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	<title>mymagictypewriter. &#187; Brauner Salon und Umgebung.</title>
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		<title>Overboard. Meine Nacht mit Oskar.</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Apr 2013 15:54:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jule Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Brauner Salon und Umgebung.]]></category>
		<category><![CDATA[Ein schönes Bad in Selbstmitleid.]]></category>
		<category><![CDATA[Intro-Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[x]]></category>
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		<description><![CDATA[Es ist fünf Uhr morgens. Ich sitze volltrunken im Taxi nach Hause. Mit Oskar. Aus einer 10-Liter-Bong hatte ich Wodka Energy trinken und dabei Karaoke singen müssen. Ich bin eine gebrochene Frau. Immerhin habe ich noch nicht gebrochen. Mit zwanzig km/h schleichen wir durch die Straßen Neuköllns. »Bitte fahren Sie doch nicht so schnell!!« An [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist fünf Uhr morgens. Ich sitze volltrunken im Taxi nach Hause. Mit Oskar. Aus einer 10-Liter-Bong hatte ich Wodka Energy trinken und dabei Karaoke singen müssen. Ich bin eine gebrochene Frau. Immerhin habe ich noch nicht gebrochen.<br />
Mit zwanzig km/h schleichen wir durch die Straßen Neuköllns. »Bitte fahren Sie doch nicht so schnell!!«</p>
<p>An meinen Füßen ist alles nass. Zwischen meinen Beinen steht eine gläserne Kugel, zur Hälfte mit Wasser gefüllt. Oskar guckt mich traurig an. Wie eine Möwe im Orkan schwappt er durch die Fluten in seinem Glas. Hin und her.</p>
<p>Oskar ist ein Goldfisch. Ich habe ihn samt Behausung aus dieser rauchigen Bar gerettet.</p>
<p>»Stellen Sie ihn bitte hier auf den Schreibtisch.« Ich gebe dem Fahrer einen Zwanni, dann sind Oskar und ich alleine. Er schwimmt panisch immer im Kreis. Ich spreche beruhigende Worte. Währenddessen informiere ich mich im Internet: Oskar wird zwanzig Zentimenter lang und vierzig Jahre alt werden, in diesem Glas voraussichtlich aber keine Woche überleben. Kacke!</p>
<div id="attachment_3953" class="wp-caption aligncenter" style="width: 502px"><img class="size-full wp-image-3953 " alt="Ein tolles Accessoire für die Biedermeier Kommode im Wohnzimmer. Nur leider eine Qual für das Tier." src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Oskar_11.jpg" width="492" height="492" /><p class="wp-caption-text">Ein tolles Accessoire für die Biedermeier Kommode im Wohnzimmer. Nur leider eine Qual für das Tier.</p></div>
<p>Als ich nach gesunden vier Stunden Schlaf aufstehe ist Oskar bereits wach. Mein Kopf schmerzt. Ich nehme ihn mit in die Küche und stelle ihn auf den Frühstückstisch. Meine Mitbewohnerin kommt rein, ihre Augen beginnen sofort zu leuchten. »Ist der … ist der etwa … für … MICH?«</p>
<p style="text-align: left;">»Wir können ihn nicht behalten«, erkläre ich ihr. Wütend stampft sie mit dem Fuß auf den Boden.</p>
<p>»Sieh mal, der Oskar kann in diesem Glas nicht lange überleben, weil es viel zu klein ist und es nicht genug Sauerstoff gibt. Außerdem ist er sehr einsam. Und wir wollen doch, dass es dem Oskar gut geht, oder?« Ja, das wollen wir. Oskar legt zustimmend ein Häufchen.</p>
<div id="attachment_3956" class="wp-caption aligncenter" style="width: 502px"><img class="size-full wp-image-3956 " alt="&quot;Möchten Sie vielleicht ein wenig Gurke zu Ihrem Fisch?“ Frühstück mit Oskar." src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Oskar_21.jpg" width="492" height="492" /><p class="wp-caption-text">&#8220;Möchten Sie vielleicht ein wenig Gurke zu Ihrem Fisch?“ Frühstück mit Oskar.</p></div>
<p style="text-align: left;">Die Suche nach einem neuen Zuhause läuft schleppend an. Keiner hat ein Kaltwasser-Aquarium im Wohnzimmer zu stehen. Es sind halt auch nicht mehr die goldenen Neunziger.</p>
<p>Ich schreibe gerade eine Kleinanzeige, als ich bemerke, dass Oskar apathisch am Grund des Glases vor sich hindümpelt. Binnen eines halben Tages hat sich das klare Wasser in eine trübe, flockige Brühe verwandelt.</p>
<p>»Puste doch mal Frischluft mit nem Strohhalm rein«, wird mir geraten. Ich finde das gar nicht witzig. Wenn Oskar jetzt stirbt, werde ich das nie verkraften. Nie! Wütend schöpfe ich den komatösen Fisch mit einer Alexander Klaws Fantasse aus seinem Becken, bevor ich ihm langsam Frischwasser zuführe. Es geht um Leben und Tod.</p>
<div id="attachment_3958" class="wp-caption aligncenter" style="width: 502px"><img class="size-full wp-image-3958 " alt="Ich habe nicht 15 Jahre auf Fleisch verzichtet, dass mir nun dieser putzige Fisch hier stirbt." src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Oskar_31.jpg" width="492" height="492" /><p class="wp-caption-text">Ich habe nicht 15 Jahre auf Fleisch verzichtet, dass mir nun dieser putzige Fisch hier stirbt.</p></div>
<p style="text-align: left;">Eine Stunde später trage ich Oskar in einer Plastiktüte durch die Stadt. Wir haben doch noch ein wohltemperiertes Becken gefunden, das groß genug für ihn ist. Eines mit Artgenossen und Sauerstoffpumpe. Als der neue Besitzer die Tüte wegträgt, dreht Oskar sich noch mal um und winkt mir mit seiner goldenen Flosse zu. Ich habe Tränen in den Augen.</p>
<div id="attachment_3960" class="wp-caption aligncenter" style="width: 502px"><img class="size-full wp-image-3960 " alt="Oskar, der gutgelaunte Schleierschwanz, den selbst mein Karaoke nicht umbringt, geht auf Reisen." src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Oskar_41.jpg" width="492" height="492" /><p class="wp-caption-text">Oskar, der gutgelaunte Schleierschwanz, den selbst mein Karaoke nicht umbringt, geht auf Reisen.</p></div>
<p style="text-align: left;">Vor dem Einschlafen gucke ich auf Oskars leeres Glas und bin wütend auf die Welt. Eine Welt, in der Goldfische in Gläsern schwimmen, Kaninchen in Käfigen mümmeln und Hunde in Einzimmerwohnungen hocken. Denn da gehören die kleinen Stinker nicht hin. Punkt.</p>
<div id="attachment_3961" class="wp-caption aligncenter" style="width: 502px"><img class="size-full wp-image-3961 " alt="Oskar ist nun weg. Wenigstens bleibt mir ein schicker neuer Astronautenhelm." src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Oskar_51.jpg" width="492" height="492" /><p class="wp-caption-text">Oskar ist nun weg. Wenigstens bleibt mir ein schicker neuer Astronautenhelm.</p></div>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Dieser Text ist auch auf <strong><span style="color: #3366ff;"><a title="Meine Nacht mit Oskar auf intro.de" href="http://www.intro.de/news/newsfeatures/23071559/vom-winde-verwoehnt-kolumne-neues-aus-jules-welt" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">intro.de</span></a></span></strong> in der Reihe &#8220;Vom Winde verwöhnt&#8221; erschienen. </em><em>Außerdem geil: meine <strong><span style="color: #3366ff;"><a title="My Magic Typewriter auf Facebook" href="https://www.facebook.com/MyMagicTypewriter"><span style="color: #3366ff;">Facebook-Seite</span></a></span></strong>.</em></p>
