ich lese mich grade in die geschichte von social communities und dem web im allgemeinen ein. ich dachte mir, wenn ich schon mit online communities arbeite, dann sollte ich auch etwas mehr hintergrundwissen in meinem hirn speichern. haette ich schon laengst mal machen sollen.
und da mir lesen ja von hause aus nicht so liegt, schweiften meine gedanken ab zu meiner persoenlichen www-history.

meinen ersten computer- einen schoenen grossen c64- bekam ich von meiner mutter zu weihnachten. damals war ich vielleicht 13 und grosser fan von computer-spielen, jungs fand ich doof (letzteres sollte sich fuer sehr lange zeit auch nicht aendern). leider hatte mein computer keine ausreichende farbpalette (ich glaub ich hatte 20) fuer the secret of monkey island (ich glaub man brauchte 210). das hatte zur folge, dass die meisten teile des bildschirms einfach die selbe farbe hatten und dinge wie kochtoepfe, geldstuecke und schwerter im spiel nur durch das ertasten mit dem cursor gefunden werden konnten, weil man sie schlicht weg nicht sehen konnte. das zweite problem war, dass das spiel aus mir unerklaerlichen gruenden nicht gespeichert werden konnte. das hatte zur folge, dass ich nach einem 10stuendigen spiel meist aufgeben musste ohne jemals zum ende zu kommen. dennoch liebte ich diese vier grossen floppydisks mit den selbst beschrifteten aufklebern.
lange zeit hatten computer fuer mich nur etwas mit spielen zu tun, spaeter dann auch mit hausaufgaben-schreiben. ich glaube ich schrieb auch mal ein buch ueber die sommerferien eines maedchens (ich hatte auch gerade sommerferien, was ein zufall) und fuegte schoene clip arts ein. das muss ich mal suchen. gott sei dank bin ich jemand, der schon immer alles wichtige ausgedruckt und in dicken ordnern abgeheftet hat. die lagern gerade uebrigens bei meiner mutter auf dem zwischenboden. das war jetzt mehr ein memo fuer mich.
also wo war ich. internet.
ich glaube das erste mal, dass ich das internet benutzen wollte war irgendwann so im alter von 18/19 jahren. zum emails schreiben. an hansi aus der schweiz. fragt mich nicht wie es zu dieser virtuellen brieffreundschaft kam, aber es gab sie. meine erste selbst geschriebene email verfasste ich in einem internet-cafe am kurt-schumacher-platz in berlin. das war ein dunkler, rauchiger raum mit vielen silbernen selbst gebauten cyber-accessoires, die an den waenden hingen. leider scheiterte ich schon bei der eingabe der email-adresse, weil ich nicht wusste wie man ein @ macht. das aufstehen und danach fragen fand ich sehr peinlich.
bei niklas und lea gabs damals internet zu hause. da wurde das noch in minuten agberechnet, deswegen musste ich emails zuerst in word schreiben, dann das internet anschalten, den kopierten text einfuehren, die email versenden und dann das internet wieder ausschalten. das machte sinn damals. das internet war kostbar und die zeit begrenzt, die man damit verbringen durfte. zu oft hatte man von horrenden telefonrechnungen gehoert, die aus dem unsachgemaessen gebrauch des internets resultierten. da gabs ja auch so dinge wie viren und trojaner oder so. und vor allem perverse alte maenner in dunklen chat-rooms. das internet war sehr spannend, doch die anonymitaet irgendwie unheimlich. zum email-schreiben und lesen pendelte ich zwischen daniel, dem buero meiner mutter, niklas und dem internet-cafe bis ich zum letteverein kam und es dort computer in den bibliothek gab. natuerlich nur zum recherchieren und dem sammeln von studienrelevanten informationen. ich schrieb dort sehr viele emails. eigentlich nur an 2 verschiedene menschen. der austausch von email-adressen war damals nicht sehr verbreitet. das war im jahre 2002.
von dem wort “weblog” und der rapiden ausbreitung dieses trends in den usa hoerte ich das erste mal in einem universal-meeting (julian, ich glaub wir sassen nebeneinander) und fand es als eifrige tagebuch-schreiberin sehr befremdlich, dass jemand persoenliche gedanken freiwillig mit anderen anonymen gestalten teilen wollen wuerde. aehem.
das richtige beduerfnis einen internetablen computer zu besitzen kam erst auf, als ich mit anni und matze zusammenzog und die beiden freaks mir myspace und msn zeigten. meinen ersten laptop kaufte ich mir dann im jahre (lass mich ncht luegen…) 2005. in zahlen: zweitausendfuenf. das war vor etwas mehr als drei jahren und jetzt schon ist mir mein (inzwischen zweiter) laptop auf unerklaerliche weise an die handflaechen geschweisst. da gibts kein entkommen.und nach 18 monaten arbeit als online community manager (nicht grade hilfreich bei der losloesung vom laptop) glaube ich, dass das was ist, was ich gerne sehr lange machen moechte.
obwohl ich einen enormen grossteil meiner jugend ohne das internet verbracht habe, fuehle ich mich extrem verwurzelt damit. dass ich erst im jahre 2001 meine erste email schrieb (natuerlich schoen ausgedruckt und abgeheftet) kommt mir spanisch vor. an dem datum aendert sich aber nichts, ich hab sehr oft nachgerechnet. und ich frage mich was das internet fuer einen einfluss auf die generation nach mir und schlimmer- auf die generation nach der generation nach mir hat und haben wird. lasst es uns herausfinden.
bitte wachsen sie jetzt heran liebe neue internetz-generation.
danke.