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	<title>mymagictypewriter. &#187; Ich liebe Deutscheland.</title>
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		<title>Meine Abenteuer auf Schalke.</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Dec 2013 11:24:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jule Müller</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich sitze mit Pukki, Ralli und Locke im Auto von Essen nach Gelsenkirchen. Wir gehen auf Schalke, den Fußballclub des einfachen Mannes. Ich verstehe Fußball zwar nicht, aber die Idee, zwei Stunden lang verkatert und bei Regen zwischen 62.000 rotzeblauen Ruhrpott-Originalen im Stadion eingeklemmt zu sein und einen Ball anzuglotzen, gefällt mir richtig gut. &#160; &#160; &#160; [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ich sitze mit Pukki, Ralli und Locke im Auto von Essen nach <strong>Gelsenkirchen</strong>. Wir gehen auf <strong>Schalke</strong>, den Fußballclub des einfachen Mannes. Ich verstehe Fußball zwar nicht, aber die Idee, zwei Stunden lang verkatert und bei Regen zwischen 62.000 rotzeblauen Ruhrpott-Originalen im Stadion eingeklemmt zu sein und einen Ball anzuglotzen, gefällt mir richtig gut.</p>
<p><img class="alignleft" alt="" src="http://www.intro.de/ckfinder/userfiles/images/1(4).jpg" width="550" height="380" /></p>
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<p><strong>Bild: </strong>Merch aus 100% Polyester? Läuft.</p>
<p>Ich habe selten etwas Merkwürdigeres gesehen als die <strong>Schalke</strong>r Meile, einer Gelsener Hauptstraße, die in das Vereinsblau gehüllt ist. Da gibt es eine <strong>Schalke</strong>-Polsterei, eine <strong>Schalke</strong>-Bushaltestelle, <strong>Schalke</strong>-Laternen, Bäume, -Banner und das bei Hools allseits beliebte Lokal »Gelsen-Szene«. Vor der örtlichen Kirche sind riesige <strong>Schalke</strong>-Fahnen aufgezogen. Klar. Zu Gott wird hier sicher nicht so oft gebetet wie zum FC S 04.</p>
<p><img alt="" src="http://www.intro.de/ckfinder/userfiles/images/2(3).jpg" /></p>
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<p><strong>Bild:</strong> Krass. In <strong>Gelsenkirchen</strong> sind sogar die Parkplatzschilder in den <strong>Schalke</strong>r Vereinsfarben gehalten.</p>
<p><img alt="" src="http://www.intro.de/ckfinder/userfiles/images/3(3).jpg" /></p>
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<p><strong>Bild: </strong>Im Schatten des Stadions kaufen wir bei Moni Currywürste mit Darm, ohne Brötchen und passend zur Location ein paar Veltins. Es ist schweinekalt.</p>
<p>Pukki drückt mir ein Ticket in die Hand. »Einlass nur für S04 Fans«, lese ich darauf. Ich trage zwar ein Trikot, fühle mich aber trotzdem wie ein Betrüger. Hoffentlich merkt keiner, dass ich für den Verein im Notfall gar nicht unbedingt sterben würde, wie es die Fanlieder vorschlagen.</p>
<p><img alt="" src="http://www.intro.de/ckfinder/userfiles/images/4(4).jpg" /></p>
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<p><strong>Bild: </strong>Beim Bodycheck werde ich erst von den Männern getrennt und dann meines Deodorants entledigt. Frechheit!</p>
<p>Die Veltins-Arena ist gigantisch. Die Spieler machen sich gerade warm, wir suchen uns Plätze, es läuft »Eye of the Tiger«. Das kenne ich schon vom Boxen. Erwin, das nasige Maskottchen des Vereins, schlawenzelt wild winkend zum Fuße der Nordkurve auf und ab.</p>
<p><img alt="" src="http://www.intro.de/ckfinder/userfiles/images/5(3).jpg" /></p>
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<p><strong>Bild:</strong> Ralli checkt erst mal Grindr. Ich hoffe, dass wir nix aufs Maul kriegen.</p>
<p>In der Nordkurve gibt es keine Sitzplätze, nur Stufen. Dicht an dicht drängen sich die blauen Fans. Vom Rest des Stadions ist die Kurve mit hohen Trennwänden abgeriegelt, ein riesiges Netz schützt Tor und Spielfeld vor Wurfgeschossen aus unseren Rängen. Direkt hinter dem Tor stehen die treuen Fans mit ihren überdimensionalen Fahnen. Am anderen Ende der Arena hocken 4000 Bremer als grüner Punkt gut geschützt in einer Ecke rum und versuchen, den Rest der Welt zu übertönen.</p>
<p><img alt="" src="http://www.intro.de/ckfinder/userfiles/images/6(3).jpg" /></p>
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<p><strong>Bild:</strong> Ein Vortrommler koordiniert die Gesänge unserer Fankurve. »Vorwärts<strong>Schalke</strong>, schießt ein Tor, schießt ein Tor, schießt ein Tohohooor.« Schnell sind Ralli und ich textsicher.</p>
<p>Auf den Werbebannern wird neben anderen gängigen Fleischereigütern auch Bärchenwurst angepriesen. Ich gucke mich um und bin überzeugt, dass ungetoastetes Weißbrot, Bärchenwurst und Senf hier zu den Grundnahrungsmitteln gehören. Locke bestätigt. Gelsen-Style.</p>
<p><img alt="" src="http://www.intro.de/ckfinder/userfiles/images/7(3).jpg" /></p>
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<p><strong>Bild:</strong> »Olé, olééé. Olé, olé, olééé. Der FC <strong>Schalke</strong> Null Vier, der FC <strong>Schalke</strong> Null Vier, der FC <strong>Schalke</strong> Null Vieeeer.« Dieser Ohrwurm wird mir noch ewig erhalten bleiben.</p>
<p>Ich habe Fußball schon im Fernsehen geguckt. Ich kenne Menschen, die sich dabei mal ärgern, mal freuen und ab und zu &#8220;wenn er rauskommt, muss er ihn auch haben&#8221; sagen. Das hier ist ein völlig anderes Emotionslevel. Die jungen und alten Männer lassen ihre Blicke keine Sekunde vom Ball schweifen. Aus der Ferne erkennen sie Fouls, Schwalben und ein zu Unrecht gepfiffenes Abseits. Ich beobachte lieber die Reaktionen der Fans. Fans mit Kutten und Schals und Biermetern und Schnupftabak und Frisuren. Fans, die ihre Fäuste in die Luft strecken und Lieder vom »Sieg« singen. Der Ruhrpott lebt. Heute sind hier alle derselben Meinung: Der Schiri mit Doktortitel kann nicht ordentlich pfeifen, der Neustädter muss dringend ausgewechselt werden, <strong>Schalke</strong> müsste längst führen.</p>
<p><img alt="" src="http://www.intro.de/ckfinder/userfiles/images/8(3).jpg" /></p>
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<p><strong>Bild:</strong> Keine Kutte, keine Competition.</p>
<p>Das 1:0 für Bremen ist ein harter Rückschlag. Fassungslosigkeit brennt sich in die Gesichter um mich herum. »Boah, dann spring doch hoch, du Birne«, brüllt einer hinter mir. Ralli und ich prophezeien eine starke zweite Halbzeit. Aus der Reihe vor uns kriegen wir Zuspruch. Ich fühle mich richtig integriert. Man nimmt meine Meinung hier ernst. Ich klopfe Pukki auf die Schulter. »Glück auf, Junge.</p>
<p>Natürlich behalten wir Recht. Neuzugang Kevin Prince Boateng legt den Ausgleichstreffer ins Tor. Es wird gebrüllt. Blitzschnell ziehe ich meine Kapuze auf, um mich vor den fliegenden Bieren zu schützen, dann brülle ich auch. Und hüpfe und umarme voller Adrenalin irgendwen mit einer Kombi aus Afro und geflochtenem Zopf. Dann geht es weiter. Wir machen noch zwei Tore. Ich bin voll drin. Ich liebe Fußball.</p>
<p><img alt="" src="http://www.intro.de/ckfinder/userfiles/images/9(2).jpg" /></p>
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<p><strong>Bild: </strong>Heute bin ich mit 58.000 Freunden zusammen. Heute bin ich <strong>Schalke</strong>. Heute bin ich glücklich.</p>
<p>Am Ende der zweiten Halbzeit habe ich Gänsehaut, ein Mann neben mir Tränen in den Augen. Ich wünschte, ich könnte auch an etwas so sehr glauben, wie diese Jungs an <strong>Schalke</strong>. So sehr, dass sich manche von ihnen gleich mit den Bremern auf einem Feld hinter dem Stadion treffen, um das Spielergebnis noch mal nachzubesprechen. Fan gegen Fan, Faust gegen Faust. Hach. Meine Liebe, mein Verein.</p>
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<p style="text-align: center;">Dieser Text erschien auch im <span style="color: #3366ff;"><strong><a title="Intro-Magazin online" href="http://www.intro.de/news/newsfeatures/23072662/vom-winde-verwoehntkolumne-neues-aus-jules-welt" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">Intro-Magazin</span></a></strong></span>.<br />
Alle meine Intro-Texte gibt es <span style="color: #3366ff;"><strong><a title="Jule Müllers Intro-Profil" href="https://www.intro.de/logintro/916833" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">hier</span></a></strong></span>.</p>
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		<title>Rheingaudi – ein hessischer Reisebericht Teil 2</title>