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		<title>Sarg bei Roy. Hardcore mit Glitzerschuhen.</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Jul 2012 13:15:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jule Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Achtung! Mädchenkrams.]]></category>
		<category><![CDATA[Brauner Salon und Umgebung.]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstversuch of Death.]]></category>
		<category><![CDATA[bei roy]]></category>
		<category><![CDATA[beiroy]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich sitze mit M. und C. in der Küche. Die beiden hören Musik, wo das Geschrei von Leuten den Gesang ersetzt. Faszinierend. Sie überreden mich, mit ihnen auf ein halbillegales Konzert zu gehen. Zu Sarg. Bei Roy. Aufregend. Wir radeln am Kanal entlang, es ist dunkel. Dann geht es in eine kleine Gasse, in der [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ich sitze mit M. und C. in der Küche. Die beiden hören Musik, wo das Geschrei von Leuten den Gesang ersetzt. Faszinierend. Sie überreden mich, mit ihnen auf ein halbillegales Konzert zu gehen. Zu Sarg. Bei Roy. Aufregend.</p>
<p>Wir radeln am Kanal entlang, es ist dunkel. Dann geht es in eine kleine Gasse, in der sich Autowerkstätten befinden. Ganz am Ende halten wir vor einer stillgelegten Fabrik. Hier ist es. Wir schließen die Räder an und laufen die Treppen hoch. Im Flur stehen Holzpaletten, Spiegel, Blech und rote Plastikbojen. Ich stolpere im zweiten Stock über eine kaputte Steinstufe.</p>
<p>Der Einlasser will einen Betrag zwischen 6 und 8 Euro von mir haben. Geld? Ja gibt es hier denn keine Gästeliste?<br />
Ich zahle fairerweise 6.</p>
<p>Drinnen sind mindestens 40 Grad. Es ist unerträglich. Aber ich darf nicht meckern. Das erwarten die nur von mir. Ich bin cool und credible. Ich kann mindestens eine Blink 182 Hook anstimmen und hatte mal einen zweireihigen Nietengürtel.</p>
<p>K. guckt auf meine Füße. &#8221;Was hast du denn da an?&#8221;<br />
&#8220;Goldene Glitzersandalen mit Perlenbesatz.&#8221;<br />
&#8220;Damit Jule glänzen kann beim Stagediven&#8221;, erklärt C. Ich meine, leichte Ironie in ihrer Stimme hören zu können.</p>
<p>Wir gehen zur Bar. Das Getränkesortiment hängt an Schnüren von der Decke. Ich verkneife mir, nach Sekt auf Eis zu fragen und nehme einen lauwarmen Cider. So anpassungsfähig, dass ich richtiges Bier trinke, bin ich dann doch nicht.<br />
&#8220;Lieber stärker oder lieber schwächer?&#8221;, werde ich vom Haarkeeper (haariger Barkeeper) gefragt.<br />
&#8220;Mach ruhig stark, heute gebe ich es mir dreckig.&#8221;</p>
<p>Die erste Band spielt. Ich tue interessiert. Es ist auf jeden Fall kein Hardcore. Das erkenne ich. Es hat einigermaßen Melodie. Etwa zehn Minuten mische ich mich unter die Zuschauer. Keiner pogt. Sogar ich nicht.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-3016" title="Bei Roys Bad" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/C360_2012-07-27-23-28-56.jpg" alt="" width="295" height="456" /><img class="alignleft size-full wp-image-3019" title="Bei Roys Klo." src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/C360_2012-07-28-00-30-14.jpg" alt="" width="295" height="456" /></p>
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<p>Es gibt Gemeinschaftstoiletten. Natürlich. Meine letzten Erlebnisse auf einer <span style="color: #3366ff;"><strong><a title="Gay Night Out. All in." href="http://mymagictypewriter.com/gay-night-out-all-in/" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">Schwulenparty </span></a></strong></span>waren eher unglamourös. Ich stelle mich an. Der Raum ist verziert mit Worten, Aufklebern und Postern. Es gibt sogar einen Spiegel! Dass darüber &#8216;You are beautiful&#8217; steht, finde ich gut. Man sollte sich auch wirklich nicht schämen, nur weil man Christina Aguilera hört.</p>
<p>Zwei Hardcorer mit Plugs kommen aus der Kabine. Zusammen. Ist man ja sonst nur von Technofreunden gewohnt. Die haben bestimmt einen Schnaps getrunken, ein Schnitzel gegessen und Sex gehabt. Das darf man in der Öffentlichkeit nämlich bei denen nicht. Hab ich gehört. Ich nicke ihnen anerkennend zu. Ich verrate euch nicht, Jungs.<br />
Auf Klodeckel und -brille kann man eine Geschichte lesen.</p>
<p>Dann spielen Sarg. Ich bin mental drauf vorbereitet, dass es mir nicht gefallen wird.</p>
<p>Es ist laut und schnell und ich verstehe kein Wort.<br />
&#8220;Was ist das für eine Sprache?&#8221;, frage ich C.<br />
Wir hören eine Weile konzentriert zu und einigen uns dann auf &#8220;Englisch, Deutsch oder Polnisch&#8221;.</p>
<p>So schnell wie der Drummer auf seine Trommeln eindrescht, kann man gar nicht spielen. Wirklich. Meine Augen können nicht folgen. Meine Ohren eh nicht. Der Sänger stirbt. Zumindest schreit er so. Jetzt macht auch der Bandname Sinn. Sarg ich mal so.</p>
<p>(Fun Fact: Meine Mutter hat mal im Bestattungsinstitut gearbeitet und auf unserer Fensterbank stand jahrelang ein kleiner Miniatur-Holzsarg für Stifte. Den Namen finde ich also top.)</p>
<p>Ein kleines Lächeln, ein hübsch gesungener Refrain, das hätte mir gefallen. Aber nein, die knüppeln wie besessen auf ihre Instrumente ein. Jeder für sich. Der Crowd gefällt es.</p>
<p>Mir drängt sich ein Gedanke auf: Haben hier vielleicht alle anderen ein Brain, das komplexe, unmelodische Musik besser verarbeiten kann als meines? Bin ich mit einem Weichspülerpop-Verständnis bestraft? Springe ich etwa nur auf 1. Strophe, Refrain, 2. Strophe, Refrain, Bridge, Refrain, Refrain an??</p>
<p>Das fiel mir schon sowohl bei <strong><span style="color: #3366ff;"><a title="Alles Klarinette?" href="http://mymagictypewriter.com/alles-klarinette/" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">klassischer Musik</span></a></span></strong> als auch bei <strong><span style="color: #3366ff;"><a title="“Ist das Carlo?” – “Nein, das ist bloß die Judo-Jule.”" href="http://mymagictypewriter.com/ist-das-carlo/" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">Hiphop </span></a></span></strong>auf. Immerhin kann ich die Arbeit an den Instrumenten wertschätzen. Die Musik selbst bleibt mir ein ähnliches Rätsel wie Kornkreise in Neuruppin.</p>
<p>Soll ich so tun, als fände ich es voll geil? Um dazuzugehören? So wie mit Arte früher? Vielleicht besser nicht. Sonst werde ich noch entlarvt.</p>
<p>Wenigstens ist den anderen genau so heiß wie mir. Das verbindet. &#8220;Puh, ich schwitz wien Schwein&#8221;, trifft auf Verständnis &#8211; egal ob in der Philharmonie oder hier bei Roy.</p>
<p><img title="Richtiges Schuhwerk ist das A und O" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/Screen-shot-2013-03-02-at-1.41.19-PM.png" alt="" width="206" height="206" />Nach dem Konzert sitzen wir in einer Gruppe auf dem Boden vor der Fabrik. (Und das mit meiner weißen Hose!)<br />
M. fragt mich: &#8220;Und, Jule, wie fandest du es? Du hörst doch eher so Incubus.&#8221;<br />
