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/P6267700.jpg" alt="" width="624" height="468" /></p>
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<p>In Köln darf man nur wohnen, wenn man Eltern aus Trier hat und eine viele Tattoos. Außerdem ist es okay, so auszusehen wie ein Skater. Oder Surfer. Oder New Raver. Das finde ich sehr liberal. Köln ist seiner Zeit schon wieder zehn Jahre voraus. Als Kölner läuft man überall hin und nimmt nur zur Not Trams, die dann von Geisterhand während der Fahrt zu U-Bahnen umfunktioniert werden. Abends stellt man sich im Flutlicht an öffentliche runde Plätze, um Bier zu trinken, während die Stadtreinigung einem zwischen den Beinen rumputzt – ein Büdchen (Späti) in der Nähe ist dabei sehr praktisch.</p>
<p>Umgeben ist Köln von einem Ring, auf dem man nur schreckliche Bars und Junggesellenabschiedsparties findet. Hierbei ist es modern, Mottoshirts, rosa Tütüs und natürlich einen Bauchladen mit Kondomen zu tragen. Wenn man sich zwei Meter von diesem magischen Ring entfernt, findet man Bars und Clubs, in die man gehen darf. Allerdings ohne Kamera. Fotografieren ist in Köln verboten und wird konsequent durch Ausschluss von den Feierlichkeiten bestraft. Vielleicht sind deswegen auch alle Clubs offiziell bis zum Zerbersten gefüllt, eigentlich aber doch noch halb leer.</p>
<p>Wenn Deutschland im Fußball gewinnt, ist in Köln die Hölle los. Dann holen alle ihre Autos und fahren immer wieder um den Ring herum – in Schlangenlinien und mit ihren Fahnen aus den Dächern hängend. Kölner wirken hierbei allerdings leicht grenzwertig. Es ist Vorsicht geboten. Wenn Kölner und Berliner zusammen eine Flasche Schnaps finden, dann freuen sich beide Parteien gleichermaßen. Es hilft also für die Völkerverständigung, immer einen Liter dreifach gefilterten Wodka mit sich zu führen. In Köln wird alles von Redbull gesponsort und es gibt eine richtige und eine falsche Seite vom Fluss. Viele Menschen sind vom anderen Ufer.</p>
<p>Kölner sind Frohnaturen und können gut Witze erzählen, die man aber längst wieder vergessen hat. Nach einer durchfeierten Nacht sagt der Kölner “Ich bin voll AM Arsch.” und meint damit eigentlich “Ich bin voll IM Arsch.” Außerdem haben Kölner manchmal Probleme mit der Betonung von Silben. Deswegen sagen sie auch PollerWIEsen und KOMpakt.</p>
<p>Wenn man vier Tage in Köln war, braucht man eine Entschlackungskur und dazu ein bequemes Bett, in dem man noch mal sechs Tage schlafen kann. Immer zweimal mehr wie du.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter  wp-image-1057" title="Kiki Cool - doppelt so cool wie du" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/P6257631.jpg" alt="" width="624" height="468" /></p>
<p>&nbsp;</p>
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