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		<pubDate>Wed, 15 May 2013 20:38:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jule Müller</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich bin gebürtige Friedrichshainerin. Westdeutschland, wie es früher bei uns so schön hieß, blieb bislang von mir zu großen Teilen unerkundet. Da alle meine zugewanderten Freunde aus Hessen ständig von den Weinbergen und Flüssen und Feldern ihrer Heimat schwärmen, beschloss ich, mir dieses Bundesland mal genauer anzugucken. Der zweite Teil meiner Hessenreise führt mich in [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin gebürtige Friedrichshainerin. Westdeutschland, wie es früher bei uns so schön hieß, blieb bislang von mir zu großen Teilen unerkundet. Da alle meine zugewanderten Freunde aus Hessen ständig von den Weinbergen und Flüssen und Feldern ihrer Heimat schwärmen, beschloss ich, mir dieses Bundesland mal genauer anzugucken.</p>
<p>Der zweite Teil meiner Hessenreise führt mich in den Odenwald nach Ober-Klingen. Ich öffne die schwere Tür zum Bauernhof und werde von einem Rudel Junghunde übermannt. Einer hat sich in meinen Adidas-Schnürsenkeln verbissen, ein anderer hängt in meinem Hoodie, zwei baumeln von meiner Nikon. Ich belle.</p>
<div id="attachment_4014" class="wp-caption alignleft" style="width: 648px"><img class="size-full wp-image-4014" alt="Nur mit einem stabilen Schutzwall kann man sein Hab und Gut vor den Hundehooligans schützen." src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/storyboard007.jpg" width="638" height="422" /><p class="wp-caption-text">Nur mit einem stabilen Schutzwall kann man sein Hab und Gut vor den Hundehooligans schützen.</p></div>
<p>„<em>Könndest späde noch bei die Lämme gehn</em> (Frankfurter Plusquamperfekt) <em>un die fünf klaane midder Flasch füddern?</em>“, fragt Schäfer Jo. Wäre ich in diesem Moment nicht in einen mit grüner Masse gefüllten Schafspansen getreten – ich hätte ihn umarmt.<i><br />
</i></p>
<div id="attachment_4052" class="wp-caption alignleft" style="width: 648px"><img class="size-full wp-image-4052 " alt="Hessen_JuleMueller008" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Hessen_JuleMueller008.jpg" width="638" height="480" /><p class="wp-caption-text">So klein und schon an der Flasche hängen. Unter Hessens Lämmern leider trauriger Alltag.</p></div>
<p>Wir unternehmen eine Wanderung auf den berühmten Otzberg. Ich komme nicht umher, den Namen des Berges nur von einem Kichern begleitet auszusprechen. Auf dem Weg lerne ich, wie man einen Kranz aus Butterblumen flechtet. Als mich aus dem floralen Schmuckstück ein Käfer anglotzt, werfe ich alles zu Boden und trete so lange drauf, bis darin garantiert nichts mehr lebt. Angeekelt laufe ich weiter den Berg hinauf.</p>
<div id="attachment_4028" class="wp-caption alignleft" style="width: 648px"><img class="size-full wp-image-4028" alt="Feengleich bewege ich mich durch die verzauberten Wiesen der Region. Trendaccessoire Blumenkranz darf dabei nicht fehlen." src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/storyboard009.jpg" width="638" height="422" /><p class="wp-caption-text">Feengleich bewege ich mich durch die verzauberten Wiesen der Region. Trendaccessoire Blumenkranz darf dabei nicht fehlen.</p></div>
<p>Die Burg auf dem Otzberg beherbergt ein Museum. Am Eingang erzählt uns der Besitzer stolz, es gäbe im oberen Stock eine neue Hobbit-Ausstellung. „<em>Hat denn der kleine Hobbit etwas mit der Region Odenwald zu tun?</em>“, frage ich angemessenerweise. Es folgt eine detaillierte Erklärung, wie die 600 Exponate auf den Otzberg kamen. Offensichtlich gibt es zwischen Tolkien und Hessen keine Verbindung. Außer natürlich den samstäglichen Hobbit-Stammtisch im Café des Museums. Wir werden herzlich dazu eingeladen.</p>
<div id="attachment_4034" class="wp-caption alignleft" style="width: 648px"><img class="size-full wp-image-4034" alt="Im Museum der Veste Otzberg kann man dem Hollywood-Star Frodo hinten beim Gummibaum ganz nahe kommen." src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/storyboard013.jpg" width="638" height="303" /><p class="wp-caption-text">Im Museum der Veste Otzberg kann man dem Hollywood-Star Frodo hinten beim Gummibaum ganz nahe kommen.</p></div>
<p>Ich habe weder den kleinen Hobbit oder die Filme mit dem Ring gesehen, noch die entsprechenden Bücher gelesen. Vor einer Wohnzimmerszene des Museums bleibe ich stehen. Spontan würde ich sie so deuten:</p>
<p>Der Weihnachtsmann, ein Wikinger mit Tarnkappe, Helge Schneider und ein kleiner Junge mit Haaren auf den Füßen sitzen gemütlich bei einem Tonbecher Tee zusammen und bestaunen die Liv-Tyler-Tellersammlung, als plötzlich die alte, böse Hexe mit dem vergifteten Apfel den Schauplatz betritt.</p>
<p>Zumindest ich kriege sofort tierisch Gänsehaut und sehe mich in der Pflicht, einzugreifen. Ich schiebe eine Plexiglasscheibe gewaltsam aus der Verankerung, um in den Ausstellungsraum zu gelangen. Dort fungiere ich als Mediatorin und löse den Konflikt gewaltfrei. Mittelerde ist gerettet! Hurra!</p>
<div id="attachment_4035" class="wp-caption alignleft" style="width: 648px"><img class="size-full wp-image-4035" alt="Vulkanier sind sehr gastfreundlich. Und sogar die böse Hexe kommt irgendwann zur Vernunft." src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/storyboard014.jpg" width="638" height="303" /><p class="wp-caption-text">Vulkanier sind sehr gastfreundlich. Und sogar die böse Hexe kommt irgendwann zur Vernunft.</p></div>
<p>Zurück auf dem Bauernhof ruft die nächste kniffelige Aufgabe. Schäfer Jo und ich fahren mit dem Traktor zur Weide. An die 800 Schafe müssen auf eine andere Wiese umgesiedelt werden. Nachdem die neuen Zäune aufgebaut sind, kann es losgehen.</p>
<p>Ich stehe fröhlich mit meiner Kamera an der Leitplanke zur Landstraße und fokussiere die Schafe im Sucher. Gleich werden wir die paar hundert Meter gemütlich zum neuen Standpunkt trotten.</p>
<div id="attachment_4029" class="wp-caption alignleft" style="width: 648px"><img class="size-full wp-image-4029" alt="Schäfer Jo öffnet die Grenzen. Alles guckt. Für mich als Ossi ein ergreifender Moment." src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/storyboard010.jpg" width="638" height="422" /><p class="wp-caption-text">Schäfer Jo öffnet die Grenzen. Alles guckt. Für mich als Ossi ein ergreifender Moment.</p></div>
<p>Ich schraube noch an der Blende rum, als die Herde laut blökend wie eine Lawine den Berg hinunter auf mich zustürzt. Binnen Sekunden bin ich von einem Meer aus Wolle erfasst und werde auf die Straße gedrängt. Beim Versuch, der Gruppe zu entfliehen, kläffen mich zwei Hirtenhunde zurück in meine Herde. Ich rutsche auf einem Haufen Scheiße aus und falle in ein Lamm, das besessen nach meinen fragilen Fingern schnappt. Die Mutter eilt dem Jungen zur Hilfe und stößt mich mit ihrem Kopf zur Seite. Aua!</p>
<div id="attachment_4030" class="wp-caption alignleft" style="width: 648px"><img class="size-full wp-image-4030" alt="Wenn bei mir Massenpanik ausbricht, kann es schon mal sein, dass ich ein kleines Lamm zertrete." src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/storyboard011.jpg" width="638" height="422" /><p class="wp-caption-text">Wenn bei mir Massenpanik ausbricht, kann es schon mal sein, dass ich ein kleines Lamm zertrete.</p></div>
<p>Kriegsfotografie ist nichts für zarte Gemüter. Während ich eisern immer wieder auf den Auslöser drücke, muss mich der Schäfer aus der Menge ziehen.</p>
<p>Als endlich alle 800 Schafe und Lämmer auf der neuen Wiese stehen, bin ich von Kot verschmiert, habe ein offenes Knie und ein geplatztes Telefondisplay. Außerdem bin ich der glücklichste Mensch der Welt.</p>
<div id="attachment_4033" class="wp-caption alignleft" style="width: 648px"><img class="size-full wp-image-4033" alt="Geschafft. Die neue Weide gibt nicht nur viel Gras her, sondern auch einen fantastischen Blick auf den Otzberg und das Hobbit-Museum." src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/storyboard012.jpg" width="638" height="422" /><p class="wp-caption-text">Geschafft. Die neue Weide gibt nicht nur viel Gras her, sondern auch einen fantastischen Blick auf den Otzberg und das Hobbit-Museum.</p></div>
<p>Dieser Text erschien auch im <strong><span style="color: #3366ff;"><a title="Intro-Magazin online" href="https://www.intro.de/news/newsfeatures/23071788/vom-winde-verwoehnt-kolumne-neues-aus-jules-welt" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">Intro-Magazin</span></a></span></strong>. Alle meine Intro-Texte gibt es <strong><span style="color: #3366ff;"><a title="Jule Müllers Intro-Profil" href="https://www.intro.de/logintro/916833" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">hier</span></a></span></strong>.</p>
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		<title>Rheingaudi – ein hessischer Reisebericht Teil 1</title>