Voll auf die Zwölf. Wenn Incubus mir im normalen Leben schon peinlich ist, kriege ich in dieser Kulisse sofort ein faustgroßes Magengeschwür.<br />
&#8220;Ach, danke, gut.&#8221;</p>
<p>Nach zwei Flaschen Cider und zwei Zigaretten bin ich um kurz vor eins reif fürs Bett und radle als erste nach Hause. Na gut, vielleicht bin ich eben doch nicht so Punkrock, wie ich früher immer dachte.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Leute, die ihr Hardcore mögt, <strong><span style="color: #3366ff;"><a title="Sarg" href="http://www.facebook.com/SARRRG" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">bitte checkt Sarg aus</span></a></span></strong>. Ich habe mir sagen lassen, die sind der Hammer.<br />
Danke. Eure Mutter.</p>
<div></div>
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		<title>U8 und die Leinestraße &#8211; Gefahren, Gerüche, Geschissenes.</title>
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		<pubDate>Tue, 08 May 2012 09:15:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jule Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Brauner Salon und Umgebung.]]></category>
		<category><![CDATA[gestank]]></category>
		<category><![CDATA[leinestraße]]></category>
		<category><![CDATA[neukölln]]></category>
		<category><![CDATA[u-bahn]]></category>
		<category><![CDATA[u8]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute möchte ich weg von den üblichen Themen (Männer, Kühlschränke, Waxing) und hin zu etwas mehr Kultur. Deswegen habe ich mir ein geschichtsträchtiges, öffentlich zugängliches Bauwerk ausgesucht und es auf seine Bedeutung in der heutigen Zeit erforscht – den U-Bahnhof Leinestraße. Namensgebung: Angeblich ist die Leine ein Fluss in Niedersachsen und deshalb Namenspatron des Bahnhofes. [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Heute möchte ich weg von den üblichen Themen (<span style="color: #3366ff;"><a title="Checkliste für brauchbare Männer" href="http://mymagictypewriter.com/checkliste-fur-brauchbare-manner/"><span style="color: #3366ff;">Männer</span></a></span>, <span style="color: #3366ff;"><a title="Kühlschrank – eine WG-Bewohnerin zieht Bilanz." href="http://mymagictypewriter.com/kuhlschrank-eine-wg-bewohnerin-zieht-bilanz-cathi-kramer-im-exklusiven-interview/"><span style="color: #3366ff;">Kühlschränke</span></a></span>, <span style="color: #3366ff;"><a title="Wax and the City – die Pobacken-Konspiration." href="http://mymagictypewriter.com/wax-and-the-city-%e2%80%93-die-pobacken-konspiration/"><span style="color: #3366ff;">Waxing</span></a></span>) und hin zu etwas mehr Kultur. Deswegen habe ich mir ein geschichtsträchtiges, öffentlich zugängliches Bauwerk ausgesucht und es auf seine Bedeutung in der heutigen Zeit erforscht – den U-Bahnhof Leinestraße.</p>
<p><strong>Namensgebung:<br />
</strong>Angeblich ist die Leine ein Fluss in Niedersachsen und deshalb Namenspatron des Bahnhofes. Jeder, der sich ein bisschen in Neukölln auskennt, weiß aber, dass es sich hierbei um einen Reminder für alle Hundebesitzer à la „Alter, nimm deinen scheiß Dobermann an die Leine“-Straße handelt.</p>
<p><strong>Historie:<br />
</strong>Der U-Bahnhof Leinestraße ist eine Station der U8 in Neukölln. Er wurde 1929 nach einer Bauzeit von zwei Jahren eröffnet und wird im Bahnhofsverzeichnis der BVG mit L abgekürzt. Diese sachliche Perle der Berliner Verkehrsbetriebe war bis 1996 Endbahnhof der U-Bahnlinie 8, erst dann erfolgte die Erweiterung bis zum heutigen Endbahnhof Hermannstraße. Im 2. Weltkrieg wurden die Tunnelanlagen als Luftschutzbunker genutzt.<br />
Der Bahnhof ist nicht barrierefrei (für alle Krückengänger wie mich also diesbezüglich eher unangenehm) und blieb seit seiner Eröffnung nahezu unverändert. Deswegen regnet es vielleicht auch immer rein.<br />
<strong></strong></p>
<p><strong>Handel:<br />
</strong>Im Bahnhof Leinestraße findet unheimlich viel kultureller Austausch statt. Vor allem, wenn es um Drogen geht. Denn hier ist ein Unique Selling Point für Substanzen aller Art. Meist im Mund transportiert passieren die Übergaben in Sekundenbruchteilen und können von Laien auch durchaus mit einem „Ich hab da was zwischen den Zähnen klemmen“ gefolgt von einem coolen Handshake zweier Lederjackenträger verwechselt werden. Nach jeder aus Versehen bemerkten Übergabe sieht man sich selbst mit Messer im Rücken oder im Zeugenschutzprogramm der hiesigen Polizei. Am liebsten trage ich persönlich deshalb tagsüber ein Shirt mit der Aufschrift „No worries &#8211; ich kann mir wirklich keine Gesichter merken.“</p>
<p><strong>Marketing:<br />
</strong>Die grünen Hintergleis-Werbeflächen sind fast alle leer. Das macht natürlich stutzig. Wird hier keine kaufkräftige Community erwartet? Sind die Neuköllner es etwa nicht wert, beworben zu werden? Für nur 5-15 Euro am Tag könnt ihr eine diese verrotteten Flächen übrigens mieten. Weitere Infos gibt es auf <span style="color: #3366ff;"><a href="http://www.draussenwerber.de/"><span style="color: #3366ff;">www.draussenwerber.de</span></a></span>.<br />
Eine einzige Firma hat sich getraut, diesen attraktiven Standort für sich zu nutzen: Picaldi.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Schriftzug:</span> Picaldi – Protect the Original.<br />
<span style="text-decoration: underline;">Protagonisten:</span> Drei junge Männer mit Migrationshintergrund, die einen Basketball tragen und Jogginganzüge in Weiß und Hellgrau mit großen Logos. Außerdem: Zwei tussige Mädchen mit viel zu kurzen Jeansröcken.<br />
<span style="text-decoration: underline;">Setting:</span> Eine abrissreife Fabrikhalle. Edgy!<br />
<span style="text-decoration: underline;">Nachbearbeitung:</span> Der digitale, polarisierende Effekt, der auf dem Hintergrund liegt, verdient ein Eins A mit Sternchen.<br />
<span style="text-decoration: underline;">Trivia:</span> Das Label selbst warb zeitweise mit dem Claim: „Nix Aldi &#8211; Picaldi“ und verdient schon alleine deswegen fette Props. Schön, dass du in Neukölln bist.<br />
<strong><br />
Publikum:<br />
</strong>Das ist neben Crime-Faktor die eigentliche Stärke des Bahnhofs. Hier geben sich Obdachlose, junge Mütter, Türken, alt-berliner Originale und Hipster die Hand. Wenn man einen Menschen sieht, den man als generell überlebensfähig einstuft – nickt man ihm in der Regel kurz und anerkennend zu – so wie Europäer in Japan erkennt man sich hier an Styling und Aussprache.<br />
Mit einer derzeitigen Gehbehinderung fühle ich mich erstmalig völlig integriert ins Bahnhofsgeschehen. Während ich die Treppe hinunterhumple, grüßt mich eine Oma, die sich gerade nach oben müht. Mit Turnschuhen, Jogginghose und der royalblauen Gehhilfe sehe ich aus wie der Durchschnittsneuköllner. Ein junger Türke lässt mir den Vortritt in die U8. Wenn ich die Krücken nicht mehr brauche, werde ich sie vielleicht trotzdem noch benutzen. Die öffnen Tor und Tür in die Herzen aller sozialen Schichten. Nur einen Fahrstuhl bräuchte ich noch zu meinem Glück. Treppen sind out!</p>