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		<pubDate>Mon, 13 May 2013 17:09:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jule Müller</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich bin gebürtige Friedrichshainerin. Westdeutschland, wie es früher bei uns so schön hieß, blieb bislang von mir zu großen Teilen unerkundet. Da alle meine zugewanderten Freunde aus Hessen ständig von den Weinbergen und Flüssen und Feldern ihrer Heimat schwärmen, beschloss ich, mir dieses Bundesland mal genauer anzugucken. Ich komme mit meinem Begleitschutz in Oestrich-Winkel im [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin gebürtige Friedrichshainerin. Westdeutschland, wie es früher bei uns so schön hieß, blieb bislang von mir zu großen Teilen unerkundet. Da alle meine zugewanderten Freunde aus Hessen ständig von den Weinbergen und Flüssen und Feldern ihrer Heimat schwärmen, beschloss ich, mir dieses Bundesland mal genauer anzugucken.</p>
<p>Ich komme mit meinem Begleitschutz in Oestrich-Winkel im Rheingau an. Omma Liesel, noch nie in meinem Leben gesehen, begrüßt mich mit einer herzlichen Umarmung. Sie trägt eine geblümte „<em>Kiddelschörz</em>“ und drückt jedem ein Glas „<em>foi Woische</em>“ in die Hand. Ich sei „<em>e goldisch Oos</em>“. Ich nicke, lächle höflich und trinke einfach alles aus, das mir eingeschenkt wird. Ich verstehe ehrlich gesagt kein Wort von dem, was sie erzählt. Und Omma Liesel erzählt viel. Es ist 14 Uhr und ich habe dezent einen sitzen. Ganz schön, dieses Hessen.</p>
<div id="attachment_4006" class="wp-caption alignleft" style="width: 648px"><img class="size-full wp-image-4006" alt="Omma Liesel aus Winkel (Obberbahn) hält seit 84 Jahren erfolgreich einen konstanten Pegel." src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/storyboard001.jpg" width="638" height="422" /><p class="wp-caption-text">Omma Liesel aus Winkel (Obberbahn) hält seit 84 Jahren erfolgreich einen konstanten Pegel.</p></div>
<p>Wir begeben uns auf die „<em>Romantik-Tour</em>“ nach Rüdesheim. Mit der Seilbahn geht es getreu dem Motto „<em>Über den Reben schweben</em>“ hoch zum Niederwalddenkmal. Der Elvis ist auch schon mal mit der Bahn gefahren, wusste Oma Liesel zu erzählen. Eventuell sprach sie aber auch von etwas ganz anderem.</p>
<div id="attachment_4007" class="wp-caption alignleft" style="width: 648px"><img class="size-full wp-image-4007" alt="Katzen-, Deutschland- und auch Brustfans kommen in Rüdesheim am Rhein voll auf ihre Kosten." src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/storyboard002.jpg" width="638" height="291" /><p class="wp-caption-text">Katzen-, Deutschland- und auch Brustfans kommen in Rüdesheim am Rhein voll auf ihre Kosten.</p></div>
<p>Die Seilbahn ist nicht ohne. Aus den in die Gegenrichtung fahrenden Gondeln schießen Besoffene mit Böllern auf uns. Ich mache es mir flach auf dem Bauch liegend zu den Füßen meiner Mitfahrer bequem und erinnere mich an Omma Liesels Geschichte von „<em>die letzde drei Granade vom Kriesch.</em>“ Jetzt weiß ich, wie sie sich damals fühlte.</p>
<div id="attachment_4008" class="wp-caption alignleft" style="width: 648px"><img class="size-full wp-image-4008" alt="Etwa 40 Meter über den rauen Weinbergklippen von Rüdesheim wird einem, nicht nur der Trunkenheit wegen, speiübel." src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/storyboard003.jpg" width="638" height="422" /><p class="wp-caption-text">Etwa 40 Meter über den rauen Weinbergklippen von Rüdesheim wird einem, nicht nur der Trunkenheit wegen, speiübel.</p></div>
<p>Oben angekommen schwingt die unverhältnismäßig große Germania kampfeslustig eine Fackel. Auf ihrem Sockel klettern Gruppen rotzeblauer Vatertagsausflügler mit fahrbaren Bierfässern und mobilen Holzkohlegrills umher – allesamt mit geöffneten Hosenställen und glasigen Augen. Ich spüle angeekelt eine Prinzenrolle Vollkorn mit einem doppelten Schoppen Weißwein runter.</p>
<div id="attachment_4010" class="wp-caption alignleft" style="width: 648px"><img class="size-full wp-image-4010" alt="Dunkle Vatertagswolken über dem Main. Oder wie der Fluss dort heißt." src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/storyboard004.jpg" width="638" height="291" /><p class="wp-caption-text">Dunkle Vatertagswolken über dem Main. Oder wie der Fluss dort heißt.</p></div>
<p>Später geht es mit einem Kreuzfahrtschiff den Rhein entlang am Binger Loch vorbei in die Wein-, Sekt- und Rosenstadt Eltville. Eltville verhält sich zum Wohnort meiner brandenburgischen Großeltern, Schenkendorf, in etwa wie Megan Fox zu Vera Int-Veen. Ostdörfer wurden aus grauem Staub und Asbest gebaut, Eltville aus Fachwerk und Rosen. Ich trinke einen Weincocktail mit Basilikum auf einer edlen Terrasse, während unter mir Kanadagansbabies im sonnigen Rhein planschen. In der Kirche von Eltville zünde ich eine Kerze an und wünsche mir, dass ich mich auf dieser Reise nicht öffentlich übergeben muss. Na, dann zeig mal, was du drauf hast, Mutter Maria.</p>
<div id="attachment_4011" class="wp-caption alignleft" style="width: 648px"><img class="size-full wp-image-4011" alt="Ich habe inzwischen an die zwei Liter Riesling intus und bin mir sicher, dass die Filmkulisse von Eltville der schönste Ort der Welt ist." src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/storyboard005.jpg" width="638" height="477" /><p class="wp-caption-text">Ich habe inzwischen an die zwei Liter Riesling intus und bin mir sicher, dass die Filmkulisse von Eltville der schönste Ort der Welt ist.</p></div>
<p>„<em>Was mer net esse, trinke mer</em>“, werden wir im Weingut Allendorf begrüßt. Dazu gibt es ein Glas Sekt. Natürlich. Inzwischen bin ich versucht, es heimlich in einen Blumenkübel zu gießen. Omma Liesel sitzt draußen mit ihrem Stammtisch „<em>Winkler Girls</em>“ und strahlt.</p>
<p>Im Weinkeller darf ich in ein 16.000-Liter-Fass gucken. Der Weinstein glitzert wie Diamantenstaub. Inzwischen kommt mir hier eh alles vor wie Disneyland. Ich bin begeistert.</p>
<div id="attachment_4012" class="wp-caption alignleft" style="width: 648px"><img class="size-full wp-image-4012" alt="„In Vino Veritas“, finde ich inzwischen auch. Man reiche mir eine Aspirin." src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/storyboard006.jpg" width="638" height="422" /><p class="wp-caption-text">„In Vino Veritas“, finde ich inzwischen auch. Man reiche mir eine Aspirin.</p></div>
<p>In meinem jugendlichen Übermut klettere ich auf einen großen Kirschbaum inmitten des Weingutes und brülle: „<em>Ich liebe Rheinland-Pfalz!</em>“</p>
<p>„<em>Ebe langts</em>“, ruft mir Omma Liesel von unten zu. Ich freue mich mit ihr und bestelle mir noch eine Rotweinschorle. Inzwischen bin ich quasi als Hessin wiedergeboren und ich kann euch sagen: <em>Des geht hnunner wie heilisch El.</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Dieser Text erschien auch im <strong><span style="color: #3366ff;"><a title="Intro-Magazin online" href="https://www.intro.de/news/newsfeatures/23071788/vom-winde-verwoehnt-kolumne-neues-aus-jules-welt" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">Intro-Magazin</span></a></span></strong>. Alle meine Intro-Texte gibt es <strong><span style="color: #3366ff;"><a title="Jule Müllers Intro-Profil" href="https://www.intro.de/logintro/916833" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">hier</span></a></span></strong>.</p>
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		<title>Splash.</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Jul 2012 20:10:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jule Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf Reisen.]]></category>
		<category><![CDATA[Ich liebe Deutscheland.]]></category>
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		<category><![CDATA[Schnapsschüsse.]]></category>
		<category><![CDATA[Treffen sich 2, sind es 4.]]></category>
		<category><![CDATA[2012]]></category>
		<category><![CDATA[fotos]]></category>
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		<description><![CDATA[„Es kann in Deutschland einfach keine geilere Location für ein Festival geben!“ „Warst du schon mal woanders als auf dem Splash oder Melt?“ „Ja. Auf dem Berlinova 2001.“ So fallen die Worte, als wir bei unserer Ankunft mit dem Auto euphorisch über die Schotterpiste Richtung Bagger rollen. Beim ausverkauften Splash freuen sich 17.000 Menschen mit [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>„Es <em>kann</em> in Deutschland einfach keine geilere Location für ein Festival geben!“<br />
„Warst du schon mal woanders als auf dem Splash oder Melt?“<br />
„Ja. Auf dem Berlinova 2001.“</p>
<p>So fallen die Worte, als wir bei unserer Ankunft mit dem Auto euphorisch über die Schotterpiste Richtung Bagger rollen.</p>