<p><strong>Flirtfaktor:</strong><br />
Volle Punktzahl auf dem Flirtbarometer. Hier bleibt man nicht lange alleine. Und die Auswahl ist riesig! Vom Besoffenen, der gerne seine Flasche teilen würde, bis zum 10-Jährigen mit Bock auf Analverkehr ist wirklich alles dabei.</p>
<p><strong>Interieur:<br />
</strong>Die Wände und Säulen sind mit Keramik-Fliesen verziert, die von der Richard Blumenfeld Veltener Ofenfabrik AG angefertigt wurden. Grün, die Farbe der Hoffnung. Toll. Wofür aber dieses blasse Pantone 579 steht, bleibt eines der Geheimnisse des Charakterbahnhofs.<br />
Sprühtechnisch haben zwei Fraktionen das Gelände in fester Hand: die Neukölln Hustlers und Ficka 94. (Ist das etwa sein Geburtsdatum???)<br />
Die einzigen Sitzmöbel stellen massive graue Bänke aus Holz dar. Definitiv zu schwer zum Wegtragen. Ohne jegliche Abtrennung vom Nachbarn laden sie zum Kuscheln ein – wer keinen Partner hat, findet ersatzweise Spucke, Bierdosen, Zigaretten und Hunde. Mit einem schönen Doppelkorn kann man sich hier mit dem/der/den Liebsten an einem Samstag Abend niederlassen und einfach mal gucken. Die Coke Opera läuft  jeden Tag.</p>
<p><strong>Multimedia:</strong><br />
Der Internetempfang im Bahnhof ist erbärmlich. Da kann man lange versuchen Google zu laden &#8230; Im Treppenhaus nördlicher- und südlicherseits brechen bestehende Telefonverbindungen ausnahmslos ab. Damit bin ich nicht einverstanden. Wie gründet man noch mal eine Bürgerinitiative?</p>
<p><strong>Gesamt-Experience:<br />
</strong>Auch wenn es an Shoppingmöglichkeiten eindeutig mangelt, punktet der U-Bahnhof Leinestraße klar auf (zwischen)menschlicher Ebene. Es zählen keine Äußerlichkeiten, hier wird noch auf die inneren Werte &#8211; Weirdness &amp; Promille im Blut &#8211; geachtet. Die Stammkundschaft hat dabei keine Angst vor großen Gefühlen. Endlich ein Ort, an dem man so sein kann, wie man ist.<br />
Eine Oase, die zum Verweilen und Gentrifizieren einlädt. Erfrischend unprätentiös mit dem nötigen Crime-Faktor für den kleinen Kick/Schuss zwischendurch. Unbedingt empfehlenswert.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Gerüche:<br />
</strong>Die Gerücheküche brodelt in der U8 angeblich besonders gnadenlos. Hört man ja immer wieder. Zeit, den Weg zur Arbeit für eine fundierte Geruchsanalyse zu nutzen. Febereze-Frische versus Stinkbombe.</p>
<p>Ich platziere mich auf dem Arbeitsweg von Neukölln nach Mitte strategisch geschickt am Gangplatz einer Vierer-Sitzgruppe. Alles besetzt mit recht durchschnittlich anmutenden Fahrgästen. Ich nehme eine volle Nase. Um ehrlich zu sein, rieche ich aber nur meine eigene Handcreme. Weleda-Sanddorn. Wo sind denn jetzt Urin, Schweiß und billige Aftershaves? Ich bin etwas enttäuscht. Duschen die meisten Neuköllner also doch? Sollte ich am End selbst die einzige Geruchssensation bleiben? Dieses Sanddorn ist aber auch aufdringlich. Na, vielleicht habe ich morgen mehr Glück. Oder vielleicht nachts. Wer trägt um neun Uhr morgens schon Schweiß und Döner? Ich bleib dran.</p>
<p>Ich fahre und fahre und fahre. Tagelang. Wochenlang. Meine stinkenden Gelüste werden ignoriert. Es riecht mindestens so gut wie in der U6 oder U7. Plus Sanddorn. Das Vorurteil, man könne ohne Mundschutz kaum in die U8 steigen, bleibt unbewiesen. Ein einziges Mal in zwei Monaten zieht ein Penner durch die Reihen und verbreitet einen Gestank, dessen Zusammensetzung mir ein Rätsel bleibt. Ich tippe auf eine Kopfnote von Schweiß, eine Herznote von Schnaps und eine entschiedene Basis aus Scheiße.<br />
Aber zählt das? Reicht das, um den Ruf der U8 zu bestätigen? Ich finde nicht.</p>
<p><strong>Fazit:<br />
</strong>Alles, das in der U8 aufdringlich riecht, sind ich und meine Handcreme. Ich entschuldige mich hiermit bei allen Fahrgästen für die Unannehmlichkeiten der letzten Jahrzehnte – auch generell für alle Zugverspätungen, winterbedingten Ringbahnausfälle und kaputten Fahrkartenautomaten. Ich gelobe, altruistisch wie ich bin, ab nun an nur noch ph-neutrale Deokristalle zu benutzen und meine Hände mit Vaseline einzucremen.</p>
<p>Hiermit erkläre ich die geruchslose U8 für eröffnet!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>PS: Like <span style="color: #3366ff;"><a href="https://www.facebook.com/MyMagicTypewriter" target="_blank"><span style="color: #3366ff;">MyMagicTypewriter. </span></a></span>on Facebook.</p>
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		<title>Auf Drogensuche mit dem dicken Rolf* (*Name und Statur geändert)</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Aug 2011 17:50:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jule Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auch ich war mal jung.]]></category>
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		<description><![CDATA[Mein Telefon klingelt. Es ist der dicke Rolf. “Ich hab schon überall nach Gras* gefragt. Keiner hat was. Also wirklich nicht. Kommst du mit mir in die Hasenheide* was kaufen?“ (*Suchtmittel und Location geändert) “In die Hasenheide? Zum Drogen kaufen? Du spinnst doch!“ “Ach komm, voll easy. Du  musst nichts machen, ich wickle den Deal ab.“ [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Mein Telefon klingelt. Es ist der dicke Rolf.<br />
“Ich hab schon überall nach Gras* gefragt. Keiner hat was. Also wirklich nicht. Kommst du mit mir in die Hasenheide* was kaufen?“ <em>(*Suchtmittel und Location geändert)</em><br />
“In die Hasenheide? Zum Drogen kaufen? Du spinnst doch!“<br />
“Ach komm, voll easy. Du  musst nichts machen, ich wickle den Deal ab.“<br />
“Nee. Keine Lust.“<br />
“Du darfst auch darüber bloggen. Abenteuer pur!“<br />
“Inklusive Interview mit dir &#8211; dem drogenabhängigen, dicken Rolf?“<br />
“Klar. Bringst du Geld* mit?“ <em>(*Zahlungsmittel geändert)</em></p>
<p>Kurz später hebe ich einen Zehner in kleinen, nicht nummerierten Scheinen am Bankautomaten ab. Ich trage Turnschuhe für die eventuell bevorstehende Flucht. Und einen schwarzen Kapuzenpulli*. <em>(*Outfit geändert)</em></p>
<p>So bin ich damals im Londoner Ghetto auch immer rumgerannt, um nicht verprügelt zu werden. Vom meiner Oma habe ich den Trick mit dem Ruß im Gesicht. Weil wegen der Russen. Mit einer Zigarette brenne ich mir schnell noch ein paar Narben auf die Wangen. Ich sterbe heute nicht beim Versuch Drogen zu kaufen!<br />
Es regnet in Strömen*. <em>(*Wetterverhältnisse geändert)</em><br />
Die Sonne ist schon so gut wie untergegangen. Ich stehe am Hermannplatz und warte auf meinen geheimnisvollen Partner in Crime.<br />
Schon von weitem sehe ich, dass der dicke Rolf eine goldene Kurzjacke aus Plastik trägt.<br />
“Willst du, dass die uns gleich abstechen oder was?“, frage ich ihn.<br />
Er guckt an sich herunter und zuckt mit den Schultern. “Hatte nichts anderes.“<br />
Wir laufen durch den schummrigen Park, drängen uns unter den kleinen Regenschirm, den ich mitgebracht habe. Bei dem Wetter gehen doch nicht mal Dealer raus oder?<br />
Der dicke Rolf bleibt stehen. “Komm, lass uns gehen. Mir ist nicht so wohl.“<br />
“Blödsinn. Du hast doch nur Schiss.“<br />
Der dicke Rolf hakt sich bei mir unter, dann gehen wir weiter. Wir halten Ausschau nach jemandem mit schwarzer Lederjacke. Ticker tragen nämlich alle schwarze Lederjacken. Fact*.<em> (*Fact geändert)</em><br />
Auf einem dunklen Weg zeichnen sich in einiger Entfernung drei Gestalten ab.<br />
“Oh Gott!“, heult der dicke Rolf neben mir.<br />
Wir gehen näher. Eine der drei Personen unterbricht das Gespräch mit den anderen und tritt auf uns zu in die Mitte des Weges.<br />
“Kssss, kssss. Weed?“ Es ist ein junger Araber mit &#8211; seht, seht &#8211; schwarzer Lederjacke. Dazu trägt er eine Gesichtsmumu (kurzer, dünner Schnurrbart, der um den Mund herumführt und am Kinn wieder zusammenläuft). Die anderen beiden Menschen, die er ja zu kennen scheint, gucken doof auf die goldene Jacke.<br />
“Weed?“, wiederholt der Dealer.<br />
Der dicke Rolf nickt heftig ohne dabei etwas zu sagen.<br />
“Wie viel?“ Der Araber kaut Kaugummi und zieht etwas Schleim hoch.<br />
Der dicke Rolf starrt nur nutzlos.<br />
<img title="drug-dealer-magnets" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/2011/08/drug-dealer-magnets.jpg" alt="" width="430" height="430" />“Fürn Zehner“, sage ich. Dabei gucke ich unter meiner Kapuze hervor, wie Lil Kim, wenn man ihre Mutter beleidigt hat. Meine Brandnarben schimmern bestimmt schön im Schein der Laterne.</p>
<p>Der Dealer spürt sofort, dass er es hier mit Vollprofis zu tun hat. Er zieht einen großen, durchsichtigen Beutel Gras aus seiner Jackentasche hervor. Gras oder Majoran, so ganz genau kenne ich den Unterschied nicht.<br />
“Hältst du Hand auf“, befiehlt er dem dicken Rolf.<br />
Zitternd schiebt dieser seine Hand nach vorne. Der Dealer lacht und legt drei lose Brocken Gras hinein. “Musst du klein machen.“<br />
Der redet mit uns, als wären wir Anfänger! Dankbar merken wir uns seinen Tipp. Ich tue so, als fände ich die Menge angemessen und hoffe, dass wir gerade nicht total über den Tisch gezogen werden.<br />
Der dicke Rolf übergibt den zerknüllten Zehner und verbeugt sich dabei unterwürfig. Ich trete ihm von der Seite gegen die Wade.<br />
“Danke“, sage ich und nicke dem Dealer zu.<br />
Dann drehen wir uns um und gehen. Rolfs ergonomische Joggingschuhe mit Reflektoren und Klettverschluss quietschen auf dem nassen Asphalt. Als wir um die Ecke sind, zischt er: “Hier, nimm du. Schnell!“<br />
Ich nehme Rolf den Haufen warmgehaltenes Gras ab. Wir ziehen eine markante Geruchsspur hinter uns her.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Dann stehen wir wieder auf der Hauptstraße.<br />
Der dicke Rolf lacht. “War ja voll easy. Der hatte bestimmt mehr Angst vor uns, als wir vor ihm.“<br />
&#8220;Hmm, genau. Darf ich dich jetzt interviewen?&#8221;<br />
&#8220;Auf gar keinen Fall! Komm, wir holen Pizza*.&#8221; <em>(*Fast Food geändert)</em></p>
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		<title>Vorurteile bestätigt. Heute: Neuköllner Kneipen.</title>
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		<pubDate>Mon, 28 Mar 2011 22:12:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jule Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Brauner Salon und Umgebung.]]></category>
		<category><![CDATA[Ein schönes Bad in Selbstmitleid.]]></category>
		<category><![CDATA[Ich liebe Deutscheland.]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstversuch of Death.]]></category>
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		<category><![CDATA[kneipe]]></category>
		<category><![CDATA[neukölln]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich hatte immer die Hoffung, dass man in Neukölln einfach mal mutig in eine beliebige Eckkneipe fallen könnte, um einen Schnaps zu trinken. Frei von Vorurteilen und Argwohn. Nun musste ich ins &#8220;Schiller&#8217;s Eck&#8221;, um ein Paket abzuholen&#8230; Mir ist schon etwas gruselig zumute, als ich die Tür öffne. Und siehe da- tatsächlich trete ich in [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ich hatte immer die Hoffung, dass man in Neukölln einfach mal mutig in eine beliebige Eckkneipe fallen könnte, um einen Schnaps zu trinken. Frei von Vorurteilen und Argwohn.</p>
<p>Nun musste ich ins &#8220;Schiller&#8217;s Eck&#8221;, um ein Paket abzuholen&#8230;</p>
<p>Mir ist schon etwas gruselig zumute, als ich die Tür öffne. Und siehe da- tatsächlich trete ich in eine Art Parallelwelt, in der Zombies regieren. Zombies und ihre Hunde. Große, kleine, zottelige, kahle. Und alle starren sie mich mit ihren blutunterlaufenen Augen an, als ich noch so in der Tür rumstehe. Jedenfalls glaube ich das. Es ist sehr rauchig und riecht nach alten, nassen Wollipullis von Humana.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/2011/03/28-days-later-zombies.jpg"><img class="aligncenter" title="BRAINY ZOMBIES" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/2011/03/28-days-later-zombies.jpg" alt="" width="355" height="233" /></a></p>
<p>&#8220;Guten Abend&#8221;, versuche ichs erstmal auf die höfliche Tour und wage dann den Vorstoß Richtung Bar. Die Barkeeperin mit der oldschool Dauerwelle zapft weiter Bier und glotzt. Jetzt muss schnell gehandelt werden. Ich greife in meine Tasche. Ein dünner Mann mit Halbglatze und Unterhemd hält seinen Hund davon ab mir ins Knie zu beißen. Wie lieb von ihm. Ich ziehe eine DHL-Karte hervor und sage &#8220;Ich wollte ein Paket abholen.&#8221;</p>
<p><span id="more-554"></span></p>
<p>Ein sehr alter Mann an der Bar grunzt leise ohne mich anzugucken. &#8220;Ein Paket&#8221;, wiederhole ich. Aus der Ecke kommen mir verdächtig riechende Nebelschwaden entgegen. Ein dicker Typ mit Halbglatze quarzt fröhlich und alleine vor sich hin. Das muss der Außenseiter der Truppe sein. Mir auf Anhieb sympathisch. Den essen die bestimmt als erstes auf, wenn ihnen die Hunde ausgehen.</p>
<p>Ein Schlägertyp gehobenen Alters kommt hinter der Bar hervor und nimmt mir den Paketschein ab. Ich lächle unsicher. Seine Lederweste verursacht in mir Unbehagen. Ebenso das ungleiche Pärchen, das sich an der Bar neben mir gegenseitig zulallt, zuqualmt und Kurze kippt. Es ist etwa 16 Uhr an einem Montag.</p>
<p>Zwei mittelgroße Hunde - einer mit Flecken, der andere sehr knochig &#8211; paaren sich in einer dunklen Ecke bei dem Plastikfic(k)us. Eine Dame schmeißt einen Tennisball nach den beiden und brüllt &#8220;Eeeey!&#8221;. Ich möchte mich inzwischen gerne selbst verstümmeln.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-576" title="shaun_of_the_dead_zombies" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/2011/03/shaun_of_the_dead_zombies.gif" alt="" width="400" height="264" /></p>
<p>Die Lederweste kommt mit meinem Paket wieder. Und raucht. Ich nehme den Karton entgegen und sage brav danke. Der Typ glotzt nur. Dann drehe ich mich möglichst unauffällig um und gehe zur Tür. Einen kurzen Moment habe ich das Gefühl, dass sich alle neun Besucher und ihre zehn Hunde hinter mir zu einem riesigen Fleshmob aufgebaut haben, um mir die Eingeweide von hinten durch die Schulterblätter zu zerren.</p>