<p>Beim ausverkauften Splash freuen sich 17.000 Menschen mit uns. Gefühlter Altersdurchschnitt: 18. Aber ey – hier sind wir alle 18. Eine halbe Stunde auf der Halbinsel und ich benutze Worte wie „represent“, „abchillen“ und „krass cool, Alter“. Aber es ist halt auch einfach krass cool, Alter. Während hinter der Hauptbühne Cro, Casper, Savas, Diplo und Nas (gefühlt) zusammen Vodka Relentless Berry zischen, drehen die Kids auf dem Rest des Geländes voll auf. Von weiter oben betrachtet zappeln ihre Caps (Neudeutsch auch: Raphelme) in der Sonne wie buntes Konfetti. Und spätestens als Marsimoto zwischen Tausenden von Armen und Bengalos in einem Schlauboot über die grünen Massen schwebt, sind wir alle ein großes, glückliches Ganzes.</p>
<p>„Sind wir eigentlich West Coast oder East Coast?“<br />
„Egal, heute sind wir einfach nur Coast.“</p>
<p>Inzwischen bin ich zu Hause, hab die Sneaker wieder gegen Loafer getauscht und versuche im Alltag ohne „Yo“ und „Yeah“ auszukommen. Und alles, was mich daran abhält, in die berühmte Post-Festival-Depression zu verfallen, ist der Gedanke an das Melt am nächsten Wochenende.</p>
<p>Fazit: Licht, Stahl, Wasser, Musik &amp; geile Menschen funktionieren immer. Punkt.</p>
<p><a href="http://mymagictypewriter.com/splash/splash1/" rel="attachment wp-att-2736"><img class="alignleft size-full wp-image-2736" title="Splash1" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Splash1.png" alt="" width="620" height="411" /></a></p>
<p><a href="http://mymagictypewriter.com/splash/splash3/" rel="attachment wp-att-2738"><img class="alignleft size-full wp-image-2738" title="Splash3" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Splash3.png" alt="" width="620" height="410" /></a></p>
<p><a href="http://mymagictypewriter.com/splash/splash4/" rel="attachment wp-att-2739"><img class="alignleft size-full wp-image-2739" title="Splash4" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Splash4.png" alt="" width="620" height="411" /></a></p>
<p><a href="http://mymagictypewriter.com/splash/splash5/" rel="attachment wp-att-2740"><img class="alignleft size-full wp-image-2740" title="Splash5" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Splash5.png" alt="" width="620" height="411" /></a></p>
<p><a href="http://mymagictypewriter.com/splash/splash6/" rel="attachment wp-att-2741"><img class="alignleft size-full wp-image-2741" title="Splash6" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Splash6.png" alt="" width="620" height="410" /></a></p>
<p><a href="http://mymagictypewriter.com/splash/splash7/" rel="attachment wp-att-2742"><img class="alignleft size-full wp-image-2742" title="Splash7" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Splash7.png" alt="" width="620" height="410" /></a></p>
<p><a href="http://mymagictypewriter.com/splash/splash9/" rel="attachment wp-att-2782"><img class="alignleft size-full wp-image-2782" title="Splash9" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Splash9.png" alt="" width="620" height="412" /></a></p>
<p><a href="http://mymagictypewriter.com/splash/splash10/" rel="attachment wp-att-2783"><img class="alignleft size-full wp-image-2783" title="Splash10" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Splash10.jpg" alt="" width="620" height="411" /></a></p>
<p><a href="http://mymagictypewriter.com/splash/splash11/" rel="attachment wp-att-2784"><img class="alignleft size-full wp-image-2784" title="Splash11" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Splash11.jpg" alt="" width="620" height="411" /></a></p>
<p><a href="http://mymagictypewriter.com/splash/splash12/" rel="attachment wp-att-2785"><img class="alignleft size-full wp-image-2785" title="Splash12" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Splash12.jpg" alt="" width="620" height="411" /></a></p>
<p><a href="http://mymagictypewriter.com/splash/splash13/" rel="attachment wp-att-2786"><img class="alignleft size-full wp-image-2786" title="Splash13" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Splash13.jpg" alt="" width="620" height="411" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>PS: Diese Fotos sind auch erschienen bei <span style="color: #3366ff;"><strong><a title="East Coast oder West Coast?" href="http://www.mitvergnuegen.com/2012/east-coast-oder-west-coast-jule-mueller-war-beim-splash-und-kennt-die-antwort/" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">Mit Vergnügen</span></a></strong></span> und auf <strong><span style="color: #3366ff;"><a href="http://www.intro.de/news/newsfeatures/23068529/splash-2012-fotostrecke-cro-marsimoto-und-kool-savas" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">intro.de</span></a></span></strong>.</p>
<p>PPS: My Magic Typewriter ist auch auf <strong><span style="color: #3366ff;"><a href="https://www.facebook.com/MyMagicTypewriter"><span style="color: #3366ff;">Facebook.</span></a></span></strong> Lllike it!</p>
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		<title>Ein erholsames Wochenende in den Bergen</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Dec 2011 19:38:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jule Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf Reisen.]]></category>
		<category><![CDATA[Ein schönes Bad in Selbstmitleid.]]></category>
		<category><![CDATA[Ich liebe Deutscheland.]]></category>
		<category><![CDATA[Saufen für Fortgeschrittene.]]></category>
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		<category><![CDATA[flugzeug]]></category>
		<category><![CDATA[garmisch-partenkirchen]]></category>
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		<category><![CDATA[schnaps]]></category>
		<category><![CDATA[suff]]></category>
		<category><![CDATA[übelkeit]]></category>

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		<description><![CDATA[SAMSTAG 07:00h Der Wecker klingelt nach gesunden drei Stunden Schlaf. Ich weiß spontan nicht, worum es geht. Nix macht Sinn. Dann fällt es mir ein: Ich fliege nach München. Irgendwas mit Bergen. Ich bin total betrunken und snooze. 07:15h Wann muss ich los?  In einer halben Stunde. Es dreht sich alles. Die Katze nervt. Hätte [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>SAMSTAG</strong></p>
<p>07:00h<br />
Der Wecker klingelt nach gesunden drei Stunden Schlaf. Ich weiß spontan nicht, worum es geht. Nix macht Sinn. Dann fällt es mir ein: Ich fliege nach München. Irgendwas mit Bergen. Ich bin total betrunken und snooze.</p>
<p>07:15h<br />
Wann muss ich los?  In einer halben Stunde. Es dreht sich alles. Die Katze nervt. Hätte ich etwas Energie, würde ich sie anbrüllen. Der Weg in die Küche ist furchtbar lang und kalt. Theoretisch und praktisch bin ich nicht in der Lage, zu reisen. Ich schalte das Radio ein. Es laufen die Ärzte. Danke, jetzt bin ich wach. Schlecht ist mir trotzdem. Ich schmiere mir einen Kanten Brot mit irgendwas &#8211; vielleicht saugt das noch etwas Alk aus dem Magen. Dann leere ich einen halben Liter schwarze Johannisbeerschorle. Man gönnt sich ja sonst nichts.</p>
<p>07:28h<br />
Ich betrete das Bad.  Duschen fällt aus, is klar. Muss ja gleich los. Ist der Heroin-Chic eigentlich wieder salonfähig? In Bayern? Ich werde es herausfinden müssen.</p>
<p>07:51h<br />
Kamera, Portemonnaie, Tickets &#8211; ich hab alles außer meiner Würde. Es kann losgehen.</p>
<p>08:02h<br />
Ich ziehe meinen Koffer laut die Treppe zur U-Bahn hinunter. Tragen steht nicht zur Debatte. Super. Die Bahn nach Schönefeld kommt gleich. Vorsichtshalber krame ich die Flugbestätigungsmail aus meinem Rollkoffer&#8230;</p>
<p>08:03h<br />
Ich muss nach Tegel!?  Wie oft kann man eigentlich noch auf diesen Schwachsinn reinfallen? Ich breche in Panik aus, dann stelle ich eine alternative Route zusammen. Kurz vergesse ich sogar die Übelkeit.</p>
<p>08:31h<br />
Ich falle in einen Bäcker am Kutschi. So wie ich aussehe, könnte ich auch in den Mülltonnen nach Essbarem suchen. Würde nicht weiter auffallen. Im Radio läuft Alexandra Burke.  Ihr Nachname klingt so, wie ich mich fühle.</p>
<p>08:36h<br />
Im Bus möchte eine Dame meinen Sitzplatz. Not gonna happen, Sister.</p>
<p>08:49h<br />
Ich stehe vollkommen dehydriert in der Check-In-Schlange. Mein 7 Kilo schweres Köfferchen entspricht gewichtstechnisch nicht den Anforderungen der Airline. “Es ist nur sehr wenig Platz im Flugzeug.“ Selbst ich merke, dass die  Zusammenhänge hinken. Ich muss es einchecken. Mir ist alles egal, Hauptsache ich muss hier und jetzt nicht sterben.</p>
<p>08:56h<br />
Ich trinke das teuerste Wasser der Welt. Jeder Schluck kostet mich etwa einen Euro.<br />
Worth. Every. Fucking. Penny.</p>
<p>09:10h<br />