<p style="text-align: center;">
<p>Ich drehe mich blitzschnell um. Alle rauchen und lallen und die Hunde pimpern wieder.</p>
<p>Vielleicht möchte ich hier in Zukunft aber lieber doch kein Bier trinken gehen&#8230;</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Kühlschrank &#8211; eine WG-Bewohnerin zieht Bilanz.</title>
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		<pubDate>Sun, 23 Jan 2011 16:08:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jule Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Achtung! Mädchenkrams.]]></category>
		<category><![CDATA[Brauner Salon und Umgebung.]]></category>
		<category><![CDATA[Interview des Schicksals]]></category>
		<category><![CDATA[Passt in keine Schublade.]]></category>
		<category><![CDATA[Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr.]]></category>
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		<category><![CDATA[cathi]]></category>
		<category><![CDATA[elektronik]]></category>
		<category><![CDATA[interview]]></category>
		<category><![CDATA[küche]]></category>
		<category><![CDATA[kühlschrank]]></category>
		<category><![CDATA[petersilie]]></category>

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		<description><![CDATA[Cathi Krämer im exklusiven Interview. &#160; Cathi, vielen Dank erstmal, dass du dir die Zeit für dieses Interview nimmst. Wie ich höre, hast du jetzt einen Kühlschrank zu Hause. Herzlichen Glückwunsch! Wie hat sich dein Leben seit der Anschaffung verändert? Es ist ein Traum. Ich fühle mich glücklich wie noch nie in meinem Leben. Bakterienfreies Essen [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Cathi Krämer im exklusiven Interview.</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Cathi, vielen Dank erstmal, dass du dir die Zeit für dieses Interview nimmst. Wie ich höre, hast du jetzt einen Kühlschrank zu Hause. Herzlichen Glückwunsch! Wie hat sich dein Leben seit der Anschaffung verändert?</strong></p>
<p><em>Es ist ein Traum. Ich fühle mich glücklich wie noch nie in meinem Leben. Bakterienfreies Essen beflügelt meinen Geist und meine Seele. Auch die Anordnung der Lebensmittel im Kühlschrank macht mir große Freude. Der Käse nach oben, die Milch an die Seite, das Gemüse nach unten &#8211; je nach Größe der Verpackung.</em></p>
<p><strong>Aha. Bist du nun selbstbewusster, wenn du neue Leute kennenlernst?</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Die meisten Jungs, die ich kennenlerne, nehme ich natürlich auch mit nach Hause. In früheren Zeiten war es mit teilweise unangenehm, wenn sie verschimmelte Produkte zu sich nehmen mussten beim morgendlichen Frühstück. Mittlerweile habe ich keine Probleme mehr damit Leute kennenzulernen und sie auch zu mir einzuladen, weil ich nun selbstbewusst den Kühlschrank öffne, das Licht angeht und ich ihnen eine gesunde Auswahl an biologischen, regionalen Lebensmitteln präsentieren kann.</em></p>
<p><strong>Ja, das ist nett, aber sag mal, hast du kein schlechtes Gewissen jetzt so viel Strom zu verbrauchen?</strong></p>
<p><em>Nein.</em> (lacht)</p>
<p><strong>Was steht als nächstes an? Ein elektrischer Eis-Crusher vielleicht?</strong></p>
<p><em>Hmm. Zuerst kam der Geschirrspüler, danach folgte der Kühlschrank &#8211; ich fühlte mich schon auf dem absoluten K-High des Elektroherstellermarktes&#8230;</em></p>
<p><strong>Auf dem was? K-High?</strong></p>
<p><em>Ein Begriff aus der Drogenkunde. Ketamin-Hoch. Oder Kühlschrank-Hoch. Diese Anschaffung verschiedenster elektronischer Geräte war wirklich wie ein Rausch, ließ dann aber auch ziemlich schnell wieder nach. Ich wollte mehr und bin dann zu unserem ortsansässigen Media Markt gefahren, um Nachschub in Form einer elektrischen Zahnbürste zu holen. Ich denke auch über elektrische Lockenwickler nach. Oder einen Vibrator.</em></p>
<p><strong>Du weißt schon, dass alles, was du hier sagst, gegen dich verwendet werden kann?</strong></p>
<p><em>Ich hau dich! </em></p>
<p><img title="OLYMPUS DIGITAL CAMERA" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/2011/01/p1172028.jpg" alt="" width="500" height="374" /><strong>Du kennst beide Seiten der Medaille. Dein Fazit &#8211; Kühlschrank? Yes oder no?</strong></p>
<p><em>Doch. Es tut mir ein bisschen Leid, dass der kühle Schrank jetzt leicht überflüssig geworden ist, aber man hat nun die Möglichkeit ihn mit Linsengerichten, Nudelvorräten und Dörrobst aufzustocken. Kühlschrank ist ein Must.</em></p>
<p><strong>Cathi, und jetzt nochmal in eigener Sache: Wann nimmst du endlich die vertrocknete Petersilie vom Fensterbrett?</strong></p>
<p>(lacht) <em>Wenn der Schimmel aus dem Glas gewachsen ist.</em></p>
<p><strong>Super! Dann bedanke ich mich ganz herzlich &#8211; man sieht sich.</strong></p>
<p><strong><em><br />
</em></strong></p>
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		<title>Im Bett. Tag fünf.</title>
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		<pubDate>Fri, 21 Jan 2011 21:20:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jule Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Brauner Salon und Umgebung.]]></category>
		<category><![CDATA[Ein schönes Bad in Selbstmitleid.]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstversuch of Death.]]></category>
		<category><![CDATA[bett]]></category>
		<category><![CDATA[brüste]]></category>
		<category><![CDATA[fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[handball]]></category>
		<category><![CDATA[krank]]></category>
		<category><![CDATA[pro7]]></category>
		<category><![CDATA[virus]]></category>

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		<description><![CDATA[16:13h- Ich gucke das We Are Family Spezial „Wenn Eltern schlagen statt erziehen“ zum Thema ADHS bei Kleinkindern. Ich kenne die Problematik ja noch von meinem Exfreund. Der hatte das auch und da half auch nur reinschlagen. Ich hätte wohl genauere Zeitabläufe mit einem bewährten Punktesystem einführen müssen. Einen Smiley gibt’s, wenn du nach dem [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/2011/01/wearefamily.jpg"><img title="wearefamily" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/2011/01/wearefamily.jpg" alt="" width="500" height="176" /></a>16:13h- Ich gucke das We Are Family Spezial „Wenn Eltern schlagen statt erziehen“ zum Thema ADHS bei Kleinkindern. Ich kenne die Problematik ja noch von meinem Exfreund. Der hatte das auch und da half auch nur reinschlagen. Ich hätte wohl genauere Zeitabläufe mit einem bewährten Punktesystem einführen müssen. Einen Smiley gibt’s, wenn du nach dem Mittagessen fein deine Hausaufgaben machst. Ich hätte so vieles retten können. Dank des Pro7-Psychologen weiß ich nun auch: „Trotz aller Streitigkeiten sollten sie nie vergessen, dass sie ihr Kind eigentlich lieben.“ Beim nächsten aufmerksamkeitsschwachen Freund mache ich alles besser, denke ich mir, bevor ich etwas Gemüsesuppe von gestern aufwärme und die Kinder im Fernsehen ob ihrer Eltern weiter bemitleide.</p>