Ich lese den Playboy im Wartekabuff. H. kommt rein. Als wir uns hallo sagen, muss ich rülpsen. Er weiß dafür meinen Namen nicht. Dann sind wir wohl quitt. Ich lese demonstrativ wieder nackte Frauen.</p>
<p>09:14h<br />
Eine Damenhandballmannschaft mit Partnerlook-Hoodies schart sich um mich. Alle haben kurze Haare und muskulöse Oberarme. Sie lesen auch den Playboy.  Natürlich. Ihr Mittagsmenü für die kommenden Tage muss demokratisch gewählt werden. Auf dem Speiseplan stehen Schweinelendensteak, Rinderfilet und Eisbein. Ich setze mich um.</p>
<p>09:26h<br />
Ich merke, dass in Schlangen zu stehen heute nicht so mein Ding ist. In dem Fach über meinem Sitz hätten noch zehn meiner Koffer Platz gehabt. Vor mir sitzt der übergewichtige asiatische Friseur aus Schwer Verliebt.  Oder jemand anderes. Erst mal schlafen.</p>
<p>11:05h<br />
Ich erwache, als wir den Asphalt berühren. Meine Augen kriege ich trotzdem nicht auf. Blind schleiche ich den Flur entlang Richtung Ausgang. Viel zu viele Menschen hier. An der Gepäckausgabe warte ich 25 Minuten auf meinen Koffer. Ich bin fuchsteufelswild.</p>
<p>11:47h<br />
Ich sitze in der vollen S-Bahn nach München Zentrum. Für nur 10 Euro. Draußen sieht es öde aus. Felder, Bäume, Nebel. Flach wie Brandenburg. Wo sind denn jetzt die Berge und Brezn? Niemand trägt Dirndl. Alle sind auch total normal. Die sprechen nicht mal komisch. Etwas enttäuscht betrachte ich meine Haarspitzen. Zwar ist mir nicht mehr so doll nach Kotzen, nach Jägermeister ist mir aber auch nicht.</p>
<p>12:30h<br />
Ich habe 50 Minuten in der Bahn gesessen und niemand wollte mir Feuerzeuge oder eine Obdachlosenzeitung verkaufen, niemand hat mir einen Song gespielt, niemand hat einfach mal so nach Geld für Drogen gefragt, niemand hat betrunken laut die Welt/Ausländer/Politiker verflucht. Es war wunderbar ruhig. Meine Laune steigt stetig. Immer noch keine Berge.</p>
<p>21:02h<br />
Nach Hotel-Check-In, Mittagsschlaf und Make-Up sitze ich nun in 1500 Metern auf der Drehmöser-9-Alm. Ich habe Magenkrämpfe und Schüttelfrost. Das ist sicherlich die Höhenkrankheit. Die dünne Luft und so. Ich bin umgeben von Jägermeister. Auf Eis, mit Red Bull, Saft, Brause, Wasser, Milch, Bier &#8211; alles kann, alles muss. Ich lege meinen Kopf auf der Theke ab. Wenn ich den Schnaps nicht sehe, sieht er mich vielleicht auch nicht.</p>
<p>21:20h<br />
D. und D. besuchen mich an meinem Sitzplatz an der Bar.  Sie nehmen sich meine mühsam zu einem Turm gestapelten Getränkemarken und bestellen drei Jägermeister-Redbull. Ich solle mich nicht so anstellen. Der erste Schluck tut mir in der Leber weh. Vom zweiten muss ich aufstoßen. Nach dem dritten etappe ich mich beim Lächeln. Ich erinnere mich wieder daran, wie man sich eigentlich im Leben fühlen sollte. Irgendwie glücklich.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://mymagictypewriter.com/ein-erholsames-wochenende-in-den-bergen/313236_10150415129391443_724506442_8977148_404162746_n/" rel="attachment wp-att-1846"><img class="aligncenter size-full wp-image-1846" title="313236_10150415129391443_724506442_8977148_404162746_n" alt="" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/313236_10150415129391443_724506442_8977148_404162746_n.jpg" width="634" height="422" /></a></p>
<p>21:29h<br />
Mein High hielt etwa 27 Minuten vor. Inzwischen bin ich zurück in einen bemitleidenswerten Geisteszustand gefallen und starre auf den Kamin. Oder auf die dauergewellten Dorfdamen. Drehmöser-Style.</p>
<p>22:14h<br />
Ich hänge so auf einem rustikalen Holztisch rum und spiele mit Strohhalmen. Vor mir steht ein oranger Jägermeister-Stammtisch-<wbr />Wimpel, um meine Schultern schmiegt sich ein Jägermeister-T-Shirt, vor mir stehen kleine Flaschen Jägermeister, daneben liegt ein Haufen Jägermeister-Getränkebons. Es ist klar, wo ich mich befinde. Oben spielt die Band, hier unten gammeln die Partypooper rum. Ich gucke nach draußen. Irgendwo muss die Zugspitze sein. Man sieht genau: nix. Ehrlich gesagt könnten die mich auch in  einen unterirdischen Saunaclub gefahren haben.  Nachts verpufft der Effekt eines Bergmassivs irgendwie. Hinter mir hängen in einem Trockenschrank etwa 20 Schinken. Naja, ist ja auch ganz schön.</p>
<p>23:05h<br />
Ich trinke Apfelschorle aus einem Maßkrug. Der Bluff fällt keinem auf.<br />
Mein Mantra des Abends: Ich möchte mich nicht vor dem Kamin zusammenrollen und einschlafen! Ich möchte mich nicht vor dem Kamin zusammenrollen und einschlafen! Fast glaube ich es mir selbst.</p>
<p><img class="alignleft  wp-image-4276" alt="392210_10150415130436443_791208173_n" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/392210_10150415130436443_791208173_n.jpg" width="634" height="422" /></p>
<p>23:23h<br />
Die Gondel fährt um zwei Uhr wieder nach unten. Bis dahin muss ich hier ausharren. Ein betrunkener Typ setzt sich zu mir. Er kommt aus Garmisch. Ich behaupte, ich hieße Tusnelda und sei aus Polen. Er geht wieder. Ich exe meine Apfelschorle wie eine ganz Harte.</p>
<p>00:12h<br />
Ich bin umgeben von hackedichten Jungs, die ich nicht kenne. Kurz hebt sich meine Laune wieder.<br />
Der eine: Du bist auch aus Reinickendorf? Vielleicht waren wir auf einer Schule?<br />
Ich: Wie alt seid ihr?<br />
Er: Zwanzig. Und du?<br />
Ich: Dreißig.<br />
Schweigen.<br />
Er: Du könntest unsere Mutter sein!<br />
Ich zeige meine goldene Mutter-Kette. Alle sind beeindruckt. Dann geht uns der Gesprächsstoff aus. Ich schleiche zurück zu meinem Barhocker.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://mymagictypewriter.com/ein-erholsames-wochenende-in-den-bergen/bildschirmfoto-2011-11-29-um-18-27-23/" rel="attachment wp-att-1820"><img class="size-full wp-image-1820 aligncenter" title="Bildschirmfoto 2011-11-29 um 18.27.23" alt="" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Bildschirmfoto-2011-11-29-um-18.27.23.jpg" width="625" height="351" /></a></p>
<p>23:57h<br />
D. interviewt mich draußen. Irgendjemand filmt. Ich erzähle vom großartigen Partyspektakel. Ich finde, ich bringe das voll real rüber. (Edit: Später werde ich herausfinden, dass ich so natürlich wirke, wie die Konservierungsstoffe in Skittles.) Noch eine Stunde bis Abfahrt.</p>
<p>02:03h<br />
In der Gondel schwebe ich Richtung Abgrund. Ins tiefe, schwarze Nichts. D. und D. sprechen vom Altenpanorama in der hoteleigenen Sauna. Ich kauere mich am Boden des Kräftigs zusammen. Je weniger hoch ich bin, desto weniger tief kann ich fallen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>SONNTAG</strong></p>
<p><img class=" wp-image-1835 alignleft" title="387847_10150415133866443_724506442_8977187_2031088703_n" alt="" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/387847_10150415133866443_724506442_8977187_2031088703_n.jpg" width="480" height="719" /></p>
<p>12:13h<br />
Wir fahren mit dem Auto am Eibsee vor. Ich bin so aufgeregt wie selten. Meine Kamera ist geladen und schussbereit. Gleich gibt es was mit Bergen. Wir laufen durch einen kleinen Wald. Eigentlich renne ich. Ich kann den Ausblick nicht mehr länger abwarten. Irgendwo hier muss der See sein. Und dann lichten sich die Bäume. Ich fühle so etwas wie Ehrfurcht. Der flache, glasklare See leuchtet in stattlichen Grüntönen. Am Ufer liegen große graue Steine, dahinter baut sich ein von der Sonne erleuchteter Streifen aus Tannen auf. Und dann muss man seinen Köpf heben, um das Bergmassiv um die Zugspitze überhaupt erfassen zu können. Schroff, von Schneelinien durchzogen ragen die scharfen Kanten der Steintürme in den türkisen Himmel. Alles funkelt und glänzt und schimmert, als hätte ich die Szene schon durch mein digitales Bildbearbeitungsprogramm gejagt. So ist das also in den Bergen. Ich hatte keine  Ahnung. Ich nehme meine Kamera und lasse ein Blitzfeuer auf die Idylle los. Theres no stoppin now.</p>
<p><img class="alignleft  wp-image-4277" alt="313281_10150415130981443_622762829_n" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/313281_10150415130981443_622762829_n.jpg" width="634" height="422" /></p>
<p>20:30h<br />
Ich verabschiede D. auf dem Flughafen-Weihnachtsmarkt genau zwischen Terminal eins und zwei an der Eislaufbahn. Um uns herum zuzeln alle weiße Würste.</p>
<p>20:34h<br />
Ich trage eine Strumpfhose, Jeans, zwei Paar Socken, Lammfellsohle in den Schuhen, Unterhemd, Shirt, Strickjacke, Hoody, Wintermantel und Schal. Macht man doch so in den Bergen? Draußen sind zehn Grad, hier drinnen gefühlte 29. Ich schwitz wie ein Schwein. Na, wenn ich schon die Sauna verpasst habe&#8230; Ist auch alles hier fast wie im Spa. Nur halt nicht so geil.</p>
<p>23:47h<br />
Ich bin gerade zu Hause angekommen. Ich fühle mich wie überfahren. Und dann gucke ich die Bilder an. Von der Zugspitze. Aus der Gondel. Von der Alm. Und bin glücklich.</p>
<p>Trinken werde ich trotzdem nie wieder.</p>
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		<title>Zahnärzte: ein Traum(a) in Weiß</title>
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		<pubDate>Tue, 25 Oct 2011 10:40:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jule Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Achtung! Mädchenkrams.]]></category>
		<category><![CDATA[Ein schönes Bad in Selbstmitleid.]]></category>
		<category><![CDATA[Ich liebe Deutscheland.]]></category>
		<category><![CDATA[Ode an England.]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstversuch of Death.]]></category>
		<category><![CDATA[angst]]></category>
		<category><![CDATA[berlin]]></category>
		<category><![CDATA[dentophobie]]></category>
		<category><![CDATA[praxis]]></category>
		<category><![CDATA[zahnarzt]]></category>
		<category><![CDATA[zähne]]></category>

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		<description><![CDATA[Zahnärzte sind nach Desinfektion stinkende, geldgeile Sadisten, die es im täglichen Leben unbedingt zu meiden gilt. Fakt. (Ausnahme: Schmalli. Auch Fakt.) Neulich war ich so mutig und machte einen Termin bei einem. Kam auch für mich komplett überraschend. Bei der Abwägung Zahnarztbesuch versus Zahnschmerz gewann aber leider zweiteres den Battle der Emotionen. Das letzte Mal [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Zahnärzte sind nach Desinfektion stinkende, geldgeile Sadisten, die es im täglichen Leben unbedingt zu meiden gilt. Fakt.<br />
(Ausnahme: Schmalli. Auch Fakt.)</p>
<p>Neulich war ich so mutig und machte einen Termin bei einem. Kam auch für mich komplett überraschend. Bei der Abwägung Zahnarztbesuch versus Zahnschmerz gewann aber leider zweiteres den Battle der Emotionen.</p>
<p>Das letzte Mal beim Zahnarzt war ich in England. Mein Ex zwang mich hin. (Weil er auch zu den fiesen Menschen gehörte.) Ich war mir sicher, dass nach vier Jahren der aktiven Verdrängung des Themas ‘Zahnarztbesuch‘ <em>mindestens</em> eine Generalrestaurierung des Kiefers anstand. Der Arzt hatte seine für deutsche Verhältnisse untragbare Praxis in einem Londoner Reihenhaus mit Ekelteppich, typischer Brit-Tapete und welligen Kunstdrucken. Im engen Treppenaufgang blieb ich hinter meinem Ex zurück. Als mir der erste Schwall Zahnarztgeruch in die Nase stieg, schrillte mein Hirn so laut, dass ich mich umdrehen und wieder auf die Straße laufen musste. (Was ist das eigentlich für ein Geruch? Chloroform? Ether? Selbstgebrannter? GHB?)<br />
Ich wusste, dass Verstecken kindisch wäre. Also wartete ich, bis ich abgeholt und an der Hand nach drinnen geführt wurde. Überflüssigerweise fing ich an zu heulen. Der gemusterte Teppich machte mir Angst. Als der Arzt das erste Mal aus seinem Zimmer lugte und mich sah, musste er lachen.<br />
“Promise youre not gonna drill!“, begann ich die Verhandlungen. Er versprach, ich ließ mich untersuchen. Dann bohrte er. Ich überlebte. Und war später das stolzeste Mädchen Ost-Londons.</p>
<p>Damals beschloss ich regelmäßig zu gehen. Das war vor knapp drei Jahren. Vorsätze sind ja da, um sie zu brechen und bei nächster Gelegenheit neu zu fassen.</p>
<p>Ich bin also beim Zahnarzt am Hackeschen Markt. Es ist 20h. Business-Sprechstunde.</p>
<p><a href="http://mymagictypewriter.com/zahnarzte-ein-trauma-in-weis/p20111017-195403/" rel="attachment wp-att-949"><img class="aligncenter size-full wp-image-949" title="p20111017-195403" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/p20111017-195403.jpg" alt="" width="640" height="389" /></a><span id="more-945"></span><br />
Alles ist weiß. Und grün. Und strahlt irgendwie. Es läuft Entspannungsmusik. Es riecht kein bisschen nach Zahnarzt. Wieso nicht? Wird hier etwa nicht ordentlich desinfiziert? Im Wartezimmer blühen Pflanzen von den Wänden. Die Sprechstundenhilfe spricht mit mir als sei sie Therapeutin. Mit sanfter Stimme und furchtbar freundlich. Ich bin nicht beim Zahnarzt, ich bin im Spa. Ehrlich! Alle sehen jung, frisch und irgendwie heiß aus. Kurz bin ich traurig, dass ich mich nicht für den behandelnden Arzt entschieden habe.</p>
<p><a href="http://mymagictypewriter.com/zahnarzte-ein-trauma-in-weis/p20111017-194835/" rel="attachment wp-att-946"><img class="aligncenter size-full wp-image-946" title="p20111017-194835" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/p20111017-194835.jpg" alt="" width="640" height="480" /><br />
</a></p>
<p>Als ich so da sitze und warte sinkt meine Laune auf minus sieben (auf einer Skala von eins bis zehn). Ich stehe auf, laufe hin und her und komme mir dabei selbst komisch vor. Hoffentlich haben die da vorne keine Kamera.</p>
<p>Meine Mutter wurde damals in der Poliklinik in Brandenburg beim Zahnarzt in Massenabfertigungshallen so gefoltert, dass sie total glücklich ist heutzutage überhaupt zu einer menschenwürdigen Behandlung gehen zu dürfen. Ihre Erinnerungen an prähistorische Dentalzeiten ändern an meinen Gefühlen aber nichts. Ich schmeiße ja auch ohne Reue Kartoffelschalen weg, während meine Oma die lieber aufheben würde.</p>
<p>Dann gehe ich aufs Klo. Auch dort läuft Musik, die Handtücher sind sauber gerollt, die Fliesen blitzen. Ich gucke in den Spiegel. Vom Kinn bis tief ins Decolletee ziehen sich dunkelrote Stressflecken. Ich sehe aus wie ein anaphylaktischer Schocker. Bleibt eigentlich noch Zeit zur Flucht? Vielleicht hätte ich die Sprechstundenhilfe am Eingang in einer starken Minute nicht vorwarnen sollen. Ich bin gefangen auf Arztcatraz. Dentophobia The Sequal.</p>
<p><a href="http://mymagictypewriter.com/zahnarzte-ein-trauma-in-weis/p20111017-200029-1-1/" rel="attachment wp-att-950"><img class="aligncenter size-full wp-image-950" title="p20111017-200029-1-1" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/p20111017-200029-1-1.jpg" alt="" width="338" height="481" /></a></p>
<p>Während ich beim<span style="color: #3366ff;"> <a title="Waxing für Anfänger" href="http://mymagictypewriter.com/waxing-fur-anfanger/" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">Intimwaxing</span></a></span> damals die Vorteile des zu erwartenden Outcomes schon vor der Behandlung konkret benennen konnte, ist das einzige das mir zum Thema Zahnarzt einfällt: Wenn du jetzt gehst, dann <em>könntest</em> du <em>eventuell</em> weniger Schmerzen beim nächsten  Besuch haben. Das ist mir nicht konkret genug. Das rechtfertigt das Grauen nun wirklich in keinster Weise.</p>
<p>“Frau Müller bitte?“<br />
Durchatmen. Du kannst jederzeit vom Stuhl springen und die Polizei rufen. Ich gehe in den Raum und setze mich auf den hellen Lederstuhl.<br />
Frau Fleck fragt mich, warum ich da sei.<br />
“Ich will um die Uhrzeit wirklich nicht meckern, aber ich habe Panik“, sage ich, während ich die Geräte auf der Ablage vor mir scanne. „Doll.“<br />
Sie legt ihre Hand auf meinen Arm. “Wir gucken erstmal nach, Frau Müller. Sie müssen keine Angst haben.“<br />
Irgendwie ist sie sympathisch. Kann nicht viel älter sein als ich. Weiß die überhaupt wo sie hinbohren muss? Ich würde lieber mit ihr ein Bier trinken gehen.<br />
Sie guckt mir in den Mund. Ich fühle meine Stressflecken mit jedem Herzschlag aufblinken.<br />
“Ach, sie haben aber niedliche Weisheitszähne. Haben sie die schon mal gesehen?“<br />
“Nein?“ Es ist wirklich schwierig Zähne hinten oben  im Kiefer zu betrachten&#8230;<br />
Sie nimmt einen Stift mit Kamera und projiziert meinen Backenzahn auf einen 27-Zoll-Screen vor meinem Gesicht.<br />
Als ich das letzte Mal beim Zahnarzt war, hat man noch mit Hammer und Meißel behandelt. Ich bin beeindruckt. Kann ich das Bild gleich per Voice Command ins Netz beamen?<br />
Dann macht sie Fotos von einem kleinen Riss im Schneidezahn, von der Wurzelbehandlung, von der Füllung aus England (“Keine schöne Arbeit.“ &#8211; “Dafür aber umsonst.“) und von meinem einseitigen Kreuzbiss. Die Galerie meines Mundes ist wirklich nur mäßig schön. Aber irgendwie auch geil. Hatte ich noch nie gezeigt bekommen.<br />
Jeden Schritt ihrer Untersuchung kommentiert sie ausgiebig. Den Unterschied zwischen Krone und Inlay darf ich sogar selbst an einem Klappergebiss erfühlen.<br />
So schlimm war das im Nachhinein betrachtet alles gar nicht. Vielleicht aber auch nur, weil sie nur geguckt hat.</p>
<p><strong>Wer als erster errät wie viele Zähne genetisch nicht in meiner Orofazialebene angelegt sind, darf mich bei einem der folgenden Termine zum Zahnarzt begleiten: 03.11. um 13:30h, 4.11. um 8:30h oder 9.11. ebenfalls um 8:30h. </strong><br />
<strong>Meet &amp; Greet mit Frau Fleck. Good luck!</strong></p>
<p>PS: Suche Zweitjob für ein Inlay.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Kein Schwein ruft mich an&#8230; Ach doch!</title>