<p><span id="more-446"></span></p>
<p>17:19- Und wie style ich mich eigentlich total billig für die Fashion Week ohne peinlich auszusehen? Taff weiß die Antwort. Das Problem habe ich Gott sei Dank dieses Jahr nicht. Im Krankenbett werden modische Faux-Pas ja zumeist toleriert, weil nicht gesehen. Ich trage jetzt schon seit 4 Tagen sehr erfolgreich Jogginghose, Kapuzenpulli und fettige Haare. Wenn ich mir vorstelle, dass alle meine Freunde Zähne putzen, sich stylen und dann zusammen bei rhythmischer Musik zwischen hübschen Menschen Sekt trinken müssen, bin ich doch froh, dass ich mich meiner natürlichen Hässlichkeit und den ungebändigten Kopfschmerzen in Ruhe hingeben kann.</p>
<p>Das Fazit eines Nachmittags auf Pro7: Mitleid, Wut, Scham, Hass.</p>
<p>„Wenn jemand arm ist, ist das keine Schande, nur möchte ich lieber nicht dazugehören.“</p>
<p>19:27h- Ich sitze mit Cat und ihrem Dad auf dem großen Ledersofa und gucke die zweite Halbzeit des Handball-Matches Deutschland  Tunesien. Die beiden haben mich davor bewahrt vor lauter Schwäche die komplette Folge Simpsons auf lautlos anzustarren. Ich wusste gar nicht, dass Jean Pütz unsere Handball-Mannschaft trainiert. Die Frisur des Spielers Hens finde ich aufgrund der brutalen Mehrfarbigkeit und des psychedelischen Musters höchst bedenklich. Die Krämers trinken (wie sich das für echte Rheingauer gehört) Wein. Ich klemme unter meiner Decke und beobachte das Geschehen mit verstopfter Nase und einem schönen Gläschens des Gesöffs, das mir mein Arzt gegeben hat. Schmeckt mir nicht, aber darum geht’s ja im Leben nicht.</p>
<p>22:55h- So langsam habe ich echt alle Symptome durch ausser Dünnschiss. Ich hab keine Lust mehr.</p>
<p><a href="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/2011/01/pb253024.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-447" title="OLYMPUS DIGITAL CAMERA" src="http://mymagictypewriter.com/wp-content/uploads/2011/01/pb253024.jpg?w=224" alt="" width="224" height="300" /></a></p>
<p>Alle halbe Stunde eine Tablette nehmen? Das geht nicht. Ich WEISS, dass das nicht geht – ich habs probiert. Selbst 3 mal am Tag so ein Glas Zeug trinken und 3 mal so einen Brummer lutschen finde ich schwierig. So ein Terminstress immer wenn man krank ist. Wahrscheinlich ist das inzwischen kein Virus mehr, sondern Burn-Out vom (pflanzlichen) Medikamentier-Wahn. Und ein schönes Rindersteak solle ich mir mal braten lassen. Da bin ich beim Arzt empört aufgestanden und gegangen (nachdem ich noch meine Atemwege habe checken und mir ne Krankschreibung geben lassen und weil wir eh zufällig fertig waren). Und dann immer dieses Trinken! Anni hat mich auf dem heimischen Sofa regelrecht gezwungen über den Tag verteilt mehrere Tassen Tee zu trinken. Da bleibt ja kaum Zeit zum auskurieren.</p>
<p>23:47h- Mein Handy klingelt und Julian ist dran. Ich freue mich, dass er wohl nach einer Woche auch endlich gemerkt hat, dass ich verängstigt und alleine sterben muss. Und dann sagt er: „Jule- Alex und ich müssen mal dringend deine Brüste sehen. Hast du Skype?“</p>
<p style="text-align: center;">
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		</item>
		<item>
		<title>5 Monate ohne Kühlschrank &#8211; die Jubiläumsparty.</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Jan 2011 20:31:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jule Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Brauner Salon und Umgebung.]]></category>
		<category><![CDATA[Ein schönes Bad in Selbstmitleid.]]></category>
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		<category><![CDATA[cathi]]></category>
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		<description><![CDATA[Da haben wir ja richtig was geschafft, die Cathi und ich! Die Sache mit dem &#8220;ohne Kühlschrank leben&#8221; läuft echt hervorragend (ganz im Gegensatz zu &#8220;mehr Yoga und weniger trinken&#8221;). Und die Google-Suchbegriffe dieses Blogs geben mir Recht: Die Kühlschrank-Problematik ist (neben &#8220;pobacken auseinander&#8221;) in den Top 5 des vergangenen Jahres anzufinden, Trend steigend. Ja, [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Da haben wir ja richtig was geschafft, die Cathi und ich! Die Sache mit dem &#8220;ohne Kühlschrank leben&#8221; läuft echt hervorragend (ganz im Gegensatz zu &#8220;mehr Yoga und weniger trinken&#8221;). Und die Google-Suchbegriffe dieses Blogs geben mir Recht: Die Kühlschrank-Problematik ist (neben &#8220;pobacken auseinander&#8221;) in den Top 5 des vergangenen Jahres anzufinden, Trend steigend.</p>
<p>Ja, gut, mitunter sind unsere Lebensmittel zu Hause geschmacklich etwas unterhalb des europäischen Durchschnitts anzusiedeln, aber man entwickelt da sehr schnell eine recht hohe Toleranzgrenze. Und wenigstens kriegen wir so unsere tägliche Portion Kultur ab (wenn auch nur im/auf dem Schmierkäse). Am Wochenende noch hab ich Cathi quasi das Leben gerettet, als ich sie darauf hinwies, dass sie gerade etwas schimmliges essen wollte. Sagte sie: &#8220;Aber die andere Ecke ist ja noch gut.&#8221; und biss zu.</p>
<p>Ich sehs schon &#8211; noch ein paar Monate und wir scheißen auch noch auf den letzten Rest ethischen Anstands und beginnen komplett verdorbene Ware zu verköstigen.</p>
<p>Falls du uns mal nachts in Neukölln mit zerruppter Kleidung auf der Suche nach Nahrung um Mülltonnen streunen siehst, bitte erinnere uns einfach daran, dass wir noch einen Kühlschrank für unsere Wohnung brauchen. Danke.</p>
<p>PS: Wir haben jetzt einen neuen Geschirrspüler! Youve gotta have your priorities straight.</p>
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		<title>Abendliches Update aus dem Braunen Salon zu Upper Neukölln.</title>
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		<pubDate>Wed, 27 Oct 2010 21:21:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jule Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Achtung! Mädchenkrams.]]></category>
		<category><![CDATA[Brauner Salon und Umgebung.]]></category>
		<category><![CDATA[Passt in keine Schublade.]]></category>
		<category><![CDATA[90210]]></category>
		<category><![CDATA[cathi]]></category>
		<category><![CDATA[mikrowelle]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich sitze im braunen Salon. Weil ich habe von meinem Zimmer aus keinen guten Internetempfang. Natürlich nicht. Warum auch? Ich kann ja auch ganz gut ohne dieses Internet. Okay. Spaß beiseite. Cathi liegt auf der antik-braunen Ledercouch von Annis Großtante D’eaurice und guckt 90210. Ich hab sie heute abhängig gemacht. Mit voller Absicht. Nach acht [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ich sitze im braunen Salon. Weil ich habe von meinem Zimmer aus keinen guten Internetempfang. Natürlich nicht. Warum auch? Ich kann ja auch ganz gut ohne dieses Internet.</p>
<p>Okay. Spaß beiseite.</p>
<p>Cathi liegt auf der antik-braunen Ledercouch von Annis Großtante D’eaurice und guckt 90210. Ich hab sie heute abhängig gemacht. Mit voller Absicht. Nach acht Minuten der ersten Folge nahm sie ihre Kopfhörer ab und sagte „Okay, ich bin drin.“ Und während ich nun hier am Esstisch sitze und Bewerbungen tippe (oder Blogposts), starrt Cathi bei der 5ten Folge gebannt auf den Rechner und lächelt. Oder verzieht die Augenbrauen traurig.</p>
<p>Wenn man sonst nichts im Leben hat, dann wenigstens amerikanische Soaps…</p>
<p>Die Wohnung ist inzwischen recht warm. Der übergewichtige, humoröse Heizungsmann war da. Jetzt weiß ich auch was die Schornsteinfegertaste ist. Trotzdem ist der Winter hart zu ertragen. Ist doch schon Winter oder? Wir haben auf unsere BrauchenWirNoch-Liste sowohl Zitruspresse (für die Vitamine) als auch Stövchen (für die nachhaltige Wärme) und Duftkerzen (einfach so, WEIL WIR KÖNNEN UND IHR NICHTS DAGEGEN MACHEN KÖNNT) gesetzt. Außerdem stehen Dörrobst, Dominosteine und Dauer-Festnetztelefonate hoch im Kurs. Da braucht man noch nicht mal Männer. Wir haben ja aufgehört zu heulen und uns unserem Schicksal ergeben. Wir haben einander. Und eine Mikrowelle aus den Kralischs ihrem Keller. A propos. Cathi hat heute versucht die pikante Gemüsesuppe von gestern (ich kochte sie einst) zu erwärmen und musste auf die harte Weise herausfinden, dass die Goldrandteller auf die Mikrowellen nicht so gut zu sprechen sind. Oder andersrum. Es blitzte gewaltig und war somit Highlight des spannenden Tages. Naja, die Funken und der Fakt, dass wir mit der DVBT-Zimmerantenne fast RTL reingekriegt hätten. Bisschen so wie damals Softpornos auf dem (natürlich) verschlüsselten Premiere zu gucken.</p>
<p>So. Cathi schreit. Es ist wohl Zeit für 90210 Season 03 Episode 06. Ob Dixon jetzt wirklich Aids von Sasha hat und deswegen nicht mit Ivy schlafen kann, die ja noch Jungfrau ist und deren enger Freund Oscar heimlich mit ihrer eigenen Mutter schläft? Und ob Silver von der Schule fliegt, weil sie versucht hat ihren englischen Lehrer zu verführen, um zu beweisen, dass er Naomi vergewaltigt hat, die seitdem nicht mehr schlafen kann und sich deswegen mit Tabletten fast das Leben genommen hätte? Und ob Navid wohl merkt, dass Adirana das Songbuch von einem im selben Auto gestorbenen Popstar geklaut hat und den großen Hit dann bei der Mutter von Ivy, die nicht nur mit Oscar schläft, sondern auch ihre Managerin ist, als ihr eigen ausgegeben hat, um damit über Nacht zum YouTube-Schlager zu werden, und nun von dem Onkel des Verstorbenen erpresst wird?</p>
<p>Es bleibt spannend in meinem Leben an der West Beverly High&#8230;</p>
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		<title>Leben am Limit. Heute: Das Leben ohne Kühlschrank und Korkenzieher.</title>
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		<pubDate>Fri, 22 Oct 2010 12:30:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jule Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Achtung! Mädchenkrams.]]></category>
		<category><![CDATA[Brauner Salon und Umgebung.]]></category>
		<category><![CDATA[Ein schönes Bad in Selbstmitleid.]]></category>
		<category><![CDATA[Saufen für Fortgeschrittene.]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstversuch of Death.]]></category>
		<category><![CDATA[cathi]]></category>
		<category><![CDATA[korkenzieher]]></category>
		<category><![CDATA[kühlschrank]]></category>
		<category><![CDATA[wein]]></category>
		<category><![CDATA[wg]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe keinen Kühlschrank. Und ich habe es in drei Monaten nicht geschafft mir einen zu besorgen. Weil ich natürlich wie jeder ordentliche Hartz-4-Empfänger unglaublich busy bin. Erst war das Fehlen eines Kühlschrankes ein allgegenwärtiger Panikmacher in der WG. Wir hatten Angst einzukaufen, zu kochen, Leute einzuladen – unser Leben war die Hölle. Inzwischen haben [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe keinen Kühlschrank. Und ich habe es in drei Monaten nicht geschafft mir einen zu besorgen. Weil ich natürlich wie jeder ordentliche Hartz-4-Empfänger unglaublich busy bin. Erst war das Fehlen eines Kühlschrankes ein allgegenwärtiger Panikmacher in der WG. Wir hatten Angst einzukaufen, zu kochen, Leute einzuladen – unser Leben war die Hölle. Inzwischen haben wir uns beruhigt und gelernt, dass auch ein Leben ohne Kühlschrank durchaus ein lebenswertes sein kann. Denn, wer hätte das gedacht: Man kann Butter, Eier und auch Milch wunderbar einfach so in der Gegend rumstehen lassen. Meine Mutter würde mir sicherlich zustimmen, denn – sieh einer an – unsere jungen Eltern in der Deutschen Demokratischen Republik hatten auch keine Kühlschränke. Die vergruben im Sommer Milchkannen in der Erde – quasi der Vorläufer der Kühltasche. Und praktisch ist das schon, wenn man fertig gefrühstückt hat und dann anstatt alles wieder wegzuräumen einfach alles stehen lässt. Weil man hat ja gar keinen gekühlten Schrank. Das ist Freiheit auf höchstem Niveau. Und auch die Dinnerparties laufen prächtig.</p>
<p>„Hilfst du mir kochen?“</p>
<p>„Klar. Wo ist denn euer Kühlschrank?“</p>
<p>„Haben wir nicht. Such einfach die Regale und Nischen zwischen den Schränken nach Essbarem ab.“</p>
<p>„Ich wünschte ich wäre auch so cool wie ihr.“</p>
<p><img class="alignnone" src="http://sphotos.ak.fbcdn.net/hphotos-ak-ash2/hs342.ash2/62236_442785961442_724506442_5835068_6244171_n.jpg" alt="" width="460" height="460" />Da ist das Leben ohne Korkenzieher schon um einiges härter. Vor allem wenn man Mädchen ist und immer viel Wein trinken muss. Und wenn immer viele Mädchen vorbeikommen und dann auch Wein trinken wollen. Nun sind wir zwar handwerklich nicht begabt, aber wenn es um einen Schluck (also ein paar Gläser) Wein geht, dann wissen wir uns auch fast ohne Hilfsmittel zu helfen. Man braucht ja lediglich ein kleines scharfes Messer, einen schmerzunempfindlichen Daumen, ein nicht mehr benötigtes Handtuch, eine siebener Schraube, eine Zange und/oder Brechstange. Ich hätte Fotos machen sollen von den verschiedenen Gästen, die sich an der Weinflaschenöffnung  versucht haben. Generell gab es pro Abend und pro Flasche immer einen designated Opener im Rotationsprinzip. Und wenn ich an der Reihe war, holte ich mir einen Mann. Am liebsten den Opernsänger von unten, denn der hat sogar einen richtigen Korkenzieher. Der Typ von nebenan ist der absolte Notnagel, denn der lädt sich dann immer gleich selbst zu der Verköstigung ein. Außerdem hat er in seinem Flur einen kleinen rosanen Kinderwagen zu stehen und das macht mir Angst. Inzwischen haben wir aufgehört Telefonketten zu starten, um alle daran zu erinnern nur Weine mit Schraubverschluss mitzubringen. Ich bin in die Welt gezogen und habe nach drei Monaten einen Korkenzieher erstanden. Bei Karstadt. Mit Yessi. Der hat mir ein Gerät angedreht, das ich bis heute nicht verstehe. Alle anderen übrigens auch nicht. Aber hey – so bleibt es spannend bei  jeder neuen Öffnungszeremonie in der WG Krämer/Müller.</p>
<p>&nbsp;</p>
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