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		<pubDate>Fri, 08 Apr 2011 07:11:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jule Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ich liebe Deutscheland.]]></category>
		<category><![CDATA[arbeitslos]]></category>
		<category><![CDATA[integrationsfachkraft]]></category>
		<category><![CDATA[jobcenter]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist sieben nach acht. Mein Handy klingelt. Unterdrückte Nummer. Ich gehe ran. Es ist meine Integrationsfachkraft. What the fuck? Es sei ja mal wieder Zeit für ein persönliches Gespräch. Ich frage mich, ob die mich beim JobCenter eigentlich sehr doll vermissen. Ich freue mich zwar, dass mich jemand anruft, will dann aber doch wissen: [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/2011/04/wpid-fxcam_1296596968908.jpg" alt="image" width="336" height="396" /></p>
<p>Es ist sieben nach acht. Mein Handy klingelt. Unterdrückte Nummer. Ich gehe ran. Es ist meine Integrationsfachkraft. What the fuck? Es sei ja mal wieder Zeit für ein persönliches Gespräch. Ich frage mich, ob die mich beim JobCenter eigentlich sehr doll vermissen. Ich freue mich zwar, dass mich jemand anruft, will dann aber doch wissen: “Warum muss ich denn mit ihnen sprechen, wenn ich einen Job habe?“ Ich finde die Frage durchaus berechtigt.</p>
<p>“Sie beziehen doch noch Arbeitslosengeld II oder?“<br />
“Nein, seit einem halben Jahr nicht mehr.“ Ich überlege kurz, bin mir aber doch ziemlich sicher, dass ich damals die News auch zu meiner Integrationsfachkraft getragen habe.<br />
“Achso?“ Ich kann ihre Verwirrung durch mein Telefon spüren. Irgendwie hatte ich sie auch ein bisschen vermisst.<br />
“Na dann herzlichen Glückwunsch und viel Erfolg weiterhin.“<br />
Ich bedanke mich und bestelle bei der Gelegenheit gleich noch den regelmäßigen analogen Newsletter ab.<br />
Ein erfolgreicher Morgen.</p>
<p style="text-align: center;">
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		<title>Vorurteile bestätigt. Heute: Neuköllner Kneipen.</title>
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		<pubDate>Mon, 28 Mar 2011 22:12:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jule Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Brauner Salon und Umgebung.]]></category>
		<category><![CDATA[Ein schönes Bad in Selbstmitleid.]]></category>
		<category><![CDATA[Ich liebe Deutscheland.]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstversuch of Death.]]></category>
		<category><![CDATA[eckkneipe]]></category>
		<category><![CDATA[kneipe]]></category>
		<category><![CDATA[neukölln]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich hatte immer die Hoffung, dass man in Neukölln einfach mal mutig in eine beliebige Eckkneipe fallen könnte, um einen Schnaps zu trinken. Frei von Vorurteilen und Argwohn. Nun musste ich ins &#8220;Schiller&#8217;s Eck&#8221;, um ein Paket abzuholen&#8230; Mir ist schon etwas gruselig zumute, als ich die Tür öffne. Und siehe da- tatsächlich trete ich in [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ich hatte immer die Hoffung, dass man in Neukölln einfach mal mutig in eine beliebige Eckkneipe fallen könnte, um einen Schnaps zu trinken. Frei von Vorurteilen und Argwohn.</p>
<p>Nun musste ich ins &#8220;Schiller&#8217;s Eck&#8221;, um ein Paket abzuholen&#8230;</p>
<p>Mir ist schon etwas gruselig zumute, als ich die Tür öffne. Und siehe da- tatsächlich trete ich in eine Art Parallelwelt, in der Zombies regieren. Zombies und ihre Hunde. Große, kleine, zottelige, kahle. Und alle starren sie mich mit ihren blutunterlaufenen Augen an, als ich noch so in der Tür rumstehe. Jedenfalls glaube ich das. Es ist sehr rauchig und riecht nach alten, nassen Wollipullis von Humana.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/2011/03/28-days-later-zombies.jpg"><img class="aligncenter" title="BRAINY ZOMBIES" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/2011/03/28-days-later-zombies.jpg" alt="" width="355" height="233" /></a></p>
<p>&#8220;Guten Abend&#8221;, versuche ichs erstmal auf die höfliche Tour und wage dann den Vorstoß Richtung Bar. Die Barkeeperin mit der oldschool Dauerwelle zapft weiter Bier und glotzt. Jetzt muss schnell gehandelt werden. Ich greife in meine Tasche. Ein dünner Mann mit Halbglatze und Unterhemd hält seinen Hund davon ab mir ins Knie zu beißen. Wie lieb von ihm. Ich ziehe eine DHL-Karte hervor und sage &#8220;Ich wollte ein Paket abholen.&#8221;</p>
<p><span id="more-554"></span></p>
<p>Ein sehr alter Mann an der Bar grunzt leise ohne mich anzugucken. &#8220;Ein Paket&#8221;, wiederhole ich. Aus der Ecke kommen mir verdächtig riechende Nebelschwaden entgegen. Ein dicker Typ mit Halbglatze quarzt fröhlich und alleine vor sich hin. Das muss der Außenseiter der Truppe sein. Mir auf Anhieb sympathisch. Den essen die bestimmt als erstes auf, wenn ihnen die Hunde ausgehen.</p>
<p>Ein Schlägertyp gehobenen Alters kommt hinter der Bar hervor und nimmt mir den Paketschein ab. Ich lächle unsicher. Seine Lederweste verursacht in mir Unbehagen. Ebenso das ungleiche Pärchen, das sich an der Bar neben mir gegenseitig zulallt, zuqualmt und Kurze kippt. Es ist etwa 16 Uhr an einem Montag.</p>
<p>Zwei mittelgroße Hunde - einer mit Flecken, der andere sehr knochig &#8211; paaren sich in einer dunklen Ecke bei dem Plastikfic(k)us. Eine Dame schmeißt einen Tennisball nach den beiden und brüllt &#8220;Eeeey!&#8221;. Ich möchte mich inzwischen gerne selbst verstümmeln.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-576" title="shaun_of_the_dead_zombies" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/2011/03/shaun_of_the_dead_zombies.gif" alt="" width="400" height="264" /></p>
<p>Die Lederweste kommt mit meinem Paket wieder. Und raucht. Ich nehme den Karton entgegen und sage brav danke. Der Typ glotzt nur. Dann drehe ich mich möglichst unauffällig um und gehe zur Tür. Einen kurzen Moment habe ich das Gefühl, dass sich alle neun Besucher und ihre zehn Hunde hinter mir zu einem riesigen Fleshmob aufgebaut haben, um mir die Eingeweide von hinten durch die Schulterblätter zu zerren.</p>
<p style="text-align: center;">
<p>Ich drehe mich blitzschnell um. Alle rauchen und lallen und die Hunde pimpern wieder.</p>
<p>Vielleicht möchte ich hier in Zukunft aber lieber doch kein Bier trinken gehen&#8230;</p>
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		<title>Ein Jahr in 36 Bildern.</title>
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		<pubDate>Fri, 31 Dec 2010 14:42:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jule Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ich liebe Deutscheland.]]></category>
		<category><![CDATA[Ode an England.]]></category>
		<category><![CDATA[Schnapsschüsse.]]></category>
		<category><![CDATA[Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr.]]></category>

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		<description><![CDATA[Click the image below to start the Flickr slideshow.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;">Click the image below to start the Flickr slideshow.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.flickr.com/photos/judojule/5309772560/in/set-72157625690937510/lightbox/"><img class="aligncenter size-full wp-image-427" title="OLYMPUS DIGITAL CAMERA" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/2010/12/p1013931.jpg" alt="" width="500" height="375" /></a></p>
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		<title>Gedankenomelette aus dem Urlaub</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Sep 2010 09:15:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jule Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf Reisen.]]></category>
		<category><![CDATA[Ich liebe Deutscheland.]]></category>
		<category><![CDATA[Saufen für Fortgeschrittene.]]></category>
		<category><![CDATA[Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr.]]></category>
		<category><![CDATA[x]]></category>
		<category><![CDATA[juist]]></category>
		<category><![CDATA[nordsee]]></category>
		<category><![CDATA[urlaub]]></category>

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		<description><![CDATA[22.08.2010 (rollmole-broetchen) angekommen in einem ort, der norddeich mole heisst. auf dem weg hab ich schon zwei windmuehlen gesehen. und ich meine nicht diesen neumodischen schnickschnack – hochgewachsen mit stahlpropeller. ich meine den real deal. wie aus dem fernsehen bei forsthaus falkenau. richtige windmuehlen aus holz. ich glaube sogar etwas mehl in der luft zu [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>22.08.2010 (rollmole-broetchen) </strong></p>
<p>angekommen in einem ort, der norddeich mole heisst. auf dem weg hab ich schon zwei windmuehlen gesehen. und ich meine nicht diesen neumodischen schnickschnack – hochgewachsen mit stahlpropeller. ich meine den real deal. wie aus dem fernsehen bei forsthaus falkenau. richtige windmuehlen aus holz. ich glaube sogar etwas mehl in der luft zu riechen.</p>
<p>ich stieg nicht als einzige aus dem regio aus – es gab auch noch ein etwa 60jaehriges paerchen mit partnerlookjacken. ich habe im gefuehl, dass das spaeter auf der insel eh ein grosses thema sein wird. insgeheim hoffe ich, dass das ehepaar k.-p. auch zwei passende kleidungsstuecke aus mikrofaserflies dabei hat. ach eigentlich mache ich mir da gar keine sorgen&#8230; gerade wieder ein paar schoene exemplare vor mir. in rot mit obligatorischem zipper .</p>
<p><img class="alignnone" src="http://sphotos.ak.fbcdn.net/hphotos-ak-snc4/hs394.snc4/45708_432448486442_724506442_5633089_5296638_n.jpg" alt="" width="486" height="648" /></p>
<p>in norddeich-mole kann man nicht so viel machen. der touristmus hat dem ort einen eingleisigen bahnhof geschenkt. hier gehen zuege fast 2 mal am tag! also noch oefter als die faehren! man hat die wahl von hier den ausgang “norderney” oder den ausgang ”juist” zu nehmen. auf der juister ausgangsseite gibt es einen stand mit fischbroetchen. das wars. die faehre braucht 90 minuten nach juist. juist liegt eigentlich in holland, wenn man mich fragt. juist ist sehr lang (17km) und duenn (0,5km). so wie ich quasi. neben juist gibt es noch andere inseln. zum beispiel baltrum und borkum. von beidem noch nie gehoert. is klar. ich frage mich eh, warum das hier eigentlich ostfriesland heisst. wenn ich auch nur noch einen schritt nach westen tue, bin ich in den usa.</p>
<p>die luft riecht komisch. irgendwie frisch und rein. wenn ich nochmal einatme, werde ich wahrscheinlich von allen meinen allergien befreit und 10 jahre aelter als geplant. note to self: mundschutz organisieren. zu viel reiner sauerstoff in der luft. ich hab gehoert, dass man sich damit auch vergiften kann.</p>
<p><strong>24.08.2010 (haargebuttentee)</strong></p>
<p>sich hier die haare zu frisieren macht absolute keinen sinn – man sollte sich aber eh nicht gegen den sturmlook wehren. auch nicht gegen die generelle naesse. duschen war gestern. im regen baden ist heute.</p>
<p>das verhaeltnis von souvenir- zu lebensmittel-laeden geht auf juist nicht ganz auf. der einzige supermarkt (preiskauf) macht seinem namen alle ehre. aepfel gibts dort schon ab 3 euro pro hundert gramm. deswegen haben wir jetzt beschlossen von der natur zu leben. einen strauch am wegesrand wollte ich als kamillentee nutzen, er stellte sich dann aber doch als billige nachahmung des originals heraus (eventuell auch als etwas komplett anderes). also griffen wir auf einen anderen alten bekannten zu – hagebutten. hagebutten wachsen auf juist ueberall. ich schnappte mir die maedchen und wir trauten uns bei einem enormen regenguss an den busch im vorgarten. die schuessel war schnell vollgesammelt. dann ging es ans waschen, zerschneiden, entkernen und trocknen. waehrend ich mit den ohrenkaefern (die anscheinend in hagebutten hausen) kaempfte, backte smini ein dinkel-brot. ich wiederhole: waehrend ich hagebutten zu tee verarbeitete, backte smini ein brot. ich fuehlte mich so nah an unseren erdenwurzeln wie nur selten. ich hatte kurzzeitig sogar das gefuehl, dass mir vermehrt achselhaare wachsen.</p>
<p>ein ganz grosses thema auf juist ist das schwimmen im meer. bei 14 grad wassertemperatur,tsunamiartigen wellen, regen und windstaerke 12. mit neoprenanzug. ich halte das fuer komplett unnoetig und wehre mich gegen den trend. ich liege lieber auf dem ledersofa aus den 80ern mit einer kuscheligen decke, hoere alex juist-musik-mix und gucke auf die terrasse, wo die baeume drohen abzuheben. gestern gab es sogar eine springflut. ist wohl was tolles. hat was mit dem meer zu tun. smini ist ja rettungsschwimmerin. ich suche immernoch den roten badeanzug.</p>
<p><img class="alignnone" src="http://sphotos.ak.fbcdn.net/hphotos-ak-snc4/hs424.snc4/46718_436297976442_724506442_5714316_5891186_n.jpg" alt="" width="504" height="302" /></p>
<p><strong>25.08.2010 (vanilliquark) </strong></p>
<p>heute war ich morgens nochmal mit dem kleinen hund findus spazieren. wir trafen zwei pferde. vanilli und milli. hier auf juist gib es keine autos. selbst muellabfuhr und busse werden von pferden gezogen. deswegen liegt hier auch ueberall kacke rum. ich mag eigentlich keine pferde, aber milli zog mich sofort in seinen bann. ich streichelte ihm wild auf der nase rum. der hund bellte. vanilli guckte unbeteiligt zu.</p>
<p><img class="alignnone" src="http://sphotos.ak.fbcdn.net/hphotos-ak-snc4/hs361.snc4/44399_432464696442_724506442_5633329_704947_n.jpg" alt="" width="518" height="389" /></p>
<p>spaeter legte hund findus einen grossen (also fuer seine verhaeltnisse) haufen direkt auf die strandpromenade. ich ueberlegte kurz eine tuete zu organiseren, stand dann aber einfach so lange rum, bis keine anderen urlauber in sicht waren, und suchte das weite. ich wurde oft auf den hund angesprochen. alle moeglichen fragen wurden mir gestellt. ich dachte mir die ecklebensdaten einfach aus. so wie frueher als ich reiseleiterin war.</p>
<p>spaeter gehen wir auf die piste. es gibt hier eine diskothek, die nennt sich “zappel”. verheissungsvoll. ich werde berichten.</p>
<p><strong>27.08.2010 (wurstzappel) </strong></p>
<p>das zappel liegt nun schon hinter uns. ganz, ganz grosser schuppen. ich kam aus dem staunen nicht mehr raus. selbst durch den schleier des grasopfels nahm ich gestalten wahr, die man sonst nur aus dem fernsehen kennt. wie zum beispiel 40jaehrige paerchen, die sich nicht schaemten zu den black eyed peas standard zu tanzen. bei der polonese wollte niemand ausser uns mitmachen, aber das war okay, denn wir waren gluecklich bis zum anschlag. auch die runden stahlkaefige vor der spiegelwand blieben alleinig fuer uns reserviert. wir packten die heissesten moves aus, die resident dj mac buehnert jemals gesehen hatte. mein lieblingsmoment war eigentlich, als zwischen britney spears und taio cruz ein beherztes “seid ihr gut drauf?” durch die boxen droehnte. entertainment pur. wir dankten es dem kurort mit einer weiteren runde rumcola vor der trockeneismaschine. im nachhinein betrachtet war es wahrscheinlich eine gute idee von alex, die letzte schnapsflasche auf dem boden zu zerscheppern. aber wer haette gedacht, dass diese kleine insel am mittwoch abend so ein grosses programm auffaehrt? ich bin mehr als zufrieden mit dem outcome. am tag danach ging es uns allen nicht so gut. anni und ich trotzten der uebelkeit und begaben uns in einen wellnesstempel. also wellness unten und kinderspassbad oben. als uns kraeutersauna und meerestauchbecken zu langweilig wurden, gingen wir incognito ins spassbad. und ich sags mal so- wir hatten spass. rutsche, megastrudel, kleinkindbecken – da ging so einiges.</p>
<p><img class="alignnone" src="http://sphotos.ak.fbcdn.net/hphotos-ak-ash2/hs212.ash2/47527_432464836442_724506442_5633340_1174418_n.jpg" alt="" width="486" height="648" /></p>
<p>was mich hingegen einmal wieder bitter enttaeuscht hat, ist die natur. die doofe natur. heute morgen probierten anni und ich die neulich gepflueckten und inzwischen getrockneten hagebutten. in form von tee wollten wir sie zu uns nehmen. schon die farbe liess zu wuenschen uebrig. sag ich noch “anni, graeme dich nicht, das ist nur so, weil die ganzen schaedlichen farbstoffe fehlen. die farbe sagt rein gar nichts ueber den geschmack aus.” insgeheim hoffte ich, dass das blass-elfenbeinfarbene gesoeff tatsaechlich nicht nur nach wasser schmecken wuerde. nach einer halben stunde ziehen wagten wir uns ran. und siehe da &#8211; wenn man es mit triple-raffiniertem zucker mischte, schmeckte es tatsaechlich nach zucker. toll, dieses zauberwasser. nur wo jetzt genau der hagebutten-thrill blieb, muss noch erforscht werden. wir lassen das hagebuttenwasser besser mal stehen. vielleicht findet sich ja noch ein abnehmer.</p>
<p>da waren die sanddornbeeren schon ein groesserer erfolg. alex und ich waren harvesten. extrem anstrengend, weil stachelig und muehselig. halbe stunde pfluecken, dann beeren kochen bis zum aufplatzen, dann durch ein sieb quetschen und den sud mit gelierzucker aufkochen. dann in ein heiss ausgespueltes glas fuellen und verschliessen. et voila. die verkoestigung heben wir uns fuer spaeter auf.</p>
<p>gerade waren wir mit den raedern am westlichsten zipfel juists. die sogenannte bill. traumhaft. ich wuenschte ich koennte immer mit meinen freunden im urlaub sein&#8230;</p>